Seit zwei Wochen habe ich das neue Buch ‚Falsch informiert!‘ von Erich von Däniken bei mir zu Hause. Obwohl es bereits seit September veröffentlicht ist, gibt es noch wenig Informationen und so gut wie keine Diskussion über das Buch im deutschsprachigen Internet. Die Inhalte erfordern eine genauere Auseinandersetzung, vorab will ich aber erst einen kurzen Überblick über das ‚Falsch informiert!‘ geben.

‚Falsch informiert! Vom unmöglichsten Buch der Welt, Henochs Zaubergärten und einer verborgenen Bibliothek aus Metall‘

Erschienen ist das Buch im KOPP-Verlag. 1. Auflage September 2007.

Der Klappentext:

Der neue Erich von Däniken. So lieben ihn seine Leser – EvD in Bestform!

„Da kommt ein tief greifender Wandel auf uns zu, den Politker, selbstgefällige Wissenschaftler und salbungsvoll schwafelnde Religonsfürsten zu bremsen versuchen, aber nie stoppen können. Gegen Gedanken gibt es keinen Impfstoff; sie kennen weder Grenzen, noch sind sie zensierbar.“

Nachdem auch die letzten Bücher in Romanform über den KOPP-Verlag erschienen, wundert es nicht, dass auch das neueste Sachbuch bei diesem umstrittenen Verlag erscheint. 6 Jahre nach ‚Die Götter waren Astronauten‘ versucht EvD vielleicht einen letzten Schlag – und versucht eine Aufklärung zu den Verwirrungen/Verstrickungen die vor 35 Jahren mit seinem Buch ‚Aussaat un Kosmos‘ ausgelöst wurden.

Bevor ich etwas zum Inhalt schreibe, ganz kurz zwei Anmerkungen zur Aufmachung des Buches. Leider merkt man den Weggang von Bertelsmann auch dem Buch an. Die 250 Seiten wirken teilweise wie über einen Farblaser ausgedruckt. Was auch auffällt ist der Schreibstil. Von EvD ist ja immer schon bekannt, dass er mit diversen Lektoren zusammen arbeitet. Irgendwo habe ich sogar ein Zitat, nachdem die Erstlingswerke ohne Lektor überhaupt nicht lesbar gewesen wäre. Mit dem Wechsel der Verlages merkt man auch den Wechsel des Lektors. Bestimmte Formulierungen wie sie in ‚Falsch informiert!‘ auftauchen, gab es bisher noch nicht. Man merkt vermutlich den Einfluss des KOPP-Verlags. Nicht nur der Klappentext ist reißerisch gestaltet, sondern eben auch viele Aussagen innerhalb des Buches.

Vor Jahren gab es in der Szene Diskussionen um die „Vermarktung“ der PaläoSETI-These. Für die einen war es nicht „wissenschaftlich“ genug. Die anderen bevorzugten den Stil der „Bildzeitung“. Man merkt immer mehr welche Position gewonnen hat.

Um den Inhalt in aller Kürze darzustellen zähle ich in Stichpunktform alle besprochenen Themen an:

  • Voynich-Manuskript
  • Pater Crespi’s Schätze (Ecuador)
  • Die Sagen der Juden von der Urzeit
  • Oannes
  • Henoch
  • Burrows Cave/Glozel
  • Die Vorfälle um Aussaat und Kosmos
  • Juan Moricz / Tayos Gold
  • Die Mormonen
  • Die Metallbibliothek
  • Nochmals Pater Crespi
  • Stan Hall und das Tayos Gold
  • Nochmals die Mormonen
  • Naturwissenschaft in Nazca

Obwohl sich das Buch in drei größere Kapitel gliedert „Geheimnisvolle Bücher“, „Die Entlarvung der Entlarver“ sowie „Naturwissenschaft in Nazca“ gibt es eine logische Zweiteilung der Inhalte.

Das Kapitel über Nazca und die Untersuchungsergebnisse der durch die Erich von Däniken Stiftung angeregten Experimente in Nazca erscheint hinzugefügt und hat mit dem restlichen Buch keine wirkliche Verbindung. Durch die beiden ersten Kapitel zieht sich aber so etwas wie ein roter Faden:

Am Beispiel von Henoch wird „belegt“, dass Menschen mit außerirdischen Göttern Kontakt hatten und von diesen Informationen bekommen haben. Teilweise wurden diese Informationen in Schriften geschrieben, die für den nicht Eingeweihten unlesbar sind, wie z.B. heutzutage das Voynich-Manuskript. Aber eben auch die Goldplatten des Pater Crespi sowie die verborgenen Schätze aus der „sagenhaften“ Höhlenwelt Ecuadors. Die direkte Verbindung zwischen diesen Goldplatten liefern die „religiösen“ Aufzeichnungen der Mormonen. Anscheinend suchen die Mormonen auch heute noch nach den Goldplatten, von denen Erich von Däniken in ‚Aussaat und Kosmos‘ berichtete.

Wenn man sich das Gebilde im Gesamten betrachtet merkt man, dass hier nicht mehr von „alternativer Archäologie“ oder „PaläoSET“ die Rede ist, sondern von einem „alternativen Weltbild“. Man nimmt vorhandene Überlieferungen, Fakten und setzt diese einfach so zusammen, wie es einem gerade in den Sinn kommt. Und genau an dieser Stelle versteht man den Klappentext des Buches erst richtig:

„Gegen Gedanken gibt es keinen Impfstoff; sie kennen weder Grenzen, noch sind sie zensierbar.“

Es ist gar nicht mehr notwendig die etwaigen Kontakte zwischen außerirdischen Lehrmeistern und der „frühen“ Menschheit zu beweisen. Es ist „Freidenken“ angesagt, ohne Raum und ohne Grenzen. Und… es wäre eigentlich die Konsequenz … ohne Notwendigkeit auf „Politiker“, „selbstgefällige Wissenschaftler“ und „salbungsvoll schwafelnde Religionsfürsten“ einzugehen.

[Die „Politiker“ sind hier wahrscheinlich nur aus Verlagsgründen erwähnt.]

Interessant ist das Buch vor allem für diejenigen, die bisher noch nicht über die Hintergründe zu ‚Aussaat und Kosmos‘ sowie die Expeditionen mit Juan Moricz Bescheid wissen. Erich von Däniken scheint in diesem Kapitel sehr ehrlich zu sein, weil es ihn wahrscheinlich immer noch stark beschäftigt. Allerdings lesen Insider hier vieles auch nicht zum ersten Mal. Im Detail war das Ganze bereits 1974 in ‚Das Welt-Phänomen Erich von Däniken. Eine Dokumentation‘ zu lesen. Der Econ-Verlag versuchte mit diesem kleinen Taschenbuch schon damals die Ehre ihres Autors wieder herzustellen bzw. zu festigen.