In der Ausgabe 1/1998 der ‚Ancient Skies‘ startete der PaläoSETI-Forscher Nicolas Benzin einen Aufruf, sich bei ihm über die von ihm entwickelte so genannte „Eschweger Erklärung“ zu informieren, und sich ihr nach Möglichkeit auch anzuschließen. Er stellt diese Erklärung als Leitsätze für die PaläoSETI-Forschung vor, die in 4 Bereiche gegliedert ist:

1. Welche Ziele sollte die PaläoSETI-Forschung verfolgen?
2. Wie sollte der Umgang untereinander aussehen?
3. Wie sollte man auf Kritiker reagieren?
4. Wie sollten Kontakte und Beziehungen zur traditionellen Wissenschaft gepflegt werden? [1]

Die Erstunterzeichnung dieser Erklärung fand am 12. Oktober 1997 in der Stadt Eschwege bei einer Veranstaltung der „Vereinigung nordhessischer PaläoSETI-Forscher“ statt. [2] Inzwischen haben 47 Autoren und Interessierte der Paläo-Seti die Erklärung unterschrieben, die im Forum von Nicolas Benzin eingesehen werden kann. [3]

Die Gesellschaft für Anomalistik e.V. stellte die Erklärung in die Diskussion und ließ sie kommentieren. [4] Hierbei wurde an der Erklärung von Außenstehenden vor allem positiv erwähnt, das es ein „konstruktives Bemühen, für die interne PaläoSETI-Diskussion einen Kanon an minimalistischen Rationalitätsstandards zu sichern und gleichzeitig, nach außen gewendet, einen Dialog mit der bisher im günstigsten Falle distanziert beobachtenden Wissenschaft in Gang zu bringen“ [5] ist.

Andererseits gab es aber auch einige Kritikpunkte, vor allem Bereich 2 geriet hier ins Kreuzfeuer. So sollen Meinungsverschiedenheiten zuerst intern ausgetragen werden und vor Veröffentlichung einer Widerlegten These zuerst Kontakt mit den Autoren aufgenommen werden, die diese These vertreten. [6]

Besonders Ulrich Magin sieht hier eine Art Zensur, durch die die Widerlegung bestimmte Thesen von der PS-Seite gar nicht erst an die Öffentlichkeit gelangen. [7]

Dem entgegnete Nicolas Benzin, das es lediglich darum gehen würde, den entsprechenden Autoren die Möglichkeit einer Stellungnahme und ggf. eine Entkräftung der vorgebrachten Kritik zu geben. Sollte der Autor nicht reagieren, könne die Widerlegung natürlich trotzdem veröffentlicht werden. [8]

Alles in allen lässt sich wohl sagen, dass die Eschweger Erklärung neben einigen lobenswerten Beiträgen auch sehr kontroverse Inhalte und mehrdeutige Formulierungen vorbringt. Allerdings lässt auch deutlich sagen, dass von der Umsetzung der Erklärung nach nunmehr 9 Jahr im Grunde gar nichts zu spüren ist, und so bleibt die Eschweger Erklärung wohl nur ein netter Versuch zu einer Reformierung der PaläoSETI, der allerdings nur symbolisch stehen bleibt.

Anmerkungen

[1] Nicolas Benzin (1998): „Eschweger Erklärung zur Paläo-Seti-Forschung“, in: Ancient Skies 1/1998, S. 25

[2] Benzin, Nicolas (2003): „Von Menschen, die einen kritischen Dialog zwischen Wissenschaft und Paläo-Seti-Forschung suchen, und anderen, die dies nicht tun“, in: Zeitschrift für Anomalistik. Band 3. 2003, S. 224

[3] http://www.carookee.de/forum/urmatrix-forum/28/863149

[4] Die Beiträge können auch im Internet eingesehen werden: http://www.anomalistik.de/zfa\_pdf/zfa33-abs-eschwege.pdf

[5] Hövelmann, Gerd H. (2003): „Das Wissenschaftsbild der ‚Eschweger Erklärung‘ – Ein Blick von Außen“, in: Zeitschrift für Anomalistik. Band 3. 2003, S. 210

[6] http://www.carookee.de/forum/urmatrix-forum/28/863149

[7] Magin, Ulrich (2003): „Gescheiterter Versuch die eigene Disziplin zu überdenken“, in: Zeitschrift für Anomalistik. Band 3. 2003, S. 218

[8] Benzin, Nicolas (2003): „Von Menschen, die einen kritischen Dialog zwischen Wissenschaft und Paläo-Seti-Forschung suchen, und anderen, die dies nicht tun“, in: Zeitschrift für Anomalistik. Band 3. 2003, S. 224