Liebe Leserin, lieber Leser,

mit der vierten Ausgabe 2002 beschließt Mysteria3000 ein erfolgreiches Jahr. Mittlerweile steht fest: die harte Arbeit hat sich gelohnt, das neue Format des Magazins kommt an. Das angebotene PDF-Magazin wurde mit besonderem Interesse belohnt und die durchschnittlichen Zugriffszahlen auf unsere Internetseiten sind um mehr als das Doppelte angestiegen.

In den letzten zwölf Monaten wurden von uns über 50 Artikel, Berichte und Rezensionen veröffentlicht, die sich thematisch mit alternativer oder interdisziplinärer Archäologie auseinandergesetzt haben. Vielfach stellten unsere Autoren dabei „alternatives“ und „klassisches“ Geschichtsverständnis gegenüber. Auf den ersten Blick könnte man aus diesen Gegenüberstellungen ein ernüchterndes Fazit für die „Alternativen“ ziehen. 1:0 für die Orthodoxie, das „klassische“ Weltbild hat gesiegt.

Unsere Meinung nach ist es aber nicht wichtig, die Welt in „Schwarz“ und „Weiß“ zu unterteilen. Wie Mysteria3000 exemplarisch zeigt, ist es sehr gut möglich, dass verschiedenste Geschichtsauffassungen nebeneinander Bestand haben, insofern durch sie keine Dogmen begründet werden. Ein Kampf der Weltbilder kann unterbleiben.

Bei unserer Redaktionsarbeit halten wir uns an Karl R. Popper, der einmal schrieb:

„… es kann keine Geschichte „der Vergangenheit“ geben, wie sie tatsächlich gewesen ist. Es kann nur historische Interpretationen geben, und von diesen ist keine endgültig; und jede Generation hat das Recht, sich ihre eigenen Interpretationen zu schaffen.“ [1]

Und so kommen in der aktuellen Ausgabe auch wieder alle Seiten zu Wort. Im Topthema wird diesmal die sogenannte „Genetische Scheibe“ – eines der kuriosen Objekte aus der letztjährigen ‚Unsolved Mysteries‘-Ausstellung in Wien – besprochen (Stefan Böckler) und eine neue Interpretation vorgestellt (Christian Zuppinger). Umfangreich wird danach die Problematik der Kernbohrungen aus Sicht der Ägyptologie dargestellt (Rainer Lorenz), bevor die Fragen gestellt werden, in wie weit die fiktive Filmidee von ‚Jäger des verlorenen Schatzes‘ mit realen historischen Begebenheiten übereinstimmen könnte (Stefan Wogawa) und ob die Ägypter den „unsichtbaren“ Stern Sirius B kannten (Reinhard Prahl). Weitere Beispiele für die friedliche Koexistenz alternativer und konservativer Ansichten in einem Magazin liefern die Artikel von Ulrich Magin und Walter-Jörg Langbein.

Abschließend danke ich im Namen der gesamten Redaktion für die Unterstützung, die es uns erst ermöglicht dieses Magazin herauszugeben.

Herzlichst, Ihr
Markus Pezold

Anmerkungen

[1] Popper, 1994: S. 187

Literaturverzeichnis

Popper, Karl R. (1994): Alles Leben ist Problemlösen. München S. 187