Wie in der Gesellschaft und in der Wissenschaft zu beobachten war, gingen immer mehr Menschen davon aus, dass außerirdisches Leben existiert und zwar auch in komplexer Form. Die Erde ist ein durchschnittlicher Planet in einem durchschnittlichem Sonnensystem in einer durchschnittlichen Galaxis.

Diesem Trend wollen der Paläontologe und Professor für Geowissenschaften Peter Ward und der Astronom Donald Brownlee entgegenwirken. Sie widersprechen dem Prinzip der Mediokrität (der Mittelmäßigkeit). Anhand der Entstehung des Planeten sowie der Erdgeschichte an sich zeigen sie auf, dass sehr viele Zufälle zum Entstehen des Lebens notwendig waren. So mussten gewisse chemische Gegebenheiten wie der Gehalt an Sauerstoff in der Atmosphäre vorhanden sein, um Leben entstehen zu lassen, wie wir es kennen. Das ist nur eine von vielen Unwägbarkeiten, die auf anderen „terrestrischen“ Planeten ganz anders sein können.

Zudem muss das Leben überleben und darf nicht durch katastrophale Ereignisse ausgelöscht werden. Zum Überleben trug maßgeblich die Plattentektonik bei. Sie förderte die biologische Vielfalt, so dass es immer Arten von Lebewesen gab, die auf Klimaänderungen oder ähnliches reagieren konnten. Dazu, dass Katastrophen wie Meteoriteneinschläge nicht allzu häufig passierten, war der Gasriese Jupiter verantwortlich. Durch seine hohe Gravitation lenkte er umherstreifende Himmelskörper ab.

Ebenso ist unser Trabant, der Mond, für das Leben auf der Erde wichtig. Er stabilisiert die Erdachse, was wiederum der Erhaltung des Lebens dienlich ist. Doch ein Mond wie der unsrige muss nicht charakteristisch sein – vor allem seine Größe scheint außergewöhnlich.

Das Autorenduo von der Universität aus Washington zeigt weitere „Zufälle“ auf, die für das Leben auf der Erde wichtig sind und formulieren so ihre „Hypothese der einsamen Erde“. Sie besagt, dass zwar primitives Leben weit verbreitet ist, weil es an fast allen Orten und vor allem zwischen gewaltigen Temperaturspannen leben kann. Komplexeres, intelligentes Leben aber ist nur sehr vereinzelt oder gar nicht im Universum anzutreffen, da es gleichbleibende Verhältnisse zum Überleben benötigt, die vielleicht nur selten vorhanden sind. Auch wenn diese Hypothese auf unseren begrenzten Kenntnissen über Bedingungen für außerirdisches Leben beruht, wie die Autoren selbst zugeben, ist sie dennoch äußerst detailliert belegt.

Das Buch glänzt mit einem präzisen, aber auch für Laien verständlichen Schreibstil. Die Einzelpunkte sind exakt und nachvollziehbar ausgearbeitet. Auch wenn es gegenteilige Meinungen auch unter Wissenschaftlern gibt, auch wenn die Schlüsse in diesem Buch mit Sicherheit nicht der Weisheit letzter Schluss sind – dieses Buch ist ein Muss für alle an der Astrobiologie, an außerirdischem Leben interessierte Leser!

Literatur

Ward, Peter D. und Donald Brownlee: Unsere einsame Erde. Warum komplexes Leben im Universum unwahrscheinlich ist. Berlin u.a. 2001. 374 Seiten. ISBN 3-540-41365-0