Das Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit?“ von Murry Hope gehört heute zu den weiter verbreiteten Werken über Atlantis in Deutschland. Nachdem es 1994 im Zweitausendeins-Verlag erstmals in deutscher Sprache erschienen ist, wurde es 1999 bei Heyne unter dem Namen „Atlantis“ erneut aufgelegt. Leider ist dieses Buch ein typischer Vertreter einer Gattung von Atlantis-Büchern, die ihr Thema methodisch und inhaltlich in wenig geeigneter Weise aufbereiten. Deshalb lohnt es sich, dieses exemplarische Werk einer entsprechend exemplarischen Analyse zu unterziehen.

I. Einleitung

Das Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit?“ von Murry Hope gehört heute zu den weiter verbreiteten Werken über Atlantis in Deutschland. Nachdem es 1994 im Zweitausendeins-Verlag erstmals in deutscher Sprache erschienen ist, wurde es 1999 bei Heyne unter dem Namen „Atlantis“ erneut aufgelegt. Leider ist dieses Buch ein typischer Vertreter einer Gattung von Atlantis-Büchern, die ihr Thema methodisch und inhaltlich in wenig geeigneter Weise aufbereiten. Deshalb lohnt es sich, dieses exemplarische Werk einer entsprechend exemplarischen Analyse zu unterziehen.

II. Konzeptionelle Kritik

Platon wird nicht als Urquelle akzeptiert

„Atlantis!“ beginnt Murry Hope ihr Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit“ im ersten Kapitel. Leider muss die Frage gestellt werden, ob das Thema ihres Werkes wirklich Atlantis ist, denn Platons Atlantisbericht in den Dialogen Timaios und Kritias wird von ihr nicht als Ausgangspunkt und Grundlage ihrer Betrachtungen gewählt. Dies wäre jedoch unerlässlich, da die Kenntnis von Insel und Stadt Atlantis und des Namens „Atlantis“ selbst sich einzig auf Platon stützen können. Vielmehr zählt sie in Kapitel 1 diverse Mythen der Menschheit auf, von denen einfach behauptet wird, sie bezögen sich auf Atlantis, um dann Platons Atlantisbericht lediglich als am „anschaulichsten erzählt“ vor den anderen vermeintlichen Atlantisberichten hervorzuheben (S. 23).

Ohne mit der Wimper zu zucken werden im Verlauf der Darstellung wichtige Elemente des platonischen Atlantisberichts explizit beiseite geschoben: Auf S. 207 z.B. wird die gesamte platonische Darstellung atlantischer religiöser Praxis negiert, indem sehr kurzschlüssig argumentiert wird, diese Darstellung ähnele ja sehr der kretischen Religion und sei deshalb vom Erfahrungshorizont Platons geprägt und damit verfälscht. Auf S. 209 schreibt Murry Hope, sie sei „immer der Meinung“ gewesen, dass auf Atlantis eine Theokratie herrschte, und deshalb habe sie „Platons ‚Königen‘ und ihren Praktiken der Vetternwirtschaft immer skeptisch“ gegenüber gestanden. S. 210 schließlich führt Murry Hope den Mythos des griechischen Götterhimmels Olymp mit seinen 12 Göttern auf das untergegangene Atlantis zurück und wischt damit beiläufig die Zahl von 10 statt 12 bei Platon erwähnten atlantischen Königen vom Tisch.

Andere Elemente des platonischen Atlantisberichtes werden hingegen kaum, gar nicht oder falsch erwähnt. So geht Murry Hope von einer einmaligen Weltkatastrophe aus, der die im platonischen Bericht erwähnten Überflutungen entsprächen. Dass diese jedoch nicht einmalig sondern zyklisch aufgetreten sein sollen und dass Ägypten von diesen Katastrophen jeweils verschont worden sein soll, widerspricht ihrer Darstellung einer Überschwemmung Ägyptens klar (S. 276 f.). Auch der Angriff der Atlanter auf Ägypten wird von Murry Hope kaum einer hinreichenden Erwähnung für wert befunden. Die zahllosen Details, die Platon seitenweise schildert, kommen bei Murry Hope nicht im geringsten vor – offenbar glaubt sie aufgrund ihrer Theorie eines kontinentalen Ur-Atlantis, das in einer kosmischen Katastrophe zugrunde gegangen sein soll, sich um solche „Peanuts“ nicht kümmern zu müssen.

Schließlich werden Platon sogar einige Dinge untergeschoben, die bei ihm gar keine Erwähnung finden: Auf S. 266 z.B. bekommen wir zu hören, Platon habe eine Annahme darüber gemacht, wie nahe Atlantis an Afrika lag – keine Spur davon im Originaltext. S. 46 f. nennt Murry Hope sogar ein tagesgenaues Datum, an dem die beiden Dialoge Timaios und Kritias geführt worden sein sollen. Es soll sogar ein Stenograph zugegen gewesen sein! S. 68 werden Platon „hochaufragende Städte“ und „große Häfen“ auf Atlantis untergeschoben. In Wahrheit berichtet Platon nur von einer Stadt und einem Hafen: Eben von Atlantis.

Suggestive Beeinflussung

Murry Hope bekundet in ihrem Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit“ immer wieder, sie wolle darin alle Theorien zu Atlantis gleichberechtigt zu Wort kommen lassen und sich selbst mit ihren eigenen Überzeugungen zurückhalten (z.B. Einleitung S. 14). Tatsächlich jedoch dient dieses Buch der Darstellung genau einer einzigen Theorie, nämlich ihrer eigenen! Indem sie dies nicht klar ausspricht, sondern verschweigt und – wie gleich gezeigt wird – methodisch geschickt verbirgt, gerät eine an sich zulässige Parteilichkeit zur suggestiven Beeinflussung unkritischer Leser. Ihre eigenen Erfahrungen, die sie gegen Ende des Buches darlegt, erscheinen dann wie ein Fazit des ganzen Buches, scheinbar bestätigt durch eine Überfülle von Fakten.

Suggestive Beeinflussung durch Dekonstruktion

Der Löwenanteil des Buches wird von Darstellungen anderer Theorien eingenommen. Diese werden jedoch nicht jeweils für sich mit ihrem eigenen Argumentationsgefüge aufgezeigt, sondern nach Teilaspekten dekonstruiert. Die Aussagen der einzelnen Theorien zu diesen Teilaspekten werden dann ohne jeden Zusammenhang zur jeweils ursprünglichen Theorie in einzelnen Kapiteln zusammengefasst, deren Titel z.B. „Planetoiden, Monde und Achsenverlagerungen“, „Kreisläufe, Zeitrechnungen, Daten“, „Die Völker von Atlantis“ oder „Wissenschaft und Religion auf Atlantis“ lauten.

Über weite Teile des Buches hinweg wird der Leser so mit ähnlichen oder sich widersprechenden Teilaussagen einzelner Theorien regelrecht zugeschüttet, die aufgrund des fehlenden Gesamtzusammenhanges ihrer jeweiligen Gesamttheorie gar nicht angemessen beurteilt werden können. Ohne ihren Zusammenhang werden die Teilaussagen der einzelnen Theorien zu begründungslosen Behauptungen reduziert, für deren Annahme oder Ablehnung letztlich nur noch die Autorität des Urhebers herhalten könnte. Tatsächlich stützt sich Murry Hope immer wieder auf irgendwelche Autoritäten (s.u.), ohne in eine Sachargumentation einzusteigen und Ordnung ins Chaos der einzelnen Theorien zu bringen, das sie selbst durch ihre Dekonstruktionsmethode noch potenziert.

Aber nicht nur das: Unvermerkt kristallisiert Murry Hope aus dem Chaos der Theorienbruchstücke die von ihr bevorzugte Version einer Atlantis-Theorie heraus, indem sie die unbewertbaren weil zusammenhanglosen Teilthesen ganz einfach subjektiv und höchst irrational wertet, gewichtet, betont oder abschwächt (s.u.). So kann sie es sich auch leisten, Teilthesen, die ihr zuwiderlaufen, unkommentiert stehen zu lassen, da sie im allgemeinen Durcheinander kaum auffallen und beim Leser auch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können.

Suggestive Beeinflussung durch Abdrängung

Die zweite Methode, trotz aller Beteuerungen klar parteilich vorzugehen, ist die der Abdrängung. Damit ist gemeint, dass Murry Hope bestimmte Theorien nicht in ihren Dekonstruktions-Mischmasch aufnimmt, der, wie gesagt, den Löwenanteil des Buches ausmacht, sondern in eigene Kapitel verbannt und dort kurz angebunden abtut.

Die erste Theoriengruppe, die dieses Schicksal erleidet, ist jene, in der alle halbwegs wissenschaftlichen und vernünftigen Theorien zu finden sind, nach denen Atlantis kein spektakulär untergegangener Riesenkontinent war, der für den Gang der Menschheitsgeschichte von zentraler Bedeutung gewesen wäre. Diese Theorien werden im Kapitel 4 („Wo lag Atlantis“) auf knapp 20 Seiten kurz abgehandelt, um gleich darauf den Leser in einem eigens dafür vorgesehenen Kapitel, Titel: „Der Atlantische Ozean“, auf den Ort einzuschwören, der Murry Hope einzig zusagt. S. 323 schreibt sie dann unzulässig vereinnahmend vom Atlantik als „der allgemein akzeptierten Position für den Inselkontinent“.

Die zweite Theoriengruppe, die abgedrängt wird, sind die Theorien „paranormaler und anderer esoterischer Gesellschaften“ (Kapitel 12) sowie die „Berichte aus der Akascha-Chronik“ (Kapitel 13). Als Grund hierfür gibt Murry Hope an, dass sie rationale und esoterisch-irrationale Argumente in ihrem Buch strikt getrennt halten wolle (S. 14, 197, 299). Diese Trennung wird allerdings nicht wirklich eingehalten. So schreibt sie z.B. noch S. 197, dass sie Esoterisches auf spätere Kapitel verbannen will, aber schon S. 199 begegnen dem Leser „Sensitive“, „Zeitkapseln“, eine „heilige Geometrie“ und „parapsychologische und transzendentale Aspekte“.

Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass das wahre Selektionskriterium dafür, ob ein Argument in den Hauptteil des Buches oder in die speziellen Esoterik-Kapitel eingeordnet wurde, vielmehr darin bestand, ob dieses Argument mit Murry Hope’s Vorstellungen von Atlantis übereinstimmt oder nicht. Zum genannten Beispiel von S. 199 sagt Murry Hope: „Es [ein Buch] enthält viele kluge Passagen … – Mir gefiel besonders …“. Ganz anderes äußert sie auf S. 348 zu den Abdrängungskapiteln: „…, dass ich den meisten Anschauungen, mit denen ich mich in diesem und dem letzten Kapitel befasst habe, recht distanziert gegenüberstehe.“

Jedenfalls tut Murry Hope in diesen Abdrängungskapiteln etwas, was sie im ganzen Rest des Buches systematisch unterlässt: Überall dort, wo sie Widerspruch geben möchte, ordnet sie Argumente, zeigt Widersprüche auf und fügt Kommentare an. So heißt es z.B. S. 338 überraschend: „All diese Informationen erfordern unbedingt einen Kommentar!“. Pikanterweise versieht sie ihre in den Abdrängungskapiteln z.T. sehr rationale Argumentation mit den Worten: „Es ist schon erstaunlich, wozu sich Menschen hinreißen lassen, um Beweise für ihre Lieblingstheorien zu finden!“ (S. 68).

III. Methoden-Kritik

Die einzelnen von Murry Hope verwendeten Methoden müssen natürlich in einem engem Zusammenhang mit ihrer Grundkonzeption von Dekonstruktion und Abdrängung gesehen werden.

Werbung für Grenz- und Außerwissenschaftliches durch Stigmatisierung der Wissenschaft

Systematisch und mit hohem Aufwand versucht Murry Hope, den Leser für die Akzeptanz grenz- und außerwissenschaftlicher Denk- und Sichtweisen zu gewinnen. Dies geschieht jedoch nicht nur dadurch, dass sie von der Sache her für mehr Aufgeschlossenheit argumentiert – was legitim wäre -, sondern insbesondere auch dadurch, dass die Repräsentanten der etablierten Wissenschaft mehr oder weniger deutlich als charakterlich defizitär und letztlich als irrational (sic!) stigmatisiert werden. Bezeichnend auch, dass diese Werbe- und Stigmatisierungspassagen immer zu Beginn der einzelnen Kapitel einsetzen; vermutlich, um den Leser auf das jeweils Folgende psychologisch geschickt vorzubereiten.

Schon in der Einleitung auf S. 11 f. unterstellt sie „Angst und Unsicherheit“ und konstatiert: „Dogmatische Ansätze fördern die Vorurteilsbildung“. Die „nach außen abgeschlossenen Vorstellungen der herkömmlichen Wissenschaftsdisziplinen“ erscheinen ihr „manchmal wie Zwangsjacken, von denen man sich nur gewaltsam befreien kann“. Murry Hope: „Es ist erstaunlich, zu welch irrationalen Äußerungen sich Menschen hinreißen lassen, wenn sie etwas widerlegen wollen, das sie nur schwer akzeptieren können.“

Zu Beginn des dritten Kapitels (S. 45 f.) legt Murry Hope dann eine detaillierte Klassifizierung ihrer Widersacher vor: Da gibt es „Personen, die aufgrund innerer Ängste oder Konflikte an persönlicher Unsicherheit leiden“. Oder „gewohnheitsmäßige EntlarverInnen“. Oder „Gelehrte, die ein geeignetes Vehikel zur Förderung ihrer akademischen Karriere suchen.“ Erst zum Schluss kommen dann „ernsthafte ForscherInnen und KritikerInnen“.

Zu Beginn des vierten Kapitels (S. 63) zitiert Murry Hope Ian Wright: „Naturwissenschaftler stehen häufig Phänomenen gegenüber, die ihnen innerhalb der Grenzen ihrer traditionellen Wissenschaft unerklärbar erscheinen.“ Nur Nonkonformisten und Amateure würden die Existenz von Atlantis bejahen. Daran ist zugegebenermaßen etwas wahres, aber Murry Hope selbst gehört zu denen, die das Thema Atlantis in einer solchen Weise prägen, dass kein etablierter Wissenschaftler sich mehr damit beschäftigen mag. Damit liegt ein typischer Fall einer selffulfilling prophecy vor.

Zu Beginn des achten Kapitels (S. 178) unterstellt Murry Hope ihren Kritikern, sie würden „übersehen“, „dass Beweise aus Mythen und Legenden ebenfalls stichhaltig oder authentisch sein können.“ Mit dem hierauf folgende Satz sieht sie offenbar diese Sicht der Dinge als bestätigt an: „Zahlreiche Gelehrte, Weise und andere gebildete Menschen haben in den unterschiedlichsten Zeiten an die Existenz von Atlantis geglaubt, auch wenn sie nicht an alle Details der Legende glaubten.“

S. 282 heißt es wenig schmeichelhaft: „Diese Vorstellung scheint jedoch manche Menschen so sehr (und zweifellos schmerzhaft) in ihrem Ego zu verletzen, dass sie es blind ablehnen, empirische Beweise zu akzeptieren, die sie normalerweise zufrieden stellen würden.“

S. 285 verlautet wieder: „Die Behandlung dieses Themas erfordert allerdings etwas Vorsicht, da aus ihm Schlussfolgerungen gezogen werden können, die das Ego einiger Menschen verletzen. Vorbehalte gegen Psychokinese (PK) und ESP-Phänomene […] beruhen im großen und ganzen auf Erfahrungen, die sich wie folgt kategorisieren lassen: …“.

S. 296 wird „einigen VertreterInnen der etablierten Wissenschaften“ in bezug auf Atlantis „eine von Ironie getragene Skepsis“ unterstellt. Sachliche Bedenken als Ursache für Skepsis werden dagegen nicht in Betracht gezogen.

S. 363 f. konstatiert Murry Hope ein unterbewusst tief in jedem Menschen vorhandenes Atlantis-Bewusstsein, „auch wenn wir versuchen, diese Erfahrung mit sogenannten vernünftigen Überlegungen zu verdängen“.

S. 371 lässt Murry Hope die Darstellung ihrer Kritiker in einer Karikatur gipfeln: Vorgestellt wird ein Australier, der in Stammtischmanier ihre Bedenken vom Tisch wischt – „Woraufhin er eine Dose Lagerbier herunterstürzte und sich eine neue Zigarette anzündete.“

Beeindruckung durch Autoritäten statt sachlicher Argumentation

Entgegen ihrer Polemiken gegen die etablierte Wissenschaft stützt sich Murry Hope selbst sehr gerne auf Autoritäten, sofern diese ihr genehme Auffassungen vertreten. Es drängt sich der Eindruck auf, Murry Hope wolle unkritische Leser nicht inhaltlich, sondern durch Autorität beeindrucken.

Entsprechend der bereits vorgestellten Grundkonzeption der Dekonstruktion stehen die einzelnen Teilthesen, die Murry Hope darlegt, ohne den Zusammenhang ihres ursprünglichen Argumentationsgefüges da. Allein die Autorität des Urhebers ist noch mit der Teilthese verknüpft und kann sie glaubwürdig oder unglaubwürdig machen. Statt also in eine Sachargumentation einzusteigen verschiebt sich bei Murry Hope das Gewicht in der Glaubwürdigmachung einer Teilthese von der Sache weg hin zu der dahinter stehenden Autorität.

Häufig werden die Autoritäten noch nicht einmal mit Namen genannt. Satzanfänge wie „Nach dem Glauben einer Gruppe von MetaphysikerInnen, Sensitiven, Grenz-WissenschaftlerInnen, ForscherInnen und anderen Menschen …“ (S. 163 f.) oder „Einige Gelehrte, ForscherInnen und ExpertInnen …“ finden sich zuhauf im ganzen Buch.

In ihrem Bestreben, ihre Aussagen durch Autoritäten glaubwürdig zu machen, widerspricht sie letztlich ihrer eigenen Skepsis gegen die etablierten Wissenschaften. So schreibt sie z.B. S. 325, „Die Tatsache, dass auch viele andere Gruppen, Gesellschaften und Individuen auf der ganzen Welt etwas ähnliches vermuten, verleiht dieser Vorhersage eine gewisse Glaubwürdigkeit.“

S. 326 versucht Murry Hope, dem „Seher“ Edgar Cayce eine wissenschaftliche Legitimation unterzuschieben, indem sie auf eine Doktorarbeit an der Universität von Chicago über ihn verweist, „die sein Leben und Werk zum Thema hatte“. Nach Auskunft der Universität Chicago gab es jedoch nur eine Ph.D. – Thesis ‚The charisma of the seer: A study in the phenomenology of religious leadership‘, 1955, die ihrem Titel gemäß wohl weniger das Werk von Edgar Cayce im Auge hatte, als vielmehr die i.d.R. beklagenswerte Soziologie religiöser Führer- bzw. Verführerschaft.

Auch das Urbild des Wissenschaftlers, Albert Einstein, muss für Murry Hope’s Thesen herhalten: S. 222 wird berichtet, Einstein habe in einer Biographie die Auffassung geäußert, die Kernenergie sei lediglich wiederentdeckt worden. Bedauerlicherweise verzichtete der Herausgeber der Biographie auf diese Passage …

S. 223 berichtet Murry Hope von einem Nobelpreisträger, der ihr persönlich mitgeteilt habe, er sei in einem früheren Leben Schallwissenschafter in Atlantis gewesen. Natürlich bat er sie darum, seinen Namen nicht zu nennen, um seinen Ruf nicht zu gefährden, und Murry Hope tut ihm diesen Gefallen gerne.

S. 278 f. berichtet Murry Hope vom Versuch des Physikers und Nobelpreisträgers Luis Alvarez, die Pyramiden mit Röntgenstrahlen auf Hohlräume zu untersuchen. Nachdem völlig unerwartete Ergebnisse festgestellt worden seien, sei Alvarez wortlos verschwunden. Amir Gohed von der Universität Kairo – und nicht etwa Luis Alvarez – soll daraufhin geäußert haben: „Es widerspricht allen bekannten Gesetzen der Naturwissenschaft und der Elektronik“. Die Wahrheit ist jedoch ganz einfach: Da die Pyramiden nicht, wie vielfach fälschlich angenommen, aus exakt gefügten Steinen errichtet wurden, sondern Spalten und kleinere teils mit Schutt verfüllte Hohlräume keine Seltenheit sind, ist die Röntgenmethode zur Auffindung verborgener Räume leider unbrauchbar.

Schließlich beruft sich Murry Hope nicht nur auf alle möglichen Wissenschaftler und Grenzwissenschaftler, sondern insbesondere auch auf bereits erschienen Bücher zum Thema Atlantis, wie z.B. auf Ignatius Donnelly, Otto Muck oder Charles Berlitz. Da diese Autoren oft in ähnlicher Weise wie Murry Hope falsche Schlüsse aufgrund falscher Methoden und Konzeptionen ziehen, ergibt sich somit eine Potenzierung der Irrtümer in beliebige Weiten des Möglichkeitsraums menschlichen Irrens hinein.

Willkür und Beliebigkeit

Die Willkür und Beliebigkeit, die sich in Murry Hopes Werk manifestiert, steht in engem Zusammenhang mit ihrer Grundkonzeption der Dekonstruktion. Willkür dient hier vornehmlich zur unvermerkten Gewichtung der vorgetragenen Teilthesen. S. 292 lässt Murry Hope dabei jede Maske in bezug auf ihre Haltung gegenüber einem vernünftigen Umgang mit Argumenten fallen. Es heißt da: „Da Fakten in jede beliebige Theorie eingepasst werden können …“.

S. 67 schreibt sie ohne jede Sachargumentation „Ich selbst bezweifle sehr … – Es könnte eher …“. Und S. 191: „Ich selbst habe den Eindruck … – Da ich dies nicht näher belegen kann, mag hier jede bzw. jeder eigene Vermutungen anstellen.“ S. 195 äußert Murry Hope ohne jeden Grund „Ich neige zu der Auffassung …“ S. 279 schreibt sie ebenfalls ohne Angabe von Gründen: „Ich habe den Eindruck …“.

S. 222 kommt sie nach der Darlegung, dass die Atlanter bereits Kernenergie gekannt hätten, zu folgender Aussage: „Mich persönlich begeistert die Idee von A- oder H-Bomben in Atlantis nicht besonders, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Landschaft von Atlantis mit riesigen Kernreaktoren … übersät war, … Ich könnte mir denken, dass sie irgendeine andere Energieform entdeckt haben, die wirtschaftlicher war, … und nicht zu so schrecklichen Umweltschäden wie die heutige Kernenergie führte“.

Murry Hope verwickelt sich natürlich im Laufe ihres Buches in etliche Selbstwidersprüche, wie es aufgrund ihrer Konzeptionen und Methoden auch gar nicht anders zu erwarten ist: S. 63 lässt sie Ian Wright unkommentiert erzählen, nur Amateure und Non-Konformisten glaubten an die Existenz von Atlantis. Dies entspricht auch dem Tenor des ganzen Buches mit seinen Angriffen gegen die etablierte Wissenschaft. S. 364 jedoch schreibt Murry Hope völlig überraschend: „Die Tatsache, dass heute auch Menschen aus den Bastionen der herkömmlichen Wissenschaft für Atlantis eintreten, …“.

S. 186 noch schreibt sie, „Adam“ solle „der Rote“ bedeuten. Aber schon S. 198 lässt sie Donnelly unkommentiert zu Wort kommen, demzufolge „ad-ami“ die Bedeutung „Volk von Ad“ haben soll. S. 205 will sie die babylonische Sprachverwirrung als Folge der Atlantis-Katastrophe deuten. Dass der biblische Mythos von keiner solchen Katastrophe im Zusammenhang mit dem Turmbau zu Babel berichtet, scheint Murry Hope nicht zu stören. S. 237 argumentiert sie, Solon sei gerade deshalb ein Irrtum unterlaufen, weil die Ägypter ihr Wissen mit hoher Genauigkeit aufgezeichnet hätten – ein Widerspruch in sich! S. 218 argumentiert sie „Die Menschen haben immer ihre Gottheiten nach ihrem eigenen Bild und ihrer Art gestaltet“, aber für Atlantis lässt sie dies nicht gelten. S. 148 f. gibt Murry Hope eine tiefere Kenntnis historischer Klimaschwankungen zu erkennen, die jeder Treibhaushysterie den Wind aus den Segeln nehmen müsste. Dass sie vor diesem Hintergrund auf S. 371 immer noch an die ganz große Klimakatastrophe glaubt, sei deshalb ebenfalls als ein Selbstwiderspruch gedeutet.

Willkür zeigt Murry Hope auch im abrupten Abbrechen von Gedankengängen. S. 219 f. stellt sie z.B. sehr schön dar, dass so manche Atlantis-Geschichte „aus dem Bedürfnis nach Utopien“ entspringt. Weiterverfolgt wird diese These jedoch nicht. Warum? – S. 321 deutet sie die Existenz paralleler Universen an, bricht dann jedoch ab: „Eine solch tiefgehende Analyse ist aber in diesem Buch weder möglich noch unbedingt erforderlich“. Falls es solche Paralleluniversen wirklich geben würde, wäre eine solche Analyse sehr wohl erforderlich!

Auch wilde Spekulationen fehlen nicht. S. 54 z.B. wird in die Odyssee willkürlich ein Seebeben hineininterpretiert. S. 56 f. rätselt Murry Hope, warum Platons Dialog Kritias unvermittelt abbricht. Die wildesten Spekulationen werden angestellt, nur das naheliegendste bleibt außen vor: Dass der Schluss im Laufe der Überlieferung verloren ging. S. 172 ff. wird die Frage aufgeworfen, warum frühere Kalender nur ein Jahr von 12 x 30 = 360 Tage kannten, und nicht 365 Tage. Dass die Gründe die schrittweise gewachsene Erkenntnis der wahren Länge eines Jahres und eine offensichtliche Zahlensymbolik sein könnten, bleibt unerwähnt. Statt dessen wird über Erdachsenverlagerungen spekuliert, die das Jahr um fünf Tage verlängert haben könnten. S. 233 f. schließlich bleibt die Funktion des Sirius als Anzeiger der jährlichen Nilschwemme außer Betracht. Murry Hope gefällt es vielmehr, über löwenartige Außerirdische zu sprechen, die vom Sirius auf die Erde gekommen sein sollen (S. 244).

Systematisch fehlinterpretierte Mythologie

Murry Hope sieht mit Bob Quinn „alle“ Mythen letztlich als „bedeutsame Berichte von alten Bräuchen oder Ereignissen“ an (S. 229). Damit unterliegt sie natürlich dem Irrtum einer Überinterpretation von Mythen. Zudem ist ihre Interpretation von Mythen häufig sehr kurzschlüssig. Vor allem aber werden die einzelnen Mythen nicht innerhalb ihres ursprünglichen Kontextes interpretiert, sondern jeweils aus ihm herausgerissen. Leider unterstellt sie ihren Kritikern, sie würden Mythen nur als Märchen einstufen (S. 51).

Beispiele für Fehlinterpretationen häufen sich in ihrem Werk. S. 190 z.B. werden die Neandertaler kurzerhand zu den Zwergen unserer Märchen dekretiert. S. 195 müssen dann die biblischen „Söhne Gottes“ umstandslos als atlantische Matrosen herhalten, die sich mit den biblischen „Töchtern der Menschen“ verbinden. S. 209 werden Nektar und Ambrosia als entwickelte Lebensmittel der Atlanter gedeutet.

S. 184 werden alle nur greifbaren Mythen zur Farbe Rot gewildert, ohne Rücksicht auf deren eigentlichen Sitz im Leben. S. 244 f. wiederum werden Tiermythen aller Sorte ausgeschlachtet, um die Existenz löwenartiger Außerirdischer zu „belegen“. Sehr kurzschlüssig auch die kaum hinterfragte Übernahme der klassischen Zeitalterlehre (goldenes – silbernes – eisernes Zeitalter) bzw. der astrologischen Zeitalterlehre auf S. 151 ff. Leider baut sie auf diesen Zeitalterlehren so manches Argument ihres Buches auf.

Wenn ein Mythos jedoch ihren Vorstellungen widerspricht, ist Murry Hope schnell bei der Hand, ihn sehr rational abzubügeln. So z.B. S. 68 f., wo afrikanische Mythen von untergegangenen Städten aus ihrem Entstehungskontext heraus nicht als „ernsthafte Atlantis-Anwärter“ gezählt werden.

Fehlinterpretiertes Kollektives Unterbewusstsein

Murry Hope arbeitet mit einer Fehlinterpretation des „Kollektiven Unterbewusstseins“. Dieses wird von ihr nicht als Sammlung evolutiv gewachsener Urbilder bzw. psychischer Strukturen gesehen, sondern als eine Art Gedächtnis, das Erinnerungen an Einzelereignisse aus der Geschichte der Menschheit gespeichert haben soll! Dies ist natürlich Unsinn, da sich evolutiv nur immer wiederkehrende Standardsituationen einprägen können.

Diese verfehlte Sichtweise wird auf S. 320 f. kurz dargelegt, kommt aber vor allem in den Erkenntnissen zum Ausdruck, die Murry Hope aus dem Kollektiven Unterbewusstsein geschöpft haben will. Die Details und Vorgänge, an die sich Murry Hope zu erinnern können glaubt, können unmöglich evolutiv in das Kollektive Unterbewusstsein eingedrungen sein.

Anderes

Unter der Überschrift „Andere historische Quellen“ werden S. 61 f. nicht etwa historische Quellen zu Atlantis aufgeführt, sondern Vermutungen und Behauptungen von antiken Autoren, die sich selbst wiederum nur auf Platon stützen. Sie können natürlich nicht als eigenständige Quellen gelten.

Murry Hope hält es außerdem für angebracht, die Erzeugnisse antiker Dichter als Quellen zu behandeln. So wird z.B. auf S. 58 eine Passage aus Ovids Metamorphosen als „Bericht“ dargestellt, der Platons Kritias zu Ende erzähle. S. 211 werden Vergils Georgica und Tibulls Elegien als Bestätigung für sozialistische Zustände auf Atlantis herangezogen. S. 363 wird dann schließlich auch noch Seneca als Beleg dafür vereinnahmt, „dass Atlantis nach einer solchen Katastrophe wieder aus seinem feuchten Grab aufsteigen könnte.“

Zwei Bilder, die ohne jeden Zusammenhang zum eigentlichen Text eingestreut wurden, muten ebenfalls seltsam an. Abbildung 3 auf S. 29 zeigt die Lage des Tangwaldes in der Sargassosee – wozu? Abbildung 4 auf S. 35 zeigt stilisiert den Grundriss von Atlantis, allerdings mit einer Einzeichnung von Brücken in Kreuzesform. Dieses „Kreuz von Atlantis“ wird in der Bildunterschrift als uraltes Symbol bezeichnet. Leider jedoch wird diese Brückenformation von Platon in keiner Weise erwähnt …

IV. Inhaltliche Kritik

Murry Hope’s Atlantis-Theorie

Murry Hope’s Atlantis-Theorie lässt sich in drei Kernthesen zusammenfassen: Atlantis war ein Kontinent im atlantischen Ozean, der für die Geschichte der Menschheit von zentraler Bedeutung war. Dieser Kontinent ist im Rahmen einer kosmischen Katastrophe untergegangen. Eine wichtige Rolle spielen löwenartige Außerirdische, die vom Sirius auf die Erde kamen. Außerdem sieht Murry Hope eine ähnliche Katastrophe auf die Menschheit zukommen (S. 244 f., 371 f.). Nebenbei wird dabei auch noch die Frage nach dem ebenfalls mutmaßlich untergegangenen Kontinent Lemurien aufgegriffen (S. 136).

Zur Stützung ihrer Thesen bevorzugt Murry Hope vor allem zwei Quellen: Otto Muck und seine Theorie einer kosmischen Katastrophe, sowie das Oera-Lind-Buch. Ein halbwegs normales Geschichtsbuch findet sich in ihrer Literaturliste nicht. Leider unerwähnt bleibt, dass das Oera-Lind-Buch, das im 19. Jahrhundert auftauchte, schon längst als hoax entlarvt wurde – wenigstens in den Augen der „etablierten Wissenschaft“.

Geologisch-geographische Belege

Ihre geologisch-geographischen Belege erweisen sich ebenfalls als eine Aneinanderreihung von längst aufgeklärten Hoaxes:

S. 75 f. tischt sie die Story von Tiahuanaco in Bolivien auf, das in den letzten 10000 Jahren um 3000 Meter von Meereshöhe hinauf in die Anden angehoben worden sein soll, was daran erkennbar sei, dass die Stadt einen Hafen habe. Die Hafenanlage von Tiahuanaco lag jedoch nicht am Pazifik, sondern am Titicacasee, und stammt wohl aus dem ersten nachchristlichen Jahrtausend.

S. 94 führt Murry Hope die besondere Oberflächenerstarrung von Tachylyten als Argument an, die von Vulkanausbrüchen stammen sollen und am Grunde des Atlantiks gefunden wurden: Diese Erstarrungsformen bildeten sich nur an der Luft, und nicht unter Wasser. Ehrlicherweise gibt sie selbst sogleich das sogenannte „Hartung-Argument“ an, nachdem diese Tachylyte von Eisbergen transportiert worden sein sollen, die ihre Fracht bei ihrem Abschmelzen auf den Meeresgrund absinken ließen. Eine schlüssige Entkräftung des „Hartung-Arguments“ gelingt ihr nicht. Auch bleibt die Meinung unerwähnt, dass die besagten Erstarrungsformen durchaus auch unter Wasser entstehen können.

S. 96 ff. wird die Story des britischen Handelsschiffes S.S. Jesmond und seines Kapitäns David Robson referiert. Dieser habe auf einer kurzzeitig aufgetauchten Insel mitten im Atlantik bronzezeitliche Gegenstände gefunden. Leider weiß das Britische Museum, dem die Fundstücke übergeben worden sein sollen, von nichts.

S. 107 f. wird Athanasius Kirchers Karte von Atlantis als „Rückerinnerung“ gedeutet. S. 292 ff. werden die Oronteus-Finaeus-Karte und die Piri-Reis-Karte besprochen. Auf beiden soll angeblich die Antarktis eisfrei eingezeichnet sein, woraus zu schließen sei, dass diese Karten auf atlantischen Überlieferungen aufbauten. Tatsächlich jedoch legt Gregory McIntosh in seinem Buch „The Piri Reis map of 1513“ dar, wie beide Karten mithilfe unzulässiger Manipulationen – z.B. willkürliche Maßstabsverzerrungen – interpretiert wurden, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

S. 100 ff. wird die Story des sowjetischen Forschungsschiffes Petrovskij vorgestellt. Dieses Schiff soll im Atlantik zufällig auf Mauern und Steinblöcke gestoßen sein und diese fotographiert haben. Leider werden die Fotos unter Verschluss gehalten. Abdrucke der Fotos, die Murry Hope in den Büchern von Charles Berlitz gefunden haben will, seien leider sehr undeutlich. Tatsache ist, dass schon oft ganz natürliche Formationen irrtümlich für Menschenwerk gehalten wurden. Zudem sollen die Fotos in der Nähe der nordwestafrikanischen Küste gemacht worden sein. Einen Beleg für einen versunkenen Inselkontinent gibt das keinesfalls ab. Murry Hope hingegen mutmaßt, dass das sowjetische Forschungsschiff seine Aufnahmen möglicherweise ganz woanders gemacht hat, weil es z.B. einen geheimen militärischen Auftrag verfolgt haben soll (S. 104).

Schließlich müssen auch noch die Mammuts dran glauben: S. 123 ff. wird die angebliche Plötzlichkeit ihres vielbesprochenen Sterbens ein weiteres Mal genüsslich verkostet. Die Gegenargumente sind so bekannt, dass sie hier nicht noch einmal dargelegt werden sollen.

Belege zur fortgeschrittenen Technik auf Atlantis

Nach Murry Hope sei der Stand der Technik auf Atlantis „unserem vergleichbar oder ihm sogar überlegen“ (S. 61). S. 282 heißt es: „Die bisherige Erforschung der Pyramiden sollte uns davon überzeugen, dass irgend jemand in der fernen Vergangenheit Kenntnisse in der Mathematik, Geometrie und Astronomie besaß, die unseren gleichkamen oder sie sogar übertrafen.“ S. 218 wird das astronomische Wissen der Atlanter als so groß beschrieben, dass dieses Wissen „durch zukünftige wissenschaftliche Entdeckungen lediglich wiederentdeckt werden“ könne. Leider erweisen sich Murry Hopes Belege zu einer fortgeschrittenen Technik auf Atlantis ebenfalls als eine Aneinanderreihung von hoaxes.

S. 221 wird der Mahabharata-Text erwähnt, der angeblich den Einsatz einer Atombombe beschreiben soll. Tatsächlich finden sich im Mahabharata keinerlei solche Aussagen. Vielmehr hatte der Physiker Oppenheimer bei einem Atombombentest eine Assoziation zur Mahabharata-Zeile „Heller als tausend Sonnen“ – die das Hindu-Paradies beschreiben soll. Diese Assoziation wird in Robert Jungks Buch „Heller als tausend Sonnen“ wiedergegeben. Daraus wiederum haben dann einige Scharlatane willkürlich und sinnlos die Story kreiert, dass das Mahabharata einen Atombombeneinsatz beschreibe. Das Bhagavadgita, der Teil des Mahabharata, auf den Oppenheimer sich bezog, entstand übrigens zwischen 300 v. Chr. und 600 n. Chr. Einige von Murry Hope erwähnte Skelette mit erhöhter Radioaktivität können diesen „Beleg“ leider nicht retten.

S. 224 f. bringt Murry Hope die Story von dem fehlenden Ruß in den Pyramiden, und der Glühbirnendarstellung im Tempel von Dendera. Tatsächlich jedoch findet sich in den Pyramiden sehr wohl Ruß. Außerdem fand man spezielle Lämpchen, die besonders rußarm brennen. Und die „Glühbirne“ kann natürlich auch ganz anders gedeutet werden.

S. 296 bezieht sich Murry Hope auf den Magnetostriktionseffekt, um zu demonstrieren, wie groß uns noch unbekannte Kräfte sein können. Dafür ist dieser Mag-S-Effekt jedoch nicht geeignet, denn wenn er so stark wäre, würde er wohl längst kommerziell in großem Stil erforscht oder bereits angewendet.

Weitere Techniken auf Atlantis wie z.B. Schallenergie oder Laser werden von Murry Hope ohne substantielle Argumente behauptet. S. 283 geht sie noch kurz der Frage nach, warum denn von all diesen Techniken nichts mehr gefunden werden könne. Sie schreibt: „Das einzige Material, das diese Zeit überdauern kann, ist Stein“.

Sonstiges

Ins Auge fällt noch Murry Hopes falsches Verständnis der Chaos-Theorie, mit dem sie gegen die etablierte Wissenschaft zu Felde zieht. S. 11 deutet sich ihr Irrtum zumindest an, als sie sagt, viele „feststehende“ Gesetze der Physik gerieten durch die Chaos-Theorie ins Wanken. Dies ist natürlich falsch. Gegenstand der Chaos-Theorie ist keinesfalls die Widerlegung physikalischer Gesetze, sondern vielmehr die Untersuchung vielteiliger – chaotischer – Systeme auf der Grundlage der bekannten Gesetze, wobei mit der Vielteiligkeit die Komplexität ansteigt und somit zusätzliche Gesetze über die Selbstorganisation solcher Systeme gefunden werden können.

S. 361 f. offenbart sich ihr falsches Verständnis der Chaos-Theorie endgültig. Ihre Schlussfolgerung aus der potentiellen Instabilität stabiler Zustände lautet nämlich, dass es „absehbar“ sei, dass eine erneute atlantische Katastrophe einträte. Und genau dies sagt die Chaos-Theorie gewiss nicht aus.

V. Literar-Kritik

Stil

Die Darstellung über die von Murry Hope angewandten Konzeptionen und Methoden sagt eigentlich schon alles über den daraus resultierenden Stil.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass ihr Werk ein hervorragendes Beispiel für Textschrott ist. Seine Lektüre bedeutet kein Vergnügen, sondern permanenten Stress, da man sich ständig dazu herausgefordert sieht, die unkontrollierte Flut der zusammenhanglosen Informationen selbst zu ordnen und zu filtern. Wobei nach mühsamer Kritik so gut wie keine Substanz übrig bleibt.

Zudem enthält Murry Hope’s Werk zahllose zumindest subjektiv vom Leser als solche empfundene Gedankensprünge, die dadurch verursacht werden, dass von einem zum nächsten Thema gewechselt wird, noch bevor wirklich inhaltliche Substanz vorgebracht wurde – wie es der Erwartungshaltung des Lesers entspräche.

Schließlich verwendet Murry Hope einige durchaus nicht allgemein geläufige Begriffe mit einer Selbstverständlichkeit, die den Leser mit seinen Fragen sehr allein lässt (z.B. „Zeitverkapselung“).

Das ständige Mitdenken, Umdenken und Dagegendenken ohne lohnendes Endergebnis macht die Lektüre von Murry Hope’s „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit“ zur Qual.

Formalia

Zumindest ungewöhnlich ist, dass sich Murry Hope in ihren Danksagungen auf S. 9 anscheinend selbst dafür dankt, dass sie aus ihrem eigenen Buch zitieren darf. Es fällt weiterhin auf, dass nicht die üblichen Henricus-Stephanus-Nummern zur Stellenangabe im Werk Platons verwendet werden (z.B. Fußnote 1 zu Kapitel 2), sondern – Seitenzahlen! Im Literaturverzeichnis findet sich leider keine Ausgabe des Oera-Lind-Buches, aus dem Murry Hope so viele Aussagen bezieht. S. 105 f. bemerkt man, dass ganz normale psychische Vorgänge mit Worten wie „Parapsychologie“ und „Psychokinese“ belegt werden.

Murry Hope ist eine Anhängerin der feministischen Binnen-I-Schreibweise. Dies ist ihr gutes Recht, macht die Lektüre aber sehr schwerfällig. Nicht angelastet werden darf ihr wohl, dass die vier theosophischen Weltkarten in den Abbildungen 29 bis 32 untereinander vertauscht sind. Die richtige Reihenfolge würde lauten: 32, 29, 31, 30. Sehr unangenehm fällt dem Leser auch der Umgang mit dem Wort „Beweis“ auf, das über das ganze Werk hinweg auch dort Anwendung findet, wo besser das Wort „Indiz“ verwendet worden wäre. Dies mag jedoch ein Übersetzungsfehler sein.

Zu loben ist an Murry Hope’s Werk, die enthaltene Platon-Übersetzung sowie das Stichwortregister, das einen leichten Zugriff auf alle von ihr erwähnten Themen gewährt.

VI. Politisch-Weltanschauliche Kritik

Esoterisch-Metaphysische Schwärmerei

Murry Hope’s Weltbild ist zutiefst von esoterischen und metaphysischen Vorstellungen geprägt. Ihr Rationalismus ist somit nur als sehr partiell anzusehen. Bei Bedarf bleibt die Vernunft eben auch einmal auf der Strecke.

Sie selbst glaubt, außerirdisch zu sein (S. 351) und in immer wiederkehrenden Inkarnationen ewig fortzuleben. Sie wähnt sich als Abkömmling löwenartiger Wesen vom Sirius (S. 244).

Ein kurzer Blick auf ihre Biographie „The Changeling“, d.h. „Der Wechselbalg“, gibt nähere Auskunft: Das Titelbild zeigt den Kopf von Murry Hope halb als Mensch, halb als Löwen vor einer kosmischen Szenerie. Der Aufmacher dieser Biographie verrät folgendes über den Inhalt: „Spiritual teacher and author Murry Hope has had the most extraordinary life. As a being of Devic, rather than hominid origin, she has chosen (on two occasions, one in Atlantis and one now), to incarnate in a human body.“

Doch zurück zu „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit?“. S. 223 bezeichnet sie den Tod als „Rückkehr in ein anderes Universum“. S. 285 glaubt sie, dass die Atlanter zur „Überschreitung der Grenzen von Zeit und Raum“ fähig waren, und dass es denkbar wäre, dass auch heute noch einige Menschen diese Fähigkeit besitzen.

Ihre Vorstellung von der Erde als Lebewesen („Gaia-Theorie“) übersteigen ebenfalls einen vernünftigen Rahmen. S. 367 und S. 372 wird Gaia unterstellt, Versuche zu unternehmen, sich der vermeintlichen Last der Menschheit zu erwehren. Da der S. 366 genannte Treibhauseffekt wohl auch in ihren Augen nicht für die ganz große Katastrophe herhalten kann, muss Gaia sich „fremde Hilfe“ suchen, d.h. wieder einen kosmischen Körper einfangen und auf ihrer Oberfläche aufschlagen lassen (S. 367).

Atlantischer Sozialismus als bessere Vergangenheit – und Zukunft

Murry Hope outet sich unmissverständlich als eine Anhängerin des Sozialismus. S. 211 stellt sie für das Goldene Zeitalter von Atlantis, das „Zeitalter des Kronos“, eine „Art Sozialismus“ fest, in dem der Konkurrenzgeist keine dominante Rolle gespielt haben könne. Freundschaft und Kameradschaft hätten einen höheren Wert besessen als alle „weltlichen Reichtümer“. Alles Land habe sich in Gemeinschaftsbesitz befunden. Kritiklos wohlwollend merkt sie dazu an, „einige Forscherautoritäten“ sähen in den römischen Kronos-Festlichkeiten „eine Erinnerung an eine alte Demokratie“.

Wie haben wir uns nun diese sozialistische „Demokratie“ auf Atlantis vorzustellen?

S. 317 berichtet sie von den theosophischen Vorstellungen von Atlantis, nach denen es dort z.B. keine freie Berufswahl gegeben haben soll und der Staat für das Wohlergehen aller Einwohner sorgte. Von der Wiege bis zur Bahre. Freudig kommentiert Murry Hope: „Phantastische Zustände! Wann geht der nächste Flieger?“

Auch S. 349 nennt sie nach ihren eigenen „Erinnerungen“ die atlantischen Zustände wiederum eine „Art Sozialismus“. Regierungsform sei eine Theokratie gewesen, und die wesentlichen Entscheidungen seien nicht etwa demokratisch sondern von Hohepriestern getroffen worden. Medizinische Versorgung sei kostenlos gewesen. Freie Berufswahl habe es in Atlantis nicht gegeben.

Interessant auch ihre wiederholten Einlassungen dazu, dass die Wirtschaft in Atlantis auf der Basis einer Art von Tauschsystem funktioniert haben soll. S. 317 legt sie anhand der theosophischen Theorien von Atlantis dar, dass das Tauschsystem auf Atlantis auf der Zuteilung eines gerechten Anteils der Produktion für jeden Einwohner beruhte. S. 349 legt sie dann als ihre eigene „Erinnerung“ dar, dass die Atlanter die natürlichen Ressourcen unter sich aufteilten. Der Tauschhandel habe dergestalt funktioniert, dass jeder, der mehr Besitztum haben wollte, dafür auch mehr arbeiten musste.

Hinter diesen wiederholten Andeutungen eines Tauschsystems stehen natürlich keine alten Überlieferungen, sondern höchst moderne Theorien wie z.B. die „Freigeld“-Theorie von Silvio Gesell. Diese ist in unseren Tagen in religiös und sozial engagierten Kreisen virulent und nimmt konkrete Formen in lokalen Tauschring-Vereinen an, die auf der Grundlage einer sozialistischen Werttheorie eigene Tausch-Währungen kreieren („Talente“, „Kröten“, „Batzen“ usw.). Auch die „Freiland“-Theorie Gesells findet eine Entsprechung in dem bereits erwähnten Gemeinschaftsbesitz allen Landes.

Die Wissenschaftsgläubigkeit Murry Hope’s grenzt an eine Verlegung der Heilserwartung vom Bereich der Religion in den Bereich der Wissenschaft. Diese nimmt nun selbst wiederum religiöse Züge an, wie dies bekanntermaßen der sozialistischen Praxis entsprach. Ganz deutlich wird, dass ihre Vorstellungen von Wissenschaft von denen der „etablierten Wissenschaft“ abweichen. S. 62 formuliert sie einen wahren Hymnus auf die Wissenschaft in blumiger Wortwahl: „Der dunkle Vorhang der Dummheit und Ignoranz … “ – „So steigen wir heute aus den Höhlen der Unwissenheit …“ – „… im Licht einer Religion, deren Dogma die Logik ist und deren weißgekleidete PriesterInnen ihren Dienst in den Laboratorien, Forschungseinrichtungen und weltlichen Universitäten verrichten.“ – „Möge die ewige Flamme ihren Geist erleuchten.“

Schließlich ist Murry Hope eine Verfechterin der Idee eines „Paradieses auf Erden“. Auch hier erinnert ihre Schwärmerei fatal an sozialistische Heilsbotschaften. S. 199 ff. legt Murry Hope dar, wie sehr Atlantis den mythischen Paradiesvorstellungen aller Völker entspräche. Zwar schwächt sie die Idealität der heilen Welt von Atlantis etwas ab, doch der Grundtenor bleibt: Atlantis sei das „Goldene Zeitalter“ der Menschheit gewesen. S. 363 f. konstatiert Murry Hope ein unterbewusst tief in jedem Menschen vorhandenes Atlantis-Bewusstsein. S. 372 richtet Murry Hope ihren Blick in die Zukunft: Sie träumt von einer Zeit, in der alle Menschen auf der Erde vereinigt und gleich sind, und nur eine Regierungsform und eine Sprache kennen. Schon in der Einleitung S. 15 erhofft sie sich, „dass die Wissenschaft letztlich den Zeitcode entschlüsseln wird“ und die Zeit als Energie nutzbar wird. Sie sieht das „Heraufdämmern“ einer „glücklichen Zeit“.

Keine Brandmauer gegen Rassismus

Murry Hope’s Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit“ bietet zumindest Ansatzpunkte für rassistische Sichtweisen. S. 183 gibt sie kritiklos das Popul Vuh wieder, nach dem die Rassen der Menschheit „unter der Regentschaft des weißen Menschen in Harmonie zusammenlebten“. Sie fügt hinzu, dass dies wohl vor der Zeit gewesen sei, als sich „die Rassen vermischt hatten“. S. 187 wird von „weißen Besuchern“ bei Indianerstämmen Amerikas berichtet, die als Lehrer dieser Völker aufgetreten sein sollen. S. 211 schreibt Murry Hope erneut: „Das Erbgut der AtlanterInnen war noch nicht durch den Zustrom von EinwanderInnen aus anderen Ländern verwässert, …“

Im Zusammenhang mit diesen Aussagen von Rassismus zu sprechen, wäre übereilt, denn Murry Hope äußert sich nirgends dergestalt, dass sie aus dem mutmaßlichen „Sein“ ein „Sollen“ ableitet. Unglücklicherweise jedoch legt die holzschnittartige Darstellung der Rassen und ihrer Befähigungsunterschiede bei Murry Hope die Vermutung nahe, dass dies tatsächlich ihre Meinung ist.

Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass eine heilsame Abgrenzung Murry Hope’s gegenüber einer Vereinnahmung ihrer Aussagen durch Rassisten fehlt. Angesichts der Tatsache, dass es historisch belegt ist, dass der National-Sozialismus seine rassistischen Ideen auch aus den Kreisen der Atlantis-Esoteriker bezog, ein zumindest grob fahrlässiges Versäumnis.

„Gutmenschlicher“ Charakter

Murry Hope kann aufgrund ihres Buches weder als verschwörerische Sozialistin noch als Rassistin gesehen werden. Als wahre Ursache für ihr weltanschauliches Denken müssen wir etwas ganz anderes in Betracht ziehen.

Es fällt auf, dass in ihrem Werk typische Modethemen einer ganz bestimmten „Szene“ in den Vordergrund treten. Vieles wurde schon angesprochen: Zum Beispiel der Treibhauseffekt, den sie zu einer Klimakatastrophe hochstilisiert, um sich hierauf in irrationale Rettungshoffnungen zu stürzen. Oder die weltfremde Idee der Tauschwirtschaft im Sinne Silvio Gesells. Ihr Feminismus ist nicht zu übersehen. Nicht zu vergessen ihre Sympathien für politisch linksorientiertes Gedankengut.

Murry Hope macht sich dabei stets zur empörten Vertreterin der jeweiligen Sache und entwickelt in keiner Weise ein kritisches Bewusstsein dafür, dass auch diese scheinbar emanzipatorischen Auffassungen gewissen Mächten in die Hände spielen.

Dies alles entspricht jenem meist religiös und sozial engagierten Milieu, das von Kritikern gerne als „gutmenschlich“ bezeichnet wird. Ein „Gutmensch“ im diesem Sinne ist jemand, der das Gute erstrebt, was an sich lobenswert ist, dabei aber einigen typischen Irrtümern unterliegt:

1. Der „Gutmensch“ hat oft recht einfach gestrickte Vorstellungen davon, was das Gute sei.
2. Der „Gutmensch“ hat kein ausreichendes Bewusstsein dafür entwickelt, dass man sehr häufig nicht zwischen Gut und Böse, sondern nur zwischen zwei Übeln wählen kann.
3. Hinzu tritt ein eifernder Anspruch der Empörung gegenüber jenen, die nicht dieselben Auffassungen über Gut und Böse vertreten.

Ursache für diese bedauerlichen Mängel ist eine gewisse Naivität und fehlende rationale Disziplin, wodurch die Herausbildung eines differenzierteren Weltbildes verhindert wird. Besonders tragisch wirkt sich dies aus, wenn der „Gutmensch“ vor einem kleineren Übel zurückschreckend ein größeres Übel bevorzugt, weil er vor lauter Schrecken und Empörung über die eine Alternative übersieht, dass damit nicht automatisch die andere Alternative besser, geschweige denn „gut“ ist.

VII. Fazit

Es bleibt festzuhalten, dass Murry Hope’s Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit“ nichts anderes als konzeptioneller, methodischer, literarischer, inhaltlicher und politisch-weltanschaulicher Textschrott ist. Leider stößt ihr Werk in unserer heutigen Mediengesellschaft weitgehend auf Kritiklosigkeit, statt auf eine angemessen distanzierte Toleranz.

Murry Hope trägt durch ihr Werk mit dafür Verantwortung, dass das Thema Atlantis von der Tagesordnung vernünftig denkender Menschen weitgehend verschwunden ist und eine Beschäftigung damit meist Spott statt Anerkennung findet.

Natürlich wäre es falsch, Murry Hope aufgrund ihres Werkes böse Absichten in politisch-weltanschaulicher, wissenschaftlicher, finanzieller oder anderer Hinsicht zu unterstellen. Nicht nur, dass dazu die Belege nicht ausreichend sind. Eine andere Erklärung könnte z.B. sein, dass – wie die Erfahrung lehrt – die Verrenkungen und inneren Widersprüche kritikloser Geister schier unglaubliche Ausmaße annehmen können. Tatsächlich scheint Murry Hope tief in ihrer Gedankenwelt zu stecken, verwendet sie doch diverse allgemein kaum geläufige Begriffe wie selbstverständlich. Leider ist ihr Werk dennoch gefährlich, indem sie bei weniger gelehrten Menschen den Boden für die Annahme gefährlicher Gedanken bereitet.

Murry Hope reiht sich mit ihrem Werk „Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit“ ein in eine lange Reihe gleicher und ähnlicher Werke, deren Rezension mit der hier vorliegenden bereits mit gegeben ist. Murry Hope zitiert selbst S. 82 Susemihl: „Die Liste der Behauptungen über Atlantis ist eine recht gute Unterlage für das Studium der menschlichen Dummheit.“

Verwendete Literatur

Charles Berlitz, Das Atlantis-Rätsel, Paul Zsolnay Verlag, Wien/Hamburg 1976.

Ignatius Donnelly, Atlantis – The Antediluvian World – A modern Revised Edition, hrsg. von Egerton Sykes, Harper & Brothers 1949, published by Gramercy Publishing, New York.
Vgl. auch http://digital.library.upenn.edu/webbin/gutbook/lookup?num=4032 Stand Februar 2004.

Thorwald C. Franke, Zur Klassifizierung der Hypothesen zu Atlantis, Mysteria3000 1/2004.
Vgl. https://mysteria3000.de/archiv/lc/atlantis\_2.htm Stand Juli 2004.

Murry Hope, Atlantis – Mythos oder Wirklichkeit, Zweitausendeins Verlag, Frankfurt/M. 1994.

Murry Hope, Atlantis, Heyne Verlag, München 1999.

Murry Hope, The Changeling, The College of Psychic Studies, 1984.

Otto Muck, Alles über Atlantis, Econ Verlag, Düsseldorf/Wien 1976.

Franz Wegener, Das Atlantidische Weltbild – Nationalsozialismus und Neue Rechte auf der Suche nach der versunkenen Atlantis, Kulturförderverein Ruhrgebiet e.V., Gladbeck 2001.

Stefan Wogawa, Von der alternativen Sicht auf die Geschichte zum Rassenwahn, Mysteria3000 1/2003.
Vgl. https://mysteria3000.de/archiv/lc/liebenfels.htm Stand Juli 2004.

Stefan Wogawa, Urkontinent Lemuria – Von der wissenschaftlichen Hypothese zur okkultistischen Spekulation, Mysteria3000 2/2003.
Vgl. https://mysteria3000.de/archiv/lc/lemuria.htm Stand Juli 2004.