Gegendarstellung von Horst Sy zur Rezension seines Buches in der Mysteria3000-Ausgabe 2/2002 durch Stefan Böckler.

Wurde Newgrange von Göttern erbaut?

In der Mysteria3000-Ausgabe 2/2002 wurde eine von Stefan Böckler verfasste Rezension meines Buches ‚Wurde Newgrange von Göttern erbaut‘ veröffentlicht. [1] Da er darin völlig falsche Behauptungen aufstellt, kann ich diese nicht unwidersprochen stehen lassen.

Deshalb an dieser Stelle folgende Erklärungen bzw. Richtigstellungen:

1. Der Durchmesser der Gesamtanlage von Newgrange

Stefan Böckler behauptet in seiner Rezension, ich hätte einen völlig falschen Durchmesser (95m anstatt 85m) für die Anlage von Newgrange von Erich von Däniken ungeprüft übernommen. Diese Behauptung ist falsch!

Richtig ist, dass die Anlage selbst nicht nur aus einem geschlossenen Steinkreis besteht, sondern darüber hinaus einen sogenannten Großen Kreis beinhaltet. Die Hauptachse der Anlage beginnt bei dem Stein GC1 des großen Kreises, führt über den Eingangsstein K1, durchmisst in voller Länge die innere Anlage von Newgrange, schneidet deren Endstein C8 und endet an der Rückseite beim Stein K52. Diese Strecke beträgt 95m!

Diese Tatsache hätte der Rezensent in dem von ihm als Literaturtipp angegebenen Werk von Prof. Michael J. O’Kelly leicht überprüfen können. Darin befindet sich der von dessen Frau und Mitarbeiterin Claire O’Kelly erstellte Generalplan der Anlage. [2]

Ausgehend von der oben genannten Hauptachse, die dominant ist aber selbst keinen Steinkreis bildet, habe ich die daraus folgenden Schlüsse gezogen. Diese theoretischen Analysen und Berechnungen sind völlig legitim.

2. Historische Maßeinheiten

Dass die diversen, von mir für meine Berechnungen verwendeten historischen Maße in Fachkreisen sehr strittig sind, habe ich in ‚Wurde Newgrange von Göttern erbaut‘ ausdrücklich erwähnt. Hätte Stefan Böckler es gelesen, wüsste er dies! Die mir von ihm unterstellte Oberflächlichkeit in meiner Arbeit trifft auch in diesem Falle mehr auf den Kritiker als auf den Autor der Rezension zu!

3. Der verwendete Plan von Newgrange

Die von mir verwendete Planskizze der inneren Anlage trägt das Copyright M.C. O’Kelly 1967 und ist zweifelsfrei echt. Die Abbildungsquelle habe ich in meinem Buch ausdrücklich benannt.

Der Plan von Newgrange von O'Kelly aus dem Jahr 1967.

Abb 1.: Der Plan von Newgrange von O’Kelly aus dem Jahr 1967.

4. Der ominöse 10. Stein!

Tatsache ist, dass in ‚Newgrange. Archaeology, Art and Legend‘ von Prof. O’Kelly tatsächlich ein Plan der inneren Anlage zu finden ist, welcher zehn mit Ornamenten versehene Steine innerhalb der zum Modell des Planetensystems gehörenden Seite der inneren Anlage von Newgrange zeigt. Stefan Böckler scheint diese Planzeichnung gesehen zu haben. Doch verstanden hat er sie nicht. Er weiß offenbar nicht einmal, welcher Stein den Unterschied zwischen beiden Zeichnungen macht!

Es handelt sich dabei um den Stein L20, welcher sich zwischen dem von mir als Jupiterstein benannten L19 und dem Marsstein L22 befindet. Ihn unterscheidet aber ein sehr wichtiges Merkmal von den anderen 9 Steinen. Seine Ornamente befinden sich unterhalb des Grundes, sind unterirdisch, sind also für den Betrachter nicht zu sehen!

Nun ist bekannt, dass sich zwischen Mars und Jupiter der Asteroidengürtel befindet. Auch er ist für den Himmelsbetrachter mit bloßem Auge nicht sichtbar. Stefan Böckler’s Hauptargument gegen ein Modell des Sonnensystems in Newgrange erweist sich in Wahrheit als unterstützendes Argument für meine Sicht der Dinge. Auch dies hätte der Rezensent sehr leicht in der Hauptquelle seiner Kritik erkennen können, ja erkennen müssen!

5. Das Lichtwunder von Newgrange

Die Behauptung von Stefan Böckler, die Steine des Gangsystems würden erst heute Breite und Zeitdauer des Lichteinfalls in Newgrange bestimmen, das Lichtwunder also erst heute 17 Minuten dauern und damit einen Bezug zum Durchmesser der Erdumlaufbahn ermöglichen ist durch nichts bewiesen. Ob die beiden Steine im Gang, die heute durch Schrägstellung das Lichtband schmälern tatsächlich erst später in ihre Lage geraten sind, kann nur vermutet werden.

Anmerkungen

[1] Böckler 2002: https://mysteria3000.de/wp/?p=34
[2] O’Kelly 1995, S. 15

Literaturverzeichnis

Böckler, Stefan (2002): ‚Horst Sy: Wurde Newgrange von Göttern erbaut?‘, in: Mysteria3000 2/2002, S. 78

O’Kelly, Michael (1995): Newgrange. Archeology, Art and Legend. London

Sy, Horst (2000): Wurde Newgrange von Göttern erbaut? Berlin