Dieser Artikel ist eine kritische Betrachtung um die sog. „Manna-Maschine“ und deren Gleichsetzung mit dem heiligen Gral. Im ersten Teil untersucht Ulrich Magin anhand von Zitaten aus Bibel, Koran, Talmud und Sohar die Relevanz der vorgetragenen Thesen.

Brezeln aus dem Weltraum

1. Einführung

Laut Peter Fiebag ist es der Prä-Astronautik gelungen, „die Geschichte eines künstlichen, außerirdischen Objekts über einen Zeitraum von 3000 Jahren zu verfolgen.“ [1] Gemeint ist die mysteriöse Manna-Maschine, die angeblich im Mittelalter von den Templern entdeckt und als Baphomet verehrt wurde. In die Dichtung dieser Zeit sei die Manna-Maschine als der Gral eingegangen.

In die Dichtung dieser Zeit sei die Manna-Maschine als der Gral eingegangen. Von der Wichtigkeit dieser Entdeckung sind die Brüder Fiebag so überzeugt, dass Johannes Fiebag [2] so weit geht, sein Werk mit der Entdeckung des Urknalls zu vergleichen: Wer nicht alle regelmäßig erscheinenden Neuausgaben seines Buches kennt, mache sich selbst als Kritiker unglaubwürdig. Eine kritische Äußerung, die nur auf der ersten Ausgabe basiere (wie ein entsprechende Artikel von mir in der Zeitschrift OMICRION) sei daher „ein Unding“.

Ich werde aber zeigen, dass schon das Fundament dieser These, die Behauptung, der ‚Sohar‘ enthalte eine Beschreibung der Manna-Maschine, nicht nur falsch, sondern absurd ist. Dass auch alle weiteren Elemente der These weder dem Forschungsstand entsprechen noch logisch hergeleitet werden können, macht den Gedankenspielereien der beiden Prä-Astronautiker endgültig den Garaus. Insbesondere werde ich zeigen, dass die Gleichsetzung von Gral und Manna nicht auf einer Maschine basiert, sondern theologisch begründet ist; zudem wird gezeigt, dass der von den Fiebags behauptete jüdische Name der Manna-Maschine, Schechina, deutlich zeigt, dass die Recherchen der Brüder nicht nur oberflächlich waren, sondern dass sie ihre Quellen manipulatorisch benutzen und die Wahrheit verdrehen.

2. Die „Manna-Maschine“

Die Idee, Manna sei von einer außerirdischen Maschine erzeugt worden, die durch Radioaktivität Algenkulturen züchtete, stammt von den beiden Briten Gordon Sassoon und Rodney Dale. Am 1. April 1976 veröffentlichten sie in der Wissenschaftszeitschrift New Scientist [3] ihren Artikel ‚Deus est machina?‘, in dem sie drei verschiedene Texte der jüdischen „Geheimlehre“ Kabbala analysierten. Diese Texte stammten aus dem 13. und 16. Jahrhundert n. Chr. Als Hauptquelle diente beiden das mystische ‚Buch Sohar‘ (vor allem die Sohar-Texte namens ‚Große Heilige Versammlung‘ und ‚Kleine Heilige Versammlung‘), ein religiöser Text, welcher die Bücher Mose gelehrt und verschlüsselt interpretiert. [4]

Was beschreiben diese Texte? Der Name bezieht sich auf die Große Versammlung der jüdischen Schriftgelehrten. Diese war „eine Synode, in der außer der herrschenden Priesteraristokratie auch Leviten und vor allem Israeliten aus dem übrigen Volke vertreten waren.“ Die Große Versammlung trat bei wichtigen Entscheidungen zusammen, um rechtsgültige und mit der Thora vereinbare Entscheidungen zu finden. [5] Die von der Großen Versammlung gefundenen Entscheidungen bilden die Grundlage der späteren Talmud-Sammlungen. [6] Aufgabe dieser Versammlung war also nicht die Überlieferung von Geheimwissen oder von historischen Fakten, sondern die Interpretation und Deutung von Bibelstellen. Die Kabbala-Texte, die Dale und Sassoon für ihre Interpretation nehmen, sind also selbst deutlich als religiöse Interpretation gekennzeichnet.

3. Das Modell der Manna-Maschine

Der Artikel wurde aufgrund seines Publikationsdatums zuerst für einen Aprilscherz gehalten. [7] Zudem war bekannt, dass Rodney Dale der Autor von Büchern über moderne Sagen war. [8] Rodney Dale hat jedoch gleich am nächsten Tag die Schwindelvermutung dementiert [9] und noch weitere präastronautische Deutungen der ‚Kabbala‘ veröffentlicht. [10] Sassoon hat bereits 1974 die Idee publiziert, es habe in der Erdvergangenheit Satelliten gegeben. [11]

Obwohl ihre Arbeit also wie Aprilscherz wirkte und vom New Scientist auch so aufgefasst wurde, meinten es beide Autoren durchaus ernst. Ihrem Artikel ließen sie ein Buch folgen, welches unter dem Titel ‚The Manna Machine‘ ihre Belege versammelte. [12] Die dee Übersetzung folgte 1979 [13], eine Taschenbuchausgabe wurde 1995 bei Ullstein gedruckt.

Allerdings: Wie Nigel Pennick bereits 1980 zeigte, half er Dale bei den Recherchen zum wichtigsten Teil des Buches – der Beweisführung für die Züchtung von Algen. Das braucht nicht zu verwundern, denn Nigel Pennick, den die meisten wohl aufgrund seiner Bücher über die Geomantie kennen, ist Biochemiker von Beruf.

Pennick:

„Dale besuchte den Direktor des Instituts, bei dem ich beschäftigt bin – das Culture Centre of Algae and Protozoa – und wurde prompt rausgeschmissen! Natürlich würden die Algen sofort eingehen, wenn man sie einem Licht von dieser Intensität aussetzen würde, von der Radioaktivität ganz zu schweigen – und zudem gibt es eine maximale Wachstumsrate, die – aufgrund der physikalischen ‚Herstellung‘ von Protein und Zellulose – nicht überschritten werden kann. Es gäbe in einem so kleinen Kulturgefäß nie genug zu Essen, um die hebräischen Massen am Sinai zu ernähren. Ich muss es wissen – ich züchte das Zeug!“

Die Interpretation des Kabbalatextes durch Dale und Sassoon enthält noch weitere grobe Fehler, und mir scheint es wirklich fraglich, ob sie wirklich jemals ernst gemeint war. Was sollen wir z. B. von der Behauptung der Autoren halten, der Begriff des „Uralten der Tage“ sei ein „Codewort“ für die Manna-Maschine gewesen? [14] Wer sich die Mühe macht, wird schnell herausfinden, dass der „Uralte der Tage“ seit jeher eine prophetische Umschreibung für Jahwe ist, z. B. bei Daniel (7:9):

„Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden, und einer der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar rein wie Wolle; Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer“

Sollten die frommen jüdischen Autoren, welche die ‚Kabbala‘ schrieben, solche Blasphemie betrieben haben, dass sie eine Maschine als Jahwe bezeichneten? Eine solche Unterstellung ist schon boshaft.

4. Was die Bibel sagt …

Das kabbalistische Buch ‚Sohar‘ ist eine Thorainterpretation, die Ende des 13. Jahrhunderts in Spanien entstanden ist – lange nach dem Exodus, der nach Ansicht der meisten Historiker Ende des 13. Jahrhunderts v. Chr. erfolgte. [15]

Eine Zeitspanne von ca. 2600 Jahren liegt also zwischen Ereignis und angeblichem Bericht! Zwar beruft sich das Buch ‚Sohar‘ – ein Versuch der Bibelinterpretation durch die direkte spirituelle Erkenntnis Gottes und der „Schechina“ – auf die kabbalistische Tradition, doch deren Wurzeln liegen im ersten nachchristlichen Jahrhundert. Es sollte auch betont werden, dass im Buch ‚Sohar‘ nicht von einem Gerät die Rede ist, welches Manna erzeugte, sondern dass die Manna-Maschine ganz auf einer spekulativen Ausdeutung eines bewusst unklaren Textes beruht. [16]

Es wird also ein Text interpretiert, der selbst schon eine Interpretation eines Bibeltextes ist. Nirgendwo im Sohar steht ein Satz wie: „Das Manna aber nun wurde wie folgt erzeugt“ oder auch nur: „Der Herr ließ das Manna aus einem Kruge quellen, der folgendermaßen aussah.“ Dale und Sassoons Behauptung, der Text beschreibe eine Maschine, ist aus der Luft gegriffen und wird weder von ihnen noch von den Fiebags weiter begründet.

Näher an den Ereignissen sind da schon die fünf Bücher Mose, die nach Expertenansicht im 6. Jahrhundert v. Chr. in Babylon nach älteren Quellen redigiert wurden [17] – also 1900 Jahre vor dem Buch ‚Sohar‘. Die älteste Bibelversion – die des sogenannten Jahwisten – ist bereits zwischen 1000 und 950 v. Chr. entstanden. [18]

Und nach dem Literaturwissenschaftler Fohrer [19] gehören die Berichte vom Manna zu den „Überlieferungskomplexen aus vorstaatlicher Zeit“, d.h., sie entstand spätestens im 11. Jahrhundert v. Chr. – 2300 Jahre vor dem Buch Sohar! Nun wird jeder Historiker die früheren Quellen vorziehen (höchstens 200 Jahre nach den Ereignissen verfasst), die zudem nicht mystisch verschlüsselt ist. Es ist unverständlich, dass Dale und Sassoon die viel später entstandene Interpretation bevorzugen und bei ihrer Arbeit ernst bleiben. Deshalb datiert Peter Fiebag [20] das Buch ‚Sohar‘, welches er eben noch richtig ins 12. Jahrhundert n. Chr. legte [21], durch einen stilistischen Trick auf folgenden Textseiten auf 1000 v. Chr. um [22] – ja, wenn’s so einfach geht!

Was sagt nun die Bibel über das Manna? Hier [23] ist nicht die Rede von einer Manna-Maschine oder irgendeinem so deutbaren Gerät, noch gibt es eine Anspielung darauf. Im Gegenteil: Das Manna stammte nicht aus einer Maschine oder von einem ‚Alten der Tage‘ wie es angeblich im Buch Sohar berichtet wird, nicht einmal aus dem Stiftszelt, wo nach Dale, Sassoon und Fiebag die Manna-Maschine stand, sondern aus der Wüste selbst. Am Morgen sei ums Lager herum überall Tau gewesen, erzählt die Bibel, „und als der Tau weg war, da lag es in der Wüste rund und klein wie Reif auf der Erde … Moses sprach zu ihnen: Es ist das Brot, das euch der Herr zu essen gegeben hat.“

Sollen wir wirklich glauben, dass Moses das Manna aus einer radioaktiven Maschine abgezapft hat, um es dann – ohne jede hygienische Rücksicht und ohne jede Gottesfurcht – um das Lager verteilt in den Dreck zu kippen? Und das, nachdem die fünf Bücher Mose Hunderte von Gesundheitsvorschriften enthalten?

Zudem wird auch die Machart des Manna exakt beschrieben:

„Das Manna war wie Koriandersamen und es sah wie Bdelliumharz aus. Die Leute liefen umher, sammelten es vom Boden auf und mahlten es mit der Handmühle und zerstampften es im Mörser. Dann kochten sie es in Töpfen und formten Fladen. Es schmeckte wie mit Olivenöl gebacken. Und wenn sich in der Nacht der Tau um das Lager legte, kam das Manna mit ihm herab.“ [24]

Das klingt nun nicht gerade nach einer Beschreibung von Algen – ganz abgesehen vom erneuten Hinweis, dass das Manna vom Boden um das Lager aufgesammelt wurde.

Auch Fiebags Argument, Manna sei eine künstliche Algenkultur gewesen, denn es sei bereits nach kurzer Zeit im Sonnenlicht geschmolzen oder wurmig geworden [25] ist ein Scheinargument, denn Manna, das Freitags gesammelt wurde, hielt sich frisch bis zum Sabbat. [26] Das Manna wurde wurmig, weil sich die Juden nicht an Moses Gebot hielten, nur soviel zu sammeln, wie sie für den täglichen Bedarf benötigten. Es war eine Strafe Gottes. Wenn nötig (etwa wegen des Sabbatgebotes) blieb das Manna immer frisch. Der Einwand der Fiebags, das Manna sei vor dem Sabbat gekocht worden, steht nicht in der Bibel.

– Unsinnige Gebote

Ein weiteres Argument, welches die Gebrüder Fiebag dafür anführen, bei der Manna-produzierenden Instanz habe es sich um eine Maschine gehandelt, liegt im Sabbatgebot. Die Manna-Maschine, so erklären sie, musste einmal pro Woche gewartet werden. Daher produzierte sie am Sabbat keine Speise. [27]

Einem jüdischen Leser ist natürlich klar, dass am Sabbat kein Manna vom Himmel fiel, weil der Sabbat der strenge Ruhetag ist. Die Vorstellungen, der Sabbat sei der Manna-Maschine willen eingeführt worden, oder es hätte den Sabbat bereits gegeben, und er wäre dann von Mose zum Reinigen der Maschine benutzt worden, sind aber beide abwegig: Schließlich bestimmt ein mosaisches Gebot, dass am Sabbat nicht gearbeitet werden darf. Moses hätte also die Maschine nicht am Sabbat, sondern an irgendeinem anderen Wochentag warten müssen. Und dann hätte es eben am Sabbat Manna gegeben. Das Argument ist also keines.

Hätte Moses während des Exodus wirklich eine Manna-Maschine gehabt, wie erklärt sich dann ein weiteres wichtiges Gebot: „Gegossene Götter sollst Du nicht verfertigen?“ [28] Nicht nur das, selbst Niederknien darf man vor diesen Metallgöttern nicht. [29] Das hieße, die Ausserirdischen, welche Mose die Manna-Maschine schenkten, hätten ihm gleich darauf verboten, das Ding mit sich zu führen und sich davor zu bücken, um das Manna aus den Schalen zu nehmen. Da kann man schwerlich von intelligenten außerirdischem Leben sprechen. Alle Gebote, die Moses erhielt, hätten ihn gerade gezwungen, die Maschine nicht mitzuführen und nicht zu gebrauchen!

Aber was zählt das präzise Wort der Bibel gegen eine willkürliche Interpretation eines 2300 bzw. 1900 Jahre später geschriebenen mystischen Textes? Um religiöse Texte deuten zu können, sollte man zumindest über Minimalkenntnisse der entsprechenden Religion verfügen. Selbst diese Kenntnisse haben die Fiebags jedoch nicht. So kann Peter Fiebag [30] behaupten, Moses hätte die Manna-Maschine für eine „Gottheit oder Halbgottheit“ gehalten. Ausgerechnet Moses, der Schöpfer des absoluten Monotheismus! Im Judentum gibt es nur einen Gott, Jahwe, und keine Halbgötter.

Entweder nehme ich die Bibel wörtlich – bei aller nötigen Textkritik, die sich bei den Fiebags nicht findet -, dann stimmen die Fiebagschen Argumente nicht; oder ich nehme die Bibel als historische Quelle nicht ernst, dann erübrigen sie sich. Die Idee, eine Maschine habe das Manna produziert, scheitert also schon bei der ersten Überprüfung. Trotzdem errichten die Gebrüder Fiebag auf dieser in allen Punkten widerlegten Theorie ein zusätzliches Spekulationsgebilde – ein Hochhaus ohne Fundament.

– Die Bundeslade

Nach den Fiebags wurde die in keinem biblischen Text erwähnte Manna-Maschine in der Bundeslade transportiert. Als Beleg dafür dienen verschiedene und nicht gerade eindeutige Stellen aus dem äthiopischen Nationalepos und aus den Paulus-Briefen. Wieder sind das Berichte, die lange nach den Ereignissen geschrieben wurden.

Das Alte Testament weiß nichts von einer Manna-Maschine in der Bundeslade. Die P-Schicht des Alten Testaments enthält nur eine Bauanleitung. [31] Nach 5. Moses 10:1-5 und 2. Moses 25:10 befand sich in der Lade nur die Tafel mit den Zehn Geboten. 5. Moses 31:9,24-25 fängt an, dass von Moses geschriebene Gesetzestexte in der Lade deponiert wurden. Am ausführlichsten widmet sich 1. Könige, Kapitel 8 und 9 der Bundeslade, in 8:9 wird ausdrücklich festgestellt:

„Es befand sich nichts in der Lade außer den zwei Steintafeln, die Moses am Berg Horeb hineingelegt hatte.“

Diese Texte stammen allerdings aus einer Zeit lange nach dem Exodus, aus der Zeit des Königs Josia, dem 7. Jahrhundert vor Christus. [32] Aber sie sind die ältesten vorhandenen Quellen, welche die Lade beschreiben. [33]

Dass sich in der Bundeslade zusätzlich zu den Gesetzestafeln auch ein Krug mit Manna oder die Schechina befunden habe, steht nur in außerjüdischen Quellen, z.B. dem Neuen Testament und dem Koran.

In der Bibel behauptet einzig der fälschlicherweise mit „Paulus“ identifizierte Autor des Hebräerbriefs (9:3) aus rein theologischen Gründen, ein Krug mit Manna habe in der Lade gestanden. Der gleiche Krug, in 2. Moses 16:33 beschrieben, steht noch vor der Bundeslade. Diese Textstelle ist sicher ein späterer Einschub des Verfassers P in den Originaltext, denn sie erwähnt bereits die zum Zeitpunkt des erzählten Geschehens noch gar nicht existierende Bundeslade. Solche Doppelungen und Widersprüche sind nicht eben selten in den fünf Büchern Mose, die ja aus mehreren Textfassungen zusammengestellt wurden und häufig zwei voneinander abweichende Darstellungen des gleichen Ereignisses enthalten (eine Übersicht bietet [34]).

Der Koran fügt an, die Bundeslade habe die „Gegenwart Gottes“ enthalten, die Schechina. (Sure 2:249, Reclam-Ausgabe) Diese Schechina, auf die noch einzugehen ist, wird von den Fiebags mit der Manna-Maschine gleichgesetzt. Davon wusste Mohammad noch nichts, für ihn steht Schechina noch in dem Sinne wie im ‚Talmud‘ und im ‚Sohar‘, nämlich als Gegenwart Gottes in der materiellen Welt.

Die bereits von Däniken geäußerte These, bei der Lade habe es sich um ein Sprechfunkgerät gehandelt, dessen Baupläne von Ausserirdischen geliefert wurden, kann von der Archäologie nicht bestätigt werden.

Tatsächlich ist die jüdische Lade nur eine von damals überall im Nahen Osten üblichen tragbaren Götterthronen, auf denen die unsichtbaren Götter sitzen konnten. [35] Auch die Bibel schreibt, Gott habe zwischen den Figuren über der Lade Platz genommen. Was schließlich die angeblichen Stromschläge angeht, welche die Lade bei den Philistern ausgestoßen haben soll, so weiß man längst, dass es sich dabei um eine legendenhafte Ausschmückung handelt. Im rekonstruierte Urtext der Episode (Samuel 5:1) wird die Lade von den Philistern „als Siegesbeute durch ihre Städte geführt…, wonach sie allmählich in Vergessenheit gerät.“ [36]

Jahrzehnte später wird dieser Urtext von einem Jerusalemer Priester in der frühen Königszeit (ca. 1030 – 930) erweitert „um Legenden über den Triumphzug der von den Philistern einst erbeuteten Lade… Der ganze in salomonischer Zeit geschaffene Komplex sollte die Legitimation und Bedeutung Jerusalems als neuen und endgültigen Standort der Lade begründen.“ [37] Die Texte haben also nicht die Absicht, historisches Geschehen genau wiederzugeben, sie dienen auch der Propaganda. [38] Gerade die Propagandateile gelten nur den Gral-Interpreten als authentisch, während die nüchtern und sachlich erzählten Details über Auffinden und Beschaffenheit des Mannas ignoriert werden.

Abgesehen davon, dass die Manna-Maschine, selbst wenn sie existierte, nicht funktionieren würde, und abgesehen davon, dass weder die Bibel, der Talmud, der Koran noch Josephus Hinweise auf eine Manna-Maschine enthalten – kann man die Kabbala überhaupt als historische Quelle benutzen? Könnte sie Informationen enthalten, die von der Thora verschwiegen werden?

5. Was Josephus sagt …

In keinen prä-astronautischen Text über das Manna wird auf die Geschichtsbücher des Flavius Josephus eingegangen. Josephus, 37 n. Chr. in Jerusalem geboren, um 100 n. Chr. in Rom gestorben, war ein Spross einer judäischen Priesterfamilie, beteiligte sich an dem Aufstand gegen die Römer, später schrieb er in Rom u.a. seine beiden großen Geschichtsbücher ‚Bellum Judaicum‘ und ‚Antiquitates Judaicae‘. Die ‚Antiquitates‘ enthalten die gesamte Geschichte des jüdischen Volkes. Das Buch ist zwar rund 600 bis 700 Jahre jünger als die letzte Fassung der Bücher Mose, aber immer noch 1100 Jahre älter als der ‚Sohar‘. Was nun teilt uns Josephus über das Manna mit? Gibt es hier Hinweise auf die Manna-Maschine?

„Bald schickte ihnen Gott“, sagt Josephus im dritten Buch (1. Kapitel, 6) der ‚Jüdischen Altertümer‘, „nach dieser ersten Speise noch eine andere. Denn als Moses seine Hände zum Gebet erhob, fiel Tau, und da derselbe an seinen Händen hängen blieb, vermutete er, Gott habe auch damit ihnen eine Speise beschert, und freute sich sehr darüber. Weil er aber sah, dass das Volk die Substanz irrigerweise für Schnee hielt, wie er im Winter zu fallen pflegt, belehrte er sie, dass vom Himmel Gefallene sei kein Tau, sondern eine Speise zu ihrer Ernährung und Erhaltung. Und nachdem er selbst davon gekostet hatte, hieß er sie gleichfalls sich überzeugen, und sie folgten seinem Beispiele und freuten sich der Speise, denn sie schmeckte angenehm und süß wie Honig. An Aussehen aber glich sie dem Gewürz Bdellium und an Größe der einzelnen Körner dem Koriandersamen. Sie wurde nun eifrig gesammelt, und jeder musste täglich ein Assaron (ein bestimmtes Maß) davon auflesen; denn auf diese Weise werde es ihnen an Nahrung nicht mangeln. Es geschah dies aus Vorsicht, damit nicht die Stärkeren, die mehr zu sammeln vermochten, den Schwächeren das Einsammeln ihrer Nahrung erschweren konnten. Diejenigen aber, die über das vorgeschriebene Maß hinausgingen, hatten davon doch keinen Nutzen. Denn sie fanden nicht mehr als ein Assaron, und was für den folgenden Tag aufbewahrt wurde, war ungenießbar, da es dann bitter und voll von Würmern war. Es war eine göttliche und unbegreifliche Speise, denn wer davon genoss, konnte jede andere Nahrung entbehren. Noch bis auf den heutigen Tag fällt in jener ganzen Gegend diese Substanz nieder, wie sie Gott damals dem Moses zu Gefallen als Nahrung bescherte. Diese Speise nennen die Hebräer Manna, denn in unserer Sprache ist ‚man‘ die Fragepartikel, wenn wir fragen wollen: ‚was ist das?‘ Die Hebräer aber freuten sich dessen, was vom Himmel fiel, gar sehr, denn sie genossen diese Speise vierzig Jahre lang, also in der ganzen Zeit, da sie in der Wüste lebten.“ [39]

Auch bei Josephus fällt also das Manna vom Himmel in die Wüste, der Fall kann gar beobachtet werden, und eine Manna-Maschine hat nichts damit zu tun, denn das göttliche Brot wird selbst zu seiner Zeit noch in der Wüste gefunden. Das Manna verdirbt nicht aufgrund einer Funktion der Manna-Maschine, sondern um das übertreten von Verboten zu verhindern. Josephus bestätigt also die Darstellung der Bibel.

6. Was der ‚Talmud‘ sagt …

Der ‚Sohar‘ orientiert sich als Texttyp eng am heiligen Buch des Judentums, dem ‚Talmud‘. Ab 170 wurden in Palästina die jüdischen Religionsgesetze gesammelt, die endgültig und abschließend von Rabbi Hillel (30 v. Chr. bis 10 n. Chr.) formuliert worden waren. Dieses Werk nennt man ‚Mischna‘, vollendet wurde es um 200 n Chr. Dieser ‚Mischna‘ wurden von jüngeren Bibelinterpreten und Rabbis Kommentare angefügt, und dieses Werk wiederum ist der ‚Palästinensische Talmud‘. In Babylon, in der Zeit nach der Vertreibung der Juden eine der größten jüdischen Gemeinden, wurde die ‚Mischna‘ durch zwei Mal im Jahr stattfindende Rabbinerkongresse ebenfalls kommentiert. Die von Hillel ausformulierten Gesetz- und Vorschriften, die ‚Mischna‘, bildet zusammen mit den Kommentaren und Anmerkungen der gesammelten Rabiner, der ‚Gemara‘, den Babylonische Talmud, der um 500 n. Chr. abgeschlossen war. [40] Die heute erhältlichen Ausgaben des Talmud sind häufig aus dem Corpus des Babylonischen Talmuds entnommen, sie sind demnach 800 Jahre vor dem ‚Sohar‘ entstanden. Und natürlich erwähnen sie das Manna.

So heißt es im Traktat Joma 75a [41]:

„Es steht geschrieben: Und wenn nachts Tau auf das Lager fiel, fiel auch Manna darauf; ferner steht geschrieben: hinausgehen soll das Volk und sammeln; ferner steht geschrieben: es streifte das Volk umher und sammelte. Wie ist das zu erklären? Den Bewährten fiel es an die Tür ihrer Häuser; die Mittelmäßigen gingen hinaus und sammelten; die Frevler streiften umher und sammelten.

Es steht geschrieben: Brot; ferner steht geschrieben: Fladen; ferner steht geschrieben: sie mahlten. Auf welche Weise ist dies zu erklären? Die Bewährten hatten Brot, die Mittelmäßigen Fladen, und die Frevler mahlten mit Handmühlen.“

Und in Yoma 76a wird weiter ausgeführt:

„Die Schüler fragten Rabbi Schimon, Jochais Sohn: Warum kam das Manna auf Israel nicht auf einmal fürs Jahr herab? Er sagte zu ihnen: Ich will Euch ein Gleichnis sagen: Wem ist diese Sache zu vergleichen? Einem König von Fleisch und Blut, der einen einzigen Sohn hatte. Er teilte ihm seinen Unterhalt auf einmal fürs Jahr zu, so dass dieser seinen Vater nur einmal im Jahr besuchte. So war es auch mit Israel. Wer vier oder fünf Kinder hatte, der war immer besorgt, indem er sagte: Vielleicht fällt morgen kein Manna herab, und daraufhin würden wir alle Hungers sterben. Daraufhin richteten alle ihr Herz auf ihren Vater im Himmel. Eine andere Erklärung: So konnten sie es essen, während es noch warm war. Eine andere Erklärung: Wegen der Lasten auf dem Wege.“

Wie im Bibelbericht liegt auch im Talmud also das Gewicht darauf, dass es sich um eine gleichnishafte Erzählung handelt. Der Gleichnischarakter des Berichteten erklärt auch die Details, um die Fiebag viel Rätselraten macht: das Ausbleiben des Mannas am Sabbath, das Mahlen des Mannas etc.

7. Was der Koran sagt …

Im Heiligen Quran, der dem Propheten Mohammad von 610 bis 632 offenbart wurde, (also wiederum mindestens 600, eventuell sogar 1000 Jahre vor der Abfassung des ‚Sohar‘) fällt das Manna wie in der Bibel, bei Josephus und im Talmud aus dem Himmel:

„Und Wir [i.e. Gott] ließen die Wolken euch überschatten und sandten euch Manna und Salwa [i.e. Wachteln] hernieder: ‚Esset von den guten Dingen, die Wir euch beschert haben‘.“ (Sure 2, 58; in anderen Ausgaben 2:54 oder 2:57)

Sure 7: 161 bestätigt das:

„Und Wir ließen die Wolken sie überschatten und sandten ihnen Manna und Salwa hinab.“ (in anderen Ausgaben 7: 160)

Ebenso Sure 20: 81:

„[Wir] sandten Manna und Salwa auf euch herab.“ (in anderen Ausgaben: 20: 80 oder 20: 82)

8. Was das ‚Sohar‘ sagt …

Erwähnt denn wenigstens das ‚Sohar‘ die Manna-Maschine? Ist hier – wie von den Prä-Astronautik-Autoren behauptet – ein Bezug zwischen Manna und irgendeinem Instrument zu finden?

„‚Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen!‘ Rabbi Jizchak sagte: Es steht geschrieben: ‚Und es segnete Gott den siebenten Tag‘ – hingegen vom Manna heißt es: ‚Sechs Tage sollt ihr es sammeln, aber am siebenten Tage, dem Sabbat, wird es nicht da sein‘. Wenn die himmlische Speise gerade am Sabbat ausbleibt, worin besteht dann sein Segen? Aber wir haben die folgende Überlieferung: Alle Segnungen der oberen und unteren Regionen [i.e. den oberen und unteren Sefirot] hangten am siebenten Tage. Warum wurde dann gerade am siebenten Tage kein Manna gefunden? Weil an diesem alle die sechs oberen Tage ihren Segen empfangen, und jeder gibt nach unten Nahrung von dem, was er am siebenten Tage empfangen hat.“

An dieser Stelle wird Manna als Tau bezeichnet, dass vom „Alten der Tage“, vom „Langgesichtigen“ herabfließt. [42]

Die Stelle ist zu lang, um hier wiedergegeben zu werden. Jeder kann sie im ‚Sohar‘ selbst nachlesen. Eine technische Maschine wird hier nicht bestätigt, auch die Wartungsarbeiten am Sabbath werden erneut als Erfindung der Fiebags entlarvt. An anderer Stelle sagt der Sohar noch einmal ausdrücklich, das Manna sei vom Himmel herabgeträufelt. [43]

– Das Alter des Sohars

Nach Dale, Sassoon und den Fiebags enthält der ‚Sohar‘ historische Überlieferungen. Ich habe argumentiert, dass der ‚Sohar‘ viel später als viele andere Quellen zum Manna entstanden ist. Tatsächlich benutzten Dale und Sassoon eine Ausgabe aus dem 17. Jahrhundert! Das ist also das letzte Datum, zu dem die zitierten Passagen entstanden sein können. Was ist der frühest mögliche Zeitpunkt für die Abfassung des Texts des Sohar?

Hier hilft das Phänomen, dass Hebräisch nur mit Konsonanten geschrieben wurde, bis später die Vokalisation eingeführt wurde. Der ‚Sohar‘ interpretiert nur die Thora nach dieser vokalisierten Version, dem masoretischen Text.

Dazu der Kabbalagelehrte Christian D. Ginsburg [44]:

„The Sohar quotes and mystically explains the Hebrew vowel points (i, 16 b, 24 b; ii, 116 a; iii, 65 a), which were introduced for the first time by R. Mocha of Palestine, A.D. 570, to facilitate the reading of the Scriptures for his students.“

Es ist also vollkommen unmöglich, dass, wie behauptet, der ‚Sohar‘ schon im 1. Jahrhundert geschrieben worden sei. Die Abfassung und Textredaktion, die im 6. Jahrhundert (also 19 Jahrhunderte nach dem Exodus!) begann, setzte sich durch alle erschienenen Versionen weiter: „An der Abfassung des ‚Sohar'“, schreibt der Gelehrte Simon Dubnow [45], „der die Zusammenfassung eines ganzen Zyklus mystischer Einzelschriften darstellt, wirkten Gottsucher verschiedenster Generationen mit: palästinensisch-babylonische Mystiker der Epoche des ‚Buches der Schöpfung‘, spanische und dee Kabbalisten des 13., aber auch der späteren Jahrhunderte, bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts, als der ‚Sohar‘ zuerst in Italien erschienen war. Jeder der Mitwirkenden bereicherte das Sammelwerk durch seine Beiträge, die er dem Urstil des Buches anpasste.“

Es ist also unverantwortlich, den ‚Sohar‘ als historische Quelle für Ereignisse des Exodus zu nutzen. Mehr noch, der ‚Sohar‘ ist ein Buch, dass von der Anlage her überhaupt keine historischen Aufzeichnungen enthalten kann, denn das würde seinem Sinne zuwiderlaufen. Das zeigt die nun folgende kurze Beschäftigung mit der Kabbala.

9. Was die ‚Kaballa‘ sagt …

Die ‚Kabbala‘ ist, wie schon gesagt, ein Werk der jüdischen Mystik. Das heißt, sie enthält weder historische Erzählungen noch geheime Traditionen, sondern eine Übersicht über verschiedene Deutungen, die bestimmte berühmte Rabbis von Bibelversen angestellt haben. Die Hauptwerke der Kabbala entstanden im 13. Jahrhundert in Spanien und verbreiteten sich rasch in der gesamten jüdischen Welt. „Die Kabbalisten“, so bringt es ein Lehrbuch auf den Punkt, „ersehnten eine mystische Vereinigung mit Gott, während (der jüdische Philosoph) Maimonides und seine Anhänger eine rationale Gotteserkenntnis anstrebten. Sie lehrten einen vernunftgemäßen Zugang zur Tora, während die Kabbalisten in ihr eine Offenbarung voller Geheimnisse sahen.“ [46]

Also wollten die Kabbalisten nicht geheime Traditionen weitergeben, sondern darüber nachdenken, wie eine unmittelbare mystische Versenkung in Gott erreicht werden könnte. Sie benutzten dazu die Thora, deren Worten und Zahlen sie besondere Bedeutung zumaßen. Zentral ist in der ganzen Kabbalistik der Begriff der Schechina.

– Die Schechina [47]

Es gibt, so Peter Fiebag [48] „den seltsamen jüdischen Begriff der ‚Schechina'“. Seltsam ist der Begriff natürlich nur für Außenstehende, die sich nicht die Mühe machen, das Judentum zu verstehen. Ignorieren wir die Arroganz, die aus der Verächtlichmachung eines zentralen Begriffs der jüdischen Mystik spricht, und sehen uns die Fakten an, die Fiebag nicht kennen will.

Das erste Kabbala-Buch, das ‚Buch Bahir‘, entstand um 1176 in Südfrankreich. [49] Es kommt „scheinbar aus dem Nichts“, denn die angeblich antiken Wurzeln, auf die es Bezug nimmt, sind wissenschaftlich nicht nachweisbar. [50] Das ‚Buch Bahir‘ entwirft erstmals die kabbalistische Vorstellung von den zehn Sephirot (auch Sefirot geschrieben) Gottes, seinen „zehn Wesensbestimmungen“. Man könnte sagen, dass die Kabbala versucht, mit diesen zehn Charakteristika Gottes Wesen zu beschreiben. Die Technik, mit der die Kabbalisten zu dieser Definition Gottes kamen, war die der mystischen Bibelauslegung.

Eine der Sephira enthält den Begriff Schechina. Das ist ein altes hebräisches Wort. Im Alten und im Neuen Testament bedeutet Schechina „die Herrlichkeit Gottes“. [51] In der Kabbala wird Schechina dann zur Bezeichnung „der weiblichen Seite Gottes“: „das weibliche Gotteselement …, d.i. d(ie) der Welt ‚einwohnende‘ Göttlichkeit.“ [52] Die Schechina ist die „Gelenkstelle zwischen Welt und Gott, sie wird innergöttlich als ‚Gattin‘ und für die Welt als ‚Tochter‘ bestimmt.“ [53]

In anderen Worten: Die Schechina ist konkret der Wesenszug Gottes, der sich liebevoll, wie eine körperliche Frau gar, der Welt zuwendet; durch diese Zuwendung offenbart sich Gott in seiner Schöpfung. Diese Wendung von abstrakten Vorstellungen einer herrlichen Immanenz Gottes in der Welt zu einer quasi-weltlichen Gegenwart Gottes ist das eigentlich revolutionäre an der Kabbala und – wie der Judaist Peter Schäfer jüngst bei einem Vortrag vor der deen Forschungsgemeinschaft gezeigt hat – auf den Kontakt der Juden mit der christlichen Marienverehrung zurückzuführen. [54]

Die ersten Texte des ‚Sohar‘, der Dale, Sassoon und den Fiebags als Quelle für die technologische Interpretation der Schechina dient, sind erst 100 Jahre nach dem ‚Bahir‘ entstanden, nämlich um 1275-1293 in Kastillien. [55] Der Autor ist Mose ben Schemtow de Leon (1250-1305), der angibt, das Werk stamme von dem Talmudisten Schim’on ben Jochai (2. Jahrh. n. Chr.), eine Angabe, die schon aufgrund der sich „aus dem Textinhalt … ergebende(n) Unmöglichkeit“ nicht zutreffen kann. [56] Durchaus möglich ist, dass der ‚Sohar‘ auf Überlieferungen über ben Jochai zurückgeht, doch ist sein Verfasser unstrittig Mose de Leon.

Im ‚Buch Sohar‘ wird „der jenseitigen, unerkennbaren Gottheit, dem unendlichen Urgrund … die Emanation und Ausfaltung Gottes in die zehn göttlichen Schöpfungs- und Seinskräfte, die zehn Sefirot, zugeordnet … Die unterste Sefira, Malchut, ‚das Reich‘ birgt die Schechina, durch die der Mensch religiös bzw. kontemplativ mit der Gottheit in Verbindung treten kann.“ [57]

Dabei bedeutet Schechina „die innerweltliche Allgegenwart der Herrlichkeit Gottes. Aus biblischen Textstellen herauslesbar und im Talmud erwähnt, wird die Schechina in der Kabbala zur zentralen Größe: Sie ist die aufs Innerweltliche ‚eingeschränkte‘ weibliche Seite der Gottheit; ihr Schicksal ist mit dem der Welt und insbesondere dem der Kinder Israel verknüpft… Die Erlösung der Schechina aus ihrem irdischen Exil ist untrennbar verschränkt mit dem Erlösungsweg des Menschen – der Heilung seiner selbst.“ [58]

Oder, wie es der chassidische Gelehrte Raphael von Berschad sagt:

„Verharren die Kinder Israel liebevoll in brüderlichem Einssein, dann schwebt die Schechina über ihnen in aller segensreichen Heiligkeit.“ [59]

Der ‚Sohar‘ selbst gibt u.a. folgende Definition der Schechina, in einen Abschnitt, im dem die Himmelsleiter, die Jakob erscheint, mit dem Gebet gleichsetzt wird:

„Auf der Erde‘ heißt es (in der Bibelstelle 1. Moses 28:12), weil es sich um das Gebet von Menschen handelt; der Boden aber, von dem es aufsteigt, ist die Schechina. ‚Und ihr Haupt reicht zum Himmel‘ – das ist der Allerheilige selbst, denn Er wird auch Himmel genannt … In der Zeit, da der Allerheilige sich kundtut, steigt die Schechina mit dem Gebete auf. Darum heißt es auch gleich: ‚Und siehe, göttliche Boten steigen durch ihn auf und nieder.‘ Das Wort ‚durch ihn‘ bezieht sich auf den Menschen. Und sie alle öffnen die Flügel der Schechina entgegen durch die Macht des Gebetes. …. Die da aufsteigen, folgen der Schechina, herabsteigt aber der Allerheilige selber, der Schechina entgegen, um sich mit ihr zu vereinigen – durch das Gebet des Menschen. Die Schechina erhält ihre belebende Kraft aus der Geboteerfüllung im göttlichen Namen.“ [60]

Die Schechina ist also kein Begriff, der in dem ‚Sohar‘ nur in der Beschreibung einer Kraft auftritt, die das Manna erzeugt; Schechina ist ein zentraler Begriff der Kabbala. Der ganze ‚Sohar‘ ist im Grunde der Versuch, die Schechina zu definieren und zu erklären. Der ‚Sohar‘ ist ein religiöses Buch, eine philosophische Abhandlung; prä-astronautisch deutbare Absätze sind eben gerade nicht darin, wie sich jeder gerne aufgrund der exzellenten Ausgabe von MÜLLER überzeugen kann. Die Kabbala ist auch keine geheime, jahrtausendealte Tradition, sondern eine Sammlung von Bibelversauslegungen, vergleichbar mit dem Talmud.

Schechina kann schwerlich ein Synonym für die Manna-Maschine sein, wenn die Schechina längst vor Moses bei den Urvätern war. Es geht in den Texten, welche die Schechina beschreiben, auch nicht um das Manna, sondern um die göttliche Gegenwart in der Welt. Diese manifestiert sich auch im Manna, und daher ist das Manna ein Produkt der Schechina. Doch ebenso ein Produkt der Schechina ist die Liebe zwischen Mann und Frau, und es kann definitiv festgestellt werden, dass dieses Phänomen auch unabhängig von einer aus dem Kosmos stammenden Brotbackmaschine vorkommen kann.

Die stark vom ‚Sohar‘ beeinflusste jüdische Neuerungsbewegung der Chassidim hat übrigens dann die Schechina zum zentralen Begriff ihres Gottesverständnisses gemacht. So wie Gott sich mit der Schechina der Welt hingibt, so soll sich der gläubige Jude naiv und ohne Intellekt ganz Gott hingeben. Martin Buber, der große jüdische Philosoph, schreibt dazu:

„Die talmudische, von der Kabbala ausgebaute Lehre von der Schechina, der ‚einwohnenden Gegenwart‘ Gottes in der Welt, bekam [im Chassidismus] einen neuen, intimen Gehalt: wenn du die unverkürzte Kraft deiner Leidenschaft auf Gottes Weltschick sal richtest, wenn du das, was du in diesem Augenblick zu tun hast, was es auch sei, zugleich mit deinen ganzen Kraft und mit solcher heiligen Intention tust, einst du Gott und Schechina, Ewigkeit und Zeit.“ [61]

Diese etwas abstrakten Worte verdeutlicht dann eines der chassidischen Gleichnisse:

„Rabbi Ascher von Stolyn erzählte: ‚Mein Lehrer, Rabbi Schlomo, pflegte zu sagen: ‚Ich muss vorbereiten, was ich in der Hölle zu tun habe.‘ Denn er war gewiss, dass ihm kein besseres Los beschieden sei. Als nun nach dem Abscheiden seine Seele aufstieg und die Dienstengel ihn freudig empfingen, um ihn zum höchsten Paradiese zu geleiten, weigerte er sich, mit ihnen zu gehen. ‚Man narrt mich‘, rief er, ‚das kann die Welt der Wahrheit nicht sein.‘ Bis die Schechina selbst sprach: ‚Komm, mein Sohn, gnadenhalber will ich dich aus meinem Schatz beschenken.‘ Da gab er sich zufrieden.“ [62]

Natürlich stand in seiner Todesstunde „das Buch Sohar … aufgeschlagen“ vor ihm. [63]

Stolz prangt in der ‚Entdeckung des Grals‘ das Wort Schechina über zwei Seiten (S. 310/311) als Name der Manna-Maschine. Es dürfte deutlich geworden sein, dass eine solche Identifikation Unsinn ist. Man könnte diese Feststellung auch eleganter treffen, aber dann wäre sie bereits verlogen.

Von den theologischen Spitzfindigkeiten des ‚Sohar‘ wollen die Brüder Fiebag in der ‚Entdeckung des Grals‘ [64] nichts wissen: „In der Tat glauben wir Hinweise dafür zu haben, dass Schechina nichts anderes ist als ein weiteres Synonym der Manna-Maschine.“ In diesem Satz offenbart sich das ganze Unvermögen der Autoren, ihre Unfähigkeit, die Texte, die sie analysieren, überhaupt zu verstehen. Was ist der heilige Geist – eine Kaffeemaschine?

– Der Uralte der Tage, die Schechina und das Tau

Wie bereits gesagt, ist der ‚Sohar‘ kein antiker Text, sondern ein typischer Midrasch, d.h. eine Auslegung der 5 Bücher Mose durch die Rabbiner. So verwundert es nicht, dass alle im ‚Sohar‘ vorkommenden Begriffe aus der Thora stammen. Der „Uralte der Tage“ ist nicht, wie die Fiebags behaupten, ein Codewort für die Manna-Maschine, sondern ist ein Gottesname aus dem Buch Daniel (7:9), die Schechina selbst ist die Gegenwart der weiblichen Seite Gottes im untersten Sefira, Malchut. Dass diese Interpretation, und nicht die der Fiebags zutrifft, zeigt sich im ‚Sohar‘ deutlich an den vielen Stellen, an denen die Schechina ausdrücklich als Charakteristikum Gottes beschrieben wird. Zudem taucht sie nicht erst bei Moses oder beim Exodus auf, vielmehr hat sie bereits Abraham und Isaak begleitet:

„Warum heißt es (bei 1 Moses 13: 2): ’seinen Wanderzügen‘ und nicht ’seinem (Abrahams) Wanderzuge nach?‘ Weil ihrer zwei sind, der Abrahams und der der Schechina. Es soll nämlich jeder Mensch danach streben, dass Männliches und Weibliches stets zusammen sich finde, damit die Verbindung der Treue erstarke und die Schechina für ewig sich nicht entferne. … Wer einen Pfad geht, wo Männliches und Weibliches sich nicht zusammenfinden, von dem sondert sich die Schechina. … So heißt es denn: ‚Und du sollst wissen, dass Friede dein Zelt sei‘ – dass nämlich die Schechina zu dir komme und in deinem Hause Wohnung nehme …‘ Nämlich der Wonne der Pflicht genügen im Anblick der Schechina. … In der Zeit, wenn der Mann in seinem Hause weilt, ist die Wurzel des Hauses seine Gattin, denn um der Gattin willen weicht die Schechina nicht vom Hause. Wie wir gelernt haben: ‚Es brachte sie Isaak ins Zelt Sarahs seiner Mutter‘ (1. Moses 24,67). Damals entzündete sich von selbst ein Licht. Es war nämlich die Schechina ins Haus gekommen.“ [65]

Tatsächlich, so der ‚Sohar‘, kam die Schechina mit der Erschaffung der Welt in die Welt. Zu dem Vers Genesis 1:1 erklärt der ‚Sohar‘: „Den Himmel – das ist die obere, die Erde die untere Schechina, in der Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen zur Einheit kommend.“ [66]

Wahrlich eine präzise Darstellung einer Algenproduktionsmaschine aus der Zeit des Exodus! Es zeigt sich schon, dass die ‚Sohar‘-Deutung der Brüder Fiebag recht eigenwillig ist, der Gedanke drängt sich ohnehin auf, sie hätten das Buch nicht gelesen, sondern nur nach Dale und Sassoon zitiert. So kommt es zu weiteren Falschdeutungen wie der, der im ‚Sohar‘ genannte „Tau“ sei das Manna der Manna-Maschine gewesen. [67] Tatsächlich ist auch „Tau“ erneut ein Zitat aus der Bibel, nämlich aus Micha (5:7): „Und es wird sein der Rest Jakobs unter den Nationen, im Innern der Völkermenge, wie Tau vom Allerhöchsten, wie Frühtropfen auf dem Gewächs.“ Das Tau ist also, wie die Schechina, die Gegenwart Gottes in der Welt. Als solches ist natürlich auch das Manna „Tau“ Gottes, doch mit Algenkulturen hat es herzlich wenig zu tun. [68]

10. Der Gral und das Manna

Johannes und Peter Fiebag [69] weisen darauf hin, dass in der mittelalterlichen Epik und Sage der Gral und das Manna verknüpft waren – war also der Gral nur ein anderes Wort für Manna-Maschine?

Die Beschreibung des Grals in mittelalterlichen Epen ist höchst unterschiedlich. Nach Chretien de Troyes (1180) ist der Gral ein goldener Hostienbehälter. Wenig später setzt Robert de Boron den Gral mit der Schale gleich, die Jesus beim Abendmahl benutzte und in der Josef von Arimathea das Blut Jesu während der Kreuzigung auffing. Erst um 1200 schrieb Wolfram von Eschenbach, der Gral sei ein vom Himmel gekommener Stein, der Nahrung erzeuge. An einem Tag im Jahr, am Karfreitag (dem Tag, an dem Jesus gekreuzigt wurde und starb) bringt eine weiße Taube eine Hostie von Himmel und legt sie auf dem Stein ab. Hier wird Eschenbach wohl seine eigenen christlichen Überzeugungen mit dem vermischt haben, was er vom Islam wusste, behauptet er doch, seine Quelle stamme aus einem muslimischen Land. Hier wird wohl Konkret das Wissen um den schwarzen Stein, einen Meteoriten, den die Muslime in Mekka verehrten, eingeflossen sein, oder Wolfram bezieht sich auf die Offenbarung des Johannes (Kapitel 2, Vers 17). Allen drei Gralversionen ist gemein, dass sie den Gral als Hostienbehälter sehen. Eine frühe Parzivalhandschrift aus dem 13. Jahrhundert zeigt dann auch den Gral selbst als leuchtende Hostie. Nirgendwo wird er als Maschine beschrieben oder als metallene Statue.

Die Verknüpfung zwischen Manna und „Gral“ (Jesu Wort und Opfertod) erfolgt übrigens nicht durch die Autoren der Gralsepik, sondern bereits im Neuen Testament – und zwar aus rein theologischen Gründen.

Dass der Gral Jesu Opfer für die Welt symbolisiert, geht aus den Gralsgeschichten eindeutig hervor. Es gibt zahllose Stellen im Neuen Testament, die Vorformen der späteren Gralssymbolik enthalten. So bittet Jesu nach den synoptischen Evangelien, dass ihm sein schweres Schicksal erlassen werden solle. Da nennt er seinen Opfertod selbst einen „Kelch“. [70]

Im Johannes-Evangelium (6:31) wird Jesus gefragt, ob er nicht ein Wunder wirken könne, damit man an ihn glaube. Eben so, wie die jüdischen Vorväter das Manna in der Wüste erhielten.

„Jesus sagte ihnen: ‚Wahrlich, ich sage Euch, es war nicht Moses, der euch das Brot des Himmels gab, sondern mein Vater, der euch das wahre Brot des Himmels gegeben hat.‘ Da sagten sie: ‚Gib uns von nun an dieses Brot‘. Da erklärte Jesus: ‚Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird niemals hungern, wer an mich glaubt wird niemals dürsten.'“

Und weiter (Johannes 6:48-51):

„Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.“

Diese Stellen haben die Theologen dann auf den Opfertod Jesu am Kreuz, auf das von ihm vergossene Blut bezogen. (Noch heute heißt es im katholischen Gottesdienst zu Wein und Hostie: „Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut.“) So wird für die gläubigen Menschen des Mittelalters das Manna des Alten Bundes ganz automatisch mit der Hostie und dem von Jesus vergossenen Blut des Neuen Bundes gleichgesetzt. Eng damit zusammen hängt das Konzept von dem Kelch, in dem Jesu Blut sich befindet. Noch mehr: Jesus selbst ist das neue Manna.

Ganz explizit wird diese Gleichsetzung noch einmal im Hebräerbrief (Kapitel 9) vollzogen:

„Der erste Bund (Gottes Bund mit den Juden, vermittelt durch Moses, U.M.) hatte Vorschriften für die Anbetung und ein Heiligtum auf der Erde… Hinter dem zweiten Vorhang befand sich das Allerheiligste mit einem goldenen Altar und der vergoldeten Bundeslade. In der Lade befand sich ein Goldgefäß mit dem Manna.“

Gott wurden Kälber und Lämmer geopfert. (Verse 1,3,4). Im neuen Bund, also Gottes Bund durch Jesus mit allen Menschen, wird das Heiligtum und das Manna von Jesus verkörpert:

„Als Jesus kam … kam er durch einen größeren und perfekteren Tabernakel, der nicht von Menschen stammt. Er kam nicht durch das Blut von Ziegen und Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut.“ (Verse 11,12).

Und in der Offenbarung des Johannes (Kapitel 2, Vers 17) wird das Manna (quasi als „geistige“ Nahrung) mit dem Wort Gottes gleichgesetzt:

„Kirchen sagt: Ich gebe Euch das versteckte Manna. Ich gebe Euch auch einen weißen Stein mit einem neuen Namen darauf, den nur der Empfänger kennt.“

Hierher könnte also, wie bereits bemerkt, die Idee vom Gral als Stein stammen, obwohl mir ein anderes Vorbild für diese Idee wahrscheinlicher scheint: Im der islamischen Tradition heißt es, der Hadschar al-Aswad, der in der Kaaba zu Mekka eingemauerte Meteorstein, sei einst von Engeln zur Erde gebracht worden. Könnte diese Tradition das Bild des Grals als wundertätigen Stein beeinflusst haben? Die Gebrüder Fiebag [71] weisen diesen Gedanken von sich, doch er ist verlockend, besonders wenn wir uns daran erinnern, dass die Gralsgeschichte ursprünglich aus dem maurischen Spanien stammen soll.

Damit im Mittelalter die Gleichsetzung von himmlischer Nahrung aus dem Jesu Opfertod symbolisierenden Gral mit dem Manna erfolgen kann, braucht es keine Manna-Maschine, sondern nur eine Kenntnis dessen, was das Neue Testament über das Manna sagt. Hier wird Jesu Opfer und Botschaft als „geistige Nahrung“ mit dem Manna des Alten Bundes gleichgesetzt, das nur als „körperliche Nahrung“ diente.

Dass sich Theologen um dieses Symbolik gerade zur Zeit der Verfasser der Gralsberichte Gedanken machten, zeigt die Tatsache, dass Maria im 13. Jahrhundert, weil sie Jesus, das neue Manna, in sich getragen hat, den Beinamen „Bundeslade“ erhält. [72] Ein um 1500 verfasster „Rosenkranz zu Ehren Marias“ aus dem Kloster St. Margareth und Agnes, Strassburg, schreibt explizit, Maria sei „die goldene Arche, in der beschlossen lag 9 Monate das wahre Himmelsbrot.“ [73] „Goldene Arche“ bedeutet hier natürlich – wie im Englischen, wo man die Bundeslade noch heute Ark nennt – Lade. Jesus ist das Manna, und so und nicht anders sind die Gralsepen zu verstehen.

Anmerkungen

[1] Fiebag 1995, S. 346
[2] Fiebag, Mail vom 28. Juni 1999
[3] New Scientist Vol. 70, Nr. 994, 1.4.76; vgl. Fortean Times 15, 18; Fortean Times 32, S. 54, Dopatka 1976, S. 446)
[4] Fiebag 1989, S. 100
[5] Mayer, S. 14
[6] Mayer, S. 19
[7] so z. B. in der Fortean Times 15, S. 18; Fortean Times 36, S. 54
[8] z. B. Tumour in the Whale, 1978, besprochen in Fortean Times 32, 54; Fortean Times 27, S. 30
[9] (Fortean Times 15, S. 18)
[10] z. B. The Kabbalah Decoded, 1978, Dopatka 1976, S. 76 und 431
[11] Dopatka, S. 310
[12] besprochen in Fortean Times 32, S. 54
[13] vgl. Fiebag 1995, S. 493
[14] vgl. Dopatka 1976, S. 218
[15] Calwer 1989, Sp. 112
[16]

„auf Strecken hin (versinkt der Sohar) in mystische Allergorisationen und nicht selten auch Abstrusitäten“ so Gershom Scholem

[17] Calwer 1989, Sp. 925
[18] Mertens 1984, S. 103
[19] Fohrer 1988, S. 44f.
[20] Fiebag 1995
[21] ebd., S. 320
[22] ebd., S. 324
[23] Exodus 16; 13-15
[24] Num 11; 7-9
[25] Exodus 16:17-21
[26] Exodus 16:22-24
[27] Fiebag 1984, S. 102
[28] Exodus 34:17-18
[29] Exodus 20:4
[30] Fiebag 1995, S. 325
[31] Exodus 25:10-22; entstanden wohl um 720 v. Chr.
[32] vgl. Friedman 1989, S. 139
[33] vgl. Beyer 1993, S. 240
[34] Friedman 1989
[35] Calwer 1989, Sp. 181; Langbein 1997, S. 112
[36] Fohrer 1988, S. 48
[37] ebd., S. 56
[38] vgl. Beyer 1993, S. 227-239
[39] Josephus o.J., S. 140-141
[40] Trepp 1998, S. 45-50)
[41] Mayer, S. 122
[42] Müller 1998, S. 233
[43] ebd., S. 253
[44] Ginsburg 1865, S. 86; vgl. Fortean Studies 5, p. 146
[45] in: Müller 1998, S. 312
[46] Grübel 1996, S. 54
[47]

Die Schechina wird im ‚Sohar‘ an zahlreichen Stellen beschrieben, auch dort, wo die Bezeichnung nicht ausdrücklich genannt wird. In der Müller’schen Ausgabe kann man Sohartexte über die Schechina auf folgenden Seiten finden: S. 38, 44, 55, 56, 91, 92, 95, 123, 134, 142, 143, 158, 161, 162, 183, 185, 186, 189, 199, 200, 208, 231, 264, 265, 278, 279, 287, 299, 304.

[48] Fiebag 1995, S. 335
[49] Roberts 1995, S. 110
[50] Zander 1998
[51] so z.B. noch im Römerbrief 9:4; Howson 1896, S. 520; Ragaz 1950, S. 149
[52] Müller 1998, S. 18
[53] Zander 1998
[54] ebd.
[55] Roberts 1995, S. 343
[56] Müller 1998, S. 15
[57] Kobbe 1994, S. 241
[58] ebd., S. 245
[59] nach Kobbe 1994, S. 128
[60] Müller 1998, S. 264
[61] Buber o.J., S. 19
[62] ebd., S. 438
[63] ebd., S. 437
[64] Fiebag 1989, S. 190
[65] Müller 1998, S. 142
[66] ebd., S. 304
[67] Fiebag 1989, S. 103-105
[68] Weitere Zitate zu Tau im Sohar: Müller 1998, S. 159, 230, 253
[69] Fiebag 1989, S. 113ff.
[70] Matthäus 26:39; Markus 14:36; Lukas 22:42
[71] Fiebag 1989, S. 63
[72] de Rosa 1993, S. 365 vgl. auch Wilson 1999, S. 209
[73] Schreiber 1994, S. 55

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