In ‚Die Geheimlehre‘ von Helena Petrovna Blavatsky finden die indischen Vimanas bereits 1888 Erwähnung.

Bei der Durchsicht von ‚Die Geheimlehre‘ (Band IIa: Anthropogenesis – Zwölf Strophen aus dem Buche Dzyan) ist mir gestern folgende Abschnitte mit Erwähnung der indischen Vimanas aufgefallen:

„Von der vierten Rasse erhielten die frühen Arier ihre Kenntnis von dem „Bündel wundervoller Dinge“, dier Sabha und Mayasabha, erwähnt im Mahabharata, dem Geschenk des Mayasura an die Pandavas. Aus ihnen lernten sie die Aeronautik, Vimana Vidya, die „Kenntnis des Fliegens in Luftfahrzeugen“, und daher ihre großen Künste der Meteorographie und Meteorologie. Von ihnen ererbten auch die Arier ihre höchst wertvolle Wissenschaft von den verborgenen Kräften kostbarer und anderer Steine, von der Chemie oder vielmehr Alchimie, der Mineralogie, Geologie, Physik und Astronomie.“ – S. 444

Dies dient als Einleitung zu einem größeren Abschnitt, bei dem Blavatsky Ähnlichkeiten mit dem in der Bibel im Alten Testament beschriebenen Auszug der Israeliten aus Ägypten festzustellen glaubt. Für uns ist neben der Erwähnung von Vimanas auch die Agnyastra interessant – eine durch Magie erzeugte Feuerwaffe. Letztere kann man in Verbindung bringen den den vermeintlichen Atombombenbeschreibungen des Mahabharata.

„Und der ‚Große König mit dem glänzenden Gesicht‘, der Führer aller Gelbgesichtigen, war trauri, da er die Sünden der Schwarzgesichtigen sah.

Er sendete seine Luftfahrzeuge (Vimanas) an alle sein verbrüderten Führer (Führer anderer Nationen und Stämme) mit frommen Männern darin, sagend: ‚Bereitet euch vor. Erhebet euch, ihr Männer des guten Gesetzes, un durchqueret das Land, dieweil es (noch) trocken ist.‘

‚Die Herren des Sturmes kommen heran. Ihre Wagen nähern sich dem Lande. Eine Nacht und zwei Tage nur sollen die Herren des dunklen Gesichtes (die Zauberer) auf diesem geduldigen Lande leben. Sein Schicksal ist besiegelt, und sie müssen mit ihm untergehen. Die niederen Herren der Feuer die Gnomen und Feuerelementale) bereiten ihre magischen Agnyastra (durch Magie erzeugte Feuerwaffen) vor. Aber die Herren der dunklen Augen („Böse Augen“) sind stärker als sie (die Elementale), und sie sind die Sklaven der Mächtigen. Sie sind bewandert in Astra (Vidya, der höchsten magischen Wissenschaft). Kommt und gebrauchet die euren (d.i. eure magischen Kräfte, um jene der Zauberer entgegenzuarbeiten). Möge jeder Herr des glänzenden Gesichtes (ein Adept der weißen Magie) den Vimana eines jeden Herrn des dunklen Gesichtes in seine Hände (oder seinen Besitz) kommen lassen, damit keiner (der Zauberer) durch dieses Hilfsmittel den Wassern entkommen, der Rute der Vier (karmischen Gottheiten) entgehen und seine verruchten (Anhänger oder Leute) retten könne.‘

‚Möge jedes Gelbgesicht von sich Schlaf aussenden zu (mesmerisieren?) jedem (jedes) Schwarzgesicht. Mögen selbst sie (die Zauberer) Schmerz und Leiden entgehen. Möge jeder den Sönnengöttern treue Mensch jedenunter den Mondgöttern stehenden Menschen binden (paralysieren), damit er nicht leider oder seinem Schicksal entrinne.‘

‚Und möge jedes Gelbgesicht von seinem Lebenswasser (Blut) dem sprechenden Tiere eines Schwarzgesichtes anbieten, damit es seinen Meister nicht aufwecke.‘

‚Die Stunde hat geschlagen, die schwarze Nacht ist nahe‘ …..

‚Ihr Schicksal sei erfüllt. Wir sind die Diener der Großen Vier. Mögen die Könige des Lichtes zurückkehren. Der Große König fiel auf sein glänzendes Gesicht und weinte ….

Als die Könige sich versammelten, hatten die Wasser sich bereit geregt…. (Aber) die Völker hatten jetzt die trockenen Länder durchquert. Sie waren jenseits der Wassermarke. Ihre Könige erreichten sie in ihren Vimanas, und führten sie hin zu den Ländern von Feuer und Metall (Ost und Nord).

….

Sterne (Meteore) hagelten auf die Länder der Schwarzgesichter; aber sie schliefen. Die sprechenden Tiere (die magischen Wächter) verhielten sich ruhig. Die niederen Herren warteten auf Befehle, aber sie kamen nicht, denn ihre Meister schliefen. Die Wasser erhoben sich, und bedeckten die Thäler von einem Ende der Erde bis zum anderen. Hochländer blieben übrig, der Grund der Erde (die Länder der Antipoden) blieb trocken. Dort wohnten jene, die entkamen; die Menschen mit den gelben Gesichtern und dem geraden Auge (die offenen und aufrichtigen Menschen). Als die Herren der dunklen Gesichter erwachten und sich an ihre Vimanas erinnerten, um den steigenden Gewässern zu entrinnen, fanden sie dieselben verschwunden.“ – S. 445f.

Laut Blavatsky entstammen diese Abschnitte aus einer Handschrift, die zu den ‚Berichten der fünfunddreißig Buddhas der Bekenntnisse‘ (Tongshaktchi Sangqe Songa) gehört. Und sie sollen als Ergänzung zur 12. Strophe des Buches Dzyan dienen. Das Buch Dzyan – eine angeblich in Tibet aufbewahrte Geheimschrift – wird mittlerweile allerdings als Erfindung von Blavatsky angenommen.

Aufgrund der Zitate gehe ich davon aus, dass die ersten Schriften der okkulten Literatur, in denen die Vimanas als „Luftfahrzeuge“ erwähnt werden, wesentlich älter sein müssen. Im Umfeld der Theosophen weitere Spuren zu vermuten, ist sicherlich nicht ganz verkehrt.