In Ausgabe 2/2003 erschien in Mysteria3000 der Aufsatz ‚Experimentalägyptologische Hartsteinbearbeitung‘, der auf ungelöste Fragen um die ägyptischen Kernbohrungen aufmerksam machen wollte. Rainer Lorenz, der bereits zuvor in Mysteria3000 (4/2002) zu diesem Thema veröffentlichte, bespricht den Artikel Reinhard Prahls.

It take no Effect

Niemand, der sich durch oben genannten Text von R. Prahl gekämpft hat, der alles vermissen lässt was unter die Begriffe „Struktur“ und „Gliederung“ fallen könnte, würde Lust verspüren dazu ein Statement zu verfassen. Und so wäre es auch geblieben, hätte Prahl sich nicht so reichlich an dem Material meines Beitrages zu diesem Thema vergriffen, um mir anschließend vorzuwerfen, ich hätte mir keine Mühe damit gegeben, dazu eigene Berechnungen anzustellen.

Beides, besonders in der Kombination, ist in einem solchen Maße absurd und dazu inhaltlich so falsch, dass hier der Versuch unternommen werden muss, verschiedenen Aussagen wieder auf die Füße zu helfen. Für große Erklärungen zu Fragen, die beim Leser sicher auftauchen müssen, reicht der Platz nicht. Primär handelt es sich um eine Fehlerkorrektur, die nur hie und da durch Erklärungen ergänzt werden kann. Zum Verständnis ist es hilfreich meinen ursprünglichen Beitrag [1] zu kennen, als auch den, auf den hier direkt Bezug genommen wird [2].

Die Besprechung beginnt, um der Reihenfolge nachkommen, mit der alten und schon zum Mythos gewordenen Behauptung Kernbohrungen seien „vornehmlich in Abusir zu bewundern“. Diese wird nicht richtiger, wenn man sie ständig wiederholt, denn die Anwendungsgebiete für Kernbohrungen sind immer dieselben: Säulenbasen, Architrave, Torkonstruktionen, etc. Alle Tempel des Alten Reiches weisen diese Bohrungen auf, von Sakkara-Süd bis nach Giza. Man findet sie in Lischt ebenso wie in Theben-West oder in Tanis, und wenn man keine Beschränkung auf die Architektur vornehmen will, findet man die größte Menge an Kernbohrungen im Ägyptischen Museum in Kairo. Auch eine Eingrenzung auf heute noch vor Ort vorzufindende Bohrungen macht hier keinen Unterschied, denn man findet z.B. bei Djedkare-Isesi oder Pepi II. gut ebenso viele Exemplare wie in Abusir.

Kurios wird es unter der Überschrift ‚Die ägyptologische Meinung‘. Prahl beschwert sich darüber, dass die Versuche von Denys Stocks mit Kernbohrungen nicht erklären wie „die feinen Gesichtszüge, die plissierten Gewänder und die schmalen und doch so tiefen Hieroglyphen aus den Hartgesteinen“ entstanden sind. Natürlich erklärt Stocks das nicht, denn das hat mit Kernbohrungen schlicht nichts zu tun.

Schließlich kann man mit einiger Verwunderung feststellen, wie sich große Teile meines Materials auf rätselhafte Weise in Prahl’s Aufsatz bewegt haben – freilich ohne Angabe der Quelle. Und wenn man doch eine findet, dann stimmt sie nicht. So ist z.B. das Paket, das Prahl unter seine Fußnote 17 geschnürt hat, eine Zusammenfassung des entsprechenden Teils meines Beitrags [3] und nur einige Teile davon befinden sich in der von Prahl dafür angegebenen Quelle [4]. Eine kurze Überprüfung zeigt, dass das Material (z.B. der selbstgelötete 2,8 cm-Bohrer) auch nicht aus zweiten Aufsatz von Stocks stammt, den er angeblich verwendet hat [5]. Und unter den 15 Begriffen und 18 Schreibungen mit dem Bohrer entscheidet sich Prahl ebenfalls zufällig für die drei von mir ausgewählten [6] – freilich ohne das anzugeben (und ersetzt die Punkte im Wort für „Schleifsand“ auch noch falsch durch Z3, den hieroglyphischen Plural). Auf den Höhepunkt dieser immer wieder feststellbaren „Quellenaneignung“ und die fatalen Folgen kommen wir später.

„Ferner werde ich im folgenden versuchen, den Beweis anzutreten, dass die von Stocks ermittelten Verfahren im höchsten Maße ineffektiv sind“ – mit dieser großartigen Ankündigung stürzen wir uns also auf diesen Beweis. Und der kommt, und zwar in Gestalt der in Hartstein versenkten Hieroglyphen, die man angeblich nicht mit Feuerstein herstellen könne. Das eine hat mit dem anderen freilich nichts zu schaffen, zumal Prahl uns gerade angekündigt hat, es ginge jetzt um Sarkophage. Aber es geht auch nicht um in Hartstein versenkte Hieroglyphen, denn nach diesem Satz ist das Thema schon wieder zu Ende – jetzt geht’s, um keine Langeweile aufkommen zu lassen, plötzlich um Gefäßbohrungen. Von einem Durcheinander zu sprechen, wäre eine milde Umschreibung.

Aber es wird noch chaotischer, wenn Prahl die Aussagen von Stocks dazu völlig verzerrt [7]. Der Inhalt eines bauchigen Gefäßes wird entsprechend dem Zitat mit einem Steinbohrer erweitert, und zwar durch „Bohren“, nicht durch „Schaben“, wie Prahl sonderbarerweise lesen möchte – dieses Wort taucht im Original von Stocks nämlich gar nicht auf. „Als Schabmaterial nimmt Stocks Feuerstein an“, fährt Prahl fort und führt wiederum dieselbe Quelle an, in der aber tatsächlich steht:

„Borers made from diorite are common to Mesopotamia and Egypt; other stones utilizied in Egypt included chert, sandstone and limestone.“ [8]

Um die Sache noch um jeden Preis auf die Spitze zutreiben, führt Prahl das Argument-by-Authority ein und lässt sich von den Dortmunder Steinmetzmeistern Rogalla und Faure bestätigen, „dass es nicht so ohne weiteres möglich ist, mit Feuerstein ein Hartsteingefäß in der beschriebenen Weise auszuhöhlen.“ Stellt sich die Frage, was Prahl den Dortmundern beschrieben hat?! Den Vorgang, wie ihn Stocks dargelegt hat, jedenfalls nicht! Was Prahl hier von sich gibt, kann man denn tatsächlich getrost als „unmögliche“ Methode beschreiben! [9]

Der betreffende Aufsatz von Stocks behandelt die Erstellung von Steingefäßen, und zwar durch Bohren, entweder mit einem Kupferbohrer oder einem Steinbohrer. In beiden Fälle, so Stocks, wurde als Abbrasiv Quarzsand verwendet. Zuerst wurde ein zylindrisches Loch gebohrt, um dann durch das schräge Einbringen eines zweiten Steinbohrers mit größerem Umfang als das Loch das Gefäß durch Bohren auszuhöhlen.

Mit Prahl’s Abb. 5 schließlich erreichen wir einen vorläufigen Höhepunkt (vgl. hier Abb. 1). Zwei schmale Gefäße sollen als Beweis dienen, dass man mit dieser Technik den Bauch nicht aushöhlen konnte, weil der Hals zu tief und zu schmal ist, um darin mit einem „Schaber“ (sic!) zu arbeiten. Nun, nach üblicher Art und Weise ägyptologischer Publikationen ist die Bohrung in diese Abbildung von Hermann Junker eingezeichnet, und die – welch Überraschung – erreicht gerade mal den Hals des Gefäßes, d.h. die Gefäße wurden innen überhaupt nicht ausgehöhlt! Damit ist der Beleg, der andere Techniken beweisen sollte, einigermaßen tot.

Hartgesteingefäße nach Junker

Abb. 1: Hartgesteingefäße nach Junker

Die Erklärung dafür ist ganz einfach: die meisten Hartsteingefäße in Ägypten sind sog. „Scheingefäße“, die nur minimal oder gar nicht ausgebohrt wurden. Im täglichen Leben fanden Steingefäße primär dann Verwendung, wenn es um die Lagerung von Ölen oder Salben ging [10], der Rest sind Grabbeigaben. Der Scheincharakter hat aber weniger mit einem technischen Problem zu tun, als mit dem Modellcharakter altägyptischer Grabbeigaben generell. [11] Auch Holzgefäße wurden in dieser Funktion nicht ausgehöhlt oder sogar aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die erst ein Gefäß ergaben. [12] Einen großen Überblick über die Steingefäße von der vorgeschichtlichen Zeit bis zur 5. Dynastie hat erstmals George Reisner gegeben. [13] Dazu ergibt sich folgendes:

  • Zwei Unterschiedliche Arten von Bohrungen sind bekannt, nämlich geradwandig mit feinen Rillen von oben bis unten und konkave Aushöhlungen mit breiten konkaven Gängen und feinen Rillen mit Unterbrechungen.
  • Steingefäße wurden innen nur selten geglättet.
  • Etwa die Hälfte aller Steingefäße sind Schalen.
  • Die meisten erbohrten Gefäße sind Zylinder und wurden nur zylindrisch erbohrt. [14]
  • Viele komplexere Typen, z.B. Typ 4-IV, sind entsprechend der Darstellung Junkers nur im oberen Bereich gering erbohrt.

Die „most important types“ der Steingefäße sind allesamt unproblematisch. [15]

Man sollte ebenfalls daran denken, dass der größte Teil der Steingefäße im Alten Reich aus Kalzit-Alabaster bestand [16], also einem relativ problemlosen Material geringer Härte, gefolgt von Kalkstein (sehr häufig), Diorit und Gneiss. Erst dann „rarely employed“ folgen Porphyr, Granit, Basalt, etc. [17]

Nun stellt sich natürlich die Frage, was aus dem „Beweis“ geworden ist, dass Stocks‘ „Verfahren im höchsten Maße ineffektiv sind“? Prahl hat das Thema weder angerissen noch den Vorgang korrekt beschrieben. Wir haben nicht einmal eine Theorie gesehen, die diese Behauptung rechtfertigen könnte.

Wir sind zurück bei den Hieroglyphen, wozu Prahl schreibt: „Ähnlich sieht es bei der Relieffierung der Hieroglyphen aus, die Stocks im selben Aufsatz ebenfalls mit Flint herauskratzen will.“ Um gleich eines klarzustellen, Stocks tut nichts dergleichen, sondern erläutert wie er eine Kalksteinvase hergestellt hat und verweist lediglich auf eine andere Arbeit: „Ancient vessels and hieroglyphs in hard stone were propably shaped and cut by these types of flint tools (Stocks 1988: 246-73).“ [18] Obwohl Stocks in seinem Aufsatz nicht mit Feuerstein bohrt, sind Feuersteinbohrer in der entsprechenden Form zum Gefäßbohren eindeutig nachgewiesen. [19] Und damit kommen wir zu einem weiteren grundlegenden Problem: warum verwendet Prahl nicht einen Aufsatz oder ein Buch, in dem dieses Thema wirklich behandelt wird? Dass Prahl ein paar Leute anführen kann, die sich diese Methode nicht „vorstellen“ können, ersetzt keine Argumentation und sagt nichts. Auf welch schmalem Grat er sich dabei bewegt, scheint ihm aber immerhin klar zu sein:

„Es soll hier nicht die Arbeit Stocks in Abrede gestellt werden, aber für die Herstellung von Hieroglyphen schreibt er ja selber, dass er annimmt, die Zeichen seien mit Feuerstein herausgearbeitet worden, er hat es an Hartgesteinen nicht selbst versucht, jedenfalls meines Wissens nach nicht.“

Bevor hieraus noch ein Quiz wird, sollte man einfach festhalten, dass die praktischen Versuche mit Feuerstein schon von Antoine Zuber [20] vorgenommen wurden, der in 36 Stunden allein mit Feuerstein einen Granitkopf herausgearbeitet hat [21]. Im übrigen hat auch Stocks sicher mit Feuerstein Rosengranit bearbeitet, und zwar zur Bohrvorbereitung in dem Fall , der dem obigen als Satz direkt vorangeht: „I used flint punches, chisels and scrapers to create these grooves (Einlassungen zum Ansetzen des Bohrers, Anm. RL), and the tools were also found to be effective for granite and diorite.“ [22] Praktisch alles was Reinhard Prahl seinen Lesern über den Inhalt des Aufsatzes von Stocks mitzuteilen hat, ist also barer Unfug und praktisch frei erfunden.

Und hätte Prahl Stocks‘ Aufsatz über die Herstellung von Granitsarkophagen gelesen, dann hätte er dort folgendes gefunden:

„Â… my own experiments with flint chisels, punches and scrapers on granite, diorite, hard and soft limestone and calcite revealed that flint tools can satisfactorily work all these stones, but that the cutting of igneous stone is a slow process.“ [23]

„Kupfer, so hart wie Stahl?“, wird der nächste Teil eingeleitet und schon der erste Satz, „wie oben erwähnt, sollen für die Grobarbeiten an einer Statue aus Hartgestein außerdem noch Kupfermeißel für die Vorarbeiten verwendet worden sein“, motiviert sich durch nichts. Es gibt keine Stelle, kein Zitat und keine glaubhafte Aussage in dem ganzen Aufsatz, nach der irgendjemand behauptet hätte, Hartgestein wäre mit Kupfermeißeln bearbeitet worden.

Es folgt ein Zitat von Lauer, nachdem man Kupfer auch durch die besten Verfahren nicht die Härte von Bronze verabreichen kann. „Diese Ansicht wird von nicht wenigen Historikern geteilt, z.B. von W. M. F. Petrie“, schreibt Prahl, und führt die Aussage an, Kupfer könnte durch Härten so hart wie Flussstahl werden. Die Aussage Lauers „würde“ also von Petrie eindeutig nicht geteilt werden, da Flussstahl ein besonders harter „entkohlter“ Stahl ist. Im übrigen steht das gar nicht bei Petrie! Petrie schreibt nämlich in Wirklichkeit:

„Copper so treated (also mit Arsen vermengt und gehämmert, Anm. RL) at present can be made as hard as mild steel. Thus the metal was fit for the wood-cutting tools, and for the chisels used for cutting limestone. The harder stones were worked with emery.“ [24]

„Mild Steel“ ist kein Flussstahl, der im englischen „plain carbon steel“ heißt, sondern Baustahl (ein Gusseisen), und wie der Kontext des Zitats zeigt, hatte Petrie auch an nichts anderes gedacht als an einen weichen Stahl (eigentlich an Eisen, weil Stahl komplett ausfällt), der für Arbeiten an Holz oder Kalkstein, aber nicht für Hartstein geeignet ist. [25] Der Inhalt dieses Zitats ist einmal mehr frei erfunden, zumindest im Kern entstellt.

Das direkt nachfolgende Zitat von Jaques de Morgan kann ich im Moment leider nicht nachprüfen – wer weiß, wie das enden würde, aber das Chaos setzt sich auch so unvermindert fort.

„Lauer war einer der vielleicht größten Ägyptologen unserer Zeit“, fährt Prahl seinen Vortrag fort, „aber er war weder Metallurge noch Steinmetz, denn dann hätte er gewusst, dass die Sachlage ganz anders zu beurteilen ist.“

Die Aussage von Lauer ist allerdings absolut korrekt und man erfährt erst gar nicht, was daran falsch sein könnte. Ein Stück weiter folgert Prahl ganz im Sinne Lauers, dass man Kupfer nicht härten könnte. Inhaltlich ist das nicht mehr nachvollziehbar. Auch die Aussage, als Ägyptologe könne Lauer das ohnehin nicht richtig beurteilen, ist reiner Unfug, denn Lauer war Architekt und daher durchaus in der Lage Werkstoffe und Werkzeuge zu beurteilen. Alles völlig falsch, sinnlos und ohne erkennbaren Zusammenhang, ohne Ergebnis.

Kommen wir also zu unseren Autoritäten der Steinbearbeitung, von denen man zuerst lernen soll, dass ein Meißel dort Schlegel heißt! Ein Schlegel ist und bleibt eine Art von Hammer, im übrigen auch bei den Steinmetzen. Primär kommen unsere Experten zu der wirklich sensationellen Auffassung, dass man Kupfer eben nicht nennenswert härten kann. Was wohl Lauer zu dieser phänomenalen Erkenntnis sagen würde?

Abgesehen davon bringt das Gespräch nichts weiter als Rätselraten darüber was Rosemarie Drenkhahn gemeint haben könnte, was angesichts dieser verstümmelten Wiedergabe weder eine Überraschung noch bedeutsam ist. Jedes Buch zu diesem Thema hätte eindeutige Auskunft gegeben [26]!

Jedenfalls schwingt sich Prahl, ohne irgend einen Beitrag geleistet zu haben, ohne irgend ein Problem auch nur erwähnt zu haben, ja ohne überhaupt nur den vorsichtigen Eindruck erweckt zu haben, er hätte auch nur im Ansatz verstanden was er eigentlich schreibt, zu dem wirklich nur noch erheiternden Statement auf:

„Nun wollen wir die Möglichkeiten der Bearbeitung von Hartgesteinen kurz beleuchten. Kupfer fällt weg, denn wie wir gehört haben, ist bis heute trotz zahlreicher Versuche seitens der metallurgischen und steinbearbeitenden Fachwelt kein Härteverfahren für Kupfer bekannt, das die Bearbeitung von harten Gesteinsarten ermöglicht.“

Prahl hat innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde alles ausgeblendet, was zu diesem Thema jemals geschrieben wurde und was er selbst bis dahin jedenfalls in kurzen Stücken korrekt wiedergegeben hat: den Befund, die Technik, die praktischen Versuche und selbst zum Teil seine Hilfs-Autoritäten.

Die Flucht in gehärtete Kupferlegierungen an sich ist ein Projekt, das von Haus aus zum Scheitern verurteilt ist, denn man kann auch mit Eisen stundenlang auf Rosengranit einschlagen kann, ohne dass irgendwas passiert was sich selbst für Berufs-Optimisten als Fortschritt deuten ließe [27]. Die einzige wirklich relevante Frage ist aber, ob Prahl bisher überhaupt verstanden hat worum es geht. Aus allen Arbeiten zu diesem Thema ist unmissverständlich ersichtlich, dass es nicht das Kupfer ist, das zum Erfolg bei der Bearbeitung von Hartgestein führt, sondern der Quarzsand.

Dabei führt eben gerade, wie von Hölscher bis Stocks korrekt festgestellt wurde, die Materialeigenschaften des Kupfers zum Erfolg, weil sich die Bestandteile des Quarzes im Kupfer festsetzen können und nur so die Kräfte des Sandes auf der Oberfläche wirken können (Stocks hat ausdrücklich festgestellt, dass ein „Rollen“ der Quarzbestandteile keine Wirkung verursacht). Zu was also, und diese Frage ist die entscheidende überhaupt in dieser ganzen Diskussion, sollte man eigentlich härteres Kupfer benötigen?

Diese Forderung ist absolut nutzlos, ja im Gegenteil kontraproduktiv mit weitreichenden Folgen! Prahl hat keine Antwort auf diese Frage, weil er sie sich erst gar nicht gestellt hat, obwohl auch mein Beitrag dazu diese Sachverhalte im Detail erklärt! Kupfer und Quarzsand verhält sich dabei etwa wie Futter und Bohrer einer modernen Bohrmaschine: Das Kupfer ist lediglich der Träger des Materials, das die eigentliche Arbeit verrichtet, so wie etwa auch bei einem Blatt Schleifpapier, bei dem nicht das Blatt für den Schleifvorgang sorgt, sondern die darauf befindlichen Schleifkörner. Die Leistung des Kupfers beim Bohren oder Sägen ist äquivalent zu diesem Blatt Papier: beide haben die einzige Aufgabe das Abbrasiv zu tragen, das für den Schleifvorgang benötigt wird. Die Überlegung, man könne mit Papier kein Metall schleifen, ist genauso unsinnig wie die Überlegung, dass man mit Kupfer kein Hartgestein bearbeiten kann. Natürlich kann man das nicht und niemand hat das – im einen oder anderen Fall – jemals angenommen oder behauptet! Wer mit einem Kupfermeißel auf Rosengranit einschlägt, wird – ebenso wie mit Eisen – feststellen, dass nichts passiert:

„We know that hard stones such as granite, granodiorite, syenite, and basalt could not have been cut with metal tools. [Â…] Â… all known types of copper chisels do not – even after cold hammering – have any effect on these stones….“ [28]

Die Anforderungen, die beim Bohren oder Sägen von Hartgestein an das Kupfer gestellt werden, sind ist also nicht die Härte, sondern die Fähigkeit den Quarzsand an den Träger zu binden, so dass aus dem Kupferbohrer faktisch ein Quarzbohrer wird. Prahl hat über all das kein einziges Wort verloren und möchte im Endeffekt – übertragen auf das Beispiel des Schleifpapiers – das Papier härten, damit es besser schleifen kann! Es ist hoffentlich ersichtlich geworden, welch Unsinn hinter der Forderung nach härterem Kupfer steckt!

Aber die Debatte über dieses Dilemma ist noch nicht zu Ende. Wie es mangels Struktur in diesem Aufsatz zu erwarten ist, kommt nämlich wieder kurz ein anderes Thema dran. Und das geht so:

„Für die Abtrennung von Rohblöcken vom Muttergestein wurden auch angefeuchtete Holzkeile vorgeschlagen, die den Block durch die Ausdehnung des nassen Holzes vom Felsen absprengen sollten. Diese Methode kann jedoch, wenn überhaupt, nur für die Rohblockgewinnung eingesetzt werden, nicht für die Grobbearbeitung eines Statuenblocks.“

So weit Prahl. Eigentlich schon wieder falsch, denn seit Röders Untersuchung – immerhin aus dem Jahr 1965 – zum Rosengranitsteinbruch bei Assuan geht man allgemein nicht mehr von dieser Technik aus [29]. Die Frage aber, warum man mit dieser Technik nicht auch grobe Arbeiten an Statuen vornehmen kann, bleibt leider unbeantwortet – indes ist sie gerade hier fundamental wichtig (s.u.). Denn dass dies ausgerechnet in diesem Maßstab funktioniert, hat Zuber in einem praktischen Versuch ermittelt [30].

„Allgemein kann man nur resignierend feststellen, dass es bisher keine bildlichen oder archäologischen Nachweise für die Abbaumethoden von Hartgesteinen gibt“, fährt Prahl fort. Das ist einfach nur Unsinn, denn die archäologischen Nachweise sind so zahlreich (Dolerithämmer inkl. entsprechender Abnutzungsspuren, Bearbeitungsspuren an Rohblöcken, Stressmuster, etc.), dass wir mehrere große und ausführliche Untersuchungen dazu haben, deren Lektüre hier praktischerweise lediglich empfohlen wird [31].

Damit kommen wir zum entgültigen Höhepunkt, dem Faktor „Zeit“! Prahl wirft die Frage auf, wie lange es dauert um den Sarkophag des Cheops, der aus Rosengranit besteht, herzustellen. Die Rechnung soll beweisen, dass es entgegen meiner Aussage doch ein Zeitproblem gibt. Schon wieder stellt sich die Frage, warum Prahl nicht den Aufsatz von Stocks verwendet, der sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt, sondern stattdessen eine völlig sinnlose und zudem durchgehend falsche Rechnung eröffnet?!

„Stocks verwendete für seine Versuche ein Kupferzylinderrohr mit einem Durchmesser von 0,028 m und bohrte in 20 Std. 6 cm tief. Das macht in einer Stunde 0,003 m“, beginnt Prahl seine Rechnung. Nur, woher kommen diese Zahlen? Prahl macht wie üblich keine Angaben und eine Überprüfung des Inhalts der beiden Aufsätze, die Prahl generell anführt, ergibt nichts. Diese Zahlen tauchen überhaupt nur einmal zusammen auf, nämlich in meinem eigenen Beitrag zu diesem Thema [32]! Dort beschreiben sie aber zwei unterschiedliche Bohrversuche, nämlich einmal einen mit einem 2,8 cm Bohrer und einmal mit einem Ergebnis von 6 cm in 20 Stunden, bei dem allerdings ein 8 cm messender Bohrer verwendet wurde. Die beiden Versuche, deren Zahlenangaben hier vermischt wurden, sind von mir sowohl textlich als auch durch die Quellenangaben eindeutig geschieden. Prahl’s Rechnung ist damit schon vor dem ersten Schritt wertlos geworden und entgültig indiskutabel geworden ist dieser ganze Aufsatz.

Abgesehen davon, dass die Zahlen nicht stimmen, einen 2,8 cm messenden Bohrer zur Beseitigung eines großen Hohlraums überhaupt nur theoretisch anzunehmen, ist keine intellektuelle Meisterleistung. Es gibt kein proportionales Verhältnis zwischen erbohrtem Volumen und dem dazugehörigen Zeitaufwand. Ein wirkliches Verhältnis besteht nur zwischen der Dauer einer Bohrung und der Anzahl der nötigen Bohrungen, um das Volumen zu bewältigen. Mit einem 2,8 cm-Bohrer benötigt Prahl für das von ihm angegebene Volumen rein rechnerisch sage und schreibe 2600 Bohrungen! Der Sarkophag hätte sich längst in Rauch aufgelöst oder wäre vor Verzweiflung einfach zusammengefallen, oder die altägyptischen Bohrmeister hätten die Flucht ergriffen! Dass das keinen Sinn macht, dürfte augenblicklich klar werden. Eine Verdoppelung des Durchmessers des Bohrers reduziert die Anzahl der nötigen Bohrungen auf ein Viertel. Für einen 11,2 cm messenden Bohrer sind mit Prahl’s Volumenberechnung nur noch 162 Löcher notwendig. Da ein doppelt so großes Loch eben nicht doppelt so viel Zeitaufwand bedeutet, wird man zwangsläufig davon ausgehen müssen, dass die Größe des Bohrers nach diesem Kriterium und nach der maximalen Sicherheit für das Werkstück bestimmt wurde.

Zudem ist die Voraussetzung von Prahl, zunächst das Volumen vollständig zu erbohren, um anschließend die Unlogik dieses Verfahrens pauschal durch 1/3 Abzug wieder zu kompensieren, keine Rechnung, sondern ein Ratespiel, weil das Volumen sicher nicht erbohrt werden muss! Die einzige Möglichkeit herauszufinden, wie lange diese Arbeit wirklich gedauert hat, ist die Feststellung der tatsächlichen Größe des Bohrers, die Ermittlung der Zeit für ein Loch und die Ermittlung eines Stressmusters zur Klärung der Anzahl der zu erbohrenden Löcher. Auch der ägyptische Arbeiter musste zuerst das Stressmuster festlegen bevor er bohren konnte.

Die Größe des Bohrers ist durch einen glücklichen Zufall leicht feststellbar, der betrug nämlich etwa 11 cm [33]. Für die Dauer einer Bohrung hat Stocks wie üblich realistischere Daten ermittelt, nämlich Kubikzentimeter des tatsächlich erbohrten Schaftes (also effektiv die Lippenstärke, nämlich 12 cm2/h). Für die Anzahl der zu erfolgenden Bohrungen hat er 44 Löcher für den Kranz und zusätzliche 18 als Stressmuster berechnet. Wir benötigen also statt 2600 Bohrungen nur noch 62, und es dürfte augenblicklich klar sein, dass dies erheblichen Einfluß auf das Ergebnis hat! Zusätzlich in diese Rechnung sind eingeflossen das Sägen des Rohblocks – ebenfalls mit den Ergebnissen seiner bisherigen Versuche kalkuliert [34], sowie zwei Säge- und drei Bohrteams (je aus drei Mann bestehend). Demnach ist der Sarkophag in 4 Monaten gesägt und in 10 Monaten erbohrt.

Setzt man nur das richtige Ergebnis in Prahl’s Rechnung ein, so sinnlos sie auch ist, also statt 0.00000185 Kubikmeter pro Stunde die tatsächlichen 0,0003768, dann werden aus 822162,16 Arbeitsstunden nur noch 4037 Arbeitsstunden. Und selbst das ist noch doppelt falsch, denn Prahl gibt für den Sarkophag folgendes an: „2,08 m x 0.77 m x 0.95 m = 1,521 m3“. Alle drei Angaben, die zum Volumen führen sollen, sind frei erfunden und ohne entsprechende Quellenangabe, und das bedeutet im dreidimensionalen Raum viel! Die richtigen Innenmaße sind 1,98 x 0,69 x 0,87 [35], und das ergibt ein Volumen von 1,189 m3 statt 1,521 m3, bleiben nur noch 3156 Arbeitsstunden gegenüber 822162,16 nach der ohnehin völlig unsinnigen Rechnung von Prahl!

Aber wir sind noch immer nicht am Gipfel des Unfugs angekommen. Dieser hanebüchene Unsinn soll nun nämlich für die Aussage herhalten, dass für die Pharaonen Djedefre und Merenre gar keine Sarkophage hergestellt werden konnten, da diese zu kurz regiert hätten. Um den Supergau unter den Skeptikern auszulösen, wird als Krönung die Quarzitwanne der unfertigen südlichen Pyramide von Sakkara aus der XIII. Dynastie angeführt, die etwa 80 Tonnen gegenüber ihrem ursprünglichen Zustand verloren hat.

Die Daten, die im übrigen von Lauer [36] stammen, zugrunde gelegt, gilt es also etwa 32 m3 Stein zu entfernen, das ist nicht ganz so viel wie 27 Sarkophage des Cheops. Wir wollen die falsche Rechnung nicht wiederholen, denn man würde zweifelsfrei andere Stressmuster an diesem Werkstück anbringen, aber grob überschlagen ergäbe das für die Bohrung 270 Monate bei drei Bohrtrupps. Das Werkstück lässt sicher 20 Trupps zu (eher mehr), was zu etwa 13,5 Monaten Arbeit ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Anzahl der auszuführenden Bohrungen führen würde (eher entschieden weniger).

Nicht berücksichtigt werden kann hierbei das Material, da die Originalquelle keine Angaben über den verwendeten Quarzit macht [37], sondern lediglich von einem „monolithe colossal de quartzite“ spricht – der dort übrigens „nur“ 150 Tonnen auf die Waage gebracht haben soll. Der hier in Frage kommende Quarzit (Orthoquarzit) kann entweder so hart sein, dass er auch in pharaonischer Zeit nicht abgebaut wurde [38], oder eben entschieden weniger hart, wie in der Nähe des Abbaugebiets Gebel Saman [39] oder daneben am Gebel Tingar, von wo auch die Memnonkolosse stammen, die aus dem weniger harten hellen (im Gegensatz zu dem harten tiefroten) Quarzit bestehen [40]. Noch völlig unbekannt ist wie sich die entsprechenden Quarzitvarietäten beim Bohren verhalten würden, da hierzu bisher keinerlei Untersuchungen vorliegen.

Die Ägypter der 13. Dynastie konnten in Sachen Quarzitbearbeitung bereits auf einen langen Erfahrungsschatz zurückgreifen, denn bereits seit dem Alten Reich wurden Statuen und Sarkophage – wenn auch in viel geringerer Anzahl – aus Quarzit erzeugt [41]. Nehmen wir den schlechteren Fall an, nämlich dass die Arbeiten nicht 13,5 Monate sondern – sagen wir z.B. – 5 Jahre gedauert hätten – immerhin sprechen wir von lediglich rund 30 Arbeitern. Könnte man daraus ein „Zeitproblem“ ableiten? Dazu genügt ein Blick auf die Bauarbeiten anderer ägyptischer Könige, die den Aufwand dieser Quarzitwanne hundertfach oder tausendfach übertreffen – ob es die großen Pyramiden des Alten Reiches mit Jahrzehnte langer Projektbindung mit etwa 10.000 Arbeitern sind oder die endlosen Baustellen Ramses II. Die Herstellung dieser Quarzitwanne fände im Vergleich mit wirklich großen Projekten nicht einmal eine Erwähnung.

Das Problem scheint mir aber ein ganz anderes zu sein, nämlich mangelnde Kenntnisse über die staatliche Organisation – in unserem Fall die Organisation staatlicher Werkstätten. Jedes Grab, jeder Tempel, jeder Sarkophag, jedes Gefäß, jede Stele und jede Statue – ob privat oder königlich – stammt aus diesen staatlichen Werkstätten. Und das gilt auch dann, wenn ein Steingefäß in der Provinz gefunden wurde [42]. Sogar der Wohnungsbau war teilweise verstaatlicht [43], weil es private Unternehmer erst in späterer Zeit gegeben hat. Wir sprechen also von Massenproduktion in großem Maßstab, nicht von fünfzig Arbeitern oder Hundert, sondern von Tausenden, die ihren Tätigkeiten unabhängig von Auftragslagen nachgingen. Allein im Friedhof GIS hat Junker aus neun Mastabas 5 Rosengranit-Sarkophage gezogen [44], die sich von dem des Cheops praktisch nicht unterscheiden – sie könnten in einer Reihe mit dem königlichen Sarkophag auf einem Fließband gestanden haben. Wenn die alten Ägypter darin ein Zeitproblem gesehen hätten, dann würden die Archäologen heute keine Meisterwerke aus Rosengranit, Basalt oder Quarzit aus dem Boden graben, sondern Kalksteinschüsseln. Wenn es so wäre, dann würde man nicht kilometerlange Reliefs allerfeinster Qualität in privaten Gräbern vorfinden (wie z.B. bei Ti oder Mereruka), sondern ein einfaches Loch im Boden. Ein „Zeitproblem“ ist ein moderner Begriff aus dem rivalisierenden Industriezeitalter, etwas von dem wir trotz abertausender Texte aus dem Alten Ägypten noch nie etwas gehört haben. Ein „Zeitproblem“ relativiert sich immer zwischen der dahinterstehenden Zielsetzung und den zur Verfügung stehenden Ressourcen, und allein dieses entscheidet darüber, ob es den Aufwand wert ist oder nicht – und zwar entscheidet das der Ägypter aus seiner Vorstellung heraus. Anders herum könnte ein Ägypter vermutlich nicht verstehen, dass in unserer Zeit jemand 10 Jahre lang Tag und Nacht arbeitet, nur um mit einem entsprechend teuren Auto zur Arbeit fahren zu können. Unter gewissen Umständen gibt es also auch bei uns kein „Zeitproblem“.

Wenn Prahl schreibt, es habe „schon das hervorragende Team Klemm & Klemm offensichtlich erkannt, dass der Faktor Zeit sehr wohl eine wichtige Rolle bei der Ermittlung eines Arbeitsverfahrens spielt“ dann darf ich das korrigieren, und zwar durch die korrekte Stelle, an der es heißt „w e n n Zeit keine Rolle spielt“ [45]. Die einzige Einschränkung, die dabei gemacht wurde, ist dass mit einer gegebenen Lebenserwartung von rund 35 Jahren das entsprechende Grabmal fertig sein sollte. Ein solches Problem ist weit und breit nicht in Sicht.

Prahl’s ‚Zusammenfassung der offenen Fragen‘ hat sich durchgehend erledigt, aber dort findet sich noch ein zusätzlicher und bisher nicht angesprochener Fehler, der bei dieser Gelegenheit noch korrigiert werden soll:

„Stocks verlor pro Stunde etwa 0,45 cm Kupfer durch Abrieb. Das ergibt für unsere Sarkophagberechnung einen Verlust von rund gerechnet 369,997 Meter für einen Sarkophag. Können Sie sich den immensen Materialverlust für die Gesamtarbeiten des Alten Reiches vorstellen? Auch diese Problematik findet bei Stocks keine Erwähnung.“

Diese Problematik findet bei Stocks durchaus Erwähnung – man sollte sich nicht nur aufs Raten verlassen, sondern das lesen was der schreibt, den man kritisieren will [46]. Abgesehen davon hatten die Ägypter selbst zahlreiche Kupferminen: Sinai, Gebel Abu Hamamid, Gebel el-Atawi, Abu Seyal und Umm Semiuki. Desweiteren wurde Kupfer bereits in geschichtlicher Zeit aus Timna (heute im Süden Israels) und aus Fenan (heute Jordanien) eingeführt. Ab dem Neuen Reich wurde Kupfer auch aus Zypern und anderen, namentlich nicht mehr sicher bestimmbaren Orten importiert (wahrscheinlich ist darunter auch Kreta zu finden) [47]. Kupfermangel ist also ebenfalls nicht in Sicht. Stocks gibt übrigens 434 kg Verlust an Kupfer für die Erstellung des Sarkophages an [48]. Woher Prahl die Zahl 0,45 cm hat, kann ich nicht feststellen. Sie findet sich weder beim 2,8 cm-Versuch [49] noch beim 8 cm-Versuch [50].

Auch das Fazit Reinhard Prahls können wir getrost überspringen, jedoch lohnt sich eine dort gefundene ‚Begründung‘: „Nach Ansicht des Steinmetzmeisters Manfred Rogalla scheidet Feuerstein jedenfalls aus, denn heutzutage sind die Gravurstifte mit einer Diamant- oder Widiaspitze (wie Diamant) bestückt und so dünn, dass ein Feuersteinstift auf jeden Fall brechen müsste.“ Das ist freilich keine Begründung, sondern die schiere Ignoranz der bereits oben angeführten praktischen Beweise für das Gegenteil [51].

Ein Feuersteinstift „müsste“ brechen, weil das heutzutage mit einer Diamant- oder Widiaspitze gemacht wird, ist nicht einmal eine Theorie. Prahl und seine Autoritäten haben das wahrscheinlich nicht zu bewältigende Problem, dass sie über Dinge urteilen möchten, über die sie sich nicht einmal in gröbsten Zügen informiert haben. Was tut es zur Sache, wie man das heute macht? Bereits vor über 70 Jahren haben Clarke und Engelbach geschrieben, dass die modernen Methoden keine Hilfe zur Ermittlung der antiken Methoden bieten [52].

Es gibt außerdem kein Wort darüber, warum Feuerstein brechen sollte – das Werkzeug des Altertums überhaupt [53]! -, kein Wort über den Vorgang an sich, denn wo ist denn bitte der Unterschied zwischen Quarzsand und Feuerstein? Beide haben die Mohshärte 7 und sind bestens dazu geeignet – entsprechend dem Bohrverfahren – die weichen Bestandteile um die Quarzanteile herum zu lösen, um damit einen Schleifvorgang zu betreiben (den Prahl oben noch akzeptiert hatte!). Zwischen der schieren Behauptung, Feuerstein würde brechen, wenn man damit Hieroglyphen „herausschleift“ und der Tatsache, dass Stocks mit Feuersteinmeißeln dünne Rillen in Rosengranit „gehämmert“ hat, liegen Welten, die zu erklären ich mich nicht in der Lage sehe.

Wer bisher noch geglaubt hatte, das Desaster wäre zumindest einmal eingegrenzt, der sitzt einer leichtfertigen Täuschung auf. Prahl hat sich entschlossen, dass er all seine Fragen und erfundenen Probleme mit der Anwendung von Eisen lösen möchte:

1. Wie oben bereits gesagt wurde hat Eisen keinerlei Wirkung auf Hartgesteine. Welches Problem soll Eisen lösen, das mit Quarzsand, der entschieden härter als Eisen ist, nicht gelöst werden könnte? Das einzige Metall, das in der Lage ist Hartstein zu bearbeiten, ist entsprechender Stahl. [54]

2. Wie soll man mit Eisenbohrern konische Löscher bohren können?

3. Wie erklärt sich Prahl das Vorkommen von Grünspan in Sägespuren und Bohrlöchern bei der Anwendung von Eisen? Und wo ist das Eisenoxid, das man an den Werkstücken zwangsläufig erwarten muss, wenn Prahl’s Theorie zutrifft?

4. Wie erklärt sich Prahl das Vorkommen von Quarzsand in Sägespuren und Bohrlöchern bei der Anwendung von Eisen?

5. Wie verursacht Eisen ungleich starke Rillen und unterschiedliche Abstände der Rillen in den Bohrlöchern?

6. Welche Kraft kommt zum Tragen, wie funktioniert das genau, wenn Eisen Rosengranit bohrt oder sägt?

7. Weiter oben hatte Prahl mit dem (nicht von ihm stammendem) Argument, dass man von Diamanten und Korund hätte irgend eine Spur finden müssen, wenn damit Hartgestein bearbeitet worden wäre, diese Werkzeuge abgelehnt. Gilt das nicht für Eisen? Und warum nicht?

Die Liste der eindeutig gegen diese Idee sprechenden Belege ist unendlich lang. In Prahl’s Aufsatz findet sich keine einzige Antwort dazu. „Eisenfunde aus ältester Zeit sind den Ägyptologen schließlich nicht fremd“, schreibt Prahl, und ich kann ihm versichern, solcherlei Funde, die einer Überprüfung standgehalten hätten und auch nur vorsichtig etwas mit Werkzeugen zu tun haben könnten, sind den Ägyptologen sogar absolut fremd – es gibt sie nicht, nicht ein einziges Stück! Und kein einziges Standardwerk zum Alten Ägypten und zur dortigen Metallurgie macht auch nur den Versuch den Eindruck zu erwecken, es hätte im Alten Ägypten vor dem 7. Jahrhundert v.Chr. als Werkzeug gebrauchbares Eisen gegeben [55]. Stattdessen heißt es z.B. bei Lucas & Harris zu diesen rätselhaften Funden von Maspero [56]: „The references to the finding of these objects are extremely vague and unsatisfactory, the finder himself being somewhat uncertain, and the correctness of the dating may therefore reasonably be questioned.“ [57]

Es gibt verschiedene Funde von Eisen im Alten Ägypten, nur wenige konnten wirklich untersucht werden. Früher hatte man geglaubt, dass Nickel das Merkmal sei, das auf Meteroiteisen – ägypt. bi3 n pt, „Eisen aus dem Himmel“ [58] – hinweisen würde [59]. Entsprechend konnten Eisenfunde aus dem Alten Ägypten so erklärt werden. Die anderen Funde, die zur Überprüfung zur Verfügung standen, blieben ein Rätsel, bis spätere Untersuchungen gezeigt haben, dass auch viele dieser Funde ohne Nickel meterotischer Herkunft sind [60]. Kein einziger der wirklich seltenen und überprüften Eisenfunde bis zum Ende des Alten Reiches ist ein Werkzeug oder ist geschmiedet, der Rest ist Eisenerz oder Eisenschlacke, die vom Kupferschmelzen übrig bleibt! Prahl’s Behauptung über Eisenfunde ist daher inhaltlich, weil sie sich auf geschmiedetes Eisen beziehen muss, falsch!

Und: Man hat niemals an einem einzigen Werkstück aus dem Alten Ägypten die Spur eines Eisenwerkzeugs gefunden [61]. Kein einziges Werkzeug aus dem reichhaltigen Fundus besteht aus Eisen [62]. Unter den zahlreichen Darstellungen zur Bearbeitung von Metallen findet sich kein einziger Hinweis auf die Herstellung von werkzeugtauglichem Eisen. Und nur heißgeschmiedetes Eisen ist überhaupt als Werkzeug tauglich, wenn auch nicht unbedingt für unser „Problem“, und das war den Ägyptern unbekannt.

Aber auch diese Stelle macht nicht viel her:

„Howard Vyse veröffentlichte 1840 den Fund eines Eisenobjektes, das in einem Steinverarbeitungsplatz außerhalb der Cheopspyramide von J. R. Hill gefunden wurde.“

Wieder ein Zitat nicht ohne Fehler. Und hier haben wir gleich zwei davon:

Dieses Eisenobjekt wurde nicht „in einem Steinverarbeitungsplatz außerhalb der Cheopspyramide“ gefunden! Die Stelle heißt richtig [63]: „… Mr. Hill discovered a piece of iron in an inner joint, near the mouth of the southern air-channel, which is probably the oldest piece of wrought iron known.“

Dieses Eisenstück steht der Forschung zum Glück zur Verfügung, und so konnten Untersuchungen von 1989 und 1993 zeigen, dass Struktur und Komposition dieses Eisenstücks „of no great antiquity“ sind [64]. An dieser Fundstelle sollte das ebenfalls keine allzu große Überraschung sein.

Es ist eigentlich nicht mehr notwendig zu erwähnen, dass es keinerlei Darstellungen zur Eisenverhüttung gibt, keinerlei Namen dafür, keinerlei archäologische Spuren, die sich in dieser Richtung deuten ließen. Zusammen mit der Tatsache, eines Befundes der eindeutig gegen Eisen spricht und der Tatsache, dass uns Eisen kein einziges Problem löst, schon gar nicht was die Bearbeitung von Hartgestein anbelangt, stellt sich die Frage, was diese uralte Diskussion mit uraltem, längst widerlegtem und überholtem Material bringen soll?!

Jedenfalls keine Lösung für ein Problem, wo keines ist. Und wie man zu der Schlussfolgerung gelangen kann, dass „sich mit Eisen die Herstellungszeit eines Granit- oder Basaltsarkophages erheblich verringern“ lässt, bleibt mir schleierhaft, ebenso wie die angeblich „göttliche“ Härte von Eisen, die umgerechnet auf die Mohsskala etwa 2 Punkte unter Quarzsand liegt.

Prahl’s Schlusswort ist nur noch Wunschdenken, bei dem sich jeder Kommentar erübrigt. Und so habe ich nur noch wenig zu sagen. Einmal sollte man lernen wie man einen Text gliedert, ohne dass der Leser dabei zugrunde geht. Dann die Quellen: keine Quellen, falsche Quellen, nicht existierende Quellen, angeeignete Quellen, Inhalt falsch wiedergegeben, keine Seitenangaben, usw., und das von oben bis unten – das könnte Rekord werden. Der Titel ‚Experimentalägyptologische Hartsteinbearbeitung‘ ist verfehlt, weil das einzige was experimentalarchäologisch als gesichert gelten kann, ist, dass das Fazit sicher nicht zutrifft.

Anmerkung des Verfassers

In einer Richtigstellung seines Artikels ‚Experimentalägyptlogische Hartgesteinbearbeitung‘ gibt Reinhard Prahl in Ausgabe 2/2003 eine ‚Korrektur der Berechnung zur Bearbeitungszeit‘. So wurde bei den ursprünglichen Berechnungen durch den Autoren fälschlicherweise ein Bohrkopf von 2,8 cm Durchmesser verwendet. Denoch ändert diese Korrektur nichts an meinen weiteren Ausführungen zu der von Reinhard Prahl vorgenommenen Berechnungsmethode.

Anmerkung der Redaktion

Reinhard Prahl hat zur Kritik von Rainer Lorenz eine Erwiderung verfasst: ‚Erwiderung auf ‚It takes no effect‘.

Anmerkungen

[1] Lorenz 2002
[2] Prahl 2002, alle folgenden Zitate nach Reinhard Prahl aus diesem Artikel
[3] Lorenz 2002, S. 29-31
[4] Stocks 2001
[5] Stocks 1993
[6] Lorenz 2002, S. 16
[7] Prahl 2003, Anm. 30
[8] Stocks 1993, S. 597
[9] Eine gute Zusammenfassung gibt es unter:
http://www.geocities.com/unforbidden\_geology/ancient\_egyptian\_stone\_vase\_making.html

[10] Arnold & Pischikova 2000, S. 124
[11] vgl. z.B. Swain 1995
[12] Borchardt 1909, S. 60, 62
[13] Reisner 1931, S. 130-201
[14] ebd., S. 181
[15] Arnold & Pischikova 2000, S. 122, Fig. 72
[16] ebd., S. 121
[17] ebd.
[18] Stocks 1993, S. 602
[19] Lucas & Harris 1962, S. 425 mit ausführlicher Literatur in Anm. 15
[20] Zuber 1956, S. 180, Fig. 18-20
[21] Schon erwähnt bei Lorenz 2002, S. 17, Anm. 25
[22] Stocks 1986, S. 27
[23] Stocks 1999, S. 918
[24] Petrie 1909, S. 100
[25] vgl. auch die Definition von „mild steel“ bei Clarke & Engelbach 1930, S. 25
[26] z.B. das von Rosemarie Drenkhahn selbst bearbeitete und von Helck und Otto (1997) herausgegebene Büchlein „Kleines Lexikon der Ägyptologie“, S. 296, Stichwort „Steinbearbeitung“

[27] Clarke & Engelbach 1930, S. 25; Arnold 1991, S. 48
[28] Arnold 1991, S. 48
[29] Röder 1965, S. 516; Arnold 1991, S. 39
[30] Zuber 1956, S. 202
[31] Röder 1965, 467-552; Klemm & Klemm 1992, 305-324; Arnold 1991, S. 36-40
[32] Lorenz 2002, S. 29-31
[33] Stocks 1999, S. 919, fig. 1
[34] ebd., S. 921, Table 1
[35] Maragioglio & Rinaldi 1965, Tav. 7, fig. 1, 10
[36] Lauer 1976, S. 161
[37]

Jéqier 1933, S. 64-65. Das scheint mir z.Zt. alles zu sein, was man über diesen Quarzit in Erfahrung bringen kann (Abbildungen der entsprechenden Bauteile gibt es auch nicht in der Grabungspublikation).

[38] Klemm & Klemm 1992, S. 283
[39] ebd., S. 293
[40] ebd., S. 294-296
[41] Aston et.al. 2000, S. 54
[42] Arnold & Pischikova 2000, S. 125
[43] Arnold 1998
[44] Jánosi 1997, 72
[45] Sasse & Haase 1997, S. 218
[46] Stocks 1999, S. 922
[47] Muhly 1999, S. 524-525
[48] Stocks 1999, S. 922
[49] Stocks 1986, S. 29
[50] Stocks 2001, S. 92-93, Table 2
[51] Zuber 1956
[52] Clarke & Engelbach 1930, S. 25
[53] Lucas & Harris 1962, S. 64, 67, 411-412
[54] Clarke & Engelbach 1930, S. 25
[55] Helck & Otto 1997, S. 296
[56] Lucas & Harris 1962, S. 238
[57] ebenso kommentiert Arnold 1991, S. 257
[58] Muhly 1997, S. 526
[59] Lucas & Harris 1962, S. 235
[60] Ogden 2000, S. 167
[61] Arnold 1991, S. 48
[62] Petrie 1917, passim.
[63] Vyse 1840, S. 275
[64] Ogden 2000, S. 167

Abbildungsverzeichnis

[1] Hermann Juker

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