Sabine Wendt gibt in ihrem dreiteiligen Artikel einen Überblick über die Entwicklung der Maya-Kultur. Seit Catherwood und Stephens im Amerika und Europa des 19. Jahrhundert das Interesse für die Kulturen Mesoamerika weckten, hat sich in der Erforschung der mittelamerikanischen Kulturen einiges getan. Unser Bild der Mayas wird immer genauer, die Forschung steht gerade jetzt vor neuen Höhepunkten.

Teil II: Architektur, Schriftsystem, Astronomie und Mathematik

Die Kultur der Maya

1. Architektur

Die gesamte Architektur der Maya basiert auf der Wohnhütte, die auf eine künstliche Plattform gebaut wurde und in der Regel mit Stroh oder Palmblättern gedeckt war. Der uns heute bekannten Architektur geht eine lange Entwicklung voraus. Die ersten, auf pyramidenartige Erhöhungen, gebauten Tempel wurden noch in traditioneller Holzbauweise errichtet. Das, für die Maya typische, zyklische Überbauen ihrer Kultbauten lässt eine gründliche Untersuchung wesentlich älterer Bauwerke zu, da diese beim Überbauen konserviert wurden. Anhand dessen kann eine architektonische Evolution nachvollzogen werden.

Ein Phänomen der klassischen Mayarchitektur ist darin zu sehen, dass für Sakralbauten Unterkonstruktionen geschaffen wurden, die ein Vielfaches des Bauvolumens der Tempel betrugen. Solche Unterkonstruktionen waren die bekannten Pyramidenstümpfe, wobei die Konzeption der Lehm- und Ziegelpyramide im Laufe der Zeit in steinerne Stufenpyramiden mit steinernen Tempeln umgesetzt wurde.

Ein besonderes Element der Pyramiden ist die Treppe oder die Treppen an den Außenseiten, die in verschiedensten architektonischen Spielarten zum Hochtempel führen. Dabei kann es sich um eine einzelne an der Vorderseite oder um paarweise Angeordnete auf den gegenüberliegenden Seiten handeln. Manchmal findet man sogar zwei Seitentreppen und eine mittlere auf der Vorderseite. Aber stets liegen sie auf der Mitte der Fläche. Auch die Neigung der Treppen zeigt die verschiedensten Variationen. In Einzelfällen nähert sie sich mit geringem Gefälle an die Pyramide an und trifft auf der obersten Plattform mir ihr zusammen. Pyramidenbauteile waren oft mit Stuckelementen verziert, manchmal sogar die gesamte Pyramide. Später wurden bandartige Verzierungen an den Treppenwangen eingesetzt. Teilweise wurde die gesamte Treppe verziert, so findet sich in Copán die längste Inschrift aus der Mayazeit – die sogenannte Hieroglyphentreppe.

Beispiele für derartige Dachkämme

Beispiele für derartige Dachkämme

Abb. 1/2: Beispiele für derartige Dachkämme

„Im Gesellschaftssystem der Maya spielte jedoch die spektakuläre Zurschaustellung von Machtpositionen eine wichtige Rolle. Bauten, die für repräsentative Zwecke errichtet wurden – Palastbauten der Oberschicht und Sakralbauten – bedurften demnach einer herausragenden gestalterischen Artikulation: einer Monumentalisierung, um sich von den Behausungen des einfachen Volkes abzusetzen. Den Maya gelang es, eine solche Monumentalisierung zu erreichen, ohne dafür einen völlig neuen Bautyp zu entwickeln.“ [20]

Bei den Repräsentationsbauten begnügte man sich jedoch nicht mit der Wanddekoration; das Schwergewicht wurde immer mehr in Richtung Dachzone verlagert. Besonders deutlich wird dies in der Puuc-Region. Der Fassadenschmuck wird dort eingesetzt, wo er am besten sichtbar ist – am Dach, in einer höher gelegenen, von weitem einsehbaren Zone. Damit erhielt das Bauwerk Signalcharakter und wurde Zeichen einer höherrangigen Örtlichkeit. Dazu wurde ein eigenständiges Element eingesetzt, welches sich vom Dach absetzt – die crestería (ein Dachkamm). Solche Dachkämme konnten sehr gewagte Konstruktionen sein. Die crestería war vorrangig auf Tempelbauten zu finden, in manchen Fällen wurden aber auch die Paläste damit ausgestattet.

„Das Sakralgebäude musste – seinem höheren Rang entsprechend – noch mehr Masse, noch mehr Gewicht erhalten. Und dafür stellte man es auf einen hohen Unterbau, einen künstlichen Hügel inmitten der Profanbauten, welche – ebenfalls untereinander um höheren Rang rivalisierend – selbst bereits auf unterschiedlich hohen Plattformen errichtet waren. Der Sakralbau – als höchstrangiges Gebäude – erhebt sich über die Masse der profanen Gebäude; sein höherer Rang wird durch seine erhöhte Lage symbolisiert. Der Sakralbau wird dadurch auch zum städtebaulichen Signal. Von jedem Punkt der Stadt aus sichtbar, erinnern die beherrschend aufragenden Monumente immerwährend an die Macht der Götter…“ [21]

Dem Tempel selbst, kam ein wichtiger symbolischer Aspekt zu, nämlich die Verbindung zwischen Erde und Himmel – zwischen Menschen und Göttern.

Ein weiteres architektonisches Element stellen die Paläste dar. Zu unterscheiden sind: Kammerpaläste und Gangpaläste. Die Grundeinheit wird von einem extrem schmalen Raum mit rechteckigen Grundriss gebildet. Die Räume der Paläste wurden mit einem Kraggewölbe überbrückt. Beim Palast werden mehrere solcher Grundeinheiten miteinander verbunden, wobei beim Kammerpalast die Räume aneinander gereiht werden, ohne miteinander in Verbindung zu stehen. Die einzigen Öffnungen sind die Türöffnungen zur Fassade hin.

Gangpaläste haben langgezogene Einzelräume, die untereinander verbunden sind. Außerdem haben die Räume eine Verbindung (Tür) nach außen. Paläste wurden zumeist um offene Innenhöfe gruppiert, sie können durchaus mehrstöckig sein. Statische Probleme lösten die Maya, indem sie die Mauern übereinander bauten. Auch die Paläste wurden reich verziert, nicht nur die Außenfassaden, sondern auch die Innenräume.

Von besonderer Bedeutung waren Ballspielplätze. In jedem Mayazentrum wurden sie in unmittelbarer Nähe der Zeremonialzentren errichtet. Zu unterscheiden sind drei verschiedene Bauformen:

a) Ballspielplätze ohne Mauern, d.h. mit offenen Schmalseiten, manchmal in Form einer römischen Eins oder auch nur als langgezogener rechteckiger Platz. Sie verfügten über abgeschrägte Mauern oder Böschungen, mit Sitzplätzen – ähnlich der uns bekannten Zuschauertribünen.

b) Rechteckige Plätze, von einer Mauer umgeben.

c) Umschlossene Ballspielplätze, d.h. in Form einer römischen Eins, von einer Mauer umgeben.

Copan - Ballspielplatz

Abb. 3: Copan – Ballspielplatz

Das Ballspiel, welches rituellen Charakter trägt, wurde in ganz Mesoamerika tradiert. Ich werde im Punkt 9. Mythologie näher darauf eingehen.Seine Ursprünge sind auf die Olmeken zurückzuführen. Die ältesten Ballspielplätze stammen aus der Zeit um 900-500 v.u.Z. In der Regel beträgt die Länge eines solchen Platzes zwischen 20 und 30 Metern, aber auch, wie in Chichén Itzá bis 150m. Die für die Nordzone typischen, in die Mauer eingelassenen, Ringe fehlen im Tiefland völlig.

Eine architektonische Sonderform sind mehrstöckige Türme, wie der in Palenque oder der Caracol in Chichén Itzá. Es wird vermutet, dass sie astronomischen Beobachtungen gedient haben. Für die Bevorratung wurden unterirdische Zisternen gebaut. Seltener sind Stadtbefestigungsanlangen. Bevorratung wurden unterirdische Zisternen gebaut. Seltener sind Stadtbefestigungsanlangen.

Die Architektur weist regionale Unterschiede auf. Solche Unterscheidungsmerkmale sind: Friese, Flachreliefs, Mosaiken, Skulpturen, Malereien, Gebäudearten und -anordnungen. [22]

Der Petén-Stil erreicht im Tiefland etwa im 7. -8. Jh. seinen Höherpunkt. Er ist gekennzeichnet durch hohe Stufenpyramiden, die sie krönenden Tempel wirken durch ihr dickes Mauerwerk gedrungen. Die kleinen Innenräume werden durch Kraggewölbe überdeckt. Einzelne Bauwerke werden auf großen Plattformen zu Akropolen gruppiert. Typische Schmuckelemente sind cresterías auf den Tempeldächern, Stuckmasken mit Darstellungen des Regengottes und vielfältige Flachreliefs.

Eine Sonderstellung nehmen die Städte Copán und Palenque ein. In Copán wurden vorrangig Steinmosaiken anstelle der Stuckverzierungen eingesetzt. Eine weitere Besonderheit sind die Rundplastiken, die eine besonders realistische Darstellung zulassen. Palenque ist die einzige Stadt, in der keine Stelen aufgestellt wurden. Die Inschriften wurden in Form von Friesen an den Außenseiten der Tempel angebracht.

Leider wurden die Anlagen in Palenque systematisch geplündert. Hauptmann Antonio Del Rio ließ 1786 im Auftrag des spanischen Königs Karl III. alle transportablen Strukturen, Portraitköpfe und Stuckreliefs, ohne Rücksicht auf ihren historischen Wert, entfernen. Durch dieses Vorgehen wurden Inschriften zerstört und größere Kunstwerke verstümmelt. [23]

Del Rio rühmte sich anschließend:

„Dank meiner Beharrlichkeit habe ich alles durchgeführt, was getan werden musste, so dass schließlich weder ein Fenster noch eine Tür übrigblieb, die noch versperrt, keine Wand, die nicht eingerissen, noch ein Gemach, Korridor, Hof, Turm oder unterirdischer Gang, in dem nicht Ausgrabungen bis zu einer Tiefe von zwei oder drei voraus gemacht worden wären.“ [24]

Die erbeuteten Kunstwerke wanderten in die Königlich-Naturgeschichtliche Sammlung in Madrid. Die wertvollsten Kunstgegenstände befinden sich noch heute in europäischen Museen.

Ein besonderes Erkennungsmerkmal, des Río Bec-Stils, der im südlichen Binnenland Yukanáns zu finden ist, sind hohe Tempeltürme, die paarweise eine niedrige Palastanlage flankieren. An den Tempeltürmen wurden außen Treppen angebracht, die aber nie zum Ersteigen konzipiert wurden. Sie sind nur Attrappe. Die Tempel konnten durch innere Gänge erreicht werden.

Typische Schmuckelemente sind Steinmosaiken, die mit einer dünnen Stuckschicht überzogen wurden. Dadurch waren sie zwar haltbarer, ließen sich aber schwerer bearbeiten. Aus diesem Grund wurden die Dekore stilisiert und geometrisiert. An die Stelle von Personendarstellungen traten hier Quadrate, Kreuze, Bänder und Rauten. Tempeleingänge wurden oft mit sehr kunstvollem Steindekor gestaltet, so dass sie wie ein geöffneter Schlangenrachen anmuten. Sie sind jedoch stärker abstrahiert als im Petén-Stil.

Aus dem Hügelland des mittleren Yukatán ist eine dritte Stilrichtung bekannt – der Puuc-Stil. Um einen rechteckigen Hof werden einzelne Bauten angeordnet, ohne dass sich deren Ecken berühren. Im Gegensatz zu Río Bec-Stil bleiben die Wände glatt. Nur die Friese, im oberen Teil des Gebäudes, wurden mit aufwendigen Steinmosaiken verziert. Vielfach verwendete Masken des Regengottes blieben relativ klein, wurden dafür aber mehrfach nebeneinander angebracht.

Die Stadt Chichén Itzá bildet einen Sonderfall, da sie durch starke mexikanische Einflüsse geprägt ist. Durch Säulen und Pfeiler, als Stützen der Innenräume, wurden große weite Hallen mit Flachdächern geschaffen. Mit solchen Balkenkonstruktionen, in Verbindung mir Kraggewölben, wurden Tempel mit mehrschiffigen Pfeilerhallen geschaffen.

Ein weiterer Bestandteil der Mayaarchitektur ist der Straßenbau, wobei ein eindrucksvolles regionales Straßennetz nur im Norden zu finden ist. Dieses Straßennetz ist jedoch kaum erforscht. Eine Aussage, zu welchem Zweck es errichtet wurde, ist nicht möglich. Teilweise werden die Straßen als Verbindungen einzelner Städte oder Zeremonialzentren untereinander gedeutet. Eine andere Deutung geht davon aus, dass sie der Verbindung zentraler Orte mit der Hauptstadt gedient haben könnten. Die Funktion als Zeremonialwege konnte noch nicht nachgewiesen werden. Ebenso wenig ist bisher eine astronomische Ausrichtung der Straßen nachweisbar.

2. Besonderheiten

Eine Besonderheit, die allen Mayastädten gemeinsam ist, stellt die strenge astronomische Ausrichtung ihrer Zeremonialzentren dar. Bei dieser Ausrichtung lassen sich möglicherweise drei Hauptgruppen unterscheiden:

– Gruppe A – 10° bis 12° Abweichung von der astronomischen Nord-Süd-Richtung; hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die älteste Ausrichtung

– Gruppe B – 16° bis 18° Abweichung von der astronomischen Nord-Süd-Richtung – möglicherweise toltekischer Einfluss

– Gruppe C – 21° bis 23° Abweichung von der astronomischen Nord-Süd-Richtung – älteste Periode toltekischen Einflusses Bei dieser Ausrichtung werden nur die Sonnenauf- und -untergänge zur Zeit der Solstitien berücksichtigt. Die Zenitdurchgänge scheinen keine Bedeutung mehr zu haben.

Die verschiedenen Ausrichtungen lassen möglicherweise auf den Zeitpunkt des Beginns der Bauarbeiten schließen. Dabei wurde wahrscheinlich der veränderten Lage der beobachteten Sterne, entlang der Ekliptik Rechnung getragen.

Die Ausrichtung der Zeremonialzentren wurde den örtlichen astronomischen Gegebenheiten exakt angepasst. Überall scheinen die Zenitdurchgänge der Plejaden in Verbindung mit dem Zenitdurchgang der Sonne, zur Zeit der Solstitien, von großer Bedeutung gewesen zu sein.

Das bei den Maya übliche Aufstellen von Geschichtsstelen, auf denen neben wichtigen geschichtlichen Daten, wie Inthronisationen, Kriegszügen und Todesdaten der einzelnen Herrscher, auch wichtige astronomische Daten festgehalten wurden, scheint neben der Verherrlichung der Herrscher noch eine andere Funktion gehabt zu haben. Es wird angenommen, dass die Stelen nach bestimmten astronomischen Gesichtspunkten aufgestellt wurden und auf diese Weise einen Kalender darstellten. Insbesondere in Copán und Chichén Itzá scheinen diese Stelen darüber hinaus der Markierung bestimmter astronomischer Ereignisse gedient zu haben.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass astronomische Ereignisse architektonisch umgesetzt wurden, findet sich in Tempeldekorationen. Eine Federschlange, welche die Sonnenscheibe verschlingt, kann als Hinweis auf eine Sonnenfinsternis gedeutet werden.

Diese in allen Mayazentren nachgewiesen Umsetzen astronomischer Ereignisse in der Architektur könnte seinen Ursprung im Weltbild der Maya haben. Demzufolge bestand die religiöse Aufgabe im Bau von Tempelpyramiden und Zeremonialzentren. Diese waren damit eine Wiederspiegelung der natürlichen Ordnung des Kosmos – der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Schon die frühesten Siedler richteten ihre Siedlungen und Städte nach den Hauptrichtungen aus und spiegelten damit die Harmonie der Welt wieder. Das ausgeprägte Interesse für die Astronomie bildete hierfür den kulturellen (kultischen) Rahmen.

Bei der Wahl eines Siedlungsortes wurden mehrere Faktoren berücksichtigt: Ästhetik des Geländes, Klima, sowie militärische Gesichtspunkte. Dabei wurde die Sorgfalt der Wahl des Bauplatzes durch die göttliche Natur diktiert und durch ein komplexes System kosmischen Glaubens bestimmt. Ein Faktor war dabei der Durchgang bestimmter Himmelskörper durch den Zenit. Für die Planung und Ausrichtung der Zeremonialzentren war der Kalender von großer Bedeutung. [25]

Die Ausrichtung der Zeremonialzentren, nach astronomischen Gesichtspunkten, ist wahrscheinlich auf diese mythologisch-religiösen Vorstellungen zurückzuführen. Damit war der Standort der jeweiligen Bauwerke für alle Zeiten festgelegt, was einen Neubau von Tempelpyramiden an anderer Stelle ausschloss. Daraus resultiert möglicherweise das, bei allen mesoamerikanischen Kulturen, übliche Überbauen von Kultbauten. Ob es sich um zyklisches Überbauen, basierend auf Kalenderzyklen, handelt oder ob man dem Ort eine stärkere mystische Kraft verleihen wollte, entzieht sich unserer Kenntnis. Beide Möglichkeiten, bzw. eine Kombination aus Beidem, sollte jedoch in Erwägung gezogen werden.

3. Schriftsystem

Die Maya besaßen als einziges Volk in Mesoamerika ein hochentwickeltes Schriftsystem, mit dessen Hilfe komplexe Texte widergegeben werden konnten. Durch ihren Grad an Standardisierung und Abstraktion steht sie in deutlichem Kontrast zu anderen Schriften Mesoamerikas. Nach der Übernahme aus der epiolmekischen Kultur wurde die Schrift rasch eigenständig weiterentwickelt. Die Schrift war im gesamten Tiefland verbreitet, unterschied sich aber in Formen und Zeichen sowie in der Syntax zwischen Norden und Süden. Dies ist vermutlich auf sprachliche und historische Unterschiede zurückzuführen.

Das Schriftsystem der Maya ist eine Mischung aus Logogrammen und Silbenzeichen. Mit Hilfe von syllabischen Schriftzeichen konnten auch Wörter rein phonetisch geschrieben werden. Dabei wurden dieselben Laute mit verschiedenen Zeichen wiedergegeben. Einige dieser phonetischen Zeichen können auch als Logogramme verwendet werden.

Die Zeichen haben normalerweise ein quadratisches oder länglich-ovales Format. Einzelne oder mehrere Zeichen bilden einen sogenannten Glyphenblock. Bei den meisten Inschriften sind viele solcher Blöcke in einer rechteckigen Matrix angeordnet, welche innerhalb der Matrix in Zeilen und Spalten untergliedert sind. Es werden zwei Arten von Zeichen unterschieden, die Hauptzeichen und die Affixe.

Tagesglypehn des Long Count aus dem Dresdener Codex

Abb. 4: Tagesglyphen des Long Count aus dem Dresdener Codex

Die Vieldeutigkeit, mit der Mayaschreiber umgingen, erschwert die Übersetzung. So sind heute etwa 1000 Zeichen (700 Grundzeichen) bekannt, von denen, neben den Zahlen, Zeichen für Zeitangaben und Götternamen, knapp die Hälfte übersetzt sind. Obwohl man schon in der Lage ist, einige Abschnitte in den Handschriften und Inschriften zu verstehen, kann man immer noch keinen Abschnitt sprachlich lesen. Auch wenn, aufgrund der Kalenderzählung, die Bedeutung einzelner Hieroglyphen bekannt ist, bedeutet das noch nicht, dass man sie auch in der sprachlichen Umsetzung lesen kann. Da es für viele Zeichen unterschiedliche Lesevorschläge der einzelnen Wissenschaftler gibt, kann nur eine strenge Klassifizierung zu einer Systematisierung der bisherigen Forschungsergebnisse führen. Das Lesen der Schriftzeichen ist häufig nur ein deuten, das heißt, die sprachliche Entzifferung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Ebenso unklar ist die Bedeutung der Unterlegung der Hieroglyphen mit roter oder schwarzer Farbe. Möglicherweise sind sie als Hinweis auf das dualistische Weltbild der Maya zu verstehen, demzufolge rot für „gut“ oder „Leben“ und schwarz für „böse“ oder „Tod“ stehen. Diese Deutung kann jedoch nicht als endgültig betrachtet werden. [26]

„Die gegenwärtige Forschung konvergiert auf die in Justeson und Kurbjuhn gegebenen Lesungen, die allerdings laufend ergänzt und modifiziert werden müssen. Ferner ist ein Mangel aller Verzeichnisse, dass sie keine Begründung für die Lesevorschläge geben.“ [27]

Es handelt sich somit um Entzifferungshypothesen.

Von den Anfängen der Schrift bis zu den Maya ist keine Sprachkontinuität vorhanden. Durch geographische Unterschiede wird die Entzifferung zusätzlich erschwert. Darüber hinaus geben die vorhandenen Inschriften verschiedene Mayasprachen wider. Die verwendete Syntax ist erforscht, da die Hieroglyphen einen Text bilden. Jedoch können ästhetische Erwägungen oder Platzmangel Abweichungen nötig gemacht haben. Auch dies ist ein Aspekt, der noch nicht ausreichend erforscht ist. [28]

Dass die Schrift in der Kultur der Maya von großer Bedeutung war, lässt sich daran erkennen, dass nicht nur wichtige politische Daten, sondern vor allem alle astronomischen Ereignisse und Beobachtungen festgehalten wurden und Eingang in das Kalendersystem fanden. Diese wurden in sogenannten Codices – langen, leporelloartig gefalteten Büchern aus Feigenrindenpapier niedergeschrieben.

Leider wurde infolge der missionarischen Tätigkeit der spanischen Mönche, der größte Teil dieser heiligen Bücher, als Mittel zur Teufelsanbetung, verbrannt. Nur vier dieser Codices blieben erhalten. Sie gestatten einen kleinen Einblick in das komplizierte religiöse Weltbild der Maya. Einer, der erhalten gebliebenen Codices, ist der ‚Codex Dresdenensis‘ (Dresdener Codex). Er wird in der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden aufbewahrt. Bei diesem Codex handelt es sich vermutlich, um eine mexikanisch beeinflusste Abschrift oder Neufassung, einer nicht erhalten gebliebenen Handschrift aus klassischer Zeit. Er stammt vermutlich aus der Zeit um 1200 bis 1250. Der ‚Codex Dresdenensis’enthält sowohl mythologisch-astrologische als auch astronomisch-kalendarische Aufzeichnungen. Die Exaktheit der Mond- und Sonnenfinsternistafeln sowie die Berechnungen der Venusumläufe stellen den erstaunlich hohen Stand der Maya-Astronomie unter Beweis.

Der traditionellen Einteilung folgend sind im wesentlichen vier Abschnitte zu unterscheiden:

1. Ritual- und Weissagekalender basierend auf 260-Tagekalender
2. astronomische Berechnungen über Sternenkonstellationen
3. mythologisch-astrologische Kalender mit Wetter- und Erntevorhersagen
4. Ritual- und Wahrsagekalender

Die Arbeiten an der Übersetzung dieser Handschrift sind zur Zeit noch nicht abgeschlossen.

Weitere erhalten gebliebene Codices sind der ‚Codex Tro-Cortesianus‘ (Madrid). Dieser Codex besteht aus zwei Teilen, die ursprünglich getrennt aufbewahrt wurden. Seit 1875 sind beide Teile wieder vereint. Aufgrund der nachlässigen Ausführung wird er ins 15.Jh. datiert.

Der ‚Codex Peresianus‘ (Paris) wurde 1859 im Müllkorb der damaligen Kaiserlichen Bibliothek gefunden. Es handelt sich um die kürzeste, nicht vollständig erhaltene Handschrift, die in die Zeit zwischen 1300 und 1500 datiert wird.

Das Fragment des ‚Codex Grolier‘ besteht noch aus 10 Seiten, des ehemals 20 Seiten umfassenden Venuskalenders. Datiert wurde dieser Codex in das 13. bis 14. Jh. Die Echtheit wurde durch eine Radiokarbonuntersuchung bestätigt. Die Handschrift wurde der mexikanischen Regierung geschenkt und ist nicht öffentlich zugänglich.

Der ‚Codex Dresdenenis‘ ist vermutlich die älteste, der erhalten gebliebenen Handschriften und ist gegenwärtig als einzige öffentlich zugänglich. Wie die genannten Handschriften der Vernichtungswut eines Diego de Landa entgehen konnten, ist nicht geklärt. [29]

4. Astronomie, Kalender und Mathematik

Die Maya-Kultur blieb in bezug auf die Geschichte der Mathematik und Astronomie weitgehend unbeachtet. Die wissenschaftlichen Leistungen der Maya-Kultur können nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Sie stehen in enger Wechselwirkung zueinander und sind auf das engste miteinander verknüpft.

Leider gibt es keine oder nur geringe Hinweise auf das Zahlensystem. Ein Zahlensystem auszuprägen, das ohne gegenständliche Hilfsmittel (Kerbholz, Anhäufen von Kieselsteinen u.ä.) auskommt, stellt eine bedeutende intellektuelle Leistung einer Kultur dar und ist ein bedeutender Entwicklungsschritt in Richtung eines abstrakten Zahlenbegriffes. Mit diesem konnte beliebig weit gezählt werden. Auf seiner Grundlage durchgeführte Rechnungen und der Besitz von Algorithmen für komplexe Kalkulationen, deuten auf das Vorhandensein einer höheren Mathematik hin.

Ein solches Zahlensystem existierte bei den Maya. Sie benutzten es sowohl im täglichen Leben, etwa für den Handel, als auch für die Zeitrechnung, die Astronomie und die damit verbundenen kultischen Zwecke. In der Maya-Kultur bestand eine Verbindung von Zahlen mit der Religion und der Mystik. Besondere Bedeutung kam den heiligen Zahlen 7, 9 und 13 zu. Die Zahl 7 steht für die Erde oder die sieben Wanderer. Hiermit sind Sonne, Mond und die fünf sichtbaren Planeten gemeint. Die Zahl 9 symbolisiert die Herren der Nacht, gleichbedeutend mit den neun Göttern der Unterwelt. 13 ist die Anzahl der Himmelsebenen oder die Herren des Tages. Das Produkt aus diesen heiligen Zahlen ergibt 819 und ist gleichbedeutend mit einem Zyklus in der Kalenderrechnung.

Grundlage der Mathematik ist das Vigesimalsystem, basierend auf der Zahl 20. Dieses Vigesimalsystem ist ein Stellenwertsystem ähnlich dem Dezimalsystem. Die Position eines Zahlensymbols bestimmt seinen Wert zur Basis 20. Besonderer Vorteil eines solchen Systems ist das Ausreichen einer begrenzten Anzahl von Symbolen für beliebig große Zahlen. Jede Position im Vigesimalsystem ist eine zwanziger Potenz, welche meist senkrecht aufgeschrieben wurde. In dieser Schreibweise besteht die eigentliche kulturelle Leistung – setzt sie doch arithmetische Grundlagen voraus und damit das Bewusstein, dass eine Zahl an höherer Stelle gleichbedeutend mit einer größeren Zahl ist. Dementsprechend hat die Zahl an der niedrigsten Stelle auch den geringsten Zahlenwert.

Die Bedeutung der Zahl „Null“ ist noch umstritten. Es werden drei Möglichkeiten angenommen:

1. Symbol für nichts, also Null in unserem Sinn
2. Lückenfüller im Positionssystem
3. Vervollständigung einer Periode

Nichts und Vervollständigung stellt eigentlich keinen Widerspruch dar. Es ist lediglich ein Ausdruck der Sichtweise, nämlich die Rückkehr zum Seitenanfang.

In der Forschung muss versucht werden, dass Mayakonzept zu untersuchen ohne unser Konzept zu übertragen. Einige Forscher halten die Null für reine Dekoration. Andere vertreten die Meinung, dass es sich um ein ähnliches Konzept, wie bei unserem handelt, nämlich die Null als Zahl bzw. Zahlenwert. Bei den Maya wurde das Nullzeichen verwendet, um eine Position im Stellenwertsystem zu füllen und damit die eindeutige Notierung zu sichern. Des weiteren tritt dieses Konzept im Kalendersystem zu Tage. Die Schreibweise bestimmter Zahlen spricht für die Kenntnis des Zahlenwertes und damit für das Konzept der Null als Zahl und deren Funktion als Vorgänger der Eins – als neutrales Zeichen in der Addition.

„Vor diesem Hintergrund kann man sich des Eindrucks schwerlich erwehren, dass einige Forscher – obwohl sie derart deutliche Belege kannten und auch diskutierten – sich dagegen sträuben, den Maya eine solche Kulturleistung zuzubilligen. Denn es wäre geeignet gewesen, ihr Bild von den ‚Edlen Wilden‘ zu zerstören, zeichnet doch eine solche Errungenschaft, die unabhängig voneinander außer den Maya nur wenige weitere Male in der Menschheitsgeschichte gelang, die Maya-Kultur als hochentwickelte Zivilisation aus“ [30]

Eine Gemeinsamkeit aller mesoamerikanischen Kulturen ist ein, aus mehreren verschiedenen ineinander greifenden Zyklen bestehendes, Kalendersystem.

„Beschäftigt man sich mit dem Kalendersystem einer Kultur, so stellen sich mehrere einander berührende Fragen: wie das System aufgebaut ist, aus welcher Motivation heraus es geschaffen wurde und welche anderen Elemente (wie z. B. religiöse Auffassungen) es mit einbezieht, welche Vorstellungen von ‚Zeit‘ dem System zugrunde liegen und – mit letzterem eng verbunden – welche Bedeutung die Zeit in der Kultur besaß.“ [31]

Das Kalendersystem der Maya ist noch nicht restlos geklärt. Die Erklärungen sind teilweise umstritten und werden zum Teil kontrovers diskutiert. Von einigen Forschern wird bei bestimmten Kalenderzyklen keine Verbindung zur Astronomie gesehen. Die mesoamerikanischen Kulturen entwickelten, mit der Vielzahl der miteinander verwobenen Zyklen, ein sehr kompliziertes Kalendersystem. Solche Zyklen waren:

Tzolkin – oder Sacred Round

Dieser Kalender ist der rituelle 260-Tage-Kalender. Sein Ursprung ist noch nicht restlos geklärt. Möglicherweise besteht ein astronomischer Bezug zu den Venusphasen. Eine andere Erklärung ist, dass dieser Kalender auf den Zenitdurchgängen der Sonne bei 15° nördlicher Breite beruht. Es wird angenommen, dass er auf zwei Subzyklen mit 13 Ziffern und 20 Tagesnamen basiert. Die 260-Tagezählung soll das Ergebnis schon vorher existierender, ritueller Zyklen sein, wobei die Herkunft dieser Zyklen unbekannt ist. Die Zahl 20 hat ihre Bedeutung im Zahlensystem.

Haab

Beim Haab handelt es sich um den an das Sonnenjahr angenäherten Jahreskalender mit 365 Tagen. Das angenäherte Sonnenjahr wurde in 18 Monate zu je 20 Tagen unterteilt. Die verbleibenden 5 Tage blieben namenlos und galten als Unglückstage. Korrekturen des Jahreskalenders, die den Maya von einigen Forschen zugeschrieben werden, sind nicht existent. Es ist fraglich, ob seine Bedeutung im landwirtschaftlichen Bereich liegt.

Kalenderrunde

Das angenäherte Sonnenjahr übernimmt, zusammen mit dem Tzolkin, die Funktion eines konstituierenden Zyklus. Beide zusammen ergeben die Kalenderrunde – einen Zyklus von 52 Jahren. Bei jedem Beginn der Kalenderrunde nach 18980 Tagen oder 52 Jahren stimmen der erste Tag des Tzolkin mit dem ersten Tag des Haab überein. Die 18980 Tage bilden das kleinste gemeinsame Vielfache aus 260 und 365 und ergeben, wie schon erwähnt, den Beginn einer neuen Kalenderrunde.

Lange Zählung auch als Long Count bezeichnet

Diese Art des Kalenders wurde für die Archivierung oder Berichterstattung von Ereignissen, die länger als 52 Jahre zurücklagen, notwendig und war somit eine absolute Zählung der vergangenen Tage, welche auf der Basis eines, durch Konvention festgelegten Nullpunktes, durchnummeriert wurden. Dieser Nullpunkt wurde als Beginn des gegenwärtigen Zeitalters aufgefasst.

Um die Zeit zu notieren, wurde ein leicht abgeändertes Vigesimalsystem, mit Unregelmäßigkeiten an der 3. Stelle, angewendet. An dieser Stelle durfte maximal die Zahl 18 stehen. (360 Tage wurden durch 18 dividiert) Das 360-Tage-Jahr war die Ausgangsbasis für den Long Count. Es waren allerdings Algorithmen vorhanden, die es erlaubten das abgewandelte Vigesimalsystem in ein normales umzuwandeln und umgekehrt.

Für das verwendete 360 Tage-Jahr werden heute kalendarische und astronomische Gründe angenommen. Der Zahl 949 kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Zahl 949 ist die Summe aus der ganzzahligen synodischen Umlaufzeit der Venus (584 Tage) und der Anzahl der Tage des angenäherten Sonnenjahres (365 Tage). Wird diese Zahl mit 360 multipliziert, erhält man als Ergebnis 341640, was gleichbedeutend ist mit dem Ende einer Kalenderrunde. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: 341640=18980×18=365×936=360×949.

Neuesten Forschungen zufolge, wurde der Long Count lange nach der Kalenderrunde entwickelt, wobei es über die zeitliche Differenz keine Klarheit gibt. Die ältesten Long Count – Daten wurden außerhalb des Mayagebietes gefunden und entsprechen dem 9. Dezember 36 v.u.Z. . Der, von den Maya verwendete, Kalender erhielt seine endgültige Form im 1. Jh. v.u.Z bei Völkern die unter starkem olmekischen Einfluss standen.

Im Long Count soll die Unendlichkeit der Zeit dokumentiert werden, deren Beginn und Ende nicht fassbar sind. Die Berechnungen der Maya veranschaulichen riesige Zeiträume mit immer wiederkehrenden Zyklen.

Herren der Nacht

Es handelt sich um einen neuntägigen Zyklus, bei dem jeweils einer der Götter der Unterwelt eine Nacht lang regiert. Sonderbarerweise beginnt dieser Zyklus mit dem 6. Herrn der Nacht. Dieser endlose Kreislauf ergibt zusammen mit der Kalenderrunde einen neuen Zyklus von 468 Sonnenjahren oder 657 Tzolkinjahren.

Mondserie

Die Maya notierten das „Alter des Mondes“, welches sie abwechselnd mit 29 oder 30 Tagen angaben und das von besonderer Bedeutung für die Finsternisberechnungen war. Die Bedeutung des Mondes ist erstaunlich. Sie resultiert möglicherweise aus seiner Stellung am Nachthimmel, weil er durch seine Größe und schnelle Umlaufzeit leicht zu beobachten war. Die Mondphasen hatten für die Maya schwer verständliche Eigenschaften. Zusammen mit der Sonne kam ihm eine besondere Bedeutung in der Mythologie zu.

„Das offensichtliche Interesse der Maya am Mond lässt den Gedanken zu, dass er eines der ältesten regelmäßig dokumentierten Gestirne war und die Notation der Mondserie nicht nur aus praktischen Erwägungen in der gegebenen Form auftrat, sondern ebenso aus geschichtlicher Entwicklung entstand und als Relikt in spätere Zeiten übernommen wurde.“

[32]

819 Tage-Zählung

Dieser Zyklus entstand vermutlich aus einer Verzahnung der heiligen Zahlen miteinander. Die Bedeutung der heiligen Zahlen 7, 9 und 13 wurde schon erwähnt. Es wird vermutet, das dieser Zyklus in Verbindung mit der Schöpfung zu setzen ist. Die Spekulationen über den Ursprung der 819 Tage-Zählung geht davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen astronomischen und jahreszeitlichen Rhythmen nicht direkt erkennbar ist. Die meisten Vermutungen gehen von numerologischen Spekulationen aus. Neuerdings gibt es Vermutungen über eine Verbindung zu Saturn und Jupiter, die auf diese Weise in den Kalender eingebunden werden. Solches war vorher nicht möglich. Die 819 Tage-Zählung ist nicht vor Mitte der Klassik nachweisbar.

7 Tage-Zählung

Über den Ursprung der 7-Tage-Zählung gibt es nur Vermutungen, da die 7 kein Faktor in der Kalenderrunde von 18980 Tagen ist. Wahrscheinlich ist dieser Zyklus auf das numerologische Interesse der Maya zurückzuführen, die bestrebt waren alle heiligen Zahlen in den Kalender zu integrieren.

Bedeutung der Zeit in der Maya-Kultur.

Die Maya waren besessen von der Messbarkeit der Zeit, darum versuchten sie den endlosen Ablauf der Tage in Gruppen immer wiederkehrender Zyklen zu untergliedern. Diese Zyklen spiegeln den Grundgedanken wider – Dimensionen vom Nachvollziehbaren und Überschaubaren bis zum Unvorstellbaren darzulegen. Für die Maya bestand ein Zusammenhang zwischen den jeweiligen Zyklen, astrologisch-kalendarischen Einflüssen und historischen Ereignissen. Sie waren überzeugt, dass solche Kombinationen in den darauffolgenden Zeitperioden erneut wirksam würden. Daher versuchten sie Strukturen zu finden, denen menschliches Handeln unterlag. Eine Zwangsläufigkeit und innere Konsistenz des Weltbildes wurde durch die Verzahnung gleichzeitig auftretender Einflüsse in religiösem, astronomischen und alltäglichen Bereich erreicht.

„In der zyklischen Zusammenfassung und dem Glauben, dass sich Ereignisse in bestimmten Rhythmen wiederholen, werden inzwischen mit die wichtigsten Gründe gesehen, warum die Maya etwa in ihrem angenäherten Jahr keine systematische Korrektur anbrachten und sich bewusst gegen Schaltjahre entschieden haben müssen.“ [33]

Die Maya befürchteten, dass Schaltjahre die Verzahnung stören würden, so dass Venus-Ritual- und Sonnenjahr nicht mehr zusammen passen würden, obwohl genaueste Berechnungen aufgestellt wurden. Das Weltbild der Maya war astrologisch geprägt. Sie waren überzeugt, dass Sonne, Mond, Planeten und Fixsterne Einfluss auf das menschliche Leben haben. Aus diesem Grund wurden politische Strategien und gesellschaftliche Ereignisse, innerhalb des komplexen Systems vielschichtiger Einflüsse, auf das sorgsamste geplant. Hierfür waren Kenntnisse in grundsätzlich allen Kalendern notwendig. Die Maya gingen davon aus, dass jeder Tag durch mehrere Götter beeinflusst wurde und kein Tag unter exakt den gleichen Einflüssen stand.

Arithmetik

Man ist lediglich auf Vermutungen angewiesen, die ständig kritisch hinterfragt werden müssen, weil unbekannt ist, in welchem Maße Auffassungen und Einstellungen gegenüber der Kultur die Hypothesen beeinflussen.

„Dennoch dürfte es trotz kritischer Reflexion nahezu unmöglich sein, sich von durch unsere Denkstrukturen geprägten Theorien, Modellen und Algorithmen vollständig zu lösen.“ [34]

Hilfsmittel zur Durchführung von Berechnungen sind nicht erhalten.

Es ist bekannt, dass die Maya Addition und Subtraktion beherrschten. Einige Forscher sind der Meinung, die Maya seien nicht in der Lage gewesen, Multiplikation und Division durchzuführen, weil bisher kein Beleg dafür gefunden wurde. Das Datenmaterial ist zu rudimentär.

„Doch die Existenz des Positionssystems mit der implizit enthaltenen Multiplikation weist auf das Beherrschen dieses Konzepts (und als Pendant des der Division) hin.“ [35]

Auch Landa weist explizit auf die Fähigkeit zur Multiplikation hin. Multiplikation und Division sind im Vigesimalsystem ähnlich durchzuführen wie im Dezimalsystem. Ein wesentliches Merkmal der Berechnungen in der Maya-Kultur sind unteilbare Einheiten. Es wurden keine Brüche verwendet.

Da bereits herausgearbeitet wurde, welche Bedeutung Zyklen für die Maya hatten, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich auch mit den periodischen Himmelsphänomenen beschäftigten. Waren sie doch ein Zeichen für die Unendlichkeit. Die Bewegungen der Himmelskörper wurden in jedem Bereich der Kultur beachtet, besonders in der Religion und der Astrologie.

Es muss stets beachtet werden, unter welchen Bedingungen und in welchem Kontext diese Beobachtungen durchgeführt wurden, welche natürlichen Gegebenheiten und technischen Voraussetzungen den Maya zur Beobachtung signifikanter Ereignisse zu Verfügung standen und welche Vorgehensweisen zur Bestimmung von Ort und Zeit angewendet wurden. Die Genauigkeit in den Beobachtungen ist erstaunlich. Da die Quellenlage sehr mangelhaft ist, kann nur auf Vermutungen und Spekulationen zurückgegriffen werden. Es sind keine Mittel und Wege überliefert.

Beobachtet wurden Sonne, Mond, sichtbare Planeten – besonders die Venus, sowie die Bewegungen des Fixsternhimmels. Unerwartete Ereignisse, wie das Erscheinen von Kometen und Finsternissen, waren für die Maya Unglückszeichen, da sie sich nicht in die zyklischen Aufzeichnungen einordnen ließen.

Über die Verwendung von Instrumenten oder über Beobachtungsmethoden können nur Vermutungen angestellt werden. Es wird vermutet, dass der Gnomon und polierte Obsidianspiegel (diese sind für die Olmeken belegt) Anwendung fanden. Die Verwendung von Stelen könnte der Positionsbestimmung bestimmter Objekte an bestimmten Tagen gedient haben. Des weiteren wird vermutet, dass Trapeze, ähnlich unserer Sonnenuhr, angewendet worden sein könnten. Diese Trapeze sind bei anderen mesoamerikanischen Kulturen belegt, für die Maya jedoch spekulativ. Es existieren keine Belege für vergrößernde Instrumente, für mechanische oder andere nicht auf dem Sonnenverlauf beruhenden Zeitmesser.

Sonne und Mond

Der Sonnenaufgang wurde mit dem Beginn des Tages identifiziert. Eine besondere Bedeutung kam den Äquinoktien, den Zenitdurchgängen und den Solstitien zu. Leider sind keine Quellen vorhanden, so dass man sich nur auf ethnoastronomische Belege stützen kann. So wurde der erste Zenitdurchgang der Sonne im Verlauf des Sonnenjahres möglicherweise an der Position des Oriongürtels, des Südkreuzes und der Plejaden am vorangegangenen Nachthimmel bestimmt. Solche Ereignisse waren immer mit rituellen Festen verbunden. In den mesoamerikanischen Kulturen diente der Fixsternhimmel als Anzeige für Sonnenereignisse. Umgekehrt wurde die Sonne als Anzeige für bestimmte Sternenkonstellationen benutzt.

Möglicherweise war den Maya neben dem synodischen Mondumlauf auch der siderische bekannt. Leider gibt es dafür keine Belege und die geführten Diskussionen zu diesem Thema verlaufen sehr kontrovers. Das Problem ist, wie die Maya den siderischen Mondumlauf identifizierten. Eine naheliegende Möglichkeit besteht darin, dass die Maya die Bewegungen des Mondes mit denen der Planeten gegenüber dem Fixsternhimmel verglichen.

Ein weiteres Problem stellt die Korrektur des Sonnenjahres dar, da es hierfür keine Belege gibt und keine Algorithmen und Rechenwege überliefert sind. Ein Erklärungsansatz kann im Nullpunkt des Long Count gesehen werden. Allerdings gibt es verschiedene Erklärungsmöglichkeiten über die angewendeten Verfahren. Es besteht eine Kontroverse darüber, ob Inschriften einen astronomischen Bezug haben oder nicht. Beispiele für mögliche Korrekturen wurden in Copán und Palenque gefunden. Aus Inschriften geht hervor, dass bestimmte Konstellationen wichtig für Inthronisationen waren. Dabei war es von großer Bedeutung, wann Mond, Jupiter, Mars und Saturn im Sternbild Skorpion in Konjunktion stand.

Die Finsternistafeln im Dresdener Codex zeigen das Bemühen, das Geschehen am Himmel vorauszusagen. Es handelt sich um eine Dokumentation beobachteter Finsternisse. Es ist aufgrund des Datenmaterials wahrscheinlich, dass die beobachteten Finsternisse mit dem Tzolkin in Verbindung gebracht wurden. Für die Maya war es eine wichtige Tatsache, dass Finsternisse nur an bestimmten Tagen des Tzolkin auftreten konnten.

Planeten

Von gleicher Bedeutung wie der Mond, dürften für die Maya die Planeten gewesen sein. Besonderes Augenmerk wurde wahrscheinlich den sonderbaren Rückläufigkeiten und Schleifen gewidmet.

„Man ist sich heute weitgehend einig darüber, dass sie alle fünf mit dem bloßen Auge sichtbaren Planeten beobachteten und versuchten, deren Bewegungen zu verstehen und vor allem mit ihrem rituellen Jahr in Bezug zu setzten.“ [36]

Diese Bewegungen wurden astrologisch-rituell interpretiert und mit der Festlegung von Festen in Verbindung gebracht. Ein besonderer Zusammenhang mit der Venus und Daten der Kriegsführung konnte nachgewiesen werden. Diese Verbindung ist wahrscheinlich in der späten Klassik entstanden. Ebenso wurde eine Beziehung zwischen Planetendaten und Kalendersystem hergestellt.

„Das erneute ‚Sich Einpassen‘ der Sacred Round in astrologische Gegebenheiten sei als Teil der wechselseitigen Beeinflussung zwischen zyklischem Denken und Astronomie der Maya beispielhaft (an Venus und Mars) vorgeführt. So entsprechen drei Sacred Rounds Durchläufe von insgesamt 780 Tagen etwa einem synodischen Umlauf des Mars…“ [37]

Immer wieder kann eine Verbindung zwischen Astronomie und Kalenderwesen nachgewiesen werden und gibt damit Auskunft über die Intensität der Zahlenspielereien.

Venus

Der Planet wurde am intensivsten beobachtet und zeigt damit seinen hohen Stellenwert. Vermutlich war die enorme Helligkeit der Venus dafür verantwortlich. Mythologisch war die Venus eng an die Sonne gebunden. Die Venusdaten sind allerdings nicht direkt in den Kalender eingebunden. Es gibt nur sehr wenige Hinweise aus Inschriften, die eine Berechnung des Venusjahres nachweisen. Die Intervalllängen 236, 90, 250 und 8 Tage wurden von den Maya als kanonische Werte betrachtet.

Auszug aus den Venustafeln. Sequenz der 20 Götter aus dem Dresdener Codex

Abb. 5: Auszug aus den Venustafeln – Sequenz der 20 Götter aus dem Dresdener Codex

„Die restlichen Intervalllängen sind allerdings nicht korrekt, so hat die der oberen Konjunktion entsprechende mit 90 Tagen einen viel größeren Wert als den wirklichen von 50 Tagen. Des weitern werden den Morgen- und Abendsternintervallen die ungleichen Werte 236 und 250 zugeordnet, tatsächlich stimmen beide jedoch mit 263 Tagen überein. Diese Abweichungen sind mit Sicherheit nicht auf mangelnde Beobachtungen der sonst so exakt arbeitenden Maya zurückzuführen.“ [38]

Die Gründe für diese Abweichungen sind unbekannt. Möglicherweise sind sie ritueller Art und in der Bedeutung für rituelle Zeremonien zu sehen. Leider gibt es dafür keine Belege. Eine weitere Vermutung besteht in einer Verbindung zur Mondperiode. Die Vervielfachung von 13 ergibt 65 synodische Venusumläufe, diese entsprechen 104 angenäherten Sonnenjahren oder 146 Tzolkinjahren. Daraus hergeleitet werden 219 Eklipsensemester. Erstaunlich ist die geringe Differenz zu den tatsächlichen Umlaufzeiten.

Die weiteren sichtbaren Planeten

Da die Planeten Merkur, Mars Jupiter und Saturn nicht eindeutig im Codex zugeordnet werden, bleiben Berechnungen der synodischen oder sogar siderischen Umlaufzeiten nur Vermutungen.

Eine kontinuierliche Beobachtung des Mars, auch als Himmelsmonster bezeichnet, ist heftig umstritten. Einige Forscher sind sich darüber einig, dass eine Marstafel existiert. Es wurde schon erwähnt, das 780 Tage drei Tzolkinperioden entsprechen. Aveni betont die geringe Differenz zum tatsächlichen durchschnittlichen Marsjahr. Diese 780 Tage werden jedoch noch einmal unterteilt, so dass sich Intervalle von jeweils 78 Tagen ergeben, damit weicht diese Tafel vom Schema der Venustafeln ab.

Als heftigster Gegner der Marstafel bringt Thompson und in seiner Nachfolge Love das Himmelsmonster mit Regen, Landwirtschaft, Getreide und Wetter in Verbindung.

„Jedoch enthalten die Abschnitte des Himmelsbandes, von denen die ‚Himmelsmonster‘ herabhängen, sowohl auf den diskutierten Seiten des Dresdener Codex, als auch auf den zum Vergleich herangezogenen des Madrider Codex, Zeichen, die auf den Mars und andere Himmelskörper hinweisen, und Glyphen der Himmelsrichtungen… . Für den Bezug zum Himmelsgeschehen spricht auch, dass das Himmelsmonster als Symbolisierung der Bewegung von Sonne und Venus und ‚ – in erweitertem Sinn – auch der anderen Planeten durch das Sternenmeer der Nacht und über das Himmelsgewölbe bei Tag‘ verstanden wird.“ [39]

Fixsternhimmel und Sternbilder

In der Maya-Astronomie kam der Milchstraße höchste Bedeutung zu. Sie wurde entsprechend der Jahreszeiten unterschiedlich bezeichnet – im Sommer als „Weiße Straße“ und im Winter als „Straße der Ehrfurcht“.

Weiterhin wurde einzelnen Sternen und Sternbildern große Aufmerksamkeit geschenkt. Mit bloßem Auge sind ca. 3000 Sterne sichtbar, von denen die hellsten von Bedeutung waren und vermutlich Namen erhielten.

Der Stern Rigel im Sternbild Orion wurde mit dem Sirius in Verbindung gebracht. Außerdem waren die Plejaden von großer Bedeutung. Ihnen wurde möglicherweise eine Verbindung mit dem höchsten Schöpfergott Itzamna zugesprochen. Hinweise dafür finden sich noch bei den heute lebenden Maya, die diese Sternengruppe „eine Handvoll Mais“ nennen, was wiederum eine Verbindung zur Schöpfung darstellen kann. In der Mythologie der Maya wurden die Menschen aus Mais erschaffen. Eine andere These verbindet die Plejaden mit der Landwirtschaft, weil ihr heliakischer Aufgang den Zeitpunkt der Aussaat anzeigt. Nachfahren der Maya verwenden einen Namen, der möglicherweise aus der Zeit der Klassik stammt – 7 Schwestern. Außerdem dienten die Plejaden der zeitlichen Orientierung.

Den Maya waren möglicherweise 13 Sternbilder bekannt. Ob sie einen Tierkreis bildeten, wird noch diskutiert. Ebenfalls unklar ist, ob die Maya diese Sternbilder entlang der Ekliptik anordneten, wo sich auch die Planeten bewegen, oder ob sie in einer anderen Struktur gesehen wurden.

Über die Struktur des Tierkreises wird noch diskutiert. Hinweise für die Anordnung entlang der Ekliptik, finden sich im Pariser Codex und an einem Türsturz des Las Monjas-Gebäudes in Chichén Itzá. Im Zusammenhang mit dem Tierkreis ist wiederum die Zyklenbildung interessant. Weitere Hinweise, dass die Sternbilder des Tierkreises entlang der Ekliptik gedacht waren, finden sich beispielsweise auf der Stele 1 in Tikal.

Kosmologie und Kalender

Die Gestirne wurden von den Maya mit Göttern identifiziert. Bestimmte Sternenkonstellationen und die Milchstrasse waren, wie schon erwähnt, von großer Bedeutung. In der mesoamerikanischen Mythologie bilden die sichtbaren Himmelsbewegungen das Grundmuster. Hier wird die Milchstraße, welche sich vom Skorpion im Süden am Polarstern vorbei nach Norden zieht, als Weltenbaum gedacht. Durch diesen Weltenbaum windet sich die doppelköpfige Schlange. Sie ist damit gleichzeitig Ausdruck des Himmels und Symbol für die Ekliptik. Die Milchstraße war auch der Weg nach Xibalbá (Unterwelt).

Auch der Große Wagen und der Kleine Wagen stellen einen Hinweis auf die Schöpfung dar. Sie werden als Schöpfergott und dessen Gemahlin bzw. als erster Vater und erste Mutter interpretiert. Dieser ist mit dem Maisgott identisch, der Himmel und Erde trennte und den Weltenbaum errichtete. Für die Maya waren die Sternbilder Sinnbilder der Schöpfung, da sie der Meinung waren, diese würden die Ereignisse der Schöpfung im Himmelsgeschehen widerspiegeln. Astronomische Beobachtungen wurden auch aus dem Grund durchgeführt, weil man den Sternenhimmel als belebt dachte und auf die Weise Macht über Xibalbá erhalten wollte.

Die Wechselwirkung mit Naturzyklen und den Lebenszyklen der Menschen, könnte ein Erklärungsansatz für die Herkunft des Nulldatums sein.
Meteore und Kometen waren den Maya, als singuläre Himmelserscheinungen, unheimlich, weil sie dem Weltbild entgegenstanden, welches numerologisch geprägt war. [40]

Anmerkungen

[20] Lehner, http://www.a-theory.tuwien.ac.at/…/welcome.html
[21] ebd.
[22] ebd.
[23] Baudez/Picasso 1990, S. 37
[24] ebd.
[25] Aveni 1981
[26] Codex Dresdenensis, http://www.tu-dresden.de/slub/proj/maya/maya.html
[27] Riese 1990
[28] ebd.
[29] Codex Dresdenensis, http://www.tu-dresden.de/slub/proj/maya/maya.html
[30] Schalley 2000, S. 86
[31] ebd., S. 87
[32] ebd., S. 114
[33] ebd., S. 127
[34] ebd., S. 132
[35] ebd., S. 136
[36] ebd., S. 186
[37] ebd., S. 187
[38] ebd., S. 189
[39] ebd., S. 203f.
[40] ebd.

Abbildungsverzeichnis

[1] www.a-theory.tuwien.ac.at/baukunst/…/form-symbolik\_maya/welcome.html
[2] www.a-theory.tuwien.ac.at/baukunst/…/form-symbolik\_maya/welcome.html
[3] Brockhaus-Enzyklopädie. Band 4. S. 677
[4] www.tu-dresden.de/slub/proj/maya/maya.html
[5] www.tu-dresden.de/slub/proj/maya/maya.html

Literaturverzeichnis

Aveni, Anthony F. (1981): Skywatchers of Ancient Mexico. Austin

Baudez, Claude u. Picasso, Sydney (1990): Versunkene Städte der Maya.

Codex Dresdenensis (Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden)
http://www.tu-dresden.de/slub/proj/maya/maya.html

Köhler, Ulrich – Hrsg. (1990): Altamerikanistik. Berlin

Lehner, Prof. Erich: Form und Symbolik in der Maya-Architektur
http://www.a-theory.tuwien.ac.at/…/form-symbolik\_maya/welcome.html

Riese, Berthold (1990): in, Köhler – Hrsg (1990): Altamerikanistik. Berlin

Schalley, Andrea. C. (2000): Das mathematische Weltbild der Maya.