Vor rund einem Jahrzehnt wurde innerhalb der PaläoSETI-Forschung Autoimmunkrankheiten – pathologische Reaktionen des menschlichen Immunsystems – erstmals mit etwaigen genetischen Eingriffen beim Urmenschen in Zusammenhang gebracht. Dr. Zuppinger weist diesen Ansatz aufgrund heute vorliegender Erkenntnisse über das Immunsystem und Erfahrungswerten der Gentechnik als nicht schlüssig zurück.

1. Hintergrund

Ein fester Bestandteil der Paläo-Seti (PS) ist die Manipulation menschlicher Gene in der Vergangenheit durch ausserirdische Besucher. Nach dieser Vorstellung hatten die Manipulationen das Ziel, die Entwicklung von bereits auf der Erde lebenden Vormenschen, oder auch später von Menschen zu Zeiten antiker Hochkulturen, in eine bestimmte Richtung zu lenken bzw. deren Intelligenz zu steigern. Diese ultimative Form der Manipulation des Menschen beinhaltet die Kernelemente der PS: Ein göttlicher Schöpfungsakt, der in den Mythen und Legenden vieler Kulturen enthalten ist und die zumindest ansatzweise vorhandene Realisierbarkeit dieser Mythen durch Technologien, die erst in der heutigen Zeit entwickelt werden. In seinem jüngsten Buch wie auch bereits in früheren Publikationen zeigt sich Erich von Däniken zuversichtlich, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis Spuren fremder Manipulationen im menschlichen Genom gefunden würden. [1] Ein guter Überblick einer Anzahl von Schöpfungsmythen, die in der PS-Literatur zu Spekulationen über Genmanipulationen Anlass gegeben haben, ist im Artikel ‚Schufen ausserirdische Götter Menschen?‘ von Lars A. Fischinger (im Archiv von Mysteria3000) nachzulesen. [2]

Mit den heute zur Verfügung stehenden biochemischen Werkzeugen können Erbinformationen auf molekularer Ebene gelesen werden. Aus der Sicht der Molekularbiologie stellt sich für die vorliegende Fragestellung das Problem, wie denn potentiell manipulierte Gene zu erkennen wären. Für den Fall dass in einem bestimmten Organismus nach Spuren von Genmanipulationen aus heutiger Zeit gesucht wird, kann man sich auf die Suche nach Teilen von bekannten viralen Steuersequenzen (sog. Promotoren) und Signalsequenzen bzw. Resistenzmarkern (diese werden während der Herstellung der genveränderten Organismen benötigt) konzentrieren, die in den letzten Jahrzehnten von der biotechnischen Industrie verwendet wurden. So konnte beispielsweise die, natürlich unerwünschte, Ausbreitung von künstlich veränderten Genen in wild wachsendem Mais in Mexico nachgewiesen werden. [3] Wo sollte aber gesucht werden, wenn erstmals gar nichts über die möglicherweise eingesetzten Methoden der hypothetischen Genmanipulatoren des Altertums bekannt ist ?

Vielleicht erwartet der eine oder andere Leser/in, dass auch eine direkte (evtl. sogar durch sexuelle Kontakte) Übertragung von Genen von möglichen Besuchern auf Urmenschen in Form einer „Bastardisierung“ hätte stattfinden können, zumal für den Fall, dass deren Erscheinung hohe Ähnlichkeit mit Menschen aufgewiesen hätte. Diese Möglichkeit kann auf Grund der heute vorliegenden Erkenntnisse der Molekularbiologie und Embryologie mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Es sprechen überwältigende Evidenzien dagegen: Die Mechanismen der menschlichen Genetik fügen sich problemlos in die Tierwelt ein und für viele Gene konnten Stammbäume von im Meer lebenden Einzellern bis zu Säugetieren ermittelt werden. Bei den heute auf der Erde lebenden Organismen gibt es nur einen einzigen genetischen Code (mit wenigen punktuellen Ausnahmen, u.a. bei einigen Bakterien), der die Umsetzung von Erbinformationen in der DNA zu Aminosäuren und damit zu Proteinen, den eigentlichen Körperbausteinen, bestimmt. Nein, bei der Suche nach fremdartigen oder veränderten Genen wäre sinngemäss auf die Aussage und den Kontext des veränderten Textes zu achten, und nicht darauf, mit welchen Buchstaben er geschrieben wurde. Viele weitere biologische Hindernisse verhindern eine simple 1:1 Übertragung von bereits bestehenden Genen zwischen verschiedenen Lebewesen bzw. Tierarten. Für weitere Informationen zu diesem Themenbereich sei auf entsprechende Lehrbücher der Biologie verwiesen. [4]

Eine etwas voreilige Begrüssung der Entdeckung von „ausserirdischen“ Genen durch Zecharia Sitchin erschien nach der Publikation der ersten Gesamterfassung des menschlichen Genoms im Rahmen des Human Genome-Projektes und der Firma Celera. Die damals gefundenen DNA-Abschnitte stammten jedoch von urtümlichen Bakterien und waren wohl auf natürlichem Wege in das Genom von sehr frühen Mitgliedern der Ahnenlinie der Wirbeltiere gelangt. Die funktionelle Identifikation dieser Gene zeigte dann auch, dass es sich dabei um grundlegende Funktionen im Zellstoffwechsel handelte, welche auch bei vielen Tieren vorkommen und dass kein Zusammenhang mit der Intelligentwerdung des Menschen vorliegt.

2. Der Ansatzpunkt ‚Autoimmunkrankheiten‘

In einem Artikel von Dr. Martina Steinhardt im Buch ‚Neue kosmische Spuren‘ [5] mit dem Titel ‚Autoimmunkrankheiten: Spur prähistorischer Gentechnologie‘, wurden pathologische Reaktionen des menschlichen Immunsystems mit fremden Genen in Verbindung gebracht. Dieser Ansatzpunkt zur Suche nach künstlich veränderten Genen wurde u.a. von Peter Fiebag in seinem Buch ‚Geheimnisse der Naturvölker‘ [6] aufgegriffen.

Zitat:

„Die manipulierten Gene selbst wird man vermutlich nicht wieder finden, aber ihre Wirkungen, oder besser gesagt Nebenwirkungen -nämlich unerwünschte -, legen vielleicht eine Spur zu ihnen.“ [7]

und weiter

„Könnte es sein, dass die Autoimmunkrankheiten dadurch entstehen, daß wir gegen ehemals fremde Gene sensibilisiert werden, die auch nach Jahrtausenden noch fremd sind, weil sie immer fremd bleiben? Die Spur ist vielleicht noch sehr schwach, aber auszuschliessen ist diese Möglichkeit nicht.“ [8]

Als Beleg für ihre These der Entstehung von Autoimmunkrankheiten nennt Frau Dr. Steinhardt folgende Begründung:

„Dass artfremde Gene unangenehme Nebenwirkungen erzeugen können, weiss man erst seit neuestem, nämlich seit es Tiere gibt, denen man menschliche Gene eingepflanzt hat. Dabei kann es zu einer Allergie gegen die Produkte dieses Gens kommen.“ [7]

3. Unterscheidung verschiedener Methoden der Gentherapie und Gentechnik

Grundsätzlich geht es bei der Gentherapie darum, im Labor zusammengesetzte und angepasste DNA-Sequenzen in den Körper bzw. in ausgewählte Organe von Patienten einzubringen. Bei der Konstruktion der einzubringenden Gensequenzen werden heute oft verschiedene Regulationsmechanismen eingebaut. Die Produktion der gewünschten Substanz kann zeitlich begrenzt sein (transiente Expression) oder lediglich in Abhängigkeit der Anwesenheit eines weiteren biochemischen Faktors in einem bestimmten Gewebstyp stattfinden (konditionale Expression). Im Unterschied zur Therapie mit einem Wirkstoff in Form eines traditionellen Medikaments sollen die nach der Gentherapie genetisch veränderten Körperzellen selbst ein Produkt produzieren, von dem man sich eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf verspricht. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Proteine, die auf Grund einer Erbkrankheit bei einem bestimmten Individuum nur unvollständig oder defekt gebildet werden.

Seit den Anfängen der ersten klinischen Erprobungen von Gentherapien stellte sich heraus, dass die Menge des im Körper produzierten Produkts aus den genveränderten Zellen oft unter den Erwartungen lag und auch zeitlich limitiert war. Die Optimierung des Verfahrens ist daher ein wichtiges Thema der aktuellen Forschung auf dem Gebiet der Gentherapien.

Für die Fragestellung im gegebenen Zusammenhang gilt es nun einige wesentliche Unterschiede in der Vorgehensweise und bezüglich der möglichen Komplikationen bei genetischen Eingriffen klar auseinander zu halten:

3.1. Formen der Genmanipulation

Methode A: Somatische Gentherapie

Gentherapien, bei denen man gezielt Gene bzw. DNA in einzelne Körperzellen (soma = Körper) eines bereits voll entwickelten Menschen einbringt. Diese Veränderungen sind lokal begrenzt und nicht erblich. Bei einer Variante dieser Methode werden Körperzellen entnommen, die DNA im Reagenzglas zugegeben und erfolgreich ‚veränderte‘ Zellen wieder in den selben Patienten implantiert.

Methode B: Genetische Veränderung an der Keimbahn

Genmanipulation, bei der die Erbinformation eines frühen Embryos von Anfang an verändert wurde, mittels Einbringen von manipulierter DNA in die ersten Zellen des Embryos. Falls die veränderten Gene in die Keimzellen gelangen und stabil integriert werden, spricht man von einer Veränderung der Keimbahn. Eine derartige erbliche genetische Veränderungen ist bei Menschen weltweit gesetzlich verboten, mit der Ausnahme von Versuchen im Labormasstab. Diese Technik wird heute bei der Erzeugung von transgenen Tieren und Pflanzen (gentechnisch veränderte Organismen) angewandt und wäre grundsätzlich auch bei der spekulativen Genmanipulation des Menschen durch „Götter“ zum Zuge gekommen.

3.2. Auslöser einer Abwehrreaktion des Immunsystems

Problem 1

Immunreaktion auf das Genprodukt d.h. auf das fremde oder veränderte Protein selbst, das im Körper von einzelnen, genmanipulierten Zellen hergestellt wird.

Problem 2

Immunreaktion auf die Transportvehikel (Genfähren, Vektoren), die beim eigentlichen Experiment bzw. bei der Gentherapie zusammen mit der DNA in den Körper gelangen, um die Gene effizient in die richtigen Körperzellen hineinzubekommen. Dies sind heutzutage vor allem nicht-humanpathogene Viren welche die manipulierte DNA enthalten und die Körperzellen befallen sollen, um dort die DNA „abzuladen“.

4. Probleme bei somatischen Gentherapien

Eines der grössten Problem bei der somatischen Gentherapie (Methode A) von verschiedenen Krankheiten ist heute die Verträglichkeit bzw. Immunreaktion auf die Genfähren (Problem 2). Dabei kam es bedauerlicherweise auch schon zu einem tödlichen Verlauf der Komplikationen, weil eine viel zu grosse Menge an Viren, die ein verändertes Gen trugen, eingespritzt wurde. [9] Aber das Problem dabei bestand bei diesem Fall in den Genfähren (Viren) und nicht in der manipulierten DNA selbst. Viren sind deshalb als Genfähren geeignet, weil in ihrem natürlichen Lebenszyklus die „Genmanipulation“ von Körperzellen bereits vorkommt: Viren benützen Zellen von höheren Lebewesen als Maschinen zur Erzeugung von Kopien ihrer selbst. Dazu wird virale DNA in die Zellen eingebracht und die Zellen werden sozusagen umprogrammiert, um neue Virenpartikel herzustellen.

Bei der somatischen Gentherapie (Methode A) kann es dann zu einer Immun-Abwehrreaktion auf das Genprodukt (Problem 1) kommen, wenn ein neues Protein im Körper des Patienten produziert wird, das der Körper bzw. dessen Immunsystem niemals zuvor gesehen hat. Nun geht es bei Gentherapien allerdings meist darum, ein bestimmtes, fehlerhaftes Gen zu ersetzen oder dessen Wirkung zu kompensieren. Daher wird im Prinzip nichts Neues im Körper hergestellt, sondern nur eine intakte Version eines „normalen“ Proteins.

Eine Ausnahme zu dem eben gesagten: Es wurden Einzelfälle bei Erbkrankheiten beschrieben, bei denen das betroffene Gen fast ganz fehlte (z.B. das Protein Dystrophin bei der Erbkrankheit ‚Duchenne Muskeldystrophie‘. In diesem Falle wäre dann das fremde Protein auch neu für das Immunsystem. Für weiterführende Informationen empfehle ich einen Übersichtsartikel [10], sowie eine informative Webseite. [11] Eine Änderung an nur wenigen Stellen eines Proteins (zumal wenn das Protein ständig im Zellinnern lokalisiert ist und nicht an der Oberfläche erscheint) wird, wenn überhaupt, keine starke Immunreaktion auslösen. Dies ist auch der grosse Unterschied zu einem Einpflanzen von ganzen Zellen oder von Organen, bei denen Proteine der Zelloberfläche eine Immunreaktion auslösen.

Diese Methoden unterliegen einem raschen Wandel und immer neue Werkzeuge werden entwickelt. Technisch ist es heute leichter und vor allem mit weniger Zeitaufwand möglich, die Gensequenz des zu behandelnden Patienten exakt zu bestimmen und es ist auch nicht mehr nötig, auf Gensequenzen anderer Tierarten zurückzugreifen. Es werden ständig immer weitere, neue Typen von Genfähren entwickelt; beispielsweise solche in Form von mikroskopischen Oel-Tröpfchen mit DNA im Innern (Liposomen) oder neue Methoden für die direkte Einspritzung von DNA ins Gewebe. DNA kann aber nicht einfach in die Blutbahn injiziert werden, weil sie dort rasch von Enzymen abgebaut würde.

5. Genmanipulation an der Keimbahn

Im Fall der Methode B (Genmanipulation an der Keimbahn) und bei der spekulativen Genmanipulation des Urmenschen liegt die Situation vor, dass das fremde Gen bereits in den allerfrühesten Entwicklungsstufen des Embryos vorhanden ist, also noch vor der Entstehung des Immunsystems und seiner Komponenten. Die veränderten Gene sind damit integrale Teile des Genoms eines Individuums.

Das Immunsystem muss bei allen Menschen zuerst lernen, was zum eigenen Körper gehört (das ‚Selbst‘, deshalb der Begriff „Selbst-Toleranz“), und was nicht. Dieser Prozess wird auch als Reifung des Immunsystems bezeichnet und dauert bei Menschen etwa bis zum 6.Monat nach der Geburt. In dieser ersten Zeit sind die Babies vor Keimen weniger geschützt, nehmen aber Antikörper über die Muttermilch auf. Die Reifung der T-Helferzellen als eine der Zentralen Komponenten der Immunabwehr findet in der Thymusdrüse statt. In diesem Organ werden den T-Zellen die körpereigenen Proteine sozusagen vorgestellt, um ihnen beizubringen: „Diese Proteine habt ihre von eurem Körper zu erwarten“. Immunität gegen Krankheiten und selbst eine gewisse Toleranz gegen eine Vielzahl von Fremdstoffen kann auch bei Erwachsenen etabliert werden. Die Pollen-Desensitivierungstherapien beruhen auf diesem Effekt.

Zusammenfassend halte ich fest, dass es keinen Grund für eine spätere Immunreaktion genau für dieses eine Protein (das künstlich eingebracht wurde) im Vergleich mit einem beliebigen anderen, das 100% natürlicherweise im Körper vorhanden ist, falls das fremde Protein von der frühesten Entwicklungsphase eines Embryos im Körper vorhanden ist und präsent bleibt.

Es ist auch nicht so, dass noch überhaupt keine Erfahrungen mit genetisch veränderten Säugetieren vorhanden wären. Diese Technik wurde bisher häufig bei Nagetieren durchgeführt, seltener bei Nutztieren [12] und erst seit kurzem erfolgreich mit einem Kleinaffen. [13] Dem Rhesusaffen, der jetzt ein Gen und damit das entsprechende Protein aus einer Qualle (!) besitzt, soll es gut gehen und er verhalte sich wie seine Geschwister. [14] Das Gen für ein fluoreszierende Quallenprotein (green fluorescent protein, GFP) wird oft für Experimente mit genveränderten Organismen eingesetzt, um zu beweisen, dass das fremde Gen aktiv und im gewünschten Gewebe vorhanden ist.

6. Missverständnisse

Nachrichten in der Presse über Probleme mit dem Immunsystem bei Gentherapien beziehen sich also fast immer auf Immunreaktionen auf die Genfähren (die Viren) und nicht auf Genmanipulationen an der Keimbahn oder bei transgenen Tieren, wie es für eine hypothetische Genmanipulation in der Urzeit hätte geschehen müssen.

Wenn eine Person nun aber Körperzellen eines anderen Menschen eingespritzt bekommt oder eine Organtransplantation erhält, muss mit einer z. T. heftigen Reaktion des Immunsystems gerechnet werden (ausser die Zellen stammen von einem eineiigen Zwilling). In diesem Fall geht die Immunreaktion aber von höchst individuellen Oberflächenproteinen der Zellen aus, die vom Körper sinnvoll als „Markierung“ für eine hochempfindliche Erkennung von Fremdzellen eingesetzt werden (Stichwort MHC: Haupt-Histokompatibilitätskomplex, detaillierte Erklärung in meinem Artikel über etwaige Genmanipulationen am Gepard [15]).

Vorstellbar wäre die Entstehung einer Autoimmunkrankheit bei einer Manipulation an der Keimbahn dann, wenn Teile des eingebrachten Genmaterials eine gewisse Ähnlichkeit zu bakteriellen Antigenen aufweisen würde. In diesem Fall, läge eine ähnliche Situation vor, wie bei der sog. „Molekularen Mimikry“, bei der sich eindringende Bakterien vor dem Immunsystem tarnen. Weshalb dies bei der spekulativen Genmanipulation vor Jahrtausenden hätte geschehen sollen, ist allerdings nicht nachvollziehbar. Diese Erklärung wäre auch keine Begründung für Autoimmunkrankheiten, die gegen bestimmte Organe gerichtet sind und aus evolutionstheoretischen Gründen hätten derartige Gene rasch verlorengehen können, was bestimmt nicht in der Absicht ihrer Erzeuger gewesen wäre.

Eine andere, neue Technologie kann ebenfalls zur Verwirrung beitragen: DNA-Impfungen. Bei der traditionellen Impfung wurden abgetötete Keime verwendet. Eine neue Variante benützt die Möglichkeit, DNA in Gewebe (also nicht in die Blutbahn) einzuspritzen. Diese „nackte“ DNA wird darauf von einigen Zellen aufgenommen und produziert daraufhin gewisse Proteine, die einem absichtlich gewählten Ziel entsprechen (z.B. ein Oberflächenprotein eines bestimmten Bakteriums oder einer Krebszelle) und daraufhin eine Immunreaktion gegen diese Ziele auslösen. [16] Für diese neue Technologie lassen sich viele Anwendung denken. Unter anderem könnte man so auch gegen sehr gefährliche Erreger impfen, von denen die DNA-Sequenz bekannt ist, die man aber aus Sicherheitsgründen nicht als aktive Organismen lagern möchte.

Wieder ein ganz anderer Fall sind Allergien, die durch Nahrungsbestandteile ausgelöst werden. Ein 1996 bekannt gewordener Fall betraf ein Produkt aus genveränderten Sojapflanzen, denen ein Gen aus einer Brasilianischen Nuss eingesetzt worden war, um einen höheren Gehalt an bestimmten Aminosäuren im Sojaprodukt zu erreichen. Es zeigte sich allerdings, dass einige Menschen auf diese Art Brasilianischer Nüsse allergisch reagierten und ebenso auf die Sojaprodukte der genveränderten Pflanze. [17] Ein derartiges Produkt wie auch andere Nahrungsmittel, die Produkte aus genveränderten Organismen enthalten, sollte natürlich nicht ohne Deklaration vermarktet werden, weil die allergische Reaktion von den Konsumenten nicht vorhergesehen werden kann. Gentechnik könnte im Prinzip auch dafür eingesetzt werden, einen allergenen Bestandteil einer Pflanze zu entfernen (Eine Webseite zur Problematik: [18])

7. Wissen über die Entstehung von Autoimmunkrankheiten

Autoimmunkrankheiten können die Lebensqualität der Betroffenen stark herabsetzen und in der Regel verschlimmern sie sich schubweise oder müssen zumindest lebenslang behandelt werden. Beispiele sind: Multiple Sklerose, Diabetes mellitus Typ 1, Psoriasis, Crohns Disease, Rheumatoide Arthritis, Myasthenia gravis, Scleroderma und andere.

Autoimmunkrankheiten können künstlich erzeugt werden. Ein Beispiel ist die ‚experimental autoimmune encephalomyelitis‘, EAE, die als Tiermodell für menschliche Multiple Sklerose dient. Der Vorgang der Erzeugung der Krankheit ist beinahe erschreckend einfach: Ein wenig Myelin (ein Protein der Nervenhüllen) wird einem Versuchstier gespritzt, zusammen mit Chemikalien die eine besonders starke Immunreaktion auslösen. Innerhalb von 2-3 Wochen entwickeln sich Selbst-Antikörper, welche die Nervenhüllen des Tieres angreifen, wonach sich ein ähnliches Krankheitsbild wie bei der Multiplen Sklerose einstellt. Dies geschieht, ohne dass Erbinformationen eine Rolle spielen würden. Lediglich die sehr starke, unspezifische Immunreaktion und die gleichzeitige Anwesenheit eines Antigens (hier das Myelin-Protein) bewirkt das vorübergehende Auftreten einer Autoimmunkrankheit, welche mit Immunsuppressiven Medikamenten behandelt werden kann. [19]

Gibt es Theorien zu Entstehung von Autoimmunkrankheiten? M. Steinhardt erwähnte lediglich den kurzen Eintrag im ‚Pschyrembel‘ (die Auflage von 1986), der keine Antwort auf diese Frage enthalte. Das wundert allerdings wenig, denn der ‚Pschyrembel‘ ist ein weit verbreitetes Wörterbuch für im Bereich Medizin tätige Personen, aber kein Lehrbuch zur Immunologie, wie z.B. ‚Immunology‘ von Janis Kuby [19], in dem ich einige Beispiele für diesen Artikel gefunden habe. Kurz zu den aktuellen Erklärungsmodellen für das Entstehen von Autoimmunkrankheiten:

Sequestration:

Das Eindringen von eigenen Körperproteinen in den Blutkreislauf, die normalerweise davon getrennt (sequestriert) sind und erst in späteren Lebensjahren erscheinen. Ein Beispiel sind Proteine der Nervenhüllen, die normalerweise durch die Blut-Gehirnschranke vom Blutkreislauf getrennt sind. Ein anderes Beispiel sind Sperma-Proteine, die während einer Sterilisations-Operation ins Blut gelangen können. Ein weiteres Beispiel sind Proteine des Herzmuskels, die bei einem Herzinfarkt (bei dem sich Zellen auflösen und zerstört werden) ins Blut gelangen.

Molekulare Mimikry:

Eine gewisse Anzahl Viren und Bakterien besitzen einige Oberflächenproteine (antigene Determinanten), die mit denjenigen des Menschen übereinstimmen. Dieses Phänomen wird „Molekulare Mimikry“ genannt (Übersichtsartikel: [20]) und mag für diejenigen Fälle von Autoimmunkrankheiten verantwortlich sein, die nach einer normalen Erkrankung beginnen. Das Bakterium oder Virus tarnt sich mit der Mimikry (Maskierung), damit es vom Immunsystem nicht sofort angegriffen wird. Trotzdem kann es im weiteren Verlauf der Infektion zu einer starken Immunreaktion kommen. Körpereigene Immunzellen, die vorher nur wenig unter der Schwelle einer Autoimmunreaktion waren, werden nun auf körpereigene Gewebe empfindlich (Demaskierung) und beginnen diese anzugreifen. Ein mögliches Beispiel für diesen Mechanismus ist der Beginn einer Multiple-Sklerose-Erkrankung nach einer Infektion mit Masern oder Epstein-Barr-Viren.

Kreuzreaktion:

Hier wird die Erscheinung von Antikörpern beobachtet, die eine wenig spezifische, d.h. eine Breitband-Erkennung besitzen. Bekannt sind Fälle, in denen nach einer Streptococcus-Infektion eine Attacke von körpereigenen Antikörper auf den Herzmuskel auftrat (Rheumatisches Fieber). Die Antikörper können in diesem Fall nicht genügend exakt zwischen Bakterien und eigenen Körperzellen unterscheiden (Kreuzreaktion), weil bei der Antikörper-Produktion möglicherweise ungenaue Informationen über die anzugreifenden Ziele verwendet wurden.

Störung der Zytokin-Balance:

Zytokine sind körpereigene Signalstoffe, die verschiedene Prozesse des Immunsystems während einer akuten Infektionsphase regeln. Falls davon zuviel oder zuwenig produziert wird, können Immunreaktionen aus dem Ruder laufen und z.B. extrem überstimuliert werden (Bsp. einer Krankheit: [21]).

8. Schlussfolgerungen und Ausblick

Abschliessend halte ich fest, dass es nicht möglich ist, eine Genmanipulation an unseren Vorfahren grundsätzlich auszuschliessen. Aus den heute vorliegenden Erkenntnissen über das Immunsystem und den Daten, die wir von genveränderten Tieren und Pflanzen erhalten, ist es aber nicht schlüssig, weshalb Autoimmunkrankheiten einen Hinweis auf manipulierte Gene darstellen sollten. Für eine weitere Untersuchung der Hypothese über willentlich herbeigeführte, genetische Veränderungen im menschlichen Genom wäre ein in sich stimmiges Modell über die Art der vermuteten Eingriffe eine unverzichtbare Grundlage. Die Untersuchung der genetischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Familie der Primaten (Menschenaffen) mit dem Menschen als „Spezialfall“ scheint mir lohnender, nicht nur für die Fragestellung der PaläoSETI.

Anmerkungen

[1] Däniken 2001

[2] http://www.alien.de/fischinger/Artikel17.html

[3] Quist & Chapela 2001

[4] z.B. (z.B. ‚Zoologie‘, Wehner und Gehrig, als Taschenbuch, Thieme Verlag)

[5] Steinhardt 1992, S. 87ff.

[6] Fiebag 1999, S. 176ff.

[7] Steinhardt 1992, S. 87

[8] ebd., S. 91

[9] http://www.pei.de/pm/1999/11\_99.htm

[10] Takeda & Miyagoe-Suzuki 2001, S. 635-644

[11] http://www.mdausa.org/publications/quest/q44immune.html

[12] http://www.gentech.at/infotext/chancen&risken/transgenenutztiere.htm

[13] Chan, Chong, Martinovich et al. 2001

[14] http://www.ncrr.nih.gov/newspub/apr01rpt/andi.asp

[15] https://mysteria3000.de/magazin/der-gepard-ein-indiz-fur-genmanipulation-in-der-urzeit/

[16] Barry, Pinto-González, Orson et al. 1999

[17] http://www.web-econexus.org/publications/allergyportfolio/1nutallergy.htm

[18] http://www.interpharma.ch/themen/biogen/archiv/labormagen.html

[19] Kuby 1994

[20] Benoist & Mathis 1998, S. 227f.

[21] Esfandiari, McInnes, Lindop et al. 2001

Literatur

Barry, M.E., Pinto-González, D., Orson, F.M., et al. (1999): „Role of endogenous endonucleases and tissue site in transfection and CpG-mediated immune activation after naked DNA injection.“ in: Human Gene Therapy 10(15). S. 2461-2480

Benoist, Christophe & Diane Mathis (1998): „The pathogen connection.“ in: Nature Vol 394. S. 227-228

Chan, A. W. S., Chong, K. Y., Martinovich, C., et al. (2001): „Transgenic monkeys produced by retroviral gene transfer into mature oocytes“ in: Sciences 291-309-312

Däniken, Erich von – Hrsg. (1992): Neue Kosmische Spuren. München: Goldmann

Däniken, Erich von (2001): Die Götter waren Astronauten. Eine zeitgemässe Betrachtung alter Überlieferungen. München: C. Bertelsmann

Esfandiari, E, McInnes, IB, Lindop, G, Huang, FP, et al. (2001): „A proinflammatory role of IL-18 in the development of spontaneous autoimmune disease.“ in: Journal of Immunology 167(9). S. 5338-5347

Fiebag, Peter (1999): Geheimnisse der Naturvölker. München: Langen Müller

Kuby, Janis (1994): Immunology. New York: Freeman & Co., 2nd ed.

Quist, David & Ignacio H. Chapela (2001): „Transgenic DNA introgressed into traditional maize landraces in Oaxaca, Mexico“ in: NATURE Vol 414. S. 541ff.

Steinhardt, Martina (1992): „Autoimmunkrankheiten: Spur prähistorischer Gentechnologie durch Außerirdische?“ in: Däniken – Hrsg. (1992): Neue Kosmische Spuren. München: Goldmann

Takeda, S & Y. Miyagoe-Suzuki (2001): „Gene therapy for muscular dystrophies: current status and future prospects“ in: BioDrugs 2001 15(10). S. 635-644

aus dem Internet:

Ackerman, Sandra J.: ANDi – The First Genetically Engineered Monkey. (04.06.02), URL: http://www.ncrr.nih.gov/newspub/apr01rpt/andi.asp

Econexus: Summary of the scientific literature concerning the genetic modification of crop plants with the Brazil Nut ‚2S albumin‘ gene. (04.06.02), URL: http://www.web-econexus.org/publications/allergyportfolio/1nutallergy.htm

Fischinger, Lars A.: Schufen außerirdische Götter Menschen? „PaläoGenetik“ in der Schöpfungsmythologie. (04.06.02), URL: http://www.alien.de/fischinger/Artikel17.html

Gentechnik & Wir: Transgene Nutztiere und Veterinärmedizin. (04.06.02), URL: http://www.gentech.at/infotext/chancen&risken/transgenenutztiere.htm

Interpharma: Gen-Food – Allergie-Entwarnung dank Labor-Test. (04.06.02), URL: http://www.interpharma.ch/themen/biogen/archiv/labormagen.html

Paul-Ehrlich-lnstitut: Paul-Ehrlich-Institut und ‚Kommission Somatische Gentherapie‘ beraten mit Experten Konsequenzen nach Gentherapie-Todesfall in den USA. (04.06.02), URL: http://www.pei.de/pm/1999/11\_99.htm

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Zuppinger, Dr. Christian: Der Gepard. Ein Indiz für Genmanipulation in der Urzeit? (04.06.02), URL: https://mysteria3000.de/magazin/der-gepard-ein-indiz-fur-genmanipulation-in-der-urzeit/