Prof. Dr. Andreas Grünschloß hat nach langjähriger Recherche seinen Artikel über die PaläoSETI-„Bewegung“ im Marbug Journal of Religion 11, 2006 veröffentlicht. Grünschloß war für seine Recherchen auch auf den einschlägigen Internetforen aktiv. Zu dieser Zeit kam es auch zu einem kurzen Gedankenaustausch mit der Redaktion von Mysteria3000.

Vielleicht ist dies einer der Gründe warum Mysteria3000 in der Publikation ‚“Ancient Astronaut“ Narrations: A Popular Discourse on Our Religious Past‘ erwähnt wurde:

„When questioning PSETI protagonist, ‚Do you know of any truly ’scientific‘ or self-critical attemps in reconstructing the discourse?‘, I found only a few people woho were really open and committed to that. The German Internet site www.mysteria3000.de is one of a few places where people can and do participate in both strongly assertive and critical modes. […] An earlier attempt to found a critical and deliberately scientifically oriented journal with the programmatic name Scientific Ancient Skies (parallel to the existing AAS-journal Ancient Skies) les only to two initial issues, and was tehen abandoned because it could not gather enough substantial contributions.“

Hier der deutschsprachige Abstract von ‚“Ancient Astronaut“ Narrations: A Popular Discourse on Our Religious Past‘:

„Erzählungen über antike „Astronautengötter“ sind längst zu einem populären Mythos avanciert, der die Wahrheit über unsere religiöse Vergangenheit ‚aufdecken‘ und „erklären“ soll. Hierzu findet man mittlerweile ein spezifisches Genre im alternativen Büchermarkt, und in Interlaken wirbt sogar ein großes Erlebniszentrum „Mystery Park“ für die Plausibilität der diesbezüglichen Grundideen und „Indizien“ Obwohl der prägende Einfluss des Schweizers Erich von Däniken nicht unterschätzen ist, lassen sich viele Elemente dieses Diskurses bis zu Charles Fort und seinen ikonoklastischen Büchern über die sog. „verdammten Daten“ zurückführen – anomalistische Befunde, die seiner Meinung nach von einer ignoranten Wissenschaft „exkludiert“ wurden. Mittlerweile wurde die „Suche nach Extraterrestrischer Intelligenz in der Vergangenheit“ (Paleo-SETI oder PSETI) ein populäres „Forschungs“-Thema, das nicht nur zu einer Vielzahl entsprechender Publikationen in vielen Sprachen der Welt führte, sondern auch zur Formierung von Laien-Forschungsgemeinschaften und entsprechenden Tagungen. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Hauptthemen, Motivationshintergründen und Argumentationsstrategien des Astronautengötter-Diskurses, aber auch mit der typischen Oszillation der „Prä-Astronautik“ zwischen einer ‚alternativen Wissenschaft‘ und manifest esoterischer Religiosität. Mit seinem neo-mythischen Gestus (ufologischer Euhemerismus, Wiederverzauberung des Himmels, Begründungsmythos für die Moderne, usw.) erscheint dieser Diskurs auf weiten Strecken wie ein säkulares oder ‚ufologisches‘ Pendant zum Kreationismus, was v.a. in dem starken Glauben an die ‚verborgene‘ Wahrheit der religiösen Überlieferungen zum Ausdruck kommt. Dieser ‚gebrochene‘ Mythos mit seinen technologischen Erklärungen von Religion hat zudem viele Traditionen des New Age und der Esoterik beeinflusst v.a. UFO-Glaubensbewegungen wie die „Raelistische Religion“. Die präastronautischen Narrationen vereinen unsere spezifisch spätmoderne Weise des In-der-Welt-Seins mit der laienhaften Suche nach der eigentlichen Grundwahrheit des Mythos: Ihre Protagonisten „wollen glauben“, und sie halten es für plausibel, dass es eine präastronautische „Wahrheit irgendwo da draußen“ gibt. Aber letztlich werden die selbstverständlichen scheinenden technologischen Möglichkeiten unseres Zeitalters nur in eine weit entfernte Vergangenheit, auf die Oberfläche antiker Texte und Artefakte, zurückprojiziert – und am Ende entdeckt man auf diese Weise doch wieder nur einen leuchtenden Spiegel von uns selbst und unserer Gegenwart.“

Wer den ganzen Artikel lesen will, findet ihn auf der Internetseite von Prof. Dr. Andreas Grünschloß als Download im PDF-Format:

http://www.uni-marburg.de/fb03/ivk/mjr/pdfs/2006/articles/gruenschloss2006.pdf