Mit Verbotene Geschichte legt Fischinger inzwischen das zweite Buch (nach Historia Mystica) im Ansata-Verlag vor. Haupt- und Untertitel ‚Die großen Geheimnisse der Menschheit und was die Wissenschaft uns verschwiegen hat‘ sind hierbei schon äußerst reißerisch und lassen auf dem ersten Blick auf ein typisches Szenewerk schließen. Fischinger legt hier keine Monographie vor, die sich ausführlich mit einem Kernthema befasst, sondern eine Sammlung bekannter und weniger bekannter Fälle, die in der Literatur so ihr Unwesen treiben. Wie so häufig bei derlei Aufsatzsammlungen, variiert hier zuweilen die Qualität etwas, doch es ist schon sehr erstaunlich, wie kritisch die Töne in vielen Fällen sind, die hier anfallen.

Eigentlich schreibe ich ungern Rezensionen für Autoren mit denen ich gut bekannt bin, da einem dieses bei einer positiven Beurteilung des Buchs schnell als eine Gefälligkeitsrezension ausgelegt werden kann. Zumal ich zu diesem Buch unter anderem auch Bildmateial beigesteuert habe.

Mir aber geht es nicht darum, wie ich mich mit einem Autoren verstehe, sondern um die Sache. Und somit liefer ich hier – trotz vieler positiver Worte sicherlich keine Gefälligkeitsrezension ab. Fischinger ist nunmehr seit sehr vielen Jahren als Autor mit Schwerpunkt auf die Paläo-SETI bekannt und hat Unmengen von Artikeln und Büchern veröffentlicht, die sicherlich von unterschiedlicher Qualität sind. Sein, gemeinsam mit Roland Horn verfasstes Werk ‚UFO-Sekten‘ gehört in meinen Augen inzwischen schon zu den Klassikern. Die Meinung aus manch einem Artikel wie er sie früher für Freenet schrieb, teile ich hingegen ganz und gar nicht.

Mit ‚Verbotene Geschichte‘ legt Fischinger inzwischen das zweite Buch (nach Historia Mystica) im Ansata-Verlag vor. Haupt- und Untertitel ‚Die großen Geheimnisse der Menschheit und was die Wissenschaft uns verschwiegen hat‘ sind hierbei schon äußerst reißerisch und lassen auf dem ersten Blick auf ein typisches Szenewerk schließen.

Fischinger legt hier keine Monographie vor, die sich ausführlich mit einem Kernthema befasst, sondern eine Sammlung bekannter und weniger bekannter Fälle, die in der Literatur so ihr Unwesen treiben.
Wie so häufig bei derlei Aufsatzsammlungen, variiert hier zuweilen die Qualität etwas, doch es ist schon sehr erstaunlich, wie kritisch die Töne in vielen Fällen sind, die hier anfallen.
Im folgenden soll ein kleiner Überblick über das Buch gegeben werden und einige exemplarische Beispiele näher besprochen werden.

Der erste Abschnitt trägt den Titel ‚Archäologische Mysterien‘ und beginnt mit dem angeblichen Fund eines prähistorischen Höhlensystems in Rumänien, in dessen Inneren rätselhafte Artefakte entdeckt worden sein sollen, die hochtechnologischen Ursprungs seien. Fischinger identifiziert diese Geschichte, bezugnehmend auf einen Kommentar der Archäologin „Frau Stela“ als eine reine Erfindung.

Im Anschluss folgt ein Beitrag über den Freiberger Kohleschädel (siehe auch hier bei Mysteria3000 – https://mysteria3000.de/wp/2008/freiberger-kohleschadel/) und dann geht es weiter mit der Dokumentation von James Cameron ‚The lost Tomb of Jesus‘, bei der es um die angebliche Entdeckung des Grabes von Christus geht. Auch hier kommt Fischinger zu einem kritischen Urteil und verweist darauf, dass hier Dinge aus dem Zusammenhang gerissen wurden und die scheinbare Sensation gar keine ist.

Ein angebliches Fragment des Kreuzes von Jesus ist Thema des nächsten Artikels. Widersprüche in der Datierung des Nussbaumfragments mit der Inschrift „esus von Nazareth, König der Juden“ lassen dem Autor nach eine Beurteilung des Falls als offen dastehen.

Die riesigen Steinkugeln von Costa Rica werden im Weiteren ebenso behandelt, wie die altbekannten Steine von Ica. Diese lässt Fischinger trotz Verweises auf die vielen identifizierten Fälschungen als offenes Rätsel stehen. Hier wäre mir eine deutlichere Stellungnahme und ausführlichere Diskussion wichtig erschienen. Etwa mit Verweis darauf, dass die auf einigen Steinen dargestellten „Operationen“ medizinisch gesehen Unsinn sind, oder, dass die vermeintlichen Dinosauriergravuren veraltetes Wissen zeigen und die Dinosaurier als Schwanzfleischer darstellen. Dabei haben Untersuchungen der letzten 3 Jahrzehnte erwiesen, dass diese Tiere ihre Schwänze steif in der Luft balancierten.

Mit Verweis auf das Pyramdenkapitel des Hitat widmet sich Fischinger dann der Frage, ob die Cheopspyramide in Ägypten bei ihrer Entdeckung tatsächlich ohne Mumienfund war. Dem Hitat zufolge gab es aber tatsächlich einen Mumienfund in der Pyramide, auch wenn laut Fischinger die Frage, ob diese tatsächlich von Pharao Cheops stammt, offen bleibt.

Schon seit Jahrzehnten geistert die Geschichte von 45000 Jahre alten Pyramiden am Dongting-See durch die grenzwissenschaftliche Literatur. Unter anderem sind Däniken und Krassa berühmte Nenner der Geschichte. Fischinger verfolgt die Quellen zurück und stellt fest, dass alle Veröffentlichungen hierzu auf ein Buch eines Hans Einsle zurück, ohne, dass dieser selbst in der Lage gewesen wäre, seine Behauptung durch weitere Belege zu untermauern. So, dass man hier auch von einer reinen Legende ausgehen kann.

Außerdem berichtet Fischinger von der angeblich 300 Meter hohen „weißen“ Pyramide in China, die wohl vor allem durch Hartwig Hausdorfs gleichnamiges Buch einen großen Bekanntheitsgrad in der Szene hat. Fischinger ist (meines Wissens nach) der erste Autor, der die Identifizierung dieses Bauwerks mit dem Mausuleum von Maoling Nahe Xian (156-87 v. Chr.) in einer populären Veröffentlichung (also außerhalb kleinerer Themenzeitschriften) erwähnt.

Nachdem er sich dann dem (seiner Ansicht nach offenen) Rätsel um die Pyramiden im Rock-Lake widmet, folgt ein sehr interessanter Beitrag über das so genannte Aiud-Objekt.

Erstmals in der Szene auch beachtet und zur Diskussion gestellt wurde dieses aus Aluminium bestehende Objekt durch Florin Gheorghita, der davon berichtete, dieser Fund sei 1974 zusammen mit zwei Knochen eines Mastodons nahe des Ortes Aiud in Rumänien gemacht worden.[1] Er gibt äußerst umgewöhnliche Befunde zur metallurgischen Zusammensetzung an, außerdem weise die Dicke der Oxidschicht von mehr als 1mm, was, so führt er aus, auf ein Alter von Jahrhundertausenden weisen würde. Außerdem gibt er auch Skizzen des Objekts wieder.

Der Fundkontext (gemeinsam mit den Resten eines prähistorischen Elefanten) und die metallurgische Zusammensetzung machen das Aiudobjekt natürlich zu einem, interessanten „Out-Place -Artefakt“. Trotzdem gab es im Grunde keinerlei neue Informationen zu dem Fall. Erst 1995 konnte Michael Hesemann das Objekt, dessen Aufenthaltsort bis dahin in der Szene unbekannt war, bestimmen und Fotos vorlegen, die er vor Ort selbst aufnahm.[2]

Hierbei zeigten sich geringe Unterschiede zu der Skizze von Gheorghita, bei dem der Aluminiumkeil auf der Oberseite flach abschloss, während auf Hesemanns Fotos an dieser Stelle ein weiterer Flügel, bei dem es sich um eine Halterung handeln könnte, zeigte.

Existieren also mindestens zwei dieser rätselhaften Objekte, oder ist Gheorghitas Zeichnung fehlerhaft?

Hesemann bot interessierten Forschern an, ihnen den Aufenthaltsort des Objekts zu verraten, aber erst Lars Fischinger nahm dieses Angebot auch tatsächlich an und reiste ebenfalls nach Rumänien, um das Objekt zu begutachten und weitere Informationen zu bekommen. Und tatsächlich kann er einige liefern, auch wenn einiges noch offen bleibt und eine letztendliche Bewertung in meinen Augen bislang nicht möglich ist. Es hat sich gezeigt, dass Gheorgitas Angaben zu dem metallurgischen Befund so nicht korrekt waren und auf einer Fehlerquote des Messverfahrens beruhen. Trotzdem bleibt der Befund aufgrund des Fehlens der Elemente Eisen, Magnesium und Mangan rätselhaft, was dem von Fischinger befragten Experten Dr. Jürgen Hirsch zufolge ein Hinweis darauf sein könnte, dass die Untersuchungen nicht mit der nötigen Sorgfalt durchgeführt worden sind. Die Spur zu den Ergebnissen einer dritten Untersuchung, die in der Schweiz vorgenommen worden sein soll, verliert sich leider. Auch die angeblichen Mastodonknochen sind verschwunden. Außerdem stellte sich heraus, dass der Fund nicht bei einer regulären archäologischen Grabung gemacht wurde, sondern beim Tagebau in einer Tiefe von 10 Metern.
Ohne Zweifel ein spannender Fund und endlich mal Neuigkeiten zu diesem. Es wäre schön zu sehen, dass Fischinger dran bleibt.

‚Überlieferungen geben Rätsel auf‘ ist der zweite Abschnitt des Buches und im ersten Beitrag widmet Fischinger sich den Annunaki, die besonders durch die Bücher von Zecharia Sitchin in der Paläo-SETI bekannt geworden sind. Es wird ein kurzer Exkurs über die Debatte um die Annunaki geboten. Obgleich auch kritische Stimmen Erwähnung finden, kommt es zu keinem Urteil des Autors. Die in der Paläo-SETI schon recht alte These, Moses hätte seine Offenbarung einer Begegnung mit Außerirdischen zu verdanken, ist das nächste Thema. Auch hier kommt Fischinger zu keinem endgültigen Schluss, glaubt aber nicht, dass es sich nur um fiktive Texte ohne reale Grundlage handelt.

Zu dem Thema „Riesen“ weiß der Autor von einer Reihe von Beispielen aus den Überlieferungen verschiedenster Kulturen und angeblicher konkreter Funde zu berichten. Beispiele wie die „Riesenfußspuren“ in Glen Rose sind hierbei in ihrer Deutung als menschenähnliche Fußspuren allerdings sehr zweifelhaft, was definitiv stärker hätte betont werden können (siehe auch bei Mysteria3000 – https://mysteria3000.de/wp/2010/riesen/).

Dann wird sich einem interessanten Thema gewidmet, auf das ich an dieser Stelle näher eingehen möchte. Der angeblichen Beschreibung von Atombombenexplosionen im indischen Nationalepos Mahabharata.
Besagtes Zitat taucht in der Szene in unterschiedlichen Varianten auf, unter anderem (verschiedentlich, immer anders zusammengesetzt) bei Däniken. Zum Beispiel:

„Die Sonne schien sich im Kreis zu drehen. Von der Glut der Waffe versengt, taumelte die Erde vor Hitze. Elefanten waren angebrannt und rannten wild hin und her…Das oben des Feuers ließ die Bäume wie bei einem Waldbrand reihenweise stürzen…Pferde und Streitwagen verbrannten, es sah aus wie nach einem fürchterlichen Brand. Tausende von Wagen wurden vernichtet, dann senkte sich tiefe Stille über die Erde…Es bot sich ein schauerhafter Anblick. Die Leichen der Gefallenen waren von der fürchterlichen Hitze verstümmelt, sie sahen nicht mehr wie Menschen aus. Niemals zuvor haben wir eine derart grauenhafte Waffe gesehen, und niemals zuvor haben wir von einer derartigen Waffe gehört…Sie ist wie ein strahlender Blitz, ein verheerender Todesbote, der alle Angehörigen der Vrischni und der Andhaka zu Asche zerfallen ließ. Die verglühten Körper waren unkenntlich. Den Davongekommenen fielen Haare und Nägel aus. Töpferwaren zerbrachen ohne Anlass, die überlebenden Vögel wurden weiß. In kurzer Zeit war die Nahrung vergiftet. Der Blitz senkte sich und wurde feiner Staub.“ [3]

Bereits Markus Pezold wies darauf hin, dass Teile des angeblichen Zitats aus der Bhagavad Gita und anderen Teilen des Mahabharatas wild zusammen gewürfelt stammen (siehe auch bei Mysteria3000 – https://mysteria3000.de/wp/2006/die-atombomben-des-mahabharata/ ). Fischinger traut es sich, dieses schlampige Kopieren falscher Zusammenhänge (die zurückgehen auf eine Veröffentlichung des UFO-Kontaktlers George Adamski, gemeinsam mit Desmond Leslie aus den 50er Jahren) klar zu benennen.
Schön wäre es allerdings gewesen, wären dem Leser besagte Textstellen ausführlich dargestellt worden. An anderer Stelle habe ich das Thema mit Verweis auf die verschiedenen Variationen in der Literatur der Paläo-SETI und weiteren Ausführungen bereits ausführlich diskutiert[4] und möchte deshalb einige der betreffenden Stellen hier nur in aller Kürze zeigen:

„Sanjaya sprach:

So sprach er und sodann, o Fürst, – Hari, der große Wunderherr,
Offenbarte dem Pritha-Sohn seine Gestalt als höchster Gott.
Mit manchem Munde, manchem Aug‘, manch wunderbarem Angesicht.
Versehn mit manchem Götterschmuck und Götterwaffen schwingend viel.
Götterkränz‘ und kleidertragend, an Himmelsduft und salben reich,
Ganz wunder, strahlend, grenzenlos, das Antlitz allerwärts gesandt.
Wenn das Licht von tausend Sonnen am Himmel plötzlich bräch´ hervor,
Zu gleicher Zeit, – das wäre gleich dem Glanze des Herrlichen.
In Einem dort die ganze Welt vereint, doch mannigfach geteilt,
In des Gottes der Götter Leib erblickte sie der Pándu-Sohn.
Da, von Erstaunen ganz erfüllt, am Leibe schauernd, neigte sich
Arjuna mit dem Haupt und sprach die Hände faltend zu dem Gott:
(…)“ [5]

„Day by day strong winds blew, and many were the evil omens that arose, awful and foreboding the destruction of the Vrishnis and the Andhakas. The streets swarmed with rats and mice. Earthen pots showed cracks or broke from no apparent cause. At night, the rats and mice ate away the hair and nails of slumbering men. Sarikas chirped, sitting within the houses of the Vrishnis. The noise made by those birds ceased not for even a short while by day or by night. The Sarashas were heard to imitate the hooting of the owl, and goats imitated the cries, O Bharata, of jackals. Many birds appeared, impelled by Death, that were pale of complexion but that had legs red of hue.“ [6]

Der nächste Beitrag widmet sich der Abraham-Apokalypse aus den apokryphen Schriften und dessen Himmelfahrt. Wie schon in früheren Beiträgen aus der Paläo-SETI wird hier über einen möglicherweise konkreten Kontakt zu Außerirdischen spekuliert, wobei Fischinger auch hier eine Antwort offen lässt.

Eingeleitet durch das „Missing Time“ Phänomen, das angeblich UFO-Entführungsopfern widerfährt, also das zu sich kommen und Feststellen, dass eine geraume Zeit vergangen ist, an die sich der Betroffene nicht zu erinnern vermag, schildert Fischinger hier eine apokryphe Episode des Propheten Baruch, der von einem ähnlichen Ereignis in biblischen Zeiten zu berichten weiß.

Danach widmet er sich dem Thema „Vimanas“. Auch hier möchte ich etwas näher auf den Beitrag eingehen.

Hier kann ich Fischingers Ausführungen nicht ganz teilen, werden die Argumente der Kritiker, viele der in der Paläo-SETI vorgebrachten Zitate aus den alten indischen Werken würden in der Form gar nicht existieren, doch lediglich anhand weniger Beispiele behandelt, nämlich anhand von Franz Bopps Teilübersetzung des Mahabharatas[7] und aufgrund einer Zusammenfassung des Ramayanas durch Claudia Schmölders [8], die Fischinger auf Seite 161 fälschlicherweise als Übersetzung (in Wahrheit nur eine Teilübersetzung und Zusammenfassung) bezeichnet. Tatsächlich existieren viele der Zitate die in der PS-Literatur angegeben werden in dieser Form nicht, vor allem nicht in dem Kontext, der eine prä-astronautische Deutung plausibel macht. Da eine umfassende Diskussion hierzu den Rahmen dieser Diskussion sprengen würde, verweise ich auf meine umfangreiche Analyse entsprechender Textstellen. [9]

Im letzten Beitrag dieses Abschnitts wendet sich der Autor einer angeblichen UFO-Sichtung in früheren Zeiten zu. Es geht um die Schilderung des so genannten Tulli-Papyrus. Es geht hierbei um den Bericht der Sichtung eine unbekannten Flugobjekts, die dem Pharao Thutmosis III. Wiederfahren sein soll. Fischinger weißt hier darauf hin, dass dieser Papyrus sich als Fälschung erwiesen hat (siehe auch bei Mysteria3000 – https://mysteria3000.de/wp/2009/tulli-papyrus/ )

Teil 3 des Buches trägt den Titel ‚Die verborgenen Seiten des Lebens‘ und widmet sich hauptsächlich verschiedenen Kryptowesen und Alienkörpern, die gefunden worden sein sollen.
Im ersten Beitrag werden angebliche Hinweise auf die gemeinsame Existenz von Menschen und Dinosauriern besprochen. Der Fundus der präsentierten Belegen entstammt vor allem kreationistisch geprägten Autoren wie Zillmer. Vor allem die angeblichen menschlichen Fußspuren am Pauluxy River werden besprochen. Ein tatsächliches Fazit wird nicht gezogen, ein echtes Rätsel zumindest hypothetisch in Betracht gezogen.

Der Mokele-Membe ist das nächste Thema. Hierbei handelt es sich quasi um einen Klassiker der Kryptozoologie, ein mutmaßlicher Sauropode, der in Zentralafrika überlebt haben soll. Fischinger berichtet von den verschiedenen Expeditionen, die sich aufmachten, den angeblichen Dinosaurier zu entdecken. Tatsächliche Beweise konnte keine von ihnen entdecken.

El Chupacabras, der mysteriöse Ziegensauger Mittelamerikas ist ein relativ neuer Mythos. Eine merkwürdige, in Zügen einem Vampir ähnelnde Kreatur, die sich vornehmlich über Haus- und Nutztiere hermachen soll, um ihnen das Blut auszusaugen. Nach eingehender Betrachtung kommt Fischinger zu dem Schluss, dass es sich hierbei vermutlich um einen modernen Mythos handelt, der vor allem aufgrund moderner Medien wie dem Internet am Leben gehalten wird.

Dann geht es um verschiedene angebliche Alienleichen, die rund um den Globus entdeckt worden sein sollen. Darunter auch em Waldenburger Hühnermensch, den Fischinger richtiggehend als Kind mit einem Gendefekt deklariert (siehe hierzu auch bei Mysteria3000 – https://mysteria3000.de/wp/2008/huhnermensch-monstrum-humanum-rarissimum/ ) und das Cliff Dwelling Baby aus dem Million Dollar Museum in New Mexico, das nach wie vor in unterschiedlichen grenzwissenschaftlichen Veröffentlichungen, vornehmlich bei Hausdorf [10], obwohl schon seit nunmehr Jahrzehnten bekannt ist, dass es sich lediglich um einen Indianerfötus handelt.

Ralph wird ein angebliches Kryptowesen genannt, dass 2005 auf der Unsolved Mysteries Ausstellung in Berlin ausgestellt war. Bei diesem Kadaver, der in den USA entdeckt wurde und den Gentests angeblich keinem bekannten Lebewesen zuordnern konnten, handelt es sich nach meinem dafürhalten um eine verwestes Schaf. Zumindest weisen Schädelvergleiche im Alien.de-Forum stark in diese Richtung. [11]

Das „Alien von Metepec“ war 2009, vor allem in der Bild-Zeitung ein äußerst beliebtes Thema. Es ging um Fotos eines vermeintlichen Aliens, das in Mexiko in eine Tierfalle geraten und darin verändet sein soll. Diese absurde Geschichte (mit großer Wahrscheinlichkeit handelte es sich um ein präpariertes Äffchen) wird von Fischinger detailliert dargestellt und interessanterweise mit vielen Verweisen auf den Diskussionen in Internetforen behandelt. Diesen Punkt empfinde ich als duchaus lobenswert. Zwar sind derlei Forendiskussionen häufig alles andere als sach- und fachkundig in ihrem Verlauf, andererseits sind sie Teil der heutigen Medienkultur- bzw. der Medienreflexion. Die Idee derlei in ein Buch einfließen zu lassen halte ich für durchaus innovativ.

Im Folgenden wird die offzielle Aussage der deutschen Bundesregierung in Zweifel gezogen, e würden keine bundesdeutschen Akten zum UFO-Phänomen existieren. Dem folgt ein Aufsatz über merkwürdige Sattelitensignale und angebliche UFO-Trümmer im Erdorbit.

Im Anschluss geht Fischinger umfangreich auf die Kontroverse um die angeblichen Steinscheiben von Baian-Kara-Ula ein, quasi einem Klassiker der prä-astronautischen Literatur. Angeblich sei auf den in diesem Gebirge entdeckten Steinscheiben die Geschichte eines vor 12000 Jahren havarierten außerirdischen Raumschiffs verschlüsselt. Minutiös schildert der Autor den Werdegang der Geschichte und identifiziert ihn (wenn auch nicht als erster) als Zeitungsente ohne reale Grundlage.

Der letzte Beitrag in diesem Kapitel nimmt sich der skurrilen Geschichte des Künstlers Lette Edward Leedskalnin an, der angeblich über das Geheimnis verfügte, die Schwerkraft außer Kraft zu setzen und nach eigener Aussage mittels dieser Fähigkeit sein Korallenschloss errichtete. Wie diese Geschichte zu bewerten ist, vermag ich nicht zu urteilen.

Der letzte Abschnitt des Buches trägt den Titel „Geheimnisse“ der Geschichte und beginnt mit der häufigen Fragestellung, ob es neben den Wikingern vor der Ankunft von Kolumbus 1492 noch weitere Besuche anderer Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent gegeben hat. Hier werden zahlreiche, bereits bekannte Thesen un Indizien präsentiert. Sei es nun bzgl. einer chinesischen Entdeckung Amerikas, oder den scheinbaren nekroiden Zügen der Steinköpfe der Olmeken.

Wenngleich ein Besuch Amerikas durch Kulturen der „alten Welt“ nicht kategorisch ausgeschlossen werden kann, so konnten mich die vorgebrachten Argumente hierfür bislang nicht überzeugen, Vor allem nicht, da ein tatsächlicher kultureller Austausch in meinen Augen nicht bemerkbar ist.

Der Schleier von Manopello und das auf ihm vermutete Abbild von Christus, angebliche Teufelsspuren aus England, die grünen Kinder von Woolpit folgen, bevor Fischiner sich der angeblichen Verschwörung um die Mauer von Gizeh widmet. Die seit 2002 hochkochenden Verschwörungstheorien, mit der Umzäunung des Geländes sollen vor der Öffentlichkeit mysteriöse Entdeckungen verborgen werden, werden von dem Autor als nicht plausibel erkannt, die Umzäunung als sinnvolle Maßnahme zum Schutz der Kulturschätze verstanden.

Im, das Buch abschließenden Beitrag wird der interessanten Frage nachgegangen, ob Juri Gagarin tatsächlich der erste Mensch im All war, oder ob unbekannte russische Pioniere bei gescheiterten Missionen zuvor den Tod fanden. Es scheint Indizien zu geben, die für ein solches Szenario sprechen.

Abschließend lässt sich sicherlich sagen, dass Fischingers neuestes Buch sich aus der Flut thematisch ähnlicher Titel ausgesprochen positiv hervorhebt.

Er wagt es auch bei populären Themen, wie der weißen Pramide, den Steinscheiben von Baian-Kara-Ula oder den Beschreibungen angeblicher Atombombenabwürfe in den indischen Epen sehr kritische Worte zu finden und offensichtliche Fehler beim Namen zu nennen. Außerdem sind gerade seine Recherchen zu dem berühmten Aiud-Objekt bemerkenswert und tatsächliche Neuigkeiten zur Thematik. Gut gefallen hat mir auch die Einbeziehung von Forendiskussionen im Fall Metepec.

Sicherlich ist der ein oder andere Beitrag thematisch eher altbekannt und bietet den Szeneinsidern rein gar nichts neues. Auch die Quellenangaben wären mit Fußnoten sicherlich um einiges wertvoller gewesen (was bei einem in einem Publikumsverlag erscheinendem Werk zumeist aber auch nicht möglich ist) und das Offenlassen von Rätseln (etwa Ica) in manch einem recht offensichtlichen Fall hätte auch in der Form nicht unbedingt sein müssen, doch lässt sich dieses Buch sicherlich auch den eher kritisch motivierten Interessierten insgesamt durchaus empfehlen und demonstriert die Reifung Fischingers als Autor und zeigt sein Selbstvertrauen (gerade bei in der Szene liebgewordenen Thesen), bestimme Dinge beim Namen zu nennen.

Fischinger, Lars A.: Verbotene Geschichte. Die großen Geheimnisse der Menschheit und was die Wissenschaft uns verschwiegen hat.
Anasata Verlag 2010
ISBN 978-3-7787-7436-6

Fußnoten

[1] vgl. Gheorghita 1995, S. 17
[2] vgl. Hesemann 1996, S. 83 ff.
[3] Däniken 2001, S. 202
[4] vgl. Kramer 2011
[5] Schroeder 1983, 11. Gesang, S. 70 f.
[6] Roy 1883 – 1896, Mausala Parva Section II – http://www.sacred-texts.com/hin/m16/m16002.htm – gesichtet am 10.08.2010
[7] vgl. Bopp 1824
[8] vgl. Schmölders 2000
[9] vgl. Kramer 2010, Kramer 2011
[10] vgl. Hausdorf 2009
[11] http://ufo-und-alienforum.de/thread.php?threadid=2404&threadview=0&hilight=unsolved+mysteries+berlin&hilightuser=0&page=2

Literaturverzeichnis

Alien.de: Gibt es eigentlich mal was neues vom El Chupacabra??? In: http://ufo-und-alienforum.de/thread.php?threadid=2404&threadview=0&hilight=unsolved+mysteries+berlin&hilightuser=0&page=2

Bopp, Franz: Indralokâgamanam. Ardschunas Reise zu Indras Himmel: nebst anderen Episoden des Maha-Bharata. Berlin: Königliche Akademie der Wissenschaften 1824
Online verfügbar unter:
http://books.google.de/books?id=yNIoAAAAYAAJ&pg=RA1-PA93&lpg=RA1-PA93&dq=ardschunas+reise+zu+indras+himmel&source=bl&ots=F0J_2ViCbp&sig=gbfjvlKjz1_s51PHYKjud9vu5U0&hl=de&ei=sPM2TKCtHcKkOLTF3NYE&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=5&ved=0CCgQ6AEwBA#v=onepage&q=ardschunas%20reise%20zu%20indras%20himmel&f=false

Däniken, Erich von: Die Götter waren Astronauten! Eine zeitgemäße Betrachtung alter Überlieferungen. München: Bertelsmann 2001

Gheorghita, Florin: Das Objekt von Aiud. In: Däniken, Erich von (Hrsg.): Fremde aus dem All. Kosmische Spuren: Neue Funde, Entdeckungen und Phänomene. München: Goldmann 1995

Hausdorf, Hartwig: Nicht von dieser Welt. Dinge, die es nicht geben dürfte. München: Heyne 2009

Hesemann, Michael: Ich fand das Objekt von Aiud! In: Magazin2000 Nr. 108 1/1996

Kramer, André: Die indischen Überlieferungen in der Prä-Astronautik Teil 1. In: Jufof. Journal für UFO-Forschung 06/2010

Kramer, André: Die indischen Überlieferungen in der Prä-Astronautik Teil 2. In: Jufof. Journal für UFO-Forschung 01/2011

Kramer, André: Die indischen Überlieferungen in der Prä-Astronautik Teil 3. In: Jufof. Journal für UFO-Forschung 02/2011 (zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht erschienen)

Roy, Protap Chandra (Hrsg.): The Mahabharata of Krishna-Dwaipayana Vyasa, Indien 1883-1896.
Online verfügbar unter: http://www.sacred-texts.com/hin/maha/index.htmb

Schmölders, Claudia: Ramayana. Die Geschichte vom Prinzen Rama, der schönen Sita und dem Großen Affen Hanuman. 7. Auflage. Kreuzlingen, München: Diederichs 2000

Schroeder, Leopold von: Bhagavadgita, Aschtavakragita. Indiens heilige Gesänge. 3. Auflage. Köln: Diederichs 1983