Die Behörde für Inneres, Landes Jugendbehörde, Hamburg schließt sich dem Zitat an, mit seinem Erstlingswerk sei Jan Udo Holey alias Jan van Helsing, publizistisch gesehen, der „bedeutendste Coup des Rechtsextremismus in Deutschland nach 1945“ gelungen. [1]

Eine Meinung, der ich mich nur anschließen kann. Das begründete ich nicht nur mit dem Erfolg seiner Bücher, sondern auch derer, die in seinem Fahrwasser bis heute mit schwimmen. Rechtslastige Grenzwissenschaft hat sich inzwischen verselbstständigt. Sie benötigt nicht einmal mehr einen Jan van Helsing. Die nachfolgenden Autoren dieser zweifelhaften Sparte haben inzwischen ganz eigene, aberwitzige, aber geglaubte und damit gefährliche Thesen in die Welt gesetzt.

1. Einleitung

Anknüpfend an den ersten Artikel zu diesem Thema [2] sollen hier weitere Aspekte aus dem Werk Jan van Helsings und weiterer Autoren aus dem Bereich der Grenzwissenschaft, deren Thesen Rechts außen verortet werden können, aufgegriffen und kritisch diskutiert werden.

Dieser Artikel versteht sich hierbei als direkte Fortsetzung, sodass schon gebrachte Punkte hier weggelassen werden, mit Verweis auf den ersten Teil dieser Ausarbeitung.
In der Tat zeigt sich, dass der Erfolg von Büchern die die Zeit des dritten Reichs verklären in dieser Szene weiterhin ungebrochen ist. Tatsächlich gelang dieser Erfolg auch mit der geschickten Vermischung rassistischer Thesen mit „üblichen“ Themen der Grenzwissenschaft und Esoterik. Durch diese Vermischung erscheinen manche dieser rassistischen Gedankengänge in gewisser Weise abgeschwächt, werden sie schließlich scheinbar legitimiert durch angeblich gut recherchierte Verschwörungstheorien, zum anderen in esoterischen Weltbildern eingeflochten, sodass ihre Hass schürende Brisanz auf dem ersten Blick wenig deutlich wird.

Es gilt also, die aufgeworfenen Thesen dieser Autoren weiter unter die Lupe zu nehmen und bzgl. ihrer Plausibilität zu prüfen.

Die Reaktionen auf den ersten Artikel hierzu waren gemischt, von sehr positiven Reaktionen bis hin zu herber Kritik. Interessanterweise bezog sich diese Kritik an keiner Stelle auf konkrete Inhalte, es kam also von keiner Seite eine Kritik an bestimmten im Text genannten Punkten, sondern lediglich zu Pauschalangriffen verschiedenster Art.

Diese Art der Kritik ist häufig da anzutreffen, wo eine tatsächliche Auseinandersetzung mit einem Thema gar nicht stattfindet, sondern weltanschauliche Gründe im Vordergrund stehen. Die Vorgehensweise für die von mir bereits geäußerte und im Folgenden weiter voran getriebene Kritik an den Thesen der Neuen Rechten in der Grenzwissenschaft beruht auf Überprüfung der gebrachten Thesen und Argumente.

Wenn Autor XY etwas behauptet, dann ist zuerst zu prüfen, wo nimmt er diese Behauptung her (also auf welcher Quelle beruht sie) und wie gesichert ist diese wiederum. Im Idealfall verwendet ein Autor zur Stützung einer Aussage eine so genannte Primärquelle, eine Quelle also die den Grundstein bietet, aus „erster Hand“ stammt und etwas direkt belegt. Wichtig ist hierbei noch, ob diese Primärquelle auch authentisch ist und ob der geschilderte Sachverhalt sich mit anderen Ereignissen deckt. Es geht also um Plausibilität und Nachvollziehbarkeit. Behaupten kann jemand viel, es geht aber darum, es auch Überprüfbar zu gestalten. Und Thesen können auf dem ersten Blick plausibel erscheinen, sind aber zu verwerfen, wenn sie mit realen Ereignissen schon der Logik nach nicht vereinbar sind. Beispiele hierfür werden im Laufe des Textes noch auftauchen.

Interessanterweise verweisen Autoren wie Jan van Helsing und andere nur selten auf oben genannte Primärquellen, sondern übernehmen einfach ungeprüft Aussagen aus Sekundärquellen, ohne diese vorher kritisch zu prüfen. Vielfach werden gar keine Quellen genannt, was es dem Leser natürlich noch mal erschwert, bestimmte Aussagen nachzuprüfen. Dies wird zum Beispiel im Folgenden Kapitel über den angeblichen Einfluss von Geheimbünden auf das Dritte Reich mehr als deutlich.

Leider wird es auch mit diesem zweiten Artikel, der sich dem Thema „Rechte Esoterik“ widmet, nicht möglich sein, sämtliche vorgebrachten Punkte ausführlich zu betrachten. Eine solche Arbeit würde in Anbetracht der unzähligen Namen, angeblichen Geschehnisse usw. den Umfang der Werke die hier kritisiert werden noch um ein vielfaches übersteigen. Sodass auch hier wieder nur Hauptaspekte behandelt werden können.

2. Geheimbünde im Dritten Reich
Einer der Kernansätze Rechtsgerichteter Verschwörungstheorien besagt, dass die Kräfte hinter Hitler und seinen engen Gefolgsleuten geheime Bünde waren, auf deren Ansätzen die Politik des Dritten Reichs basierte und dessen geheime Lehren die Triebkraft hinter dem Geschehen waren. Was hat es also mit der Thule- und der Vril-Gesellschaft auf sich, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden?

2.1 Behauptungen rund um die Thule-Gesellschaft

Rund um diese Geheimbünde werden in der Literatur der Grenzwissenschaften verschiedene Versionen geschildert. Jan Udo Holey (= Jan van Helsing) weiß zu berichten, die Thule-Gesellschaft wäre durch einen Zusammenschluss des Okkultisten Freiherr Rudolf von Sebottendorf, den Gurdjeffschüler (also der Schüler eines russischen Esoterikers) Karl Haushofer, Lothar Waiz, Prälat Gernot und dem Medium Maria Orsic 1917 gegründet worden. [3]

In der Thule-Gesellschaft, so Holey, sei auch der Ursprung des Antisemitismus der NS-Bewegung zu finden. Angeblich hätte Sebottendorf Ende 1917 ein Treffen mit Mitgliedern der Geheimgesellschaft „Herren vom schwarzen Stein“ gehabt, deren Ziel es war, das Böse in der Welt zu bekämpfen, das mit den Juden zu identifizieren sei, da diese verschiedenen Textstellen der Bibel nach El Schaddai anbeten würden, was für Holey mit „der ‚verworfene Großengel – der Satan'“ übersetzt. [4]

Ein wenig Recherche um die Wortbedeutung zeigt schon hier, dass diese Übersetzung falsch ist. So bezeichnet „El“ im hebräischen „der Starke oder Mächtige“ [5] und wird oft als Wort für „Gott“ verwendet. Bei Shaddai [6] gestaltet es sich da etwas schwieriger. Der Begriff wird in den meisten Bibelübersetzungen mit „allmächtig“ übersetzt, was Al Shaddai dann zu „Gott, der Allmächtige“ macht. Schon in früheren Übersetzungen wurde der Begriff allerdings kontextabhängig unterschiedlich übersetzt, etwa mit „der im Himmel beheimatete“ oder „der Starke“. Tatsächlich kommt einer wortgetreuen Übersetzung von Shaddai aber die Bezeichnung „der Gewaltige“ am nächsten. [7]

Holeys Konstruktion als verworfener Großengel macht also schon durch den Eigennamen für Gott (El) keinen Sinn und erscheint lediglich als weitere Legitimation für Holeys Antisemitismus.
Doch weiter mit der Entwicklung der Thule-Gesellschaft. Angeblich, so Holey, hätte diese 1918 dann wirklich gegründete Gesellschaft sich auf verschiedene magische und esoterische Praktiken konzentriert, etwa Tantra, Yoga, Okkultismus und östliche Meditation.

Unter den Mitgliedern zählt Holey eine illustre Gefolgschaft auf, unter anderen NS-Größen wie Rudolf Hess, Hermann Göring, Heinrich Himmler, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler persönlich. [8]

Ziele seien es gewesen, das Freimaurer und internationale Judentum zu bekämpfen.

Später sei es zu einer Teilung der Thule-Gesellschaft gekommen, zum einen in einen Zweig der Esoteriker, zu denen Rudolf Steiner gehört haben soll, zum anderen in die Exoteriker, deren Leiter Adolf Hitler gewesen sei, der die Esoteriker später verfolgte.

Einer anderen Version nach, die Holey allerdings dem Leser freigibt, diese zu beurteilen, [9] hatte es mit der Thule-Gesellschaft aber noch etwas ganz anderes auf sich. Hier spinnt Holey die Geschichte außerirdischer Arier vom Aldebaran, die mit ihren Vril-Scheiben zur Erde kamen. Es geht um die Hohlweltthese, um Hyperborea und andere krude „alternative“ Sichtweisen. Einige der Punkte wurden bereits im ersten Artikel zu diesem Thema behandelt.

Hitler hätte dann all diese Ideologien auch als Grundlage für sein Buch ‚Mein Kampf‘ verwendet, [10] die SS, so Holey weiter würde in Wahrheit nicht für „Schutzstaffel“ stehen, sondern für „schwarzer Orden“ und deren Elite als innerer Zirkel hätte sich „schwarze Sonne“ genannt. Außerdem sei die SS alles andere als ein Polizeitrupp gewesen, sondern ein religiöser Orden.

Carmin führt an, innerhalb der Thule-Gesellschaft hätte es noch die Gründung des Thule-Ordens gegeben, in den nur Eingeweihte eingeführt wurden. Hier führt er an: Guido von List, Lanz von Liebenfels, Prof. Feder, Julius Streicher, Rudolf Heß, Karl Haushofer, Hans Frank, Dietrich Eckart und Alfred Rosenberg. Himmler, Göring und Hitler hätten aber noch nicht dazu gehört. [11]

Ob es eine Thule-Gesellschaft, wenn ja, welche Ansichten sie vertrat und welche Rolle sie im aufkeimenden Nationalsozialismus spielte, soll im folgenden geklärt werden.

2.2 Was es wirklich der Thule-Gesellschaft auf sich hat

Im Gegensatz zur Vril-Gesellschaft, auf die noch zurückzukommen ist, handelt es sich bei der Thule-Gesellschaft um eine historisch verbürgte Organisation, die auch von Geschichtswissenschaftlern beachtet wird.

War die Thule-Gesellschaft also eine an esoterischen Lehren orientierte Geheimgesellschaft aus der die Ideologie des Dritten Reichs hervorging? Wer ein wenig Mühe für Recherchen aufbringt, wird schnell feststellen, dass die tatsächliche Thule-Gesellschaft mit dem von Holey und anderen geschaffenen Mythos wenig zu tun hatte.

1918 in München gegründet, war sie ein Sammelbecken für Deutschnationale, die politische Ziele verfolgten.

Wichtige Erkenntnisse über Sinn, Zweck und Einfluss dieses Ordens lassen sich aus dem Buch „Bevor Hitler kam“, ihres Gründers Sebottendorf persönlich entnehmen. Dieser veröffentliche 1933, 8 Jahre nach Auflösung der Bewegung wegen fehlender Unterstützung ein Buch über die Geschichte der Thule-Gesellschaft, ihrer Ziele und ihrer Entstehung. Holey selbst hat sich dem Literaturverzeichnis seiner Bücher nach scheinbar nicht um diese Primärquelle bemüht.

Was klar aus diesem Werk hervor geht, ist, dass die Thule-Gesellschaft keineswegs eine okkult-spirituelle Gruppe war, wie Holey es versucht darzustellen, sondern eine rassistische, völkische Bewegung mit sehr weltlichen Zielen.

Schon auf den ersten Seiten legt Sebottendorf die Schmach der Deutschen durch den verlorenen ersten Weltkrieg dar, woran natürlich nur die Juden Schuld tragen würden.
Seine rassistische Weltsicht legt er wie folgt dar:

„Die Eiszeit schuf den Arier, den weißen, weisen Menschen des Nordens, der der Welt die Kultur bringen sollte. Sein Wahrzeichen, das fliegende Sonnenrad, finden wir überall aufgepflanzt, wohin er seinen Fuß setzte. Leicht vergaß er sein Volkstum, verlernte auch seine Muttersprache, aber seine Kultur hat der wandernde Arier hinterlassen, wenn auch oft durch Niederrassige so entstellt, dass sie kaum noch zu erkennen ist.“ [12]

An anderer Stelle führt er weiter aus, nicht nur die Griechische Kultur sei ein Ableger Deutschen Geistes, sondern auch die frühen Hochkulturen wie die Sumerer und die Hethiter würden auf nordische Völker zurückgehen. [13]

Der erklärte Feind Sebottendorfs waren die Juden und gegen diese gedachte er zu kämpfen. Und so betrachtete er die Thule-Gesellschaft als einen Kampfbund, der so nach außen in Erscheinung treten solle, während er (zu seiner Gründungszeit 1918) intern noch in der Selbstfindung stecke. [14]

Weiter führt Sebottendorf aus, dass viele völkische Bewegungen dieser Zeit vor dem aus standen und er so deren Mitglieder in der Thule-Gesellschaft auffangen konnte. [15]

Das war sie also, die Thule-Gesellschaft. Eine weltlich orientierte völkische Bewegung, die sich als Kampfbund verstand und als Bürgerwehr in Dienst genommen wurde. [16]

Hehre esoterische Ziele, gar ein tatsächliches Geheimwissen, finden sich weder in Sebottendorfs Aufzeichnungen, noch in anderen geschichtlichen Quellen. Kruder Rassismus und Geschichtsverklärung, ein Sammelbecken für völkische Spinner, das ist es, was die Thule-Gesellschaft ausmacht!

Das soll ihre Bedeutung im aufkeimenden Nationalsozialismus aber nicht lindern. Schließlich kam es unter dem Engagement des Thule-Mitglieds Karl Harrer 1919 zur Gründung des nationalsozialistischen deutschen Arbeitervereins, der später zur Partei, zur DAP und schließlich zur NSDAP werden sollte. [17]

Auch lässt sich kaum bestreiten, dass das Sammelbecken der Ariosophen und Nationalisten viele spätere NS-Größen zu Gast hatte, darunter, so Goodrick-Clarke, Alfred Rosenberg, Dietrich Eckart und Rudolf Heß. [18]

Dass Adolf Hitler Mitglied der Thule-Gesellschaft gewesen wäre, lässt sich nicht belegen, auch wenn er als Redner in der DAP Fuß fasste. [19] Heller und Maegerle geben an, Hitler sei Gast bei einigen Veranstaltungen der Thule-Gesellschaft, aber nicht Mitglied gewesen.[20]

Auch Sebottendorf war für die NS-Führung kein großes Licht, sein Versuch, mit „Bevor Hitler kam“ die Thule-Gesellschaft wiederzubeleben, brachte ihm eine Inhaftierung ein. Später arbeitete er für den deutschen Geheimdienst in der Türkei, wo er sich 1945 dann, verarmt das Leben nahm.[21]

2.3 Behauptungen rund um die Vril-Gesellschaft

Die Vril-Gesellschaft wiederum, so Holey, sei 1919 von Karl Haushofer gegründet worden, hervorgegangen aus den schon erwähnten „Herren vom schwarzen Stein“ und der SS-Elite „Schwarze Sonne“. Die Vril-Gesellschaft sei im Gegensatz zur Thule-Gesellschaft aber weniger materialistisch eingestellt gewesen, sondern „jenseitig.“ [22]

Auf einem gemeinsamen Treffen von Thule und Vril-Leuten im Dezember 1919, so Holey, hätte das Medium Maria Orsitsch gechannelte Botschaften durchgegeben, die die Baupläne für ein Fluggerät enthielten. Der Ursprung dieser Nachricht sei das Sonnensystem Aldebaran gewesen.[23]

Diese von Helsing als blonde und blauäugige „Herrenrasse“ [24] betitelten Aldebaraner spielen auch in einem seiner späteren Bücher eine Rolle, das er gemeinsam mit dem Ehepaar Feistle schrieb, bei denen es sich angeblich um Opfer von Alien-Entführungen handelt. [25]

Die Idee von der Vril-Gesellschaft spielt in van Helsings wirren Ideengebäude eine zentrale Rolle bzgl. der arischen Aldebaraner, die quasi den Mittelpunkt seiner Rassentheorie darstellen (entsprechendes Vokabular und Thesen wurden hier und im ersten Artikel bereits erwähnt). Außerdem sind sie Ausgangspunkt seiner Thesen zu den angeblichen Reichsflugscheiben. Das Thema Reichsflugscheiben soll hier nicht weiter behandelt werden, sodass ich auf den ersten Artikel und einen zukünftigen dritten Teil verweisen muss.

Die Relevanz seiner Flugscheibenideen stellt sich hier nämlich nicht, da diese wiederum mit der realen Existenz der Vril-Gesellschaft steht und fällt. Eine Untersuchung, die hier vorgenommen werden soll.

2.4 Was es wirklich mit der Vril-Gesellschaft auf sich hat

Die Frage die sich jetzt stellt, ist, ist, ob es diese ominöse Vril-Gesellschaft denn nun tatsächlich gibt und wenn ja, was es mit ihr auf sich hat. Um diese Frage zu beantworten, soll hier ein Trick angewendet werden, dem der ein oder andere vielleicht noch aus der Schule kennt.

In der 4./5. Klasse bekommen die Schüler manchmal Knobelaufgaben in Mathematik gestellt. Eine solche Aufgabe könnte zum Beispiel lauten:
Ich denke mir eine Zahl. Wenn man sie mal 10 nimmt und 30 abzieht, dann hat man 70. Welche Zahl meine ich?

Eine solche Aufgabe löst man am besten, wenn man einfach rückwärts rechnet. 70 plus 30 ergibt 100 und 100 geteilt durch 10 ergibt als Antwort dann 10.

Ähnlich gilt es, die Quellen für die Vril-Gesellschaft rückwärts zu verfolgen.

Tut man dies, so stellt man, abgesehen von den modernen Verschwörungsautoren, fest, dass die älteste Erwähnung der Vril-Gesellschaft bei Pauwels und Bergier, die in ihrem Buch ‚Aufbruch ins dritte Jahrtausend‘ von dieser zu berichten wissen. Angeblich erfuhren sie von einem 1933 aus Deutschland geflohenen Raketenexperten, Dr. Willy Ley von der Existenz einer Geheimgesellschaft, die sich „die Loge der Brüder vom Licht“ oder eben „Vril-Gesellschaft“ nannten und deren Mitglieder versuchten, sich mittels paranormaler Kräfte und Meditation der so genannten „Vril-Kraft“ zu bemächtigen und die an höhere Wesen glaubten, die das innere der Erde bewohnen. [26]

1930 erschien erstmals die Schrift ‚Vril, die kosmische Urkraft‘, in der zwar von keiner Vril-Gesellschaft die Rede ist, aber von der Vril-Kraft, die zurückgehe auf Atlantis und die Kulturen der Vorzeit zu ihren immensen architektonischen Leistungen befähigte. [27]

Die angebliche Vril-Kraft wurde (allerdings ohne Erwähnung der angeblichen Vril-Gesellschaft) auch von den Theosophen behaupten. Helena Blavatzky, die Begründerin dieser esoterischen Lehren beschreibt in ihrem Buch ‚Isis Unveiled‘ (Isis entschleiert) von 1877 das „Astrallicht“ als alles durchwirkende Kraft und vergleicht diese mit Elektrizität und Magnetismus. Auch sei dies die Kraft, die der Autor Bulwer-Lytton, der noch Thema sein wird, als Vril bezeichnete. [28]

Und damit gelangen wir zu der Quelle, die der Ursprung für die geheimnisvolle, Vril genannte Kraft ist. Bei dieser Quelle, die Blavatzky aufgriff und mit ihr ihre esoterische Lehre bestückte, handelt es sich erstaunlicherweise um einen fiktionalen Roman des Schriftstellers Edward Bulwer-Lytton, der 1871 ‚Das kommende Geschlecht‘ veröffentlichte.

In dieser utopischen Geschichte geht es um einen Ich-Erzähler, der bei einer Expedition in einer Miene ein im Erdinneren lebendes Volk, die Vril-ja, entdeckt, die mit Hilfe der geheimnisvollen Vril-Kraft eine fortschrittliche Zivilisation gründete, in der Automaten Teile er Arbeit übernehmen und die Menschen mit Fluggeräten durch die Lüfte fliegen können.

Bulwer zeichnet hier die Geschichte einer neuen „Rasse“, die in der Lage wäre, die Menschheit auszurotten und nach der Rückkehr seines Protagonisten an die Erdoberfläche, schließt der Text damit, vor seinem Ableben wolle er mit diesem Protokoll seiner Erlebnisse der Menschheit eine Warnung vor dem kommenden Geschlecht hinterlassen.

An sich sollte die Tatsache, dass all die esoterischen Lehren von Vril-Kräften einem fiktionalen Text entspringen genügen, um die Existenz einer solchen, ebenso wie die der Vril-Gesellschaft zu entkräften.

Die Verschwörungstheoretiker aber bedienen sich der Tatsache, dass Bulwer-Lytton sich zeitweise für Esoterik interessierte (und angeblich Rosenkreuzer war) und versuchen daraus Belege dafür zu stricken, dass diese Geschichte eben nicht rein fiktional ist und dass er aus diesem esoterischen Hintergrundwissen schöpfen würde. [29]

Diese angeblichen Belege entpuppen sich aber schnell als unhaltbar. In der DTV-Ausgabe von Bulwer-Lyttons Roman befinden sich im Anhang auch Briefe von diesem, die er verschiedenen Personen bzgl. seiner Geschichte schrieb. In einem auf den 15. März 1870 datierten Brief schildert er zum Beispiel, dass die Idee zu seinem Buch auf Darwins Evolutionstheorie basiert und die Möglichkeit bestehe, dass die Menschheit von einer fortschrittlicheren Rasse verdrängt werden würde. Die Idee für die Vril-Kraft basiere als Analogie auf dem elektrischen Strom. [30]

In einem früheren Brief vom 21. Dezember 1863 schildert er eine Meinung zum Okkultismus und zum Spiritismus und kommt zu einem kritischen Urteil:

„Auch wenn die solche Phänomene hervorrufenden Personen keine Betrüger sein sollten, sind die Phänomene selbst doch sehr trügerisch; über die Befriedigung der bloßen Neugier hinaus könnten sie vielleicht für Physiologen oder Gelehrte von Interesse ein. Doch die intellektuellen Resultate jeder sorgfältigen Untersuchung sind so dürftig oder spärlich, und die Phänomene sind in einem solchen Maße und außergewöhnlichen Geschöpfen zueigen, daß der Mensch, er am besten dazu geeignet wäre, ihre Natur zu untersuchen, wahrscheinlich besser daran täte, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen; und die Naivität und Kritiklosigkeit, mit der sogar Leute mit guter Ausbildung und Intelligenz sich um diese Wiederbelebung alter Zauberkünste, die in früheren Zeiten den menschlichen Geist betörten, versammeln, wird wahrscheinlich viel Schaden anrichten, indem es den vernünftigen Glauben erschüttert und unvernünftigen Aberglauben hervorruft.“ [31]

Wir recht Bulwer-Lytton mit dieser Prognose hatte, lässt sich schließlich an den hanebüchenen Behauptungen wie Holey und anderen Verschwörungstheoretikern ersehen. Am Beispiel der Vril-Gesellschaft lässt sich einmal mehr ersehen, dass diese Behauptungen nicht haltbar sind und sich im Laufe der Zeit aus einem Roman heraus entwickelten und immer weiter ausgeschmückt wurden.

3. Die Wewelsburg

Gerade zu zu einem (ärgerlichen) Wallfahrtsort für Neonazis und Rechtsesoteriker ist die im Paderborner Umland gelegene Wewelsburg geworden. [32]
Dies liegt vor allem an der okkulten Symbolik, konkret der „schwarzen Sonne, die Heinrich Himmler dieser hinzufügen ließ.

Wenngleich erste Bebauungen am Platze der Burg bereits im 11. Jahrhundert nachgewiesen sind, fand die Errichtung im heutigen Stil erst im 17. Jahrhundert statt. Seitdem wurde ihr, in Deutschland einzigartiges dreieckig aufgebautes Antlitz häufig baulichen Veränderungen unterzogen.

Zu ihrer ereignisreichen Geschichte gehört auch der so genannte „Hexenkeller“, ein Verhör-Raum mit angeschlossenem Kerker, indem den Urkunden nach 1631 mindestens 2 Verfahren gegen vermeintliche Hexen stattfanden und 1657 soll hier sogar ein angeblicher Werwolf während der Folter zu Tode gekommen sein. [33]

Die Wewelsburg mit ihrem charakteristischen dreieckigen Aufbau

Abbildung Nr. 1: Die Wewelsburg mit ihrem charakteristischen dreieckigen Aufbau (Foto: André Kramer)

Bereits 1933 sicherte Heinrich Himmler sich diese Burg als spätere Schule zur Ausbildung seiner SS-Schergen und plante aufwendige Umbaumaßnahmen in Höhe von 250 Millionen Reichsmark. [34]

Wenngleich diese Umbauten nie im vollen Umfang stattfinden sollten, so ist es doch speziell der Nordturm des Bauwerks, der die Anhänger rechter Esoterik so anzieht.

Unter Zuhilfenahme von KZ-Insassen aus dem nahegelegenen KZ Niederhagen mit seinen 1285 Todesopfern [35], kam es unter anderem zur Errichtung der so genannten „Gruft“, einem im Kellerraum des Nordturms gelegenen Kultraum, auf deren Kuppeldecke ein Hakenkreuzornament prangt und der, so wird vermutet, als Hain der Totenverehrung dienen sollte. [36] Schließlich sollten in der Wewelsburg auch die Totenkopfringe verstorbener SS-Träger verwahrt werden.

Der Blick in die so genannte 'Gruft'

Abbildung Nr. 2: Der Blick in die so genannte „Gruft“ (Foto: André Kramer)

Darüber befindet sich der so genannte Obergruppenführersaal, dessen Zentrum ein im Boden angebrachtes Ornament die so genannte „schwarze Sonne“ ist. Es handelt sich hierbei um ein zwölfspeichiges Sonnenrad, das an den Enden in Sigrunen ausläuft. Die Nischen mit den Fenstern in dem Rundbau sind so angelegt, dass das einfallende Licht genau in dieses Zentrum fällt.

Der ehemalige Waffen-SS-Mann Wilhelm Landig verwendet das Symbol in seiner Thule-Trilogie, bezeichnet die schwarze Sonne als das Symbol für das geheime selbstständige Reich, da schließlich nur die Wehrmacht und nicht das Reich kapituliert hätte. [37]

Heller und Maegerle stellen fest, dass in der rechtsextreme eine Reihe von Merchandesign-Produkten mit der schwarzen Sonne gibt, unter anderem Manchettenknöpfe in verschiedenen Variationen, die im Versandkatalog „die deutsche Stimme“ der NPD angeboten werden. [38]

Wie im Zusammenhang mit der Thule-Gesellschaft bereits erwähnt, spielte das Symbol auch bei Holey eine Rolle, ebenso wie in unzähligen anderen Büchern und Artikeln aus diesem Spektrum. Als „urgermanisch-deutsches Symbol“ [39] wird es im Sinne einer Zahlenmystik gedeutet, als Schlüssel zur inneren Welt in einer anderen Publikation von Holey. [40]

In seinem Erstlingswerk führt Holey aus:

„Die schwarze Sonne ist eine große Zentralsonne, die Ur-Zentralsonne, um die sich unsere Sonne dreht und welche durch das gleichschenklige Kreuz dargestellt wird (Balkenkreuz).“[41]

Das vom einfallenden Licht beschienende Ornament der Schwarzen Sonne im Obergruppenführersaal der Wewelsburg

Abbildung Nr. 3: Das vom einfallenden Licht beschienende Ornament der Schwarzen Sonne im Obergruppenführersaal der Wewelsburg (Foto: André Kramer)

Brebeck führt an, dass eine authentische Interpretation des Sonnenrades (schwarze Sonne) vor 1945 nicht überliefert ist und führt an, dass als Vorbild eine alamannische Fibel aus dem 7. Jahrhundert gilt, zu deren Gruppe auch andere Sonnensymbole, darunter auch das Hakenkreuz gehören. Der Ursprung liegt vermutlich in nahöstlichen Licht- und Sonnenkulten der späten Antike. [42]

4. Die Rolle Deutschlands im 2. Weltkrieg

Besonders dreist sind Holeys Herleitungen zum Beginn des zweiten Weltkriegs. In seinem Erstlingswerk erfahren wir, dass die Version der Geschichtsbücher nur wenig mit der Wahrheit zu tun und die Hälfte fehlen würde. [43]

Deutschland hätte nie Krieg mit England gewollt, überhaupt hätte Polen den Krieg begonnen und lange geplant sich weitere Teile Deutschlands anzueignen, während Deutschland nicht mehr als eine Wiedervereinigung mit Danzig und einen Korridor nach Ostpreußen. Darüber hinaus das wiedereingliedern der nach dem ersten Weltkrieg an Polen gefallenen Gebiete. [44]

Nach der Eroberung von Polen und Frankreich hätte Deutschland den Krieg sowieso beenden wollen, führt er weiter aus. [45]

Den Ausführungen Holeys nach war der 2. Weltkrieg also nicht durch Deutschland verursacht, sondern ging auf den perfiden Plan der Illuminati zurück, um ihrem Ziel der Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen.

Wie sehr es hier zur Verdrehung der Realität kommt, ist mehr als erschreckend, umso mehr, da es offensichtlich genügend Menschen zu geben scheint, die dieses Szenario glauben. Tatsächlich lässt sich das Gegenteil bereits mit Hitlers eigenen Ausführungen in „Mein Kampf“ belegen. Er spricht sich für den bewaffneten Kampf zur Wiedererlangung verlorener Gebiete aus, außerdem:

„Denn unterdrückte Länder werden nicht durch flammende Proteste in den Schoß eines gemeinsamen Reiches zurückgeführt, sondern durch ein schlagkräftiges Schwert. Dieses Schwert zu schmieden, ist die Aufgabe der innerpolitischen Leitung eines Volkes; die Schmiedearbeit zu sichern und Waffengenossen zu suchen, die Aufgabe der außenpolitischen.“ [46]

Doch es ging Hitler von Anfang an um mehr, nämlich um die:

„Stärkung der Kontinentalmacht durch Gewinnung neuen Bodens in Europa.“ [47]

In seinen Ausführungen schwadroniert Hitler über mögliche zukünftige Bündnispartner, die allerdings niemals mehr als Zweckbündnisse sein könnten, und benennt als zwei Möglichkeiten Italien und England (um gegen den großen Feind Frankreich ins Feld zu ziehen). Doch auch hier zieht er schnell zurück, denn:

„Das Finanzjudentum wünscht, entgegen den Interessen des britischen Staatswohls, nicht nur die restlose wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands, sondern auch die vollkommene politische Versklavung“ [48]

Trotzdem sieht er dieses potentielle Bündnis mit England weiter bestehen, denn im Gegensatz zu Frankreich, in dem seiner Ansicht nach kein Widerspruch zwischen dem Bestreben der Juden und des französischen Staates bestehen würde, befände England sich nach wie vor im Zwiespalt. [49]

Das eigentliche Ziel von Hitlers Expansionsvisionen war allerdings Osteuropa:

„Nur ein genügend großer Raum auf dieser Erde sichert einem Volke die Freiheit des Daseins.“ [50]

Kurz darauf formuliert er die fatalen Ziele seiner Partei deutlicher:

„Wenn die nationalsozialistische Bewegung wirklich die Weihe einer großen Mission für unser Volk vor der Geschichte er-halten will, muß sie, durchdrungen von der Erkenntnis und erfüllt vom Schmerz über seine wirkliche Lage auf dieser Erde, kühn und zielbewußt den Kampf aufnehmen gegen die Ziellosigkeit und Unfähigkeit, die bisher unser deutsches Volk auf seinen außenpolitischen Wegen leiteten. Sie muß dann, ohne Rücksicht auf „Traditionen“ und Vorurteile, den Mut finden, unser Volk und seine Kraft zu sammeln zum Vormarsch auf jener Straße, die aus der heutigen Beengtheit des Lebensraumes dieses Volk hinausführt zu neuem Grund und Boden und damit auch für immer von der Gefahr befreit, auf dieser Erde zu vergehen oder als Sklavenvolk die Dienste anderer besorgen zu müssen.

Die nationalsozialistische Bewegung muß versuchen, das Mißverhältnis zwischen unserer Volkszahl und unserer Bodenfläche – diese als Nährquelle sowohl wie auch als machtpolitischer Stützpunkt angesehen –, zwischen unserer historischen Vergangenheit und der Aussichtslosigkeit unserer Ohnmacht.“ [51]

Hitlers reines Taktieren zeigt sich bereits in seiner Meinung zu Russland, wenn er zum Beispiel schreibt:

„Man vergesse doch nie, daß die Regenten des heutigen Rußlands blutbefleckte gemeine Verbrecher sind, daß es sich hier um einen Abschaum der Menschheit handelt, …“ [52]

Während er in ‚Mein Kampf‘ ein Bündnis mir Russland noch ausschließt, beschreibt er in seiner Begründung für diesen Ausschluss all die von ihm vermuteten Falschheiten Russlands im Falle eine hypothetischen Bündnisses, die er später selbst begehen sollte. Projiziert auf Russland, nimmt er quasi sein eigenes späteres Handeln vorweg:

„Man schließt aber keinen Vertrag mit einem Partner, dessen einziges Interesse die Vernichtung des anderen ist. Man schließt ihn vor allem nicht mit Subjekten, denen kein Vertrag heilig sein würde, da sie nicht als Vertreter von Ehre und Wahrhaftigkeit auf dieser Welt leben, sondern als Repräsentanten der Lüge, des Betruges, des Diebstahls, der Plünderung, des Raubes. Wenn der Mensch glaubt, mit Parasiten vertragliche Bindungen eingehen zu können, so ähnelt dies dem Versuche eines Baumes, zum eigenen Vorteil mit einer Mistel ein Abkommen zu schließen.“ [53]

Hitler wollte keinen Frieden, er glaubte an einem Kampf der Kulturen und der Rassen um Lebensraum und er glaubte daran, dass der Stärkere das Recht habe, sich den Lebensraum anzueignen, den er sich erkämpfen könne. [54]

Außerdem war seine Agende eindeutig, Lebensraum für die Deutschen im Osten zu schaffen. [55]

Ein Witz ist es also, zu behaupten, Deutschland hätte den Krieg nicht gewollt. Traurig ist auch Holeys Versuch, den Ausbruch des Krieges Polen in die Schuhe zu schieben, bedient er sich doch hier derselben Propaganda, die auch das Hitler-Regime anwendete, um den Überfall auf Polen nach einem Akt der Selbstverteidigung aussehen zu lassen.

Bereits am 22. August 1939, also wenige Woche vor Ausbruch des 2. Weltkriegs mit dem Angriff von Deutschland auf Polen am 1. September, soll Hitler folgendes geäußert haben:

„Ich werde propagandistischen Anlaß zur Auslösung des Krieges geben, gleichgültig, ob glaubhaft.“ [56]

Und bei den Nürnberger Prozessen sagte dann auch Ex-General Erwin Lashousen aus, Mitte August wäre im Rahmen des Unternehmens Himmler der Auftrag erteilt worden, polnische Uniformen und Ausrüstungsgegenstände zu besorgen. Zwar wussten er und die anderen Beteiligten nicht, wozu diese Utensilien verwendet werden sollten, doch als die Nachricht des angeblichen Angriffs Polens auf Deutschland eintraf, da wurde ihm klar, wozu diese gebraucht wurden. Außerdem wurde er einige Tage später von einem Vorgesetzten davon in Kenntnis gesetzt, dass die polnischen Uniformen von Häftlingen eines Konzentrationslagers getragen worden, die damit einen Angriff auf den deutschen Sender Gleiwitz fingiert hatten. [57]

Der SD-Angehörige Alfred Helmut Naujocks gab an, von dem SD-Chef Heydrich den Auftrag erhalten zu haben, die Aktion auf den Sender Gleiwitz durchzuführen und wie einen Anschlag polnischer Soldaten erscheinen zu lassen. [58]

Soviel an dieser Stelle zu den bekannten Tatsachen über den Angriff auf Polen.

Es ist schon erstaunlich, wie Holey es tatsächlich auch nur wagen kann, die Ereignisse um den Ausbruch des Krieges dermaßen zu verklären, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Beweise gegen das von ihm postulierte Szenario dermaßen erdrückend sind. Von Seiten Holeys ist hier ein eindeutiger Versuch zu sehen, die Täter zu opfern zu machen.

Aber Geschichtsverfälschung ist ja eine besondere Spezialität, sowohl des Hitler-Regimes, als auch der Neuen Rechten.

5. Atlantis als Urheimat de Arier – Alternative Archäologie und Paläo-SETI missbraucht durch Rechtes Gedankengut

Zu Zeiten des Dritten Reichs, aber auch schon bereits zuvor, innerhalb der völkischen Bewegung, waren ihre Vertreter bestrebt, ein alternatives Geschichtsbild zu etablieren. In diesem Zuge kam es zu den wahnwitzigsten Behauptungen und Geschichtsmodellen und allzu offensichtlich unsinnige Thesen, die von den Nazis (Stichwort Ahnenerbe) aber begeistert aufgenommen worden. Man denke hier zum Beispiel an die Welteislehre eines Hanns Hörbigers, der einen ewigen Kampf zwischen Eis und Glut postulierte, Himmelskörper die aus Eis bestehen (inklusive dem Mond) und selbst Schnee und Regen hierauf zurück führte (schmelzende Sternschnuppen). Im Gegensatz zur Wissenschaft, die Hörbigers Glazialkosmogonie“ bereits Ende des 19. Jahrhunderts ablehnte [59], war Heinrich Himmler begeistert von derlei Thesen und baute sie in das Weltbild des Nationalsozialismus ein. [60]

Interessanterweise zeigt sich hier in den modernen grenzwissenschaftlichen Werken ein gewisser Opportunismus. Erich von Däniken zum Beispiel betont zwar, dass er Hörbigers Thesen nicht teile und das dahinterstehende Weltbild schon gar nicht, bedient sich in den Bruchstücken die ihm in den Kram passen aber doch den Argumenten Hörbigers und seiner Nachfolger, wie Edmund Kiss, der auf Basis von Hörbigers Weltbild zum Beispiel das Alter von Tiahuanaco auf 27000 v. Chr. datierte. [61]

Die Neue Rechte hingegen bedient sich wiederum auch gerne Dänikens Götterastronauten, die These eine einstmaligen Kontakts mit Außerirdischen in der Vergangenheit (genannt Paläo-SETI oder Prä-Astronautik). Beispiele hierfür wurden bereits im ersten Artikel genannt. So greift Jan van Helsing unter anderem die Thesen von Zecharia Sitchin auf, der die sumerischen Mythen dahingehend interpretierte, dass einst Außerirdische, die von einem bis dato noch unentdeckten Planeten unseres Sonnensystems stammen, der die Sonne alle 3600 Jahre umrundet, auf der Erde waren. Diese außerirdischen Götter schufen demnach den Menschen als Sklavenrasse für den Rohstoffabbau, wogegen sich einige der Außerirdischen aber auflehnten. Diese Götter, so van Helsing, wurden dann von den Juden zu einem Gott erklärt und angebetet. Als Gegenspieler dieser von den Juden später angebeteten bösen Götter, hätten späte eine geheime „Bruderschaft der Schlange“ fungiert, um gegen die üblen Machenschaften dieser Aliens anzugehen. [62]

Doch auch andere rechtsgerichtete Autoren griffen die Grundideen der Paläo-SETI auf und wandelten sie ihren politischen Ansichten entsprechend um. Das Autorenduo Sternhoff und Kappel etwa nimmt für seine wirren Thesen den Unterbau von Spanuths Atlantisthese und ergänzt diese durch die Vorstellung, die Götter der frühen Zeiten wären in Wirklichkeit Germanen gewesen, die aus dem nordeuropäisch gelegenen Atlantisimperium heraus mittels Flugmaschinen (Heißluftballone) ferne Weltgegenden erkundeten und für Götter gehalten worden. Nach den Seevölkerkriegen und den Untergang von Atlantis seien diese Germanen mit ihren Flugmaschinen dann gen Amerika aufgebrochen und hätten den Kulturen Süd- und Mittelamerikas die Zivilisation gebracht. So hätten diese auch ihre bautechnischen Meisterleistungen vollbringen können. [63]

Mit diesen Thesen treten die Autoren im Grunde das Erbe des Nazi-Chefideologen Alfred Rosenberg und seines Mythus des 20. Jahrhunderts an, in dem ganz ähnliche Thesen vertreten werden.[64]

Vorab zu Spanuths Thesen. Jürgen Spanuth, ein norddeutscher Pastor, veröffentlichte erstmals in den fünfziger Jahren und später eine Reihe von Büchern (später auch im rechtsextremen Grabert-Verlag), die Platons Atlantis in der Nordsee, genauer auf einer untergegangenen Landmasse bei Helgoland verorteten. [65] Es hätte sich bei der Kultur von Atlantis um eine bronzezeitliche Hochkultur gehandelt, auf die unter anderem die berühmten Seevölkerkriege zurück gehen. Nach Platon habe Atlantis jenseits der Säulen des Herakles gelegen, [66] was nach Spanuth, der sich hier auf eine Aussage von Tacitus beruft, in diesem Fall nicht mit der Meerenge von Gibralta gleichzusetzen sei, sondern mit den Buntsandsteinfelsen von Helgoland. Tacitus führt bin seiner Germania nämlich aus:

„Ja, sogar auf den Ozean selbst haben wir uns dort (Gemeint ist das Land der Germanen, Anmerkung André Kramer) hinausgewagt, und ein Gerücht hat verbreitet, dass da noch die Säulen des Hercules vorhanden seien, mag nun Hercules wirklich hingelangt sein oder mögen wir nur übereingekommen sein, alles Großartige allerorten mit seinem Ruhm in Verbindung zu bringen.“ [67]

Hierunter vermutet Spanuth nun Helgoland.

Helgoland – Lag hier einst Atlantis?

Abbildung Nr. 4: Helgoland – Lag hier einst Atlantis? (Foto: André Kramer)

Platons rätselhaftes Metall Oreichalkos sei, so Spanuth, das berühmte Helgoländer Bernstein gewesen und der Kriegszug der Atlanter auf die Seevölkerkriege um 1200 v. Chr. zu datieren. Die Diskrepanz bzgl. des bei Platon angegebenen Alters von Atlantis 9000 Jahre vor Solon [68] und der Zeit der Seevölkerkriege, erklärt er damit, dass hier scheinbar eine Verwechslung des angewandten Kalendersystems stattgefunden hätte. Und zwar hätrten die ägyptischen Priester in Sais, die Solon von Atlantis berichteten, in Mondjahren gerechnet und so sei es zu der Diskrepanz gekommen. Rechnet man nun auf Sonnenjahre um, so wären wir tatsächlich bei 1200 v. Chr. [69]

Den Untergang von Atlantis erklärt Spanuth mit einem Kometeneinschlag in der Eidermündung. [70]

Man muss Spanuth lassen, dass er sich um eine Vielzahl von Indizien und angeblichen Beweisen bemühte, um seine Thesen zu beweisen. Für einige, die zuvor als Kritiker grenzwissenschaftlicher Ideen hervor traten, waren Spanuths Schriften sogar so überzeugend, dass sie sie verteidigten. [71]

Allerdings lassen sich Spanuth, beschäftigt man sich näher mit dem vorgebrachten Material, immer wieder Fehler und Manipulationen nachweisen. Von völlig haltlosen Spekulationen über eine bronzezeitliche Runenschrift einmal abgesehen [72] sollen hier kurze Beispiele angeführt werden.

Die Kontroverse um das Helgoländer Kupfer soll hierbei außen vorgelassen werden. Vielmehr verweise ich hier auf einen früheren Beitrag von mir. [73]

Als Beweis für die Herkunft der Seevölker führt Spanuth auch die Verbreitung des Griffzungenschwertes an und druckt eine von Sprockhoff übernommene Karte ab, die er mit der Unterschrift „Verbreitung des gemeingermanischen Griffzungenschwertes um 1200 v. Chr.“ [74] versieht.

Tatsächlich aber finden wir in Sprockhoffs Werk als Bildunterschrift die Bezeichnung Gemeines Griffzungenschwert. [75] Hier versuchte Spanuth eindeutig einen Bezug zu manipulieren, der im Original so nicht genannt war. Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass es sich bei Sprockhoffs Werk schon dem Titel ‚Die Germanischen Griffzungenschwerter‘ um ein völkisch orientiertes Werk handelt, schon deshalb, weil die Kulturen der Bronzezeit keine Germanen waren, unter denen man spätere Stammesverbände der Eisenzeit versteht. Aber auch nicht, dass Sprockhoff noch vor der Machtübernahme durch die Nazis Mitglied in der SA war und „aus seiner national-konservativen Meinung nie einen Hehl gemacht“ [76] hat.
Komplizierter wird es, wenn wir das Datierungsproblem heran ziehen und die These vom ägyptischen Mondkalender.

So behauptet er zum Beispiel, auch Diodor von Sizilien hätte geschrieben, dass die Ägypter einen solchen Mondkalender verwendeten und erwähnt zur weiteren Untermauerung noch, dieser hätte ja schließlich auch mit ägyptischen Priestern gesprochen. [77] Doch hier verfälscht Spanuth Diodors tatsächliche Aussage, dieser schreibt nämlich lediglich:

„Die ägyptischen Priester, die die Zeit von der Herrschaft des Helios bis zum Übergang Alexanders nach Asien errechneten, behaupten, diese betrage ungefähr 23000 Jahre. Sie erzählen, die ältesten der Götter hätten mehr als 1200, die späteren nicht weniger als 300 Jahre geherrscht. Da eine solche Zahl von Jahren unglaubwürdig erscheint, versuchen die einen zu behaupten, früher sei der Sonnenumlauf noch nicht erforscht gewesen, und so habe man den Umlauf des Mondes zum Maßstab für ein Jahr genommen. Ein Jahr habe demnach nicht mehr als 30 Tage umfaßt, und so sei es gar nicht außergewöhnlich, daß manche über 1200 Jahre alt wurden.“ [78]

Diodor spricht also gar nicht vom konkreten Wissen um einen Mondkalender, sondern lediglich von einer Überlegung, ob ein solcher nicht verwendet sein könnte, womit sich dann gewisse Zeitangaben der Ägypter rational erklären lassen würden.

Somit ist dieser Punkt als Beweis für einen ägyptischen Mondkalender also nicht brauchbar, doch schauen wir weiter.

Spanuth argumentiert weiter, die Ägypter hätten zwei Kalendersysteme verwendet, einen bürgerlichen Kalender, der in Sonnenjahren gerechnet wurde, und einen von den Priestern verwendeten Mondkalender a 27,32 Tage. [79]

Was ist dran an dieser Behauptung?

Es gab bei den Ägyptern tatsächlichen (wen wundert es) einen Sonnenkalender, ein so genanntes bürgerliches Jahr oder auch Wandeljahr, nach dem alle zeitlichen Angaben der Ägypter zu Regierungsjahren etc. ausgerichtet waren. [80]

Dieser Kalender errechnete sich aus 12 Monaten a 30 Tagen. Die Einteilung der Monate begann als erster bis vierter Monat der Überschwemmung, erster bis vierter Monat des Sprießens und erster bis vierter Monat der Hitze. Dazwischen wurden, außerhalb der Monate, dann noch 5 Tage eingeschoben, um auf 365 Tage zu kommen. [81]

Schon allein dies widerspricht also der These, Solon hätte die Jahresangaben für Atlantis in Mondjahren erzählt bekommen, da dies gar nicht der ägyptischen Vorgehensweise entspricht. Chronologische Angaben finden wir immer im Zusammenhang mit dem bürgerlichen Kalender.

Doch tatsächlich gab es auch einen Mondkalender bei den Ägyptern, der hauptsächlich rituellen Charakter hatte, da viele religiöse Feierlichkeiten sich an den Mondphasen orientierten, ohne aber, dass er weitere Verwendung fand. [82]

Lediglich aufgrund dieser Missverständnisse und Falschdarstellungen (bei Diodor) konnte Spanuth seine These aufrechterhalten.[83]

Politische Aktivitäten zu Zeiten des Nationalsozialismus lassen sich Spanuth bislang nicht nachweisen und auch der kritische Autor Strohmeyer kommt in seinem empfehlenswerten Werk zu keiner eindeutigen Feststellung bzgl. Spanuths Gesinnung:

„Ist Spanuth ein Genie, ein Phantast, ein Rassist und brauner Prophet des Germanentums? Auch die persönliche Begegnung hat mir diese Frage nicht endgültig beantwortet.“ [84]

Als politisch Konservativen mit altdeutsch-völkischen Zuschnitt bezeichnet Strohmeyer ihn und dass Spanuth Germanen verherrlichendes schreibt, darüber kann nicht gestritten werden. Ob er überzeugter Nazi war, darüber lässt sich wenig sagen, wohl aber, dass seine Thesen für entsprechende Autoren und Leser zu einem Idol wurde. Und damit sind wir wieder bei Sternhoff und Kappel. Den Unsinn von europäischen Kultureinflüssen auf die Kulturen Mittel- und Südamerikas habe ich bereits an anderer Stelle ausführlich behandelt, sodass ich hier lediglich auf entsprechende Veröffentlichung verweisen möchte. [85]

Betrachten wir aber doch andere Aspekte dieser wahrlich hanebüchenen Thesen. Eine aus den Megalithkulturen hervorgegangene Hochkultur der „nordischen Bronzezeit“, wie es die Autoren postulieren, ist geschichtlich an keiner Stelle nachweisbar! Dazu noch die Annahme, diese angebliche Hochkultur hätte über verschiedene Flugmaschinen verfügt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Nehmen wir zum Beispiel die Seevölkerkriege, die um 1200 v. Chr. Europa und Vorderasien erschütterten. Die Autoren folgen hier den Ideen Spanuths, dass diese Seevölker aus Nordeuropa stammen würden. Beschäftigen wir uns aber zum Beispiel mit den Inschriften aus Medinet Habu in Ägypten, in denen die Seevölkerkriege in Schrift und Bild dargestellt werden, dann finden wir hierfür keinerlei Hinweise. So ist weiter bekannt, dass die Erfindung des Segels bei den nordeuropäischen Kulturen erst in sehr viel späterer Zeit stattfand (zur Zeit der Wikinger). Darstellungen von Schiffen aus der „nordischen Bronzezeit“ auf Felsbildern oder Gegenständen zeigen deutlich, dass die Schiffe dieser Zeit reine Ruderboote waren.

Bronzezeitliches Ruderboot auf einem Rasiermesser. Schloss Gottorf, Schleswig

Abbildung Nr. 5: Bronzezeitliches Ruderboot auf einem Rasiermesser. Schloss Gottorf, Schleswig (Foto: André Kramer)

Um 98 n. Chr. beschrieb Tacitus auch die Bauweise der Schiffe der nördlich gelegenen germanischen Stämme. Hierzu führt er aus:

„Dann kommen wir, schon im Meer, die Völkerschaften der Suionen (ein schwedischer Stamm, Anmerkung André Kramer); deren Stärke liegt außer in ihren Kämpfern und Waffen in ihren Flotten. Die Bauart ihrer Schiffe ist insofern sonderbar, als sie an beiden Enden einen Bug haben, der immer eine fertige Stirnseite zum Anlaufen bietet. Sie bedienen sich keiner Segel und (…)“[86]

Das älteste bekannte seetaugliche Schiff Nordeuropas wurde 1863 in dem Nydam-Moor im Süden Dänemarks gefunden. Es stammt aus der Zeit um 320 n. Chr. Dieses mehr als 20 Meter lange Boot aus Eichenholz konnte 45 Personen fassen und war als reines Ruderboot ausgelegt. [87]

Das Nydamschiff in Schloss Gottorf in Schleswig

Abbildung Nr. 6: Das Nydamschiff in Schloss Gottorf in Schleswig (Foto: André Kramer)

Es dauerte also selbst jetzt noch Jahrhunderte, bis die Wikinger mit ihrer speziellen Schiffsbauweise und der (in Nordeuropa) innovativen Technik des Segels die Meere unsicher und sogar die Küsten Amerikas erreichen konnten.

Da aber die Darstellungen an den Tempelwänden von Medinet Habu eindeutig „Seevölkerschiff“ unter Segeln zeigen, fallen irgendwelche nordischen Bronzezeitler eigentlich schon weg.

Der beeindruckende Tempel von Medinet Habu, auf dem die Seevölkerkriege in Wort und Bild festgehalten sind

Abbildung Nr. 7: Der beeindruckende Tempel von Medinet Habu, auf dem die Seevölkerkriege in Wort und Bild festgehalten sind (Foto: André Kramer)

Seevölkerschlacht am Außenpylon

Abbildung Nr. 8: Seevölkerschlacht am Außenpylon. Leider sind die Darstellungen schon stark verwittert, sodass sie hier partiell digital nachgezeichnet wurden. Zu erkennen sind die Mast tragenden Schiffe der Ägypter und Seevölker (Foto: André Kramer)

Vor allem aber wissen die Texte von Medinet Habu ganz gewiss nichts von Fluggeräten zu berichten. Die Vorstellung von bronzezeitlichen Kulturbringen aus dem Norden, die überdies sogar schon über die Technik des Fliegens verfügte, ist schon faszinierend und zeugt davon, dass ihre Vertreter sich nicht einmal rudimentär mit den geschichtlichen- und archäologischen Quellen dieser Zeit vertraut gemacht haben können.

Fangen wir an mit der Behauptung, die postulierte bronzezeitliche Hochkultur in Nordeuropa wäre ein Ableger der Megalithkultur. [88]

Hier beginnen schon die ersten groben Fehler. Richtig ist, ganz Europa war im Neolithikum von der „Megalithidee“ angesteckt. Aber, es handelte sich nicht um eine Megalithkultur, sondern um verschiedene Megalithkulturen, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden, wohl aber voneinander inspiriert waren und auf gemeinsame religiöse Grundideen zurückgingen.

Entgegen der Meinung der Autoren, war der Nordkreis auch nicht der Ausgangspunkt der Megalithidee, sondern die ältesten Monumente dieser Art lassen sich in der Bretagne gegen 4500 v. Chr. nachweisen, während die ersten Urdolmen Norddeutschlands erst um 3500 v. Chr. errichtet worden. [89]

Selbst innerhalb Deutschlands lassen sich anhand von Keramik- und Baustil unterschiedliche Kulturen bestimmen, die megalithische Bauwerke errichteten. In Teilen Hessens, Thüringens und Nordrhein-Westfalens lebten zwischen 3500 und 2800 v. Chr. die Menschen der Wartberger Kultur, sie errichteten große Steinkammergräber mit Seelenlöchern [90]. Die klassischen Dolmen Norddeutschlands hingegen entstammen der Trichterbecherkultur um 4300 bis 3000 v. Chr. Sie war innerhalb Deutschlands in Schleswig Holstein, dem nördlichen Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern verbreitet.[91]

Ein schönes Beispiel für einen klassischen Ur-Dolmen der Trichterbecherkultur finden wir bei Lehmsick, nahe Eckernförde.

Dolmen der Trichterbecherkultur bei Lehmsick, Schleswig-Holstein

Abbildung Nr. 9: Dolmen der Trichterbecherkultur bei Lehmsick, Schleswig-Holstein (Foto: André Kramer)

Über die genauen Umstände des Endes der klassischen Megalithkulturen ist man sich noch nicht vollends im Klaren. Gesichert ist, sie geht mit kulturellen Umwälzungen einher, plötzlich traten neue Keramikformen in Mittel- und Nordeuropa auf, sowie Steinäxte, die dieser neuen Kultur auch ihren Namen verleihen (früher sprach man von Streitaxtkultur), nämlich Schnurkeramische Kultur.
Ob es sich hierbei um Einwanderer handelt oder ob es innerhalb der Trichterbecherkultur zu einem gesellschaftlichen Wandel kam, wissen wir nicht. Wohl aber konnten neuere Untersuchungen feststellen, dass es sich um einen schleichenden Wandel gehandelt hat und dass – zum Beispiel die Grabsitten – eine Zeitlang nebeneinander existierten, bevor sich dann gänzlich der der Schnurkeramiker entsprachen. [92]

Was dann an Grabformen in der Bronzezeit in Norddeutschland und Skandinavien präsent war, waren die Grabhügel, die man in diesen Regionen häufig findet. Hierbei handelt es sich um Einzelgräber die von Sandhügeln bedeckt worden. Aus Helgoland, dem angeblich einstigen Mittelpunkt der bronzezeitlichen Hochkultur Nordeuropas kennen wir sogar noch weniger an spektakulären Funden. Unspektakuläre Steinkistengräber aus dem 16. Jahrhundert vor Christus sind uns geblieben.

Ein Steinkistengrab, das auf der Insel Helgoland gefunden wurde, im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin

Abbildung Nr. 10: Ein Steinkistengrab, das auf der Insel Helgoland gefunden wurde, im Museum für Vor- und Frühgeschichte, Berlin (Foto: André Kramer)

Auch darüber hinaus existierte keine herausragende Architektur in der Bronzezeit, die die Vorstellung rechtfertigen würden, diese Menschen hätten anderen Völkern auf fremden Kontinenten die Kultur gebracht und gar über fliegende Apparate verfügt.

Diese Diskrepanz zwischen technologischen Stand und stilistischen Unterschieden, sollte eigentlich ausreichen, eine solche Kulturbringer-These ad absurdum zu führen. Zumal sich die Entwicklung der meisten Kulturen des Altertums ziemlich gut anhand der archäologischen Fundlage und anhand der erhaltenen schriftlichen Hinterlassenschaften nachvollziehen lässt – ohne Kulturbringer aus dem Norden.
Interessante ist die selektive Herleitung aus alten Mythen, die vorher von der Paläo-SETI für sich beansprucht worden sind. Als Beispiel mag der Hesekieltext der Bibel herhalten. Während Blumrich aufgrund seiner selektiven Textdeutung noch zu dem Schluss kam, hier wäre ein Atom betriebenes Zubringerraumschiff beschrieben worden, [93] wird bei Sternhoff und Kappel ein Heißluftballon vermutet. [94]

Noch eigenwilliger wird es, wenn versucht wird, Noah zu einem Nordeuropäer zu erklären:

„Lamech kam eines Tages von einer Reise zurück. Zu seiner Verblüffung stellte er fest, dass seine Familie während seiner Abwesenheit Zuwachs erhalten hatte. Nach seinen äußeren Merkmalen erschien dieser Sohn, Noah genannt, nicht von ihm zu sein. Vielmehr glich dessen Erscheinungsbild dem der ‚Söhne des Himmels‘. Seine Ehefrau bestritt dies natürlich vehement. Welche körperlichen Besonderheiten waren es, die in Lamech den Verdacht erweckten, bei der Zeugung des Jungen wäre nicht er selbst, sondern einer der Himmelssöhne beteiligt gewesen? ‚Sein Leib war weiß wie Schnee und rot wie die Rosenblüte, sein Haupthaar weiß wie Wolle und seine Augen wie Sonnenstrahlen.‘ Weiße Hautfarbe, die sich an den unbedeckten Stellen unter Sonneneinwirkung schnell rötet, helles, beinahe weißliches Haupthaar, strahlend blaue Augen…“ [95]

Wie sehr hier der Wunsch ein bestimmtes Ziel zu erreichen die Deutung der Textstelle bestimmt, wird schnell deutlich. Ist ein so genannter Weißer von der Hautfärbung her nicht eher beige, als weiß wie Schnee? Außerdem ist weiß wie Wolle doch wohl etwas anderes als beinahe weißliches Haar, oder? Und Augen wie Sonnenstrahlen sind sicherlich nicht dasselbe wie strahlend blau.

Derlei Geschichtsverklärungen, durch selektiv und weit ab von der tatsächlichen archäologischen und geschichtlichen Faktenlage aus aufgestellt werden, haben eine lange Tradition und nehmen sich nichts im Vergleich zu denen aus Zeiten des Dritten Reichs, wie sie von Sebottendorf, Rosenberg und Co. Vertreten worden sind.

6. Verschwörungstheorien und das Dritte Reich – eine gemeinsame Geschichte

Man könnte behaupten, dass das Aufkeimen des Nationalsozialismus und dessen Verlauf von Verschwörungstheorien begleitet und forciert wurde.

Als Beispiel mag der junge Adolf Hitler gelten, der als Gefreiter im ersten Weltkrieg das erste mal in seinem Leben das Gefühl hatte, etwas richtig zu machen und für etwas wichtiges einzutreten. [96] Als der Krieg für Deutschland und Österreich dann verloren war, konnte er, genauso wie viele andere, diese Niederlage nicht fassen. Wie konnten die als überlegen geglaubten Deutschen diesen Krieg nur verlieren? Zuflucht suche Hitler, aber nicht nur dieser, in der so genannten Dolchstoßlegende. Nicht die Feinde von außen, so glaubte man, bezwangen das deutsche Kaiserreich, sondern Feinde von innen. Eine Verschwörung muss es gewesen sein, die den ersten Weltkrieg auf diese Weise beendete. Und wer waren die Verschwörer, die in Hitlers Augen den Untergang des deutschen Kaiserreichs herbeiführten? Die Juden natürlich. In seinem fatalen ‚Mein Kampf‘ schreibt Hitler hierzu zu den Ereignissen nach dem Krieg und nach seiner Rückkehr nach München 1919:

„Die Lage war unhaltbar und drängte zwangsläufig zu einer weiteren Fortsetzung der Revolution. Der Tod Eisners beschleunigte nur die Entwicklung und führte endlich zur Rätediktatur, besser ausgedrückt: zu einer vorübergehenden Judenherrschaft, wie sie ursprünglich den Urhebern der ganzen Revolution als Ziel vor Augen schwebte.“ [97]

Die Juden waren es in den Augen der Nazis sowieso, die hinter allem schlechten steckten und für jede noch so krude Verschwörungstheorie herhalten mussten. Hierzu gehören auch die, in meinem ersten Artikel bereits ausführlich behandelten Protokolle der Weisen von Zion.

Man denke auch an den ersten Weltkriegshelden Erich Ludendorff, der später gemeinsam mit Hitler einen Putschversuch in München im November 1923 unternahm, der aber fehlschlug. In einer ständig größer werdenden Paranoia schreib er schon vor Hitlers Machtübernahme über die Weltverschwörung der Juden. Besonders die Freimaurer bezichtigte er, von Juden gesteuert dieses Ziel der Weltherrschaft anzustreben. In seinem erstmals 1927 erschienenen Buch ‚Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse‘ fantasiert er:

„Solche Abhängigkeiten der Freimaurerei vom Judentum erschwert nicht nur die Befreiung des deutschen Volkes von seinen Feinden, sondern sie vertieft die Versklavung und macht vornehmlich zahlreiche Deutsche zu Mitarbeitern an der Errichtung der jüdischen Weltherrschaft.“ [98]

In der Stadt Regen im bayrischen Wald finden monatlich die so genannten Treffs für Grenzwissenschaften statt. In der Regel bekommen die Zuhörer hier bekannte Referenten aus dem gesamten Spektrum grenzwissenschaftlicher Autoren zu hören. Trotzdem unterscheidet sich diese Veranstaltung von anderen. In den Tischgesprächen fallen immer wieder Namen wie Jan van Helsing und es wird munter über allerlei finstere Verschwörungen geredet. Häufig geht es darum, dass die Deutschen am 2. Weltkrieg ja gar keine Schuld hätten und dass die Juden es eigentlich seinen, die in finsteren Geheimgesellschaften organisiert die Geschicke der Menschheit steuern.

Schaut man dann auf den Büchertisch der Veranstalter, dann bekommt man einschlägige Werke zu Gesicht. Teils in selbst produzierten Kopien liegt da zum Beispiel die Thule-Trilogie des im ersten Artikels bereits erwähnten Altnazis Wilhelm Landig aus, genauso wie weitere Werke über Nazi-UFOs, deutsche Atombomben und natürlich auch die Bücher des Jan van Helsing. Vor Ort konnte ich vor einigen Jahren auch ein obskures Werk mit dem Titel ‚Freimaurer arbeiten für Roosevelt‘ erstehen, dass erstmals 1943 erschien und von eine gewissen Erich Ehlers verfasst wurde. Das Buch sucht zu beweisen, dass der Eintritt der USA nur aufgrund der Logenzugehörigkeit Roosevelts basierte und auf massive Einflussnahmen durch die europäische Freimaurerei zurückgehe würde, die wiederum auf Verflechtungen mit „Jüdischen Kreisen“ zurückgehe. [99]

Begründet wurden diese Thesen mit einer Reihe freimaurerischer Korrespondenz mit den USA. Interessanterweise zeigen aber genau diese Dokumente auf, dass die häufig postulierte Allmacht der Freimaurer gar nicht gegeben ist. Vielmehr waren die Mitglieder des Männerbundes gute Beobachter der politischen Entwicklungen und versuchten schlimmstes abzuwenden. In einem als Dokument Nr. 4 bezeichneten Schreiben vom Oktober 1938, das aus Paris stammend an Roosevelt gerichtet ist, heißt es zum Beispiel:

„Am Sonnabend, dem 24. September 1938, als die internationale Lage fast verzweifelt erschien, beschwor die Hauptversammlung unseres Ordens, der Vertreter der befreundeten freimaurerischen Mächte Europas beiwohnten, Sie brüderlich, Ihre mächtige Stimme zu erheben, um den Ausbruch des Weltkrieges zu verhüten.“ [100]

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit den unzähligen Verschwörungstheorien rund um die Freimaurer muss einem dritten Artikel vorbehalten bleiben. Interessant ist aber schon, dass eben dieser Bund genauso wie heute durch Holey und Co. Bereits zu Zeiten des Dritten Reichs und auch vorher schon durch Vertreter völkisch orientierter Politik, die Freimaurer zu Sündenböcken deklarierten und in gewaltige Verschwörungstheorien einbauten, obgleich das selbst vorgelegte Beweismaterial für derlei Behauptungen diesen nicht gerecht wird.

Nach Ende des zweiten Weltkriegs erarbeiteten die, vor den Nazis in die USA geflüchteten Soziologen der Frankfurter Schule unter Theodor W. Adorno eine Studie an über 2000 Amerikanern über den „autoritären Charakter“. Hintergrund war die Fragestellung, wie es dazu kommen konnte, dass ein ganzes Volk einem Barbaren wie Hitler hörig werden konnte und welche Charakterzüge einen Menschen hierfür empfänglich machen:

„Im Mittelpunkt des Interesses stand das potentiell faschistische Individuum, ein Individuum, dessen Struktur es besonders empfänglich für antidemokratische Propaganda macht.“[101]

Die These lautete, dass bestimmte Charakterzüge Menschen empfänglich für faschistische Ideen machen. Als Ergebnis der umfangreichen Datenerhebung via Interviews und Fragebögen kam unter anderem auch heraus, dass ein signifikanter Teil der Personen, die als autoritäre Persönlichkeitstypen angesehenen wurden, ebenfalls aufgeschlossen, bzw. sogar Vertreter von Verschwörungstheorien waren. [102]

Das bedeutet natürlich nicht automatisch, dass jeder Anhänger von Verschwörungstheorien auch automatisch ein Hitleranhänger sein muss oder auch nur für die Lehren der Nazis empfänglich, wohl aber, dass es tendentielle Überschneidungen gibt.

Die gemeinsamen Mechanismen liegen in Angst, Misstrauen, geschürtem Hass gegen die vermeintlichen Verschwörer. Dass dies hierbei auch heute, mehr als 70 Jahre nach Ende der Hitlerdiktatur noch funktioniert, das zeigt das zunehmende Angebot an entsprechender, rechtsgerichteter Verschwörungsliteratur, die offenbar einen hohen Absatz findet.

In einem Punkt allerdings unterscheiden sich die Aussagen aus der Zeit des Dritten Reichs zu denen von Autoren wie Holey. Während Erstere betont auf Aggressivität setzen und zum Kampf aufrufen, setzt Holey etwa sanftere Töne an.

Einerseits emotionalisieren seine irrationalen Behauptungen ungemein, schließlich muss man, nimmt man seine These tatsächlich ernst, Wut und Hass gegen die bösen Verschwörer hegen, andererseits spielt Holey aber den Gutmenschen und versucht ein spirituelles Weltbild zu lehren mit der Nächstenliebe als vorherrschende Maxim. [103]

Ob diese Aussagen ernst gemeint sind oder nicht, das kann hier nicht entschieden werden, wohl aber, dass diese Lehren sich mit dem übrigen Weltbild das hier postuliert wird beißen und dass die Realität der Verschwörungsgläubigen anders aussieht. Ähnlich wie in den üblichen Stammtischdiskussionen, bei denen sich die Teilnehmer bei ein, zwei oder mehreren Bierchen über die „korrupten Politiker“ aufregen und man sich gern in Rage redet, so tun das auch die Anhänger antisemitischer Verschwörungstheorien, wie sich leicht in einschlägigen Onlineforen oder auf Veranstaltungen wie dem ‚Treff für Grenzwissenschaften‘ in Regen feststellen lässt. Gut ist man selbst und im Prinzip auch das eigene Volk. Gut sind sogar Konsorten wie Hitler, die ja nur gegen diese Weltverschwörung kämpften.

In Wahrheit – von der faktischen Falschheit einmal abgesehen, lehren Schreiberlinge wie Holey und andere das Gegenteil von Nächstenliebe. Sie lehren Missgunst, rassische Unterschiede und Misstrauen an allen Ecken und Ecken. Die postulierte Selbstverantwortung tritt im Zuge der postulierten übergreifenden, ja, allumfassenden Weltverschwörung in den Hintergrund.

Eine traurige Bestätigung bekam die These vom „geschürten Hass“ durch Verschwörungstheorien am 22. Juli 2011. An diesem Tag tötete der Norweger Anders Breivik bei einem Bombenanschlag in Oslo und einem, man könnte fast sagen Waffengang, auf der Insel Utøya insgesamt 77 Menschen! Sein Motiv: Die Bekämpfung von Islam und Kulturmarxismus. Der christlich-fundamentalistische und rechtsextreme Täter veröffentliche in einer mehr als 1500seitigen Hetzschrift wirrste Thesen, angefangen mit dem schädlichen Einfluss der Frankfurter Schule (um Adorno und Co.) und deren Verbindung von Marxismus und Psychoanalyse. Ebenso wie über eine vermeintliche Verschwörung von Seiten der Muslime, die die Welt mit dem Islam assimilieren wollen würden. [104]

Auf der Titelseite prangt das Symbol der Kreuzritter, in deren Tradition er sich sieht. Breivik ist ein Rechtsextremist und steht in geistiger Verwandtschaft zu so zu verortenden Parteien und Bewegungen in ganz Europa. [105]

Die Bedrohung, die Breivik sieht, sind nicht mehr die Juden, sondern der Islam. Doch ebenso wie bei den Weltverschwörungstheorien von Holey und Co., geht es hier um eine unsichtbare Verschwörung durch Vertreter bestimmter Ethnien und Religionen. Ebenso wie Holey es für den Nationalsozialismus postulierte, plante Breivik quasi eine Gegenverschwörung gegen diese angeblichen dunklen Machenschaften.

Tatsache ist aber, diese „Gegenverschwörung“ ist das Böse, nicht der im Grunde fiktive Gegenspieler (der sich in Breiviks Vorstellung trauriger weise in echten Menschen manifestierte). Und ebenso war es nur eine fiktive Verschwörung, die den Grundbaustein der Weltanschauung des Nationalsozialismus stellte. Umso trauriger, dass Menschen wie Holey und Co. Dieses fiktive Böse wieder zum Leben erwecken wollen und damit die Taten der realen Bösewichte verklären!

Der geschichtliche Zusammenhang zwischen Nationalsozialismus und dem Glauben an Weltverschwörungstheorien sollte hinreichend belegt sein.

Im folgenden, abschließenden Abschnitt sollen weitere Thesen aufgestellt werden, die versuchen sollen, einerseits die Gründe für den Glauben an Verschwörungstheorien zu weiter zu erhellen, zum anderen aber formale Punkte angeführt werden, die die Irrationalität von derlei Verschwörungstheorien über den inhaltlichen Bereich hinaus aufzeigen.

7. Verschwörungen soweit das Auge reicht, ein Fazit

Manchmal wundert man sich, dass es scheinbar Menschen gibt, die scheinbar überall nur Verschwörungen wittern. Stirbt eine bekannte Persönlichkeit, dann ist die Verschwörungstheorie in Windeseile dar. Als Jürgen Möllemann Selbstmord beging, als Jörg Haider betrunken einen Autounfall provozierte, ja selbst Lady Diana, Elvis, Bruce Lee und Michael Jackson müssen für Verschwörungstheorien herhalten.

Da fragt man sich, sterben Menschen die in der Öffentlichkeit stehen etwa nie einen Tod, wie er uns alle auch treffen kann? Müssen immer finstere Mächte am Werk sein, wenn ein prominenter Mensch in relativ jungen Jahren stirbt?

Mir scheint fast, als liege das an einem Kult. Keinem geheimen Kult, sondern einem Kult der Gesellschaft rund um (in ihrer jeweiligen Sparte) bedeutende Persönlichkeiten. Scheinbar werden prominente Menschen gar nicht mehr als wirklich Menschen wahrgenommen, sondern als Geschöpfe, die nicht denselben Gang des Lebens zurücklegen müssen, wie der Rest der Menschheit. Während nämlich in der Alltagswelt 24 Stunden am Tag in 365 Tagen im Jahr Tragödien auf der Welt geschehen, auch junge Menschen durch dumme Zufälle, Fremd- oder Eigenverschulden sterben, so scheint dies in den Köpfen einiger nicht möglich zu sein, wenn die Person die stirbt in irgendeiner Form „berühmt“ ist.

Ähnlich sieht es mit Ereignissen der Geschichte aus. Scheinbar geschieht auf der Welt nichts ohne Plan. Zumindest nicht, glaubt man den vielen Autoren der Verschwörungstheorien. Alles wird gesteuert oder hat in Wirklichkeit anders oder gar nicht stattgefunden (man denke an die angebliche Verschwörung um die Mondlandung).

Und natürlich – Verschwörungen kommen im großen wie im kleinen immer wieder vor. Das ist eine Tatsache. Denn Verschwörung heißt nichts anderes, als das irgendwer sich zusammentut um heimlich ein bestimmtes Ziel durchzusetzen. Wenn in einer Firma unbeliebtes Personal gezielt „gemobbt“ wird, bis diese freiwillig kündigt, dann ist das schon eine Verschwörung! Verschwörungen hat es zu allen Zeiten gegeben. Auf diese Weise wurden Könige gestürzt, auf diese Weise wurden verbotene Parteispenden vertuscht (man denke an die CDU-Spendenaffäre in den 90er Jahren). Präsidentschaftskandidat Nixon versuchte im Watergate-Skandal einen Mitkandidaten heimlich abzuhören und die CIA setzte in illegal betriebenen Bordellen Drogen zum Verhör ein (Projekt Artischocke).

All das gab es und all diese Ereignisse hatten bestimmte Gemeinsamkeiten. Zum Beispiel sind diese Verschwörungen allesamt nicht geheim geblieben. Irgendwer konnte die Wahrheit immer aufdecken oder ein Beteiligter hat immer geplaudert. Aber noch etwas haben diese erwiesenen Beispiele für Verschwörungen gemein. Es handelte sich um klar getrennte Aktionen zu einem ganz bestimmten Zweck, die ihren Initiatoren in einem absehbaren Zeitraum einen Nutzen versprachen.

Weltverschwörungen wie sie Holey und andere postulieren aber, können schon in diesen beiden Punkten nicht funktionieren. Es ist völlig unsinnig und widerspricht jedem rationalen Handeln, einen auf Jahrtausende (!) angelegten Plan dieser Art zu verfolgen, wie er von den Weltverschwörungsanhängern postuliert wird, schon allein deshalb, weil dies von vielen Generationen ein ziemlich altruistisches (uneigennütziges) Handeln verlangt. Denn die Vollendung des Plans der Ein-Weltregierung werden Generationen über Generationen von Verschwörern wissentlich nicht erleben. Wie kann man also von Menschen mit derart egoistischen Zielen eine solche Uneigennützigkeit erwarten? Schließlich schaffen wir als Menschheit nicht einmal unserem bequemen Standard für die Allgemeinheit und für zukünftige Generationen etwas zurückzunehmen, um zum Beispiel die Umwelt zu entlasten (im Gegenteil, Forderungen danach werden gleich wieder in neue Verschwörungstheorien verpackt, man denke an die angebliche Klimalüge). Und das, obwohl hier um einiges mehr auf dem Spiel steht.

Die Menschen stellen natürlich fest, dass nicht alles um sie herum so ist, wie es im Idealfall sein sollte. Anstatt aber konstruktive Mittel und Wege zu suchen, das zu ändern, werden künstliche, stereotype Bösewichte gesucht. Menschen mit Migrationshintergrund, die aus anderen Kulturkreisen stammen, werden plötzlich zu solchen Bösewichten stilisiert. Reale soziale Probleme werden dann auf die schon bestehenden Vorurteile umgemünzt und verfestigen das stereotype Bild der Unholde. Thilo Sarrazin schaffte es auf diese Weise zu ungeahnten Buchverkäufen, indem er diese Vorurteile in Zahlen verpackte und ihnen einen seriösen Anstrich verlieh. Bedient wurden die Massen, die sich bestätigt fühlten, die wahren Ursachen von verfehlter Bildungs-, Sozial- und Integrationspolitik wurden aber nicht erwähnt, stattdessen naturwissenschaftlich unhaltbare Thesen zu Vererbung und den Genen aufgestellt. Konstruktive, soziale Lösungen nicht vorgeschlagen. Der Leser bleibt allein mit Wut und Machtlosigkeit gegenüber dieser angeblichen Bedrohung. Ebenso wie es die Leser von Holey und Co. bleiben.

Weltverschwörungstheorien sind ein Mittel, um sich eine komplexe Welt zu vereinfachen. Sie teilen die Welt in Gut und Böse, sie führen alles Geschehen auf einen gemeinsamen Nenner zurück und sich entbinden uns alle von unserer Verantwortung. Nicht wir als Menschen sind es, die unsere mittel- und unmittelbare Umwelt mit gestalten, sondern die dunklen Verschwörer sind es. Wir brauchen uns gar nicht bemühen, etwas aktiv zu ändern, die dunklen Verschwörer werden es eh zu verhindern wissen. Also kann ja jeder beruhigt sein Status-Quo-Leben weiterführen, die Schuld für alles was schief läuft den Verschwörern zuschieben, ebenso wie jedes abverlangte Maß an Verantwortung (etwa Umweltschutz) einfach mit Verweis darauf, dass es sich hierbei auch um eine Verschwörung handelt, abwatschen und gut ist. Wer die Welt dann doch verändern will und esoterisch angehaucht ist, leistet seinen „Beitrag“ dann einfach indem er positive Gedanken in den Äther hinaus schickt.
Schön wenn alles so einfach ist.

Darüber hinaus verkennen Weltverschwörungstheorien die Komplexität der Welt in allzu naiver Art und Weise. Die komplexe Dynamik in einem Zusammenspiel aus Umweltbedingen Faktoren und dem Verhalten von inzwischen annähernd 7 Milliarden Menschen verbieten eine gezielte Steuerung in der Art und Weise, wie es postuliert wird.

Das zu erkennen, bedarf es im Grunde nur, ein wenig darüber nachzudenken.

Es bleibt zu hoffen, dass der Trend über kurz oder lang wieder weggeht von völkisch nationalistischen Ideen und simplizifierenden Weltverschwörungstheorien, hin zu einem ernsthaften Interesse an Geschichte und gesellschaftlicher Entwicklung. Denn anders lässt sich die Eigenverantwortung nicht wahrnehmen, die jeder einzelne von uns hat, die Gesellschaft zu beeinflussen und die real existierenden Probleme an denen die Welt krankt zu erkennen und zu beseitigen helfen.

Fußnoten

[1] vgl. Fromm 2006, S. 219
[2] vgl. Kramer 2009 (1)
[3] vgl. Helsing 1993, S. 103 f.
[4] ebd.
[5] Bibel Lexikon http://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=252 gesichtet am 04.07.2010
[6] ohne c, wie er fälschlicherweise bei Helsing geschrieben wird
[7] vgl. Eichmann 2009 http://www.leserbriefe-arnold-eichmann.ch/pdf/El_Shaddai.pdf gesichtet am 04.07.2010
[8] vgl. Helsing 1993, S. 107
[9] vgl. a. a. O., S. 108 Allerdings baut der Rest seiner Thesen auf dieser unter Vorbehalt geschilderten Version auf und wird fortan als Fakt behandelt.
[10] vgl. a. a. O., S. 115
[11] vgl. Carmin 2003, S. 63 f.
[12] Sebottendorf 1933, S. 15
[13] vgl. a. a. O., S. 48
[14] vgl. a. a. O., S. 62
[15] vgl. ebd.
[16] vgl. a. a. O., S. 68
[17] vgl. a. a. O., S. 81
[18] vgl. Goodrick-Clarke 2004, S. 132
[19] vgl. Hesemann 2004, S. 165 f.
[20] vgl. Heller; Maegerle2001, S. 72
[21] vgl. Goodrick-Clarke 2004, S. 134 ff.
[22] vgl. Helsing 1993, S. 118
[23] vgl. a. a. O., S. 118
[24] vgl. a. a. O., S. 119
[25] vgl. Helsing 2000
[26] vgl. Pauwels; Bergier 1962, S. 304 ff.; auch Goodrick-Clarke 2004, S. 187 ff. identifiziert Pauwels und Bergier als Ursprung der Aussagen um die angebliche Vrilgesellschaft, die demnach Leys Aussagen über eine kleine Berliner Sekte die meditative Praktiken anwendete, stark übertrieben
[27] vgl. Täufer 2004, S. 7 ff.
[28] vgl. Blavatzky (o. J.) Buch 1, S. 125 ff.
[29] vgl. Carmin 2003, S. 4 und Krüger 2011, S. 33
[30] vgl. Bulwer-lytton 1999, S. 214
[31] a.a.O., S. 223
[32] vgl. Brebeck 2009, S. 7
[33] vgl. Drewniok 1998, S. 3 f.
[34] vgl. Hesemann 2004, S. 209 ff.
[35] vgl. Brebeck 2009, S. 67
[36] vgl. a. a. O., S. 74
[37] vgl. Landig 1971, S. 251
[38] vgl. Heller; Maegerle 2001, S. 16
[39] Hess 2011, S. 37
[40] vgl. Holey 1998
[41] Helsing 1993, S. 116
[42] vgl. Brebeck 2009, S. 76 ff.
[43] vgl. Helsing 1993, S. 149
[44] vgl. Helsing 1995, S. 90
[45] vgl. a. a. O., S. 94
[46] Hitler 1943, S. 689
[47] Ebd.
[48] a. a. O., S. 702
[49] Vgl. a. a. O., S. 704 f.
[50] a. a. O., S. 728
[51] a. a. O., S. 732
[52] a. a. O., S. 750
[53] Ebd.
[54] vgl. a. a. O., S. 740
[55] vgl. a. a. O., S. 742
[56] Zit. n. Heydecker; Leeb 1959, S. 273
[57] vgl. a. a. O., S. 274 f.
[58] vgl. a. a. O., S. 276
[59] vgl. Wessely2008, S. 163 f.
[60] vgl. Hesemann 2004, S. 277 ff.
[61] vgl. Däniken 2009, S. 9 ff.
[62] vgl. van Helsing 1993, S. 307 ff.
[63] vgl. Sternhoff; Kappel 2010, S. 100 ff.
[64] vgl. Rosenberg 1934, S. 23 ff.
[65] vgl. als Auswahl Spanuth 1953; Spanuth 1998
[66] vgl. Löwenthal 1969, S. 103
[67] Tacitus 1991, S. 53
[68] vgl. Löwenthal 1969, S. 197 f.
[69] vgl. Spanuth 1953, S. 21 ff.
[70] vgl. a. a. O., S. 26 ff. u. Spanuth 1998, S. 224 ff.
[71] vgl. zum Beispiel Gadow 1973
[72] vgl. Spanuth 1998, S. 116 f.
[73] vgl. Kramer 2006
[74] Spanuth 1953, S. 67
[75] Sprockhoff 1931, Tafel 28
[76] Willroth 2001, S. 140
[77] vgl. Spanuth 1998, S. 25
[78] Sizilien I 1992, S. 53
[79] vgl. Spanuth 1998, S. 26
[80] vgl. Beckerath 1994, S. 3
[81] vgl. ebd.
[82] vgl. a.a.O. S. 6 f.
[83] Auch bei Franke 2006, S. 147 kommt es zu diesem Missverständnis was den Mondkalender angeht, indem er den wichtigen Punkt übersieht, dass der ägyptische Mondkalender nicht für chronologische Angaben verwendet wurde.
[84] Strohmeyer 1990, S. 127
[85] vgl. Kramer 2009 (2)
[86] Tacituis 1991, S. 63 f.
[87] vgl. Jankuhn 1950, S. 31 ff.
[88] vgl. Sternhoff; Kappel 2010, S. 64 f.
[89] vgl. Walkowitz 2003, S. 45
[90] vgl. Probst 1999, S. 373
[91] vgl. a. a. O., S. 323
[92] vgl. Furholt 2003, S. 25 ff.
[93] vgl. Blumrich 1973
[94] vgl. Sternhoff; Kappel 2010, S. 131 ff.
[95] vgl. a. a. O., S. 46
[96] vgl. Steffahn 2006, S. 42 ff.
[97] Hitler 1943, S. 226
[98] Ludendorff 1931, S. 8
[99] Ehlers 1993, S. 7
[100] Zit. n. Ehlers 1993, S. 36 f.
[101] Adorno 1973, S. 1
[102] vgl. a. a. O., Tabelle 6, S. 77 f.
[103] vgl. Helsing 1993, S. 264 ff.
[104] vgl. Breivik 2011
[105] vgl. Becker u. A. 2011, S. 75 ff.

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