Vor nahezu 100 Jahren erschien ein Buch welches für sich in Anspruch nahm, die bisherige Geschichtsauffassung auf den Kopf zu stellen: die ‚Theozoologie‘ des Jörg Lanz von Liebenfels. Abgeleitet aus den religiösen bzw. mythologischen Vorstellungen, des Altertums, den Erkenntnissen der Paläontologie, der Archäologie sowie den Naturwissenschaften schuf Liebenfels ein Weltbild welches der NS-Rassenlehre den Weg ebnete.

Geschichte der alternativen Archäologie

Die ‚Theozoologie‘ des Jörg Lanz von Liebenfels

„Was ist Geschichte?“ fragt der englische Historiker und Politologe Edward H. Carr und gibt eine weitsichtige Antwort auf ein Problem, das alles andere als ein banales ist: Geschichte sei eine Dichotomie von Tatsache und Interpretation, sei auch „ein unendlicher Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.“ [1] Damit wird deutlich, Carr meint mit „Geschichte“ nicht die Vergangenheit selbst, sondern vielmehr das spezifische Bild, das die Menschen sich von dieser Vergangenheit machen. Seine Lösung besagt nicht zuletzt, dass das Vergangene im Laufe der Zeit immer wieder neu interpretiert wird.

An eine solche Neuinterpretation machte sich im noch jungen 20. Jahrhundert ein Mann, der sich gerade aus einer Abhängigkeit und geistigen Enge gelöst hatte: Der Österreicher Adolf Lanz, 1899 aus dem Orden der Zisterzienser ausgeschieden, dem er sechs Jahre als Bruder Georg angehört hatte. [2] Er veröffentlichte nach einigen Vorarbeiten 1905 sein Buch ‚Theozoologie‘, mit dem er im eigenen Selbstverständnis nicht weniger als die „Wahrheit …, eine geschichtlich feststehende Tatsache, die die Menschheit mit Absicht vergessen hat“, darstellen wollte. [3]

Eine der wenigen Fotographien, die von Jörg Lanz von Liebenfels existieren; hier in der Tracht des Priors seines Neutemplerordens.

Eine der wenigen Fotographien, die von Jörg Lanz von Liebenfels existieren;
Abb. 1: Eine der wenigen Fotographien, die von Jörg Lanz von Liebenfels existieren; hier in der Tracht des Priors seines Neutemplerordens.

Mit welcher argumentativ untersetzten Deutung der Geschichte versuchte Lanz, diesen nicht eben bescheidenen Anspruch einzulösen? Sie ist, in einem wertfreien Sinne beurteilt, jedenfalls „originell“: Die von den Kulturen des Altertums dargestellten und beschriebenen Götter, Dämonen und Fabelwesen seien in Wahrheit verschiedene Formen tiermenschlicher „Buhläfflinge“ (an anderer Stelle von ihm auch als „Buhlzwerge“, „Buhlwichte“ oder „Schrättlinge“ bezeichnet) gewesen, allesamt nur deshalb gezüchtet, um mit ihnen sodomitischen Verkehr zu haben. Auch in religiösen Schriften wie der Bibel sei ursprünglich von solchen Sexualpraktiken berichtet und vor ihnen gewarnt worden. Lanz muss sich der Kraft seiner Argumente nicht sonderlich sicher gewesen sein, baute er doch Zweifeln und möglichen Widersprüchen seiner Leser gleich mit einem Rundumschlag vor:

„So abenteuerlich das klingen mag, was ich vorbringe, so ist es doch aus durchaus verlässlichen geschichtlichen Quellen auf streng wissenschaftlichem Wege geschöpft und wird durch die neusten naturwissenschaftlichen Entdeckungen und kunstgeschichtlichen Altertumsfunde in ganz überraschender Weise bestätigt.“ [4]

Nun, diese vermeintliche „Bestätigung“ lag allein darin begründet, dass Lanz verschiedenste antike Darstellungen sowie neue Erkenntnisse der Naturwissenschaften, der Paläontologie und Archäologie selektiv so auslegte und mit eigenen, fragwürdigen Neuübersetzungen religiöser Texte vermengte, bis das gewünschte Ergebnis vorlag. Aus Bibel- und Talmudzitaten gewann er auf diese Art Erkenntnisse wie die, „dass der Dämon der Alten der Affe (und ähnliche Wesen) ist“. [5] „Affe“, und „Tiermensch“ sind dabei für Lanz Begriffe mit identischer Bedeutung, beide zudem Synonyme für seine „Buhlzwerge“.

In den Affendarstellungen der alten Ägypter sieht Lanz allesamt tiermenschliche Buhlzwerge.
Abb. 2: In den Affendarstellungen der alten Ägypter (hier Paviane als Sinnbilder des Gottes Thot an einer Statue Ramses II. vor dem Luxor-Tempel) sieht Lanz allesamt tiermenschliche „Buhlzwerge“.

Im folgenden sind einige Beispiele solcher von ihm postulierter Wesen und ihrer angeblichen „Verschlüsselung“ in der antiken Literatur, angeführt: Bei der biblischen Gestalt des Esau habe es sich um einen haarigen Tiermenschen gehandelt: „Mit diesen Affenmenschen trieben die Bewohner Palästinas Unzucht und Gott muß Lev. XVII, 7 diese Buhlerei strenge verbieten.“ [6] Mit den verschiedensten Tierschilderungen in Bibel und Talmud, darunter dem Hai (!) oder dem berühmten „Sündenbock“, sollen ebenfalls „Tiermenschen“ gemeint sein. Auch unter „Drachen“ seien Affenmenschen zu verstehen. Lanz schlussfolgert auf die ihm eigene Weise: „Es ist dann ganz glaublich, dass Drachen schöne Weiber rauben, sprechen und vernünftig handeln.“ [7] Und: „In den Märchen und Sagen aller Völker spielt der die schönen Frauen schändende Zwerg eine wichtige Rolle.“ [8] Dessen Nachfahren seien Geisteskranke, z.B. die „Alpenkretins“, die man vor allem in der Nähe alter Klöster und Wallfahrtsorte finde, „wo sie von gutmütigen Menschen … oder durch geile und ehebrecherische Weiber vor der völligen Ausrottung bewahrt bleiben.“ [9]

Namentlich dieses Fabeltier der Ägypter ist für Lanz ein geflügelter Tiermensch, gezüchtet zu sexuellen Ausschweifungen.
Abb. 3: Namentlich dieses Fabeltier der Ägypter (an einer Säule des Tempels von Esna) ist für Lanz ein geflügelter Tiermensch, gezüchtet zu sexuellen Ausschweifungen.

Natürlich macht er ebenso im alten Ägypten seine „geschichtlich feststehenden Tatsachen“ aus, dort sind beispielsweise mythologische Figuren wie der „Bock von Mendes“ und der bärtige Zwerg Bes „Affenwesen“. Die am Tempel der Hatschepsut in Deir el-Bahari abgebildete Königin von Punt, in deren unförmigen Körperformen Ägyptologen und Mediziner heute Symptome der Krankheit Elephantiasis sehen, ist ein tiermenschliches „fettsteißiges Weib“, eine „Buhlerin“. [10] Hier liefert Lanz eine seiner typischen konstruierten „Bestätigungen“, indem er eine Aussage des Ägyptologen Adolf Erman einfach mit seiner These verbindet:

„Erman schreibt, dass der Affe bei den Ägyptern das beliebteste Schoßtier war, man trifft ihn sehr häufig auf Grabsteinen. So wie unsere Damen ihre Schoßhündchen schön aufputzen, so haben auch die Ägypter ihre Buhlaffen oft sehr kostbar angezogen.“ [11]

Auch bekannte antike Schriftsteller wie Strabo, Herodot, Plinius und Prokop beschreiben nach Lanz allerorten – man ahnt es schon – den Sex zwischen Menschen und den „Buhläfflingen“. Doch Lanz hat noch weit Schlimmeres ausgemacht – auch „Gottmenschen“ haben mit „Affenmenschen“ Sexualkontakte gehabt und diese dadurch „emporgezüchtet“. Das Fazit des entlaufenen Mönchs:

„Nunmehr wird es klar, was die Erbsünde war, die Sünde, die ins Blut aller Menschen übergegangen ist, es war die Sodomie.“ [12]

Dabei sind die entsprechenden Passagen der ‚Theozoologie‘ nicht selten voller unfreiwilliger Komik. So müssen sogar spezielle griechische Keramiken als vermeintliche Belege herhalten: „Die Mischkrüge, kreteres, die in den alten Quellen so oft erwähnt werden, sind meistens jene Buhlzwerge.“ [was sonst!?] [13] Äußerst grotesk kommt die Lanzsche Beschreibung der seiner Ansicht nach positiven Gottheiten daher: „Die Götter waren nicht nur lebendige elektrische Empfangsstationen, sondern auch elektrische Kraft- und Sendestationen“, sie waren „Vormenschen“ mit einem „elektrischen Auge.“ [14] Reichlich wirr ist die Vision, der Mensch werde künftig „nicht mehr durch fleischliche Vermischung, sondern vielleicht durch Strahlung“ gezeugt. [15]

Doch seine Schlussfolgerungen sind leider alles andere als lustig. Die bereits angedeutete Frauenfeindlichkeit durchzieht das ganze Buch, oft in extremer Form: „Niemand anders als das buhlaffenlüsterne Weib hat die alten Kulturen umgebracht und es wird auch unsere Kultur zertrümmern, wenn wir Männer uns nicht bald besinnen“, schreibt Lanz. [16] Nun könnte man dessen bis hierher vorgestellte „Erkenntnisse“ als sexualpathologisch begründet abtun (und das sind sie wohl auch), wenn er nicht dazu ein Rassist mit, wie sich noch zeigen wird, fataler Wirkung wäre. Er bleibt nicht bei seiner Warnung vor der „Erbsünde“, sondern geißelt die „Rassenmischung“ und gibt klare Handlungsanweisungen, fordert „Rassenhygiene“, will „Verbrecher, Geisteskranke und erblich Belastete“ von der Fortpflanzung ausschließen, spricht sich für Sklaverei und die Herrschaft eines „rassischen“ Adels aus, ebenso dafür, „Sklavenwesen für Handarbeit“ zu züchten. [17]

Auch das Relief mit der Königin des Goldlandes Punt zeigt nach Lanz eine Art der Tiermenschen.
Abb. 4: Auch das Relief mit der Königin des Goldlandes Punt am Hatschepsut-Tempel zeigt nach Lanz eine Art der Tiermenschen, ein „fettsteißiges Buhlweib“.

Lanz‘ Ziel ist nicht zuletzt, die christliche Religion zu reformieren, denn die Kirche sei von der Rassenreinheitslehre des Jesus abgewichen. Der Christus ist für Lanz „der Gottmensch, der wieder reingezüchtete und verklärte weiße Mensch der Zukunft.“ [18] Eine besondere Bedeutung komme den Germanen, vor allem den deen, zu: „deland ist die Heimat des eigentlichen Menschen. Ehedem wohnten außer deland nur Affen- und Tiermenschen.“ [19] Die „heutigen farbigen Menschen sind nichts anderes als durch homo Europäus hinaufgezüchtete udumi [=Affenmenschen, S.W.].“ [20] Während inzwischen die ganze Welt „verafft“ sei, müssten die germanische Länder nun die Wende zu einer neuen Gottesherrschaft zustande bringen. Und die sei nichts anderes als ein „idealer, sozialer und rassenhygienischer Staat.“ [21] Dabei hat Lanz ganz spezielle Vorstellungen seines auch „sozialen“ Staates: „Die Minderwertigen müssen auf gelinde Weise ausgerottet werden und zwar durch Verschneidung und Entfruchtung.“ [22]

Aus „Marketinggründen“ – immerhin plädierte er ja für die Herrschaft eines Adels – behauptete Lanz später, der in Messina geborene Sohn des Barons Johann Lancz de Liebenfels zu sein, nannte sich von da an Jörg Lanz von Liebenfels und legte sich (wahrscheinlich unberechtigt) einen Doktortitel zu. [23] Mit der ‚Theozoologie‘ hatte er die Grundlagen seines späteren publizistischen und propagandistischen Wirkens geschaffen. Zu deren Verständnis ist ein kurzer Exkurs nötig. In den 1860er Jahren hatte der englische Zoologe Philip L. Sclater vor allem aus tiergeographischen Erwägungen die Hypothese einer einstmals vorhandenen, inzwischen aber versunkenen Landmasse zwischen Vorderindien und Madagaskar aufgestellt. Sclater gab dem Kontinent den Namen „Lemuria“. Zu den Befürwortern seiner Hypothese zählte der dee Zoologe Ernst Haeckel. Für ihn hatte Lemuria jedoch einen über Sclater weit hinausgehenden Belang: Es sei von großer Bedeutung als die wahrscheinliche Wiege des Menschengeschlechts, das sich hier vermutlich aus anthropoiden Affen herausgebildet habe. Er vermutete das „Missing Link“ zwischen Affe und Mensch auf Lemuria – mit dem Untergang des Kontinents seien auch dessen fossile Reste vernichtet worden. Schon bald hatten sich aber Okkultisten die Idee eines Urkontinents Lemuria zu eigen gemacht. Helena Blavatsky, die Begründerin der „Theosophical Society“, integrierte den Kontinent in ihre Vorstellung einer zyklischen Weltgeschichte. Nach Blavatsky lebte der erste Mensch auf dem Kontinent Lemuria, er war „ein ungeheurer vortertiärer Riese“, der „vor achtzehn Millionen Jahren existierte“, war zweigeschlechtig, vierarmig und hatte drei Augen, das dritte für „geistiges Schauen.“ Ähnliche Lemuria-Spekulationen veröffentlichten ihre Nachfolger, darunter Rudolf Steiner, der mit seiner „Anthroposophie“ eine eigene okkulte Lehre schuf. [24] Bei Blavatsky findet sich jedoch ein bemerkenswertes Detail: Die Bewohner von Lemuria und Atlantis hätten sich, so die Autorin, mit „halbmenschlichen Hybriden“ gepaart, aus dieser Verbindung seien „halbmenschliche und tierische Rassen“ entstanden, darunter die menschenähnlichen Affen. „Abkömmlinge dieser halbtierischen Stämme und Rassen“ gebe es heute noch: Die Tasmanier, Australier und Andamaneninsulaner – allesamt dem Europäer nicht gleichwertig. [25]

Lanz, der derartige theosophische Schriften eifrig rezipierte, fand somit eine eindrucksvolle Bestätigung für seine Theorie vom Sündenfall aufgrund der „Rassenmischung“. Er radikalisierte seine Ansichten weiter, als er in Wien die rassistische Zeitschrift ‚Ostara‘ herausgab und als einflussreiches Mitglied einer Reihe von okkulten Gesellschaften, allesamt völkischer Provenienz, agierte. In der ‚Ostara‘ breitete Lanz sein auf rassistischer Grundlage basierendes dualistischen Weltbild aus, träumte von der „Herrschaft der arischen Blonden“, wandte sich gegen die „Dunkelrassen“ und rief schließlich zum „Rassenkampf bis aufs Kastrationsmesser“ auf. [26] Er reduzierte alles geschichtliche Geschehen auf einen polaren Rassenkampf, der mittels Nieder- und Höherzüchtung geführt werde. Die Arier seien dabei die hohe Rasse, die Wanen eine zur Vermischung tendierende oder daraus entstehende. Am unteren Ende stünden die Tschandalen, die, sexuell aktiv, die schwächsten Punkte des „Ariertums“ angreifen, die Frau. [27]

Der Tiefenpsychologe Wilfried Daim bezeichnet Lanz aufgrund solcher Ansichten als den „Mann, der Hitler die Ideen gab“. Daim schildert, er habe im Mai 1951 von Lanz selbst erfahren, dass Hitler ihn 1909 besucht habe, um einige fehlende Ausgaben der ‚Ostara‘ zu erhalten. [28] In der modernen Hitler-Forschung gilt diese Begegnung zwischen Lanz und Hitler als zweifelhaft. Die ‚Ostara‘-Rezeption Hitlers allerdings ist sehr wahrscheinlich, da der in seinem Buch ‚Mein Kampf‘ selbst erwähnt, in Wien antisemitische Literatur gelesen zu haben: „Ich kaufte mir damals um wenige Heller die ersten antisemitischen Broschüren meines Lebens.“ [29] Zudem lassen sich deutliche Überschneidungen beider Weltanschauungen ausmachen, hatte doch auch Hitler formuliert: „Die Sünde wider Blut und Rasse ist die Erbsünde dieser Welt.“ [30]

Der Historiker Rupert Breitling betont deshalb: „Besonders auffällig ist der Lanzsche Einfluß in den sexuellen Alpträumen der NS-Rassenlehre. Allerdings hat Hitler anstelle der besonderen Lüsternheit der Niederrassigen und leichten Verführbarkeit der Blondmädchen … den Juden als Motor, als Blutsvergifter eingesetzt.“ [31] Daneben sind jedoch bedeutende Differenzen in den Anschauungen zu konstatieren; so lehnte Hitler insbesondere die Mystik ab, der Lanz u.a. als Promoter eines neuen Templerordens (Ordo Novi Templi – ONT) sehr zugetan war. [32] Einige Protagonisten aus dem Umfeld der von Lanz beeinflussten okkult-völkischen Gesellschaften in Österreich trugen dessen Ideen in rechtsgerichtete Vereinigungen in deland – in den „Germanenorden“ und die „Thule-Gesellschaft“ -, die eine wichtige Rolle bei der Gründung der „deen Arbeiterpartei“ spielten, die 1920 in „National-Sozialistische dee Arbeiter-Partei“ (NSDAP) umbenannt wurde. [33]

Theozoologie.
Abb. 5: ‚Theozoologie oder Die Kunde von den Sodoms-Äfflingen und dem Götter-Elektron‘

Sehr bedenklich ist, dass heute derartige Gedanken wieder propagiert, mit ihnen Geschäfte gemacht werden. Ein obskurer Verlag hat inzwischen die ‚Theozoologie‘ und andere von Lanz‘ Veröffentlichungen im „book on demand“-Verfahren neu aufgelegt. [34] Er bewirbt das Buch mit Ausflüssen typischer Verschwörungstheorien – es sei „von interessierter Seite vergessengemacht worden“ – und in absurder Überschätzung als „Kultbuch des 21. Jahrhunderts.“ Nur als perfide ist zu bezeichnen, dass Lanz in der Verlagswerbung als „größter christlicher Mystiker und Humanist“ bezeichnet wird. Das geschieht in voller Kenntnis, dass sowohl seine Kastrations-Phantasien wie auch sein Plädoyer für Sklavenarbeit und den „Rassenkampf“ im Nazi-deland mit grausamster Konsequenz realisiert wurden: Zwangsarbeit, Sterilisierung, Euthanasie und Holocaust sind dazu die Stichworte. In der Neuauflage der ‚Theozoologie‘ hat auch ein „Lanz-Archiv“ eine Anzeige geschaltet. Dort fordert der „Generalbevollmächtigte“ des Archivs allen Ernstes: „Die Ostara gehört in jeden Haushalt!“

Anmerkungen

[1] Carr 1963, S. 29f.
[2] zur Biographie des Lanz vgl. das Standardwerk Goodrick-Clarke 1997, S. 83ff.
[3] Lanz-Liebenfels 1905, S. 1
[4] ebd.
[5] ebd., S. 9
[6] ebd., S. 10
[7] ebd., S. 12
[8] ebd., S. 5f.
[9] ebd., S. 5
[10] ebd., S. 7, 13
[11] ebd., S. 13
[12] ebd., S. 72f.
[13] ebd., S. 52f.
[14] ebd., S. 85, 91
[15] ebd., S. 153
[16] ebd., S. 150
[17] vgl. ebd., S. 132ff.
[18] ebd., S. 132
[19] ebd., S. 145
[20] ebd., S. 110f.
[21] ebd., S. 135
[22] ebd., S. 147
[23]

vgl. Heller/Maegerle 1998, S. 21. Goodrick-Clarke hält es zumindest für möglich, dass Lanz tatsächlich promoviert hat, ohne Hinweise auf die Universität geben zu können; vgl. Goodrick-Clarke 1997, S. 85 u. S. 225

[24] zu den naturwissenschaftlichen Hypothesen und okkultistischen Spekulationen eines Kontinents Lemuria siehe Wogawa 2002

[25] vgl. Blavatsky 1932, S. 182ff.
[26] vgl. Goodrick-Clarke 1997, S. 90ff.
[27]

vgl. Hartung 1983, S. 160. Hartung hält Lanz‘ Ideologie für „aus Sexualitätsschwäche“ genährt; vgl. ebd. Heller/Maegerle sprechen von einem „sexuell verformten“, „pornographischen“ Rassismus des Lanz‘; a.a.O., S. 22.

[28]

vgl. Daim 1985, S. 25f. Auch Hartung nennt Lanz den „wichtigsten Vorläufer und Anreger“ Hitlers; Hartung 1983, S. 159

[29]

zitiert nach Jones 1990, S. 315 (Fn. 53). Jones nimmt an, bei diesen Broschüren habe es sich um die Ostara gehandelt (vgl. ebd., S. 136f.), ebenso Rißmann 2001, S. 122 und Nolte 1995, S. 368

[30] zitiert nach Hartung 1983, S. 160
[31] Breitling, S. 27
[32] vgl. Rißmann 2001, S. 122, Goodrick-Clarke 1997, S. 96
[33] vgl. Goodrick-Clarke 1997, S. 133
[34] vgl. Lanz von Liebenfels 2001

Abbildungsverzeichnis

[1] Verlag I.B. Tauris & Co. Ltd, London
[2], [3], [4] Stefan Wogawa
[5] Archiv Mysteria3000

Literaturverzeichnis

Blavatsky, Helena P. (1932): Die Geheimlehre. Berlin

Carr, Edward H. (1963): Der Historiker und seine Fakten, in: ders. (1963): Was ist Geschichte?. Stuttgart u.a., S. 7-31

Breitling, Rupert (1971): Die nationalsozialistische Rassenlehre. Meisenheim am Glan

Daim, Wilfried (1985): Der Mann, der Hitler die Ideen gab. Die sektiererischen Grundlagen des Nationalsozialismus. Wien/Köln/Graz, 2. Auflage

Goodrick-Clarke, Nicholas (1997): Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus. Graz/Stuttgart

Hartung, Günter (1983): Kulturpolitik und Ästhetik des deen Faschismus, in: ders. (1983): Literatur und Ästhetik des deen Faschismus. Drei Studien. Berlin (DDR), S. 135-198

Heller, Friedrich Paul & Anton Maegerle (1998): Thule. Vom völkischen Okkultismus bis zur Neuen Rechten. Stuttgart

Jones, J. Sydney (1990): Hitlers Weg begann in Wien. Frankfurt a.M./Berlin

Lanz-Liebenfels, J. (o.J.): Theozoologie oder die Kunde von den Sodoms-Äfflingen und dem Götter-Elektron. Eine Einführung in die älteste und neueste Weltanschauung und eine Rechtfertigung des Fürstentums und des Adels. Wien/Leipzig/Budapest [1905]

Lanz von Liebenfels (2001): Theozoologie. Das Urchristentum neu erschlossen. Was lehrt die Bibel wirklich? o.O.

Nolte, Ernst (1995): Der Faschismus in seiner Epoche. Action francaise, italienischer Faschismus, Nationalsozialismus. München

Rißmann, Michael (2001): Hitlers Gott. Vorsehungsglaube und Sendungsbewusstsein des deen Diktators. Zürich/München

Wogawa, Stefan (2002): „Die Wiege des Menschengeschlechts. Der hypothetische Urkontinent Lemuria in Naturwissenschaften und Okkultismus“, in: MegaLithos Nr. 3/2002, S. 99-101