Wäre es nicht phantastisch, wenn Sie in die Vergangenheit reisen könnten, um – vor Ort und Zeit – nachzuforschen, ob die Pyramiden nur mit Hammer, Meisel und Seilwinden erbaut wurden? Was im Jahre 30 christlicher Zeitrechnung wirklich in Golgatha geschah? Oder ob wir Darwins Lehre von der Evolution nicht etwas hinzu zu fügen haben, das ganz weit draußen im Weltraum seinen Ursprung hat?

Um derlei Fragen ein für allemal zu klären nützen auch die ältesten schriftlichen oder archäologischen Überlieferungen nichts. Sie sind gut für Spekulationen, aber werfen oft mehr Fragen auf als Antworten zu geben. Dem soll nun -ein-für-allemal- Abhilfe geschaffen werden. Die einen nennen es „Verifizierung eines objektiven Sachverhalts“, die anderen ein „Jahrtausend-Abenteuer“. Denn nichts weniger und nichts mehr verspricht das Millennium-Experiment dreier Wissenschaftler, die sich ein „Blind Date“ mit einer Zeitmaschine aus der Zukunft ausgedacht haben.

Das Dumme ist nur, dass wir die dazu nötige Technik nicht kennen –noch- nicht. Auch wenn sich heutige Physiker sehr wohl vorstellen können, dass es diese Technik und damit die Möglichkeit in die Zeit zu reisen, dereinst geben wird. Es muss ja keine „Zeitmaschine“ im Sinne von H.G. Wells sein, eher ein „Zeitreiseverfahren“, das auf mentaler Ebene stattfindet oder sich der quantenphysikalischen Effekte bedient, die schon Albert Einstein als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet hat und das Jahrhundert-Genie Stephen Hawking in seinen Berechnungen als möglich einräumt und deshalb einen „Chronologieschutz“ in Form einer „kosmischen Zensur“ vermutet. Aussichtslos, an eine derartige Zukunftstechnik JETZT schon heran zu kommen? Wie heißt es doch so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Ein abenteuerlicher Plan

Die Idee der Initiatoren, schon zu Lebzeiten ein Zeitreiseverfahren zu beschaffen, das erst in derZukunft erfunden wird ist so einfach wie genial. Sie stiften ein Startkapital, lassen dieses über hunderte von Jahren hinweg durch Zins und Zinseszins anwachsen bis zu der Zeit, in der „Zeitreisen“ so normal sind wie heutzutage „durch die Luft reisen“ oder „fern sehen“ … und lässt damit eine „Zeitmaschine“ kaufen oder mieten, die zum Rendezvous in UNSERER Gegenwart erscheint.

Die Initiatoren

Da ist einmal Uwe Aloé, Jahrgang 1954, Diplomingenieur, selbständig und wohnhaft in Dresden. Was ihn dazu bewog, diese Idee mitzugestalten beschreibt er selbst auf der Homepage zum Experiment [1] „Da ist die Neugierde, was wäre, wenn es klappt? … Zum anderen der Techniker in mir … Und drittens das Vertrauen in die Kreativität der Menschheit, die heute schon relativ problemlos einen uralten Menschheitstraum, die Raumfahrt, beherrscht.“ Dann ist da Walter Gith, Jahrgang 1956, Diplom-Physiker und Buchautor [2] mit eigener Softwarefirma in Australien. Er muss es wissen, wenn er sagt:“Seit Einsteins Relativitätstheorie ist die Zeit keine unabhängige physikalische Größe mehr. Die Zeit ist mit dem Raum verkoppelt. Das lässt sich in Formeln ausdrücken und hat gewaltige Implikationen. Die physikalischen Realitäten, die sich hieraus ergeben können, sind bei weitem noch nicht alle realisiert oder überprüft worden. Eine der möglichen Realitäten sind Zeitreisen.“ Und schließlich der Ökonom und Börsenfachmann Bernd Siebler, Jahrgang 1946, der schon in den 90er-Jahren das Konzept des Millennium-Experiments in den Grundzügen entwarf, welches die drei dann gemeinsam weiter entwickelten. Er, als ehemaliger Industrie-Top-Manager, kümmert sich um die Infrastruktur des Projekts, Public Relation und letztendlich um den 12.12.2012 selbst „denn das ist das Datum, an dem wir vielleicht unsere „Bestellung aus der Zukunft“ in Empfang nehmen können.“

Das Credo der drei „Zeitpioniere“, in einem Satz zusammen gefasst: Wenn wir jemanden treffen wollen, müssen wir ihn auch dazu einladen!

Eine Zeitschleife erzeugen

Doch wie ließe sich diese Einladung übermitteln? Man stiftet einen Basisbetrag – hier das Vereinsvermögen von € 90.000- und übergibt diese Summe demjenigen Temponauten, dessen Lizenz-Code bei der „Landung der Zeitmaschine“ am 12.12.2012 vom Überbringer des „Vehikels“ genannt wird. Somit wäre derjenige eindeutig identifiziert, dessen Nachkommen oder sonstige vertrauenswürdige Personen die „Bestellung an die Zukunft“ tatsächlich überbracht haben. Wenn dieses Szenario zustande kommen sollte, dann ist aus quantenphysikalischer Sicht -so die Initiatoren- folgendes geschehen:

1. Während der Laufzeit des Experiments vom 07. September 2007 bis zum 12. Dezember 2012 haben sich interessierte Erdenbürger –kostenlos- als „Temponauten“ registrieren lassen. Sie haben sich vor der Durchführung des Experiments (hier wird noch einmal die „Spreu vom Weizen“ getrennt) die Temponauten-Instruktionen zu einem geringen Selbstkostenbeitrag beschafft, die u.a. die genauen Landekoordinaten für den Überbringer aus der Zukunft enthalten.

2. Diese Instruktionen (für eine Weiterleitung über Jahrhunderte speziell präpariert) haben die Temponauten über Generationen hinweg an Angehörige oder Menschen ihres Vertrauens weiter gereicht. Über die Weiterleitungs-Zeit hat jede Temponauten-Generation das Recht und die Pflicht in Anspruch genommen, das angesammelte Kapital zu vermehren. Bei der Überleitung an die nächste Generation durften 1/3 als eigener Anreiz einbehalten werden, während 2/3 sich weiter vermehrten und bis zu einem angenommenen Jahr 2500, z.B., auf rund 3 Billionen EURO angewachsen sind.

3. Vorausgesetzt, dass bis dahin ein Zeitreiseverfahren zur Verfügung steht, hat der „Letzte Temponaut“ dieses dann weisungsgemäß erworben, reist damit ins Jahr 2012 zurück und erfüllt so das „Vermächtnis“ der heute lebenden Temponauten.

Selbstverständlich -so die Initiatoren- ist das angenommene Erfindungsjahr 2500 eine reine Vermutung und es würde sich nichts an der „Versuchsanordnung“ ändern, wenn es früher oder später wäre.

Genau so gut ist es möglich, dass sich „auf dem Weg in die Zukunft“ Währungen und Wirtschaftssysteme ändern. Aber auch das haben die Initiatoren bedacht und eine Reihe von Sicherheitsmechanismen in ihren verwegenen Plan eingebaut. Dazu gehört auch, dass ganze Sprachen ausgestorben sein könnten oder sich extrem verändert haben. Deshalb werden z.B. die Temponauten-Instruktionen 9-sprachig gestaltet und eine unveränderliche Sprache bewußt eingebaut, LATEIN!

Ein Pakt mit der Zukunft

Grundlage des gesamten Experiments ist die Quantenphysik, die eine Zeitschleife mit den beschriebenen Auswirkungen erst ermöglicht. Zum besseren Verständnis: Die Quantenphysik ist das Gebiet der Physik, das sich mit dem Verhalten und der Wechselwirkung kleinster Teilchen befasst. In der Größenordnung von Molekülen und darunter liefern experimentelle Messungen Ergebnisse, die der klassischen
Mechanik widersprechen. Insbesondere sind bestimmte Phänomene quantisiert, das heißt sie laufen nicht kontinuierlich ab, sondern treten nur in bestimmten Portionen auf – den sogenannten Quanten. Albert Einstein selbst nannte sie „spukhafte Erscheinungen“. Deren entscheidende und für das laufende Experiment elementare Feststellung ist, dass Ursache und Wirkung sich nicht mehr gegenseitig bedingen, quasi „ausgehebelt“ sind.

Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass es kein Widerspruch wäre, wenn Zukunft, Gegenwart und sogar die Vergangenheit interagieren können, sozusagen quantenphysikalisch „verschränkt“ sind. Für Uwe Aloé, Walter Gith und Bernd Siebler steht fest, dass ihr Experiment sehr wahrscheinlich die Erfindung eines Zeitreiseverfahrens erst ermöglichen wird, weil durch die Weiterleitung der Bestellung von der Gegenwart in die Zukunft der dafür notwendige „Quantenkanal“ geschaffen wurde. Dass die Bewohner einer fernen Zukunft ein geradezu lebenswichtiges Interesse an UNSERER Gegenwart haben liegt auf der Hand: denn wenn wir unseren Planeten Erde jetzt selbst „in die Luft sprengen“ oder anderweitig unbewohnbar machen würden, dann gäbe es sie, die Menschen der Zukunft, logischerweise gar nicht.

Deshalb, so die Spekulation der Initiatoren des Zeitreise-Experiments, verhilft ihr Projekt durch den „Pakt mit der Zukunft“ zu einer –konsequent-logischen- friedlichen Gegenwart.

Das Event

Nach dem 12. Dezember 2012 werden wir alle schlauer sein. Sicher, die Aufgabe des Millennium-Experiments ist erfüllt, wenn sich ein „Zeitreisender aus der Zukunft“ in irgendeiner Weise meldet. Das wären 100%. Wenn nicht, dann verbleibt die Spekulation, ob Zeitreisen überhaupt jemals möglich sein werden.

Angenommen es landet ein „Vehikel“ -was genauso ein immaterielles Ereignis sein könnte-, dann stellt sich die Frage, was die Initiatoren mit dessen Fähigkeiten „in die Zeit zu reisen“ anfangen
werden. Dazu haben sie schon bei der Pressekonferenz zum Start des Experiments am 07.09.2007 eine klare Antwort gegeben: NICHTS! Denn wenn sie in der Vergangenheit oder gar in der Zukunft etwas verändern würden, dann hätte das u.U. fatale Folgen … und -um das zu verhindern- würde mit Sicherheit niemand aus der Zukunft das Zeitreiseverfahren „nach 2012“ für die geplanten 24 Stunden anliefern.

Schon deshalb gilt für das Projekt das Prinzip der Selbstbeschränkung:

  • Das Ziel ist erreicht, wenn hinreichend bewiesen ist, ob Zeitreisen möglich oder unmöglich sind.
  • · Die Eigennutzung [3] eines Zeitreiseverfahrens ist nur im „Beobachterstatus“ erlaubt, z.B., um zu dokumentieren wie die Pyramiden tatsächlich erbaut wurden.

Das „Event“ selbst werden am 12. Dezember 2012 vermutlich tausende aktiver Temponauten per Webcam erleben dürfen -egal wie es ausgeht- und einige wenige, die sich den weiten Weg nach Down Under an einen noch geheim gehaltenen Ort auferlegen möchten, inkl. Presse, TV und wer immer noch an Zeitreisen interessiert sein möge. Militär und Geheimdienste jedwelcher Couleur sind sicherlich zurückhaltend … oder nur an dunklen Sonnenbrillen „erkennbar“. Sie konnten sich ja schon über die Laufzeit des Millennium-Experiments per Internet auf das Szenario einstellen.

Verbleibt die Frage, was am 12.12.2012 -innerhalb eines Zeitfensters von 08:00h – 20:00h- in Queensland/Australien geschieht, wenn nichts geschieht? Eines versprechen die Initiatoren in jedem Fall: es wird alles andere als langweilig! Symbolisch für eine aufregende Vergangenheit werden kampflüsterne Wikinger, Entdecker Captain Cook und der australische Nationalheld Ned Kelly am Landungsort „auftauchen“. Ob dieses seltsam-seriöse MILLENNIUM-Experiment unsere Zukunft verändern wird weiß nur eine(r): die Zeit!

Anmerkung des Verfassers:
Eine Akkreditierung für das Event am 12. Dezember 2012 und/oder das Experiment begleitende Berichterstattung ist mit den Projekt-Initiatoren selbst zu vereinbaren (Email:
siebler@timemachine1212.com) und liegt außerhalb meines Tätigkeitsbereichs als freie Schriftstellerin und Wissenschaftspublizistin, gez. Gisela Ermel

Fußnoten

[1] www.zeitmaschine2012.de / www.timemachine1212.com
[2] Quantenphysik / www.timemachine1212.com/cms/?Quantenphysik
[3] www.timemachine1212.com/cms/?download=bs-rede.1212-d.pdf