Die Pyramide des Cheops hat drei Kammern, einmal die Felsenkammer, die unter dem Pyramidenkörper in 30 m Tiefe in den Felsen gebaut wurde. Diese Kammer ist unvollendet geblieben. Eine weitere Kammer, die Königinkammer, liegt ziemlich genau im Zentrum des Pyramidenkörpers. Sie enthält außer einer Nische nichts. Die dritte Kammer ist die Königskammer, sie liegt im oberen Bereich der Pyramide. In dieser Kammer steht heute noch das Sarkophagunterteil nahe der Westwand der Kammer.

Es handelt sich um einen einfachen Granitsarg, der heute schräg im Raum steht. Er wurde aus einem Rosengranitblock gefertigt, genau wie auch die gesamte Königskammer aus Rosengranit gebaut wurde. Heute ist nur noch das stark beschädigte Unterteil des Sarkophags in der Kammer. Von dem Sargdeckel, dem Leichnam oder Grabbeigaben ist nichts erhalten. Dieses Sarkophagunterteil weist an einer Ecke eine starke Beschädigung auf, die fast die Hälfte der oberen Ecke betrifft. Man könnte vermuten, dass sie abgeschlagen wurde um den Deckel abzuhebeln. Das könnte darauf hindeuten, dass der Deckel einen ziemlich tief ins Unterteil greifenden Falz hatte, sonst wäre es sicher nicht notwendig gewesen die Ecke so tief aufzuschlagen, was ja ziemliche Arbeit gekostet haben wird. Beim Abhebeln ist dann wahrscheinlich der Deckel zersprungen oder zerschlagen worden. In der Kammer ist heute von den Resten des Deckels nichts mehr vorhanden. Wer die Trümmer aus der Kammer schaffte ist nicht bekannt. Wenn Grabräuber hier am Werke gewesen sein sollten, müsste man ihnen einen besonderen Anstand zu sprechen, so scheint es doch recht unwahrscheinlich, dass sie nach erfolgreichem Raub anschließend auch noch die Trümmer beseitigt haben. Wir haben heute nur noch das beschädigte Unterteil des Sarkophags, was man untersuchen kann.

Was ist so außergewöhnlich an diesem schmucklosen quaderförmigen Steintrog, der keinesfalls geeignet war ein besonders eindrucksvolles Begräbnis stattfinden zu lassen? Er konnte auch nicht mit dem Leichnam in die Königskammer gezogen werden, dazu ist er von den Abmaßen her nicht geeignet. Der Sarkophag musste deshalb schon während der Bauphase in die Königskammer eingebaut werden. Was ist dennoch an diesem unscheinbaren völlig schmucklosen Sarkophag so faszinierend, dass selbst Flinders Petrie sich genötigt sah ihn sehr genau und ausgiebig zu vermessen. Auch in der Esoterikszene steht dieser in besonders hohem Ansehen, aber warum? Was hat es wirklich für eine Bewandtnis mit diesem schmucklosen quaderförmigen Sarkophag, auf dem nicht einmal der Name des Cheops eingemeißelt ist?

Beschäftigen wir uns erstmal mit den Maßen des Sarkophagunterteils
Maragioglio & Rinaldi geben in ihren Plänen der Cheops-Pyramide folgende Maße an:
Außenmaße: Länge 2,28 m, Breite 0,98 m, Höhe 1,05 m
innen Maße Länge 1,98 m, Breite 0,69 m, die Wandung geben sie mit 15 cm Stärke an.

Rainer Stadelmann gibt folgende Maße an:
Außenmaße: Länge 2,276 m, Breite 0,987 m, Höhe 1,051 m

Wie kann man diese Maße interpretieren?

Die Länge des Granitsarges außen

Weder 2,28 m noch 2,276 m ergeben ein glattes Ellenmaß. Für eine exakte Vermessung war es für die alten Ägypter sinnvoll ganze Ellenmaße, also in einer glatten Einheit zu messen. Mit der königlichen Elle gemessen ergibt dieses Längenmaß 4,3509 Ellen. Die Stellen hinter dem Komma mussten sie in Palm und Finger , sowie Bruchteilen von Fingern abmessen.

Ich könnte mir aber eine andere effektivere Messweise zu dieser Länge vorstellen, denn erklärbar ist diese Länge durchaus, auch in glatten Maßeinheiten. Nun, es ist keineswegs sicher mit welchem Maßstab der Sarkophag gemessen wurde. Zunächst ist es schwer überhaupt ein Maßsystem für die Pyramide zu finden, denn wenn man alle Maße betrachtet, so kommen entweder die königliche Elle mit 0,5235… m, oder die große Elle I mit 0,525 m in Betracht. Dies wurde auch von den Ägyptologen so gehandhabt, aber beim Sarkophag kommen leider keine glatten Maße heraus.

Nach dem ich erkannt habe, das auf dem Plateau in Gisa die drei großen Pyramiden so wie ihre Nebenanlagen, mittels eines besonderem Koordinatensystems ausgerichtet worden sind, konnte ich ein Maßsystem rekonstruieren. Es kommen demnach noch weitere Einheiten in Betracht,

einmal  Naubion das Naubion nbj = 0,63788 m,
sowie die beiden Remen Remen rmm = 0,36828 m
und 0,371 m und die drei Ellenmaßstäbe.

Das Naubion Naubion = 0,63788 m wurde als Grundeinheit vom Radius des Erdäquators abgeleitet. Das alte, bis zum Bau der Gisaanlagen, verwendete Maß war die königliche Elle mit 0,5235… m. Um die Gisaanlage in ihrer spezifischen Ausrichtung, Art und Größe bauen zu können war es nötig geworden die alte königliche Elle mit dem Naubion und den anderen Einheiten kompatibel zu machen. Sie wurde auf 0,525 m erweitert um dies zu erreichen und deshalb hatte ab der IV. Dynastie die große Elle I 0,525 m. Es gab aber darüber hinaus auch noch eine kleine Elle II mit 0,42525 m. Die große Pyramide des Cheops wurde aber auch noch an manchen Stellen mit der alten königlichen Elle vermessen, es ist davon auszugehen, dass alle Maßeinheiten zu dieser Zeit im Gebrauch waren.

Für die Länge des Sarkophags bedeutet das, dass die Länge in jeder dieser Einheiten oder aus mehreren Einheiten vermessen worden sein könnte. Betrachten wir das Längenmaß des Sarkophags unter diesen Gesichtspunkten, so könnte die Länge, mittels all dieser Einheiten vermessen worden sein, oder sogar die eine oder andere Länge aus zusammengesetzten Einheiten Verwendung gefunden haben. Wir können deshalb nur alle Einheiten durchrechnen und dann die einzelnen Ergebnisse vergleichen. Ich habe dies durchgerechnet und bin dadurch zu dem Schluss gelangt, dass die Länge des Sarkophags aus zwei Naubion plus einem Meter besteht. Das erscheint ungewöhnlich, denn unsere Metereinheit scheint wenig mit den alten Ägyptern gemein zu haben. Aber einige Ägyptologen haben bereits die Vermutung geäußert, dass den Pyramidenbauern auch das Meter bekannt gewesen sein könnte. In unserem Fall bei der Länge des Sarkophages, wird das ziemlich konkret und ergibt einen nachvollziehbaren Sinn, denn schlägt man einen Kreis mit dem Radius ein Naubion, so hat ein viertel Kreisbogen die Länge von 1,0019 m. Das Naubion ist die Grundeinheit des Koordinatensystems auf dem Gisaplateau und so könnten die Erbauer der Anlage diese Einheiten in der Länge des Sarkophages codiert haben.

Berechnung: 0,63788 х 2 = 1,27576 m Kreisbogen = d х Pi = 1,27577 х 3,1415729… = 4,0079 / 4 = 1,00 197 1,27576m + 1,00197m = 2,27777… m

Codiert? Das ist jetzt wieder so eine Formulierung, die leicht zu Missverständnissen und Unstimmigkeiten führen kann, denn es ist schon so viel Unsinn in dieser Richtung geschrieben worden, dass ich mich fast nicht traue so etwas zu denken. Aber lassen wir uns auf dieses Gedankenexperiment für einen Moment ein. Könnte der Sarkophag, außer als reiner Nutzgegenstand für ein Begräbnis, so etwas wie ein Datenspeicher gewesen sein? Undenkbar wäre das nicht. Die Frage ist, welche Eigenschaften müsste ein Gegenstand aus dieser Zeit haben um Daten zu speichern? Oder was kommt als Speicher überhaupt in Frage? Hier, im Falle des Sarkophags, bieten sich die Abmaße an.

Zunächst kommen ja so zusagen automatisch Daten in die Abmaße des Sarkophags und nur darum kann es sich handeln. Dies. geschieht bei der Planung der Abmessungen, aber es könnten dennoch gewisse ungewöhnliche Maße Verwendung gefunden haben, die einen zusätzlichen Sinn hatten unabhängig von der eigentlichen Planungsgröße. Man könnte natürlich argumentieren, diese seien von der Größe der zu begrabenden Person abhängig, aber könnten sie dennoch nicht leicht modifiziert worden sein um darüber hinaus auch besondere Daten zu speichern? Denkbar erscheint das durchaus und den Pyramidenbauern ist das zutraubar. Meine These ist, dass der Sarkophag die grundlegende Einheit der Gesamtanlage auf dem Gisaplateau und das Metermaß codiert.

Ich behaupte die Länge setzt sich aus 2 nbj und einem Meter zusammen., denn so ergibt diese Länge einen bedeutenden Sinn. Und auf der praktischen Ebene konnte die Vermessung durch die alten Pyramidenbauer mit glatten Maßzahlen, sowie einer geometrisch ermittelten Strecke erfolgen. Außerdem erscheint es mir so zu sein, das die Pyramidenbauer ab der IV. Dynastie, zur Errichtung der Anlagen in Gisa erstmals wie ich schon anfangs bemerkte, ihre neuen Maßeinheiten verwendeten, die bisher so nicht bekannt waren und exklusiv für diese Anlage eingeführt wurden.

Setzt man die Strecken 2 nbj + 1,00197 m in ein Verhältnis zueinander erhalten wir ein interessantes Ergebnis. Diese Verhältnis ist exakt das sequet skd, also der Böschungswinkel der Pyramide.

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit die Länge des Sarkophags zu interpretieren, um ihn als Datenspeicher zu enttarnen. Die Länge ist dann wiederum eine zusammengesetzte Strecke. Sie besteht wieder aus zwei Naubion plus einer konstruierten Streckenlänge. Die Konstruktion ist diese, wir errichten einen Würfel aus der Kantenlänge 2 nbj. Dieser Würfel wird nun über den 30° Winkel einen Schritt verkleinert und die Kantenlänge des entstanden Würfels plus einem halben Zwischenraum ergibt die neue zu addierende Streckenlänge.

Die Berechnung sieht dann so aus:

Wir haben hier eine Konstruktion wie sie auf dem Plateau im größerem Maßstab nämlich 1 : 1000 zur Errichtung des Koordinatensystems vermessen und konstruiert wurde.

Das Verhältnis der Streckenlängen zueinander ist wiederum interessant.

Auch dieses Verhältnis gibt den möglichen Böschungswinkel der Cheops- Pyramide wieder. Ich halte sogar diesen Winkel für den Böschungswinkel, den die Pyramidenbauer damals angestrebt hatten, aber die in situ befindlichen Verkleidungssteine lassen beide Winkel zu.

Eine dritte Möglichkeit die Länge nach altägyptischen Maße zu vermessen ist die folgende:

Wir verwenden zunächst wieder das Naubion und dann ein Remen. 3nbj + 1rmm = L= 3(0,63788) + 0,36828 = 2,28192 m. Das Verhältnis der beiden zusammengesetzten Strecken ist auch hier von besonderer Bedeutung, man darf aber dabei wieder nur von 2 nbj zu dem Remen ausgehen. Das Verhältnis ist 1 : Wurzel aus 3, geht man von 3 nbj aus, so ist es Wurzel 3 hoch 3 = 5,19615…

Die Länge des Sarkophags, wenn man sie so interpretiert, codiert nicht nur die neue Grundeinheit des Koordinatensystems nach dem die Gesamtanlage auf dem Plateau ausgerichtet wurde, sondern auch das skd Verhältnis, also den Böschungswinkel der Pyramide des Cheops, sowie auch den Faktor für die Strukturierung des Würfels. Was war daran so wichtig, das die Pyramidenbauer in dieser Streckenlänge diese Verhältnisse codierten, um sie für die Nachwelt zu erhalten? Darauf werde ich später noch eingehen. Wenden wir uns nun der Breite des Sarkophags zu.

Die Breite außen

Sie beträgt 0,987 m und auch dieses Maß würde, nach alter Elle gemessen, kein glattes Maß ergeben. Setzt man es aber aus der Elle I und der Elle II plus einen großen Finger plus einen kleinen Finger zusammen, so kommt man exakt auf dieses Maß.

E1 0,525 m + E2 0,42525m + großer Finger 0,01875 m+ kleiner Finger 0,1771 m = 0,9867 m

0,9867 m erscheint als das angestrebte Maß der Breite außen des Sarkophags zu sein und stimmt genau mit dem gemessenem Maß überein. Die äußere Breite kann aber auch aus der äußeren Länge geometrisch entwickelt werden. Darauf komme ich noch zurück.

Die Höhe des Sarkophages außen

Sie beträgt 1,051 m was genau 2 große Ellen I ergibt.

An dieser Stelle des Gedankenexperiments können wir feststellen, dass die Erbauer der Pyramide des Cheops schon die neuen Einheiten neben der alten königlichen Elle verwendeten, der Sarkophag bestätigt das.

Von besonderem Interesse scheint mir aber der Innenraum des Sarkophags zu sein, denn hier könnten, oder sollten, wenn unsere bisherige These stimmt, wertvolle Daten gespeichert sein. Warum ich dies annehmen kann liegt auf der Hand, hier sollte schließlich Cheops begraben werden. Also sein Ka ruhen.

Die Maße des Innenraumes des Sarkophags

Länge 1,98 m, Breite 0,69 m, Tiefe 0,849 m

Die Breite

Die innere hat zur äußeren Breite ein Verhältnis von

1 / √2

Das bedeutet, die innere Breite wurde aus der äußeren Breite konstruiert. Dazu wurde ein Quadrat mit der Basislänge 0,987 m gebildet und dieses dann über seine Diagonalen und den Innenkreis einen Schritt verkleinert. Die Wandung des Sarkophags wird mit 15 cm angegeben was rechnerisch betrachte ungenau zu sein scheint. Wahrscheinlicher ist, dass die Wandung zwei kleinen Palm entspricht, denn: 0,987m – 2 großen Palm entspricht (0,3) m = 0,687m, die Breite wird aber mit 0,697 m angegeben.

Die Wandung kann eigentlich nur 14,5 cm stark sein, was ziemlich genau zwei kleinen Palm entspricht.

Die Länge des Innenraumes

An den Stirnflächen scheint die Wandung aber 15 cm = 2 gr. Palm zu betragen. 2,2777 m – 0,3m = 1,9777 m. 1,9777m ergibt kein glattes Ellenmaß. Es erscheint mir so zu sein, dass man hier einfach die Wandung von 2 gr. Palm vom Außenmaß jeweils nach Innen abgetragen hat.

Die Länge des Innenraumes kann aus der äußeren Länge des Sarkophags geometrisch entwickelt werden. Auch hierbei kommt wieder die Konstruktion des Koordinatensystems zum tragen. Aus der Länge 2,281 m wird ein Würfel B gebildet. Dieser Würfel B wird dann einen Schritt über die Innere Kugel und die Raumdiagonalen vergrößert. Es entsteht ein neuner Würfel A mit einer Kantenlänge von 3,908 m. Dieser Würfel A wird dann über den 30° Winkel halbiert, bzw. seine Kantenlänge wird halbiert. Es entsteht ein Würfel B1 mit der Kantenlänge 1,975 m. Im dem Ecken des Würfel A mit der Kantenlänge 3,908 m entstehen kleine Würfel die ich Z und Z1 nennen will. Die Würfel Z1 haben eine Kantenlänge von 0,987 m, was der äußeren Breite des Sarkophags entspricht.

Die einzelnen Größen des Sarkophags können alle aus der Grundeinheit des Koordinatensystems geometrisch entwickelt werden.

Die Tiefe des Innenraumes

Die Tiefe wird weder von M. und R. noch von Stadelmann angegeben. Rechnerisch und geometrisch lässt sich hier eine Vermutung aufstellen. Dazu wäre es aber wichtig den Deckel zu rekonstruieren, da hier ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen ist.

Der Deckel des Sarkophags

Der Versuch einer Rekonstruktion des Deckels kann sich auf zwei Beobachtungen stützen.

  1. Das Unterteil hat genau eine Höhe von 2 Ellen I. Es erscheint mir deshalb angebracht für die äußere Stärke des Deckels 1 Elle I = 0,525 m anzunehmen. Der gesamte Sarkophag hätte dadurch eine ideale Höhe von 3 Ellen I = 1,575 m.
  2. Die zweite Beobachtung bezieht sich auf die Beschädigung des Unterteils. Wie ich schon erwähnt habe, wurde eine Ecke bis fast zur Hälfte abgeschlagen. Es ist anzunehmen, dass dies geschah um den Deckel abzuhebeln. Wenn die Ecke nicht aus versehen so tief abgebrochen ist, so ist es sinnvoll anzunehmen, dass es eben notwendig war so tief zu stemmen um unter den Falz des Deckels greifen zu können.

Ich könnte mir aus diesen Gründen die folgende Deckelkonstruktion denken. Die gesamte Stärke des Deckel war einschließlich des Falzes 1 nbj = 0,63788 m, wobei der Falz eine Tiefe von 1 ½ Palm hatte. Ziehe wir von einem Naubion 1½ Palm ab, so erhalten wir genau eine Elle I. Denn die Elle I war von ihren Maßen her so konzipiert, dass sie durch anfügen von 1½ Palm auf ein Naubion erweitert werden konnte. Auf den Ellenstäben sind 1½ Palm oder eine Hand mit gestrecktem Daumen speziell verzeichnet.

Die äußere Länge und Breite des Deckels sind die gleichen wie beim Unterteil. Der Falz war dann vermutlich 1½ Palm tief und an der Längsseiten 2 kl. Palm und an den Stirnseiten 2 gr. Palm breit. Der Deckel griff dann mit seinem Falz in das Unterteil 1 ½ Palm tief ein. Dies wären die idealen Maße des Deckels. Jetzt wieder zu Innenraum des Sarkophags zurück.

Der Innenraum wurde dadurch, dass der Falz des Deckel in das Unterteil eingriff etwas kleiner als der Innenraum im Unterteil ohne Deckel. Ich habe eine ideale Tiefe dieses Raumes, also des Innenraumes mit geschlossenem Deckel, ermittelt. Auch hier kommt wieder eine geometrische Konstruktion in Betracht. Geometrisch könnte dieses Abmaß von 2 nbj abgeleitet werden, genau wie auch die Länge des Sarkophags. Auch hier findet die Konstruktion des Koordinatensystems Anwendung. Wir bilden einen Würfel aus 2 nbj = 1,2756 m und verkleinern diesen Würfel einen Schritt über den 30° Winkel, also seine Raumdiagonalen und die innere Kugel. Faktor dazu ist die Wurzel aus 3. 1,2756 m / √ 3 = 0,73656 m. Die Tiefe des Innenraumes bei geschlossenem Deckel wären 0,7364 m = 2 rmm Remen.

Die Tiefe des Sarkophagunterteils

Sie kann aus meiner Überlegung zum Deckel und dem außen Maß der Höhe ermittelt werden.
0,73656 m + 0,1125 m = 0,84906 m. Die Tiefe sollte 0,8490 m betragen. Berechnung der Bodenstärke des Unterteils:1,05 m, – 0,8490 m = 0,201 m.

Die untere Wandung des Sarkophags müsste nach meiner Berechnung 0,201 m betragen, was mit der Schnittzeichnung von M. und R. übereinstimmt.

Der Rauminhalt des Sarkophags

Die Innenraum hat nach meiner Rekonstruktion des Deckel die Abmaße: Länge 1,98 m, Breite 0,697 m, Tiefe 0,73656 m. Das ergibt ein Volumen von 1,98 x 0697 x 0,73656 = 1,0164969936 m3.

Erinnern wir uns, die Länge wurde aus 2 nbj + 1,0019 m oder 2 nbj + 1,00611 m, oder 3 nbj +1 rmm gebildet. Bildet man einen Würfel aus der Basislänge 1,00546 m so ist der Rauminhalt des Sarkophaginnenraumes fast exakt genauso groß wie die Würfel aus 1,0019 m oder 1,00611 m. (1,0019)3= 1,00571, ( 1,00611)3 = 1,01844 .Man kann davon ausgehen, dass die 2. Konstruktion der Länge des Sarkophags eingesetzt wurde, genau dies unterstützt das Volumen des Innenraumes. Er hat das Volumen von 1,01649… m3. Diese Volumen, verwandelt zu einem Würfel, ergibt eine Kantenlänge des Würfels von 1,00546… m. Die konstruierte Strecke für die Länge des Sarkophags hat 1,0061…m Länge. Ein Würfel gebildet aus dieser Kantenlänge hat ein Volumen von 1,01844… m3. Die beiden Volumina sind bis auf ganz geringe Abweichungen identisch, eine bautechnisch zu vernachlässigende Größe, aber genial wie ich meine.

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Abschließende Betrachtung

Zurück zum Ausgangspunkt, wir hatten in einem Gedankenexperiment angenommen, dass der Sarkophag eine Art altägyptischer Datenspeicher sei. Stimmt diese Hypothese? Nimmt man die gemessenen Maße des Sarkophagunterteils, wird rechnerisch und geometrisch deutlich, dass hier mit den Maßeinheiten des Koordinatensystems der Gesamtanlage, wie ich sie abgeleitet habe, gemessen wurde.

Denn nur wenn man diese verwendet, ergeben sich ganzzahlige Maße. Darüber hinaus wurden aber auch wichtige geometrische Konstruktionen codiert. Die metrische Einheit wurde ebenso eingesetzt wie die grundlegende Konstruktion der Strukturierung des Würfels, welche eine zentrale Rolle in der Geometrie und im Denken der alten Ägypter spielte. Das Koordinatensystem strukturiert einen Würfel der im Maßstab 1 : 10000 von der Erde abgeleitet wurde, die Erde bildet dabei die innere Kugel dieses Würfels. Der erste Schritt der Verkleinerung diese Würfel wurde als Tiefe des Innenraumes des geschlossenen Sarkophags im Maßstab 1:1000 codiert.

Was bedeutete diese Geometrie für die alten Ägypter? Sie bezeichneten die göttliche Ordnung des Kosmos als die Maat. Dieser Begrifft bezeichnet das Prinzip der Ausgewogenheit, nicht nur der sozialen und staatlichen Ordnung, sondern auch besonders die des Kosmos. Der Pharao war Garant dieser Ordnung.

Für die Erbauer der Pyramiden waren deshalb die Geometrie und besonders die fraktale Geometrie des Quadrates sowie des Würfels von besonderem Interesse, denn diese verdeutlichte den Menschen die göttliche Ordnung der Maat schon im Diesseits. Oft wird die Maat mit den Begriffen Recht, Gesetz, Wahrheit und Gerechtigkeit in Verbindung gebracht. Der Begriff der Maat beinhaltet aber sehr viel mehr, er meint auch die Eigenverantwortlichkeit des Menschen für sein Handeln. Die Geometrie als das Gebiet der Mathematik, das sich mit Linien, Flächen und Körpern befasst, oder anders benannt mit Formen und Räumen, kann als eine ideelle Wissenschaft als eine Verkörperung der Ordnung der Maat interpretiert werden. Deshalb beschäftigten sich die alten Ägypter sehr tief gehend mit geometrischen Problemen und es verwundert nicht, dass sie als einziges antikes Volk auf der Erde echte geometrische Pyramiden schufen, alle anderen Kulturvölker bauten Stufentürme.

Hier ist noch eine Feststellung von Lepsius sehr wichtig. Er hatte bei der Übersetzung des Totenbuches der alten Ägypter bemerkt, dass die beiden Waagbalken der Waage in der Halle der Gerechtigkeit, mit der das Herz des ins Jenseits übergetreten Menschen gewogen wird, als die beiden Remen bezeichnet werden, also die gleiche Schreibweise hatten wie die beiden Maßeinheiten Remen Remen.

Sie wurden einmal als abgewinkelter Arm und das andere mal als abgewinkeltes Vogelbein geschrieben. Die beiden Waagbalken werden ebenso bezeichnet. Ferner kam auf eine Waagschale das Herz des Verklärten und auf die andere Waagschale die Maat, die als Feder dargestellt wurde. Auch hier begegnen uns die Maßeinheiten des Koordinatensystems wieder. Dies verdeutlicht wie wichtig die fraktale Geometrie den alten Ägyptern war.

Remen maxa die beiden Arme der Sahu

Remen maxa

Remen maxa

Remen rmm = Remen

Die Pyramiden selbst drücken den Wunsch der alten Ägypter aus, ihre weitreichenden geometrischen und mathematischen Erkenntnisse nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern auch in der Praxis anzuwenden. Vermutlich hatten die Pyramidenbauer eine viel umfassendere Erkenntnis was Pyramiden anbelangt, als wir es heute vermuten. Wenn man das Wissen der Alten bedenkt, so wissen wir nicht wirklich was eine Pyramide geometrisch ist. Die alten Ägypter wussten, dass es Pyramiden aus der fraktalen Struktur des Würfel abzuleiten gilt. Diese Pyramiden stehen alle mit einer Kugel in Beziehung. Uns bleibt bis heute verschlossen, was dieser Zusammenhang für die kosmische Ordnung tatsächlich bedeutet, aber vielleicht haben die alten Ägypter ein Prinzip der Maat durch die Geometrie erklärbar gemacht und wollten es an spätere Generationen weiter geben. Leider stehen wir erst ganz am Anfang ihre Codierung zu verstehen.

Aber es ist vielleicht ein Anfang dieses Wissen eines Tages wieder zu erlangen. Man weiß heute in der Gehirnforschung, dass unsere Hirnzellen teilweise pyramidale Strukturen aufweisen.

Wir sind also wieder am Anfang unseres Gedankenexperiment angelangt, der Datenspeicherung. Der Gedanke liegt demnach überhaupt nicht so fern, dass die Pyramidenbauer Daten in den Pyramidenbauten gespeichert haben könnten, und zwar grundlegende Daten der Maat, also grundlegende Daten und Gesetze der göttlichen Ordnung. Die neuen Einheiten, die sie ab der IV. Dynastie einführten sind kosmischen Einheiten, wie sie von der Größe und Form der Erde abgeleitet wurden und ebenso von grundlegenden geometrischen Gesetzmäßigkeiten der fraktalen Struktur des Universums.

sarkophag022

Die Maat wird häufig auch mit dem Tod eines Menschen in Beziehung gebracht. Sie wird als Herrin des Westens bezeichnet. Der Westen stand bei den alten Ägyptern für das Totenreich, wie wir heute sagen würden für das Jenseits. Oft ist auch von zwei Maat- Göttinnen die Rede, wie hier auf der Barke zu sehen ist. Die beiden Maat- Göttinnen sitzen sich in der Kajüte der Barke gegenüber und bilden mit ihren Armen ein Quadrat, bzw. einen Würfel. In diesem Würfel befindet sich eine kleine menschliche Figur, wahrscheinlich der Verstorbene, den die Barke durch die Maat nach Westen ins Totenreich bringt. Für unsere bisherigen Überlegungen ist die Haltung der beiden Maat- Göttinnen von besonderem Interesse. Die Arme der Beiden bilden nicht grundlos eine Würfelfigur. Der Würfel und seine fraktale Struktur bilden einen Weg, eine vierte Dimension, wenn man es genauer bedenkt. Er führt in zwei Richtungen die unendlich sind. Einmal ins unendlich Große oder aber ins unendlich Kleine. Es erscheint mir nicht abwegig anzunehmen, dass die alten Ägypter sich so den Weg des Verstorbenen in den Westen ins Jenseits dachten. Ein Weg heraus aus der dreidimensionalen Welt in die Dimension des Geistes, wo er als Verklärter weiter lebte und unsterblich wie die Götter wurde.

Literatur

Abhandlungen der Königlichen
Akademie der Wissenschaften
zu Berlin 1865

H. Lepsius
Die altägyptische Elle und Ihre Einteilung
gelesen in der Akademie der Wissenschaften
am 9. Februar 1865

V. Maragiogelio und C. Rinaldi:
La L Architettura delle Pyramidi
Menfite
zwei Bände, a’acht Bücher
Die Pläne der drei Pyramiden von Gisa sind im zweitem Band
erschienen Turin und Berlin 1964

Stadelmann, Rainer
Die ägyptischen Pyramiden
Vom Ziegelbau zum Weltwunder
3. Auflage, Wiesbaden1991

Joachim Timmer
Das Koordinatensystem auf dem Plateau von Gisa
https://mysteria3000.de