Megalithische Bauten scheint es über Länder und ganze Kontinente hinweg zu geben. Der Autor ging verschiedenen Hinweisen nach und fand interessante dolmenähnliche Strukturen in Kanada vor, die ein neues Licht auf die Vergangenheit Neu Schottlands werfen. Weitere Entdeckungen sind zu erwarten.

1. Hintergrund

Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Nova Scotia, Kanada (Neu-Schottland) übersiedelte, dachte ich, dass die nachvollziehbare Geschichte mit der ersten Besiedelung durch die Europäer im 17. Jahrhundert beginnt. Präkolumbianische Zeugnisse gibt es wenige, da die Mic-Mac-Indianer, die in dieser Gegend leben, kaum historische Zeugnisse in punkto Bauwerken, Schrift u.ä. hinterließen und über die es vergleichsweise wenig Literatur gibt.

Das einzig offiziell anerkannte präkolumbianische Zeugnis außerhalb der „Indianischen Welt“ ist eine von den Wikingern vor etwa 1000 Jahren errichtete Siedlung in Neu-Fundland, etwa 1500 km von Nova Scotia entfernt.

Es gibt allerdings ältere Spuren der Vergangenheit hier in Nova Scotia, die so gar nicht ins Bild der offiziellen Archäologie passen wollen:

Vor etwa einem Jahr fand ich in einer örtlichen Buchhandlung ein kleines Buch mit dem Titel ‚Tracking Treasure – the search for East coast Bounty‘ [1], ein Buch für Schatzsucher also. Mehr amüsiert blätterte ich in dem Buch, als ich meinen Augen kaum traute. Dort war auf Seite 14 ein Foto eines sog. Dolmens – eines megalithischen Steins, der auf anderen, kleineren Steinen ruht – abgebildet.

Sehr ähnliche Steine besuchte ich auf meinen Reisen schon in England, Frankreich und Malta. Man spricht von einer sogenannten Megalith-Kultur, deren Spuren man in Europa bis tief hinein nach Russland folgen kann. Auch in Asien und Afrika sind megalithische Bauten, Steinkreise u. ä. bekannt.

Sollte diese Kultur ihre Ableger auch hier in Kanada – also direkt vor meiner eigenen Haustür – haben? Das Buch beschreibt leider nur sehr vage die Lage jener Dolmen, die ich unbedingt besuchen wollte.

2. Dolmen in Nova Scotia

Jetzt begann das Abenteuer, mehr über die Dolmen Nova Scotias und deren Lage herauszufinden. Ich besuchte drei verschiedene Universitätsbüchereien der Stadt Halifax – aber leider ohne Erfolg. Die Dolmen oder andere megalithische Anlagen in Nova Scotia waren in keinem archäologischen Fachwerk erwähnt. Ich suchte wochenlang im Internet, in Buchhandlungen, befragte Leute. Dolmen und Menhire in Nova Scotia kannten sie nicht.

Dann, an einem kalten Winterabend, schlug der Zufall zu. Auf einer GPS (Global Positioning System) Webseite fand ich die Beschreibung eines seltsamen Steins, der auf drei anderen Steinen ruht, in der Nähe des Flughafens von Halifax. Die Person, die den Stein im Internet publik machte, beschrieb den Stein mehr als Kuriosum als ein archäologisches Artefakt. Anbei war eine GPS-Koordinate und ein Foto.

Im Frühjahr diesen Jahres machte ich mich dann auf den Weg diesen Dolmen zu finden.

2.1. Der Dolmen ‚Sibley Rock‘ (GPS: N44.49,483, W063.31,945)

Nach einem mehrstündigen und sehr anstrengendem Marsch durch die kanadische Wildnis, über Stock und Stein und durch ein Sumpfgebiet stand ich völlig außer Atem endlich an dem Dolmen, der ‚Sibley-Rock‘ (nach seinem Entdecker C. Sibley, einem Waldarbeiter) genannt wird. Der Dolmen ruht auf einer höchst seltsamen Plattform aus riesigen Steinen und ist inmitten eines sumpfigen Gebietes gelegen (Abb. 1). Rings um das Sumpfgebiet wächst dichtester Wald. Das Sumpfgebiet liegt in einer Mulde auf einem „Hochplateau“. Um den Stein zu erreichen, sollte man auch gewillt sein, etwas zu klettern.

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Abb. 1: Der Stein und dessen Plattform liegt in einer natürlichen Lichtung – einem Sumpfgebiet – im sonst dichten Wald.
Abb. 2: Die nahe Umgebung des Dolmen ist ein Sumpfgebiet.
Abb. 2: Die nahe Umgebung des Dolmen ist ein Sumpfgebiet.
Abb. 3: Der Dachstein hat folgende Ausmaße: Länge 3.10m, Durchschnittliche Höhe 1.80m, Breite 2.50m.
Abb. 3: Der Dachstein hat folgende Ausmaße: Länge 3.10m, Durchschnittliche Höhe 1.80m, Breite 2.50m.
Abb. 4: Der riesige Dachstein des Dolmen ruht auf drei kleineren Basissteinen.
Abb. 4: Der riesige Dachstein des Dolmen ruht auf drei kleineren Basissteinen.

Wie man auf Abb. 5 erkennen kann, hat der Stein an einem Ende eine ziemlich deutliche Spitze. Diese Spitze zeigt auf das Grad genau nach Norden. Von einem Geologen ließ ich mir erklären, dass man bei Granit, dem Gestein des Dachsteins, das Gewicht grob nach der Formel 1.75 Tonnen per Kubikmeter schätzt. Nach den Massen des Steins ergibt sich also ein Gewicht von etwa 24 Tonnen.

Abb. 5: Die Nach Norden ausgerichtete Spitze des 'Sibley-Rock'.
Abb. 5: Die Nach Norden ausgerichtete Spitze des ‚Sibley-Rock‘.

Zwei der Basissteine sind aus demselben Material wie der Dachstein, während der kleinste Basisstein aus einem anderen, mir leider unbekannten Gestein besteht. Am südlichen Ende des Steins liegt ein fast rechteckiger kleinerer Stein. Dieser Stein ist in Form und Lage höchst bemerkenswert. Zum einen liegt er, wie schon erwähnt, genau am südlichen Ende des Dolmens. Zum anderen ruht auch dieser kleinere Stein auf vier etwa faustgroßen Steinen.

Steht man auf diesem Stein, überblickt man den Dachstein des Dolmen exakt von Süd nach Nord. Wurde der kleinere Stein am südlichen Ende des Dolmen für astronomische Beobachtungen verwendet?

Die Plattform, auf der Dolmen ruht, ist auch sehr bemerkenswert. Wuchtige Felsbrocken (Abb. 6), die mit Sicherheit einige Hundert Tonnen wiegen, ergeben eine ebene Plattform, die wie eine Insel im Sumpf ringsum herausragt. Auch die Steine der Plattform sehen dabei aus, als wären sie von Menschenhand bearbeitet. So kann man beispielsweise eine deutliche Rille an einem der Felsen erkennen. Vergleicht man die Steine der Plattform mit den natürlichen Felsen der Umgebung, kann man feststellen, dass diese teilweise rechteckig und mit seltsam geraden Kanten versehen sind.

Abb. 6: Eine Plattform aus wuchtigen Felsbrocken stellt den Unterbau des Die Nach Norden ausgerichtete Spitze des 'Sibley-Rock' dar.
Abb. 6: Eine Plattform aus wuchtigen Felsbrocken stellt den Unterbau des Die Nach Norden ausgerichtete Spitze des ‚Sibley-Rock‘ dar.

Fasziniert von dem Dolmen, den ich gerade besucht hatte, beschloss ich, einen im ‚Tracking Treasure‘-Buch erwähnten Hobbyarchäologen ausfindig zu machen. Donald Bird hatte über Jahre hinweg versucht, alles über präkolumbianische Bauten in Nova Scotia herauszufinden. In den achtziger Jahren schrieb er einen Artikel in einer Zeitung für Waldarbeiter, in dem er bittet, ihm doch jede ungewöhnliche und unter Umständen künstliche Steinformation mitzuteilen.

Über das Internet fand ich Birds Adresse heraus und schrieb ihm einen Brief. Zwei Wochen später antwortete Bird, ein sehr freundlicher, 82 jähriger Herr. Er schrieb mir, dass er zwar auf Grund seines Alters nicht mehr aktiv forschen könnte, er mir aber gerne weitere Hinweise für mehrere Megalithbauten in den Kanadischen Maritim-Provinzen geben würde. Bird nannte mir eine weitere Person (Janet Kidston), die mich zu einem ebenfalls fast unbekannten Dolmen führen könne.

2.2. Der Dolmen am ‚Kidston Lake‘ (GPS: N44.35,939, W063.37,300)

Etwa drei Wochen später kontaktierte ich also Janet Kidston. Kidston lebt in Spryfield, einem Vorort von Halifax. Die Familie der Kidstons lebt hier seit vielen Generationen und war eine der ersten Einwandererfamilien, die sich im frühen 19. Jahrhundert hier niederließen. Einst gehörte den Kidstons das gesamte Land ringsum den nahegelegenen See, den ‚Kidston Lake‘ (Abb. 7).

Abb. 7: Der 'Kidston Lake' nahe der Stadt kanadischen Stadt Halifax.
Abb. 7: Der ‚Kidston Lake‘ nahe der Stadt kanadischen Stadt Halifax.

Frau Kidston erklärte sich bereit, mich an einem Sonntag Nachmittag zu dem Dolmen zu führen, der, wie sie sagte, nicht allzu weit entfernt ist, aber durch seine Lage im dichten Wald doch schwierig zu finden ist. Als ich mich mit Frau Kidston traf, begleitete uns auch ihr Bruder, ein Geologe, der durch meine Anfrage hin neugierig wurde und den Stein skeptisch auf seine Künstlichkeit hin untersuchen wollte.

Nach etwa 15 Minuten Wandern durch den Wald gelangten wir an den Dolmen, der auf einer – diesmal eindeutig natürlichen – Felsplattform ruht (Abb. 8). Wie der Sibley-Stone ruht der Dachstein auch bei diesem Dolmen auf drei kleineren Basissteinen (Abb. 9), von denen – wie schon beim ‚Sibley Stone‘ – zwei der Basissteine aus demselben Material wie der Dachstein besteht: Granit. Der dritte ist – wie mir der Geologe erklärte – ein ‚Fieldstone‘.

Abb. 8: Der Dolmen am 'Kidston Lake'.
Abb. 8: Der Dolmen am ‚Kidston Lake‘.
Abb. 9: Die Basis aus drei kleinen Steinen.
Abb. 9: Die Basis aus drei kleinen Steinen.

Auf den ersten Blick ist der Dachstein des Kidston Dolmens fast rund. Bei näherer Betrachtung allerdings ist der Stein ein Oval mit einer langen und einer kurzen Seite. Die „kurze“ Seite des Dachsteins misst 3.40m, die lange Seite 3.70m. Die Dicke liegt bei etwa 1m. Dadurch ergibt sich ein Gewicht von etwa 22 Tonnen.

Wie schon beim ‚Sibley Stone‘ ist die Diagonale der langen Seite exakt und auf das Grad genau in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet (Magnetisch Nord-Süd). Die rote Linie auf Abb. 10 zeigt diese Nord-Süd-Achse, bzw. die längste Seite des Dachsteins.

Abb. 10: Die eingezeichnete Nord-Süd-Achse des 'Kidston Lake'-Dolmens.
Abb. 10: Die eingezeichnete Nord-Süd-Achse des ‚Kidston Lake‘-Dolmens.

Als der Geologe Kidston den Kompass in den Händen hielt und die exakte Ausrichtung des Steins nach Nord-Süd bestätigte, stand er etwa 10 Minuten da und konnte es kaum glauben. Ich legte ihm Bilder des ‚Sibley-Rock‘ vor, den er noch nicht besucht hatte und erzählte ihm, dass auch dieser Stein exakte Nord-Süd-Ausrichtung hatte. Kidston erklärte mir, dass solche Gesteinsformationen wie der Dolmen, vor dem wir standen, durchaus natürlich entstehen können. Beim Rückgang der Gletscher in der letzten Eiszeit kann durch Zufall eine solche Formation entstehen.

Allerdings, so sagte er, ist ein Auftreten solcher natürlicher Steine eher selten. Die exakte Ausrichtung des Steins und die Tatsache, dass es in etwa 30km Entfernung einen Dolmen mit gleicher Ausrichtung gibt, verwunderten ihn aber jedoch sehr und er könne tatsächlich nicht ausschließen, dass es sich hier um künstliche Gebilde handelt.

2.3. Der Dolmen im ‚Admirals Park‘ (GPS: N44.43,236, W063.39,096)

Abb. 11: Der von Vandalen stark beschädigte Dolmen im 'Admirals Park'.
Abb. 11: Der von Vandalen stark beschädigte Dolmen im ‚Admirals Park‘.

Ein weiterer Dolmen liegt im sog. ‚Admirals Park‘ von Bedford, wiederum einem Vorort von Halifax. Der Park ist kein Park mit Grünanlagen oder ähnlichem, wie man es von großen deen oder amerikanischen Städten gewohnt ist. Er besteht aus einem Waldgebiet, das von einigen Spazierwegen durchzogen wird. Höhepunkt des Parks ist ein Felsvorsprung, von dem aus man die Stadt Halifax überblickt.

Genau auf diesem Aussichtspunkt steht der Dolmen (Abb. 11). Wiederum liegt ein großer Dachstein auf drei kleineren Basissteinen. Dieser Dolmen ist aber etwas kleiner als der ‚Sibley Stone‘ und der ‚Kidston Lake‘-Dolmen. Der Dachstein ist 3m lang, 2.5m breit und 1.2m hoch. Das ergibt ein Gewicht von ca. 15 Tonnen (Abb. 12).

Abb. 12: Der Dolmen im 'Admirals Park' - geschätztes Gewicht: 15t.
Abb. 12: Der Dolmen im ‚Admirals Park‘ – geschätztes Gewicht: 15t.

Leider wurde dieser Dolmen im Laufe der Zeit von Jugendlichen sehr schwer vandalisiert. So präsentiert sich der Stein, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, äußerst bunt, da er von unzähligen Spray-Farben überpinselt und übersprüht. Die Nähe zur Stadt Halifax und das totale Unverständnis der örtlichen Bevölkerung gegenüber alten Hinterlassenschaften ist für den Zustand des Steins verantwortlich.

Auch ist mir völlig unverständlich, dass der Dolmen noch in keiner archäologischen oder sonstigen Publikation veröffentlicht wurde. Der Dolmen ist sehr leicht zu erreichen. Das Schwierigste ist, den Park zu finden, der nicht beschildert ist und nur der örtlichen Bevölkerung bekannt ist.

Leider zeigt dieser Stein auch das Dillema, in dem die Archäologie in Kanada und den USA steckt. Ist eine Stätte bekannt und wird nicht rund um die Uhr bewacht, wird geschmiert, bepinselt, geritzt und gebohrt. Ja sogar mit dem Luftgewehr und schwererem Kaliber wird potentiellen Kulturgütern zu Leibe gerückt.

Unglücklicherweise wird man das Alter und die originale Form und somit die Ausrichtung des Steins nicht mehr nachvollziehen können. Auch eventuelle Bearbeitungsspuren kann man durch den schlechten Zustand des Steins nicht mehr feststellen. Die Front des Steins wirkt wie mit einem Messer abgeschnitten und ist völlig flach und eben.

Ich habe die Lage der drei Dolmen die ich bis jetzt entdeckt habe auf einer Karte zusammengestellt. (1) ist der ‚Sibley Stone‘, (2) der ‚Kidston Lake‘-Dolmen, (3) der ‚Admirals Park‘-Dolmen.

Abb. 13: Karte der Umgebung von Halifax - Nova Scotia mit den Dolmen
Abb. 13: Karte der Umgebung von Halifax – Nova Scotia mit den Dolmen

Bei zwei der drei Dolmen kann man meiner Meinung nach davon ausgehen, es mit von Menschenhand errichteten Bauten zu tun zu haben. Der ‚Sibley Stone‘ und der ‚Kidston Lake‘-Dolmen haben zu viele gemeinsame Merkmale um ein Zufall der Natur zu sein. Der dritte Dolmen im ‚Admirals Park‘ ist leider zu sehr vandalisiert, um genaue Forschungen anzustellen.

Die exakte Ausrichtung der beiden Steine in Nord-Süd-Richtung, die Bearbeitungsspuren am ‚Sibley Stone‘, die gleiche Anzahl an Basissteinen – wobei jeweils einer der Basissteine aus einem anderen Material besteht – lassen für mich keinen Zweifel an einer Künstlichkeit der Steine. Zudem liegen alle Dolmen, die ich bis jetzt finden konnte, in einem 30km Radius.

Inzwischen hat mir der 82 jährige Hobbyarchäologe sein gesamtes, über 20 Jahre gesammeltes Material zu diesem Thema überlassen, das ich derzeit weiter auswerte. Bird hat hier über 20 Jahre hinweg praktisch „allein auf weiter Flur“ geforscht, konnte aber wegen seines Alters nicht immer jeder Spur nachgehen.

Dazu nur soviel: Es warten hier in den Kanadischen Martimes noch einige große archäologische Überraschungen. In den Unterlagen von Bird wird von Felsritzungen und Ruinen tief im Wald, sowie von Steinkreisen gesprochen. Es wird sich zeigen, was in naher Zukunft noch ans Tageslicht kommen wird …

Zur Zeit stehe ich zudem mit einem Mann in Kontakt, der einen Dolmen in der Provinz Labrador kennen soll. Auch sollen zwei weitere Dolmen im Umkreis von ca. 7km zum ‚Sibley-Stone‘ existieren.

3. Eine noch unbekannte Kultur?

Gab es hier in Nova Scotia und darübe rhinaus im Nord-Osten des amerikanischen Kontinents eine Megalithkultur, die bis jetzt unbekannt geblieben ist?

Der amerikanische Autor Barry Fell berichtete in seinen Büchern ‚America BC‘ [2] und ‚Saga America‘ [3] von Dolmen und Megalithen in den amerikanischen Neu-England-Staaten, die etwa 1000-1500km südlich von Nova Scotia liegen. So steht ein Dolmen in North Salem im Bundesstaat New York, ein weiterer Dolmen steht in Lynn, Massachussetts. Wieder andere stehen in Kinnelon, New Jersey und Bartlett, New Hampshire.

Zusammen mit den drei „neu“ entdeckten hier in Nova Scotia ergibt das 7 Dolmen in einem Umkreis von etwa 1500 km! Dabei soll es wie gesagt noch mehrere hier in Nova Scotia geben, die nur darauf warten, fotografiert und dokumentiert zu werden.

4. Ignorierte Funde

Aus Birds Unterlagen geht hervor, dass die örtlichen Archäologen, die er Ende der 80er kontaktierte, sich nicht einmal die Mühe machten, z.B. den ‚Sibley Stone‘ zu besuchen. „Die Stätte ist nicht archäologisch signifikant […] sollten Sie [Mr. Bird] aber dennoch einen ‚klaren‘ Beweis fü etwas ‚archäologisch Interessantes‘ finden, müssen Sie sofort einen Archäologen kontaktieren und selbst Ihre Forschungen einstellen.“ haben sie ihm auf eine Anfrage im Jahre 1989 zurückgeschrieben.

So wird hier mit neuen Entdeckungen, die nicht so recht ins Bild passen wollen, umgegangen! Der oben beschriebene ‚Kidston Lake‘-Dolmen soll sogar in nicht allzu langer Zeit einer neuen Häuser-Siedlung weichen. Mrs. Kidston will dafür eintreten, dass das nicht passiert. Ich hoffe, ihr dabei helfen zu können.

Wer weiß, wie viele Beweise für eine präkolumbianische Kultur hier schon aus Ignoranz übersehen und gar vernichtet wurden …

Und so gibt es denn keinerlei offizielle Stellungnahme zu dem „Dolmenphänomen“ hier in Nova Scotia. Überhaupt ist das Interesse auch in der Öffentlichkeit äußerst gering. Selbst auf den Bericht in dem Schatzsucherbuch hat sich außer mir niemand bei Bird gemeldet. Ich schätze, dass bis jetzt etwa 5 oder 6 Personen (mich eingeschlossen) die Dolmen selbst gesehen haben.

Es gibt hier also noch viel zu forschen auf uralten und längst vergessen Pfaden.

Hinweis

Alle in diesem Artikel vorkommenden GPS Koordinaten sind im WGS84 Karten-Datum notiert.

Mehr Bilder und weitere Informationen sowie Updates über die Megalithen in den Kanadischen Maritim-Provinzen finden Sie auf meiner Webseite www.paleoseti.com.

Anmerkungen

[1] Crooker 1998

[2] Fell 1976

[3] Fell o.J.

Abbildungen

Alle Bilder © Herbert Eisengruber. Bearbeitung durch Markus Pezold

Literatur

Crooker, William S. (1998): Tracking Treasure. The search for East Coast Bounty. Halifax: Nimbus Publishing

Fell, Barry (1976): America BC. New York

Fell, Barry (o.J.): Saga America. New York & Megalithische Bauten in Nova Scotia, Kanada