Eine der faszinierendsten Beispiele für Technologie im Altertum, die von der PaläoSeti vorgebracht wurden, ist der so genannte „Computer“ oder auch Mechanismus von Antikythera. In der Nähe der Insel Antikythera fanden Schwammtaucher im Jahre 1900 ein Schiffswrack mit vielen Kunstschätzen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Unter den Funden befanden sich auch einige stark korrodierte Metallteile, die noch Zahnräder und Messskalen erkennen ließen.

Eine Rekonstruktion der Maschine in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts durch Prof. D. de Solla Price mittels Untersuchungen mit Röntgen- und Gammastrahlen ergab dann erstaunliches. Offensichtlich handelt es sich bei diesem, mit 30 Zahnrädern [1] betriebenen Apparat um eine komplexe Rechenmaschine zur Kalenderbestimmung, mit dem sich Planeten und Sternenbewegungen bestimmen ließen. [2]

Doch wie deutet die PaläoSeti dieses Gerät? Erich von Däniken fragt sich, woher die alten Griechen denn das astronomische Wissen für die Konstruktion eines solchen Apparates gehabt hätten und wer wohl der Konstrukteur gewesen wäre. [3] Seine Spekulation lautet:

„Die Maschine von Antikythera war im Handtaschenformat angefertigt, etwa in der Größe einer tragbaren Schreibmaschine. Sie konnte leicht von einem Götterpalast in einen anderen befördert werden. Auch an Bord einer der fliegenden Kisten der Vorgeschichte hätte der Mechanismus gute Dienste geleistet, schließlich galt es, überall die Menschen zu beeindrucken und eine Priesterkaste heranzuzüchten, die den Göttern diente.“

Paul Wiesner wiederum fragt, ob es sich vielleicht um ein Geschenk der Götter handeln würde, oder ob die Griechen zumindest die Konstruktionspläne für die Maschine von den Außerirdischen erhielten. [4]

Aber was ist jetzt wirklich dran an den Spekulationen der PaläoSeti?

Woher hatten die alten Griechen das erstaunliche Wissen? Erstaunlich ist es schon, aber nicht wirklich ein Rätsel, schließlich ließen sie mit dem Apparat Lediglich die mit bloßem Auge sichtbaren und den Griechen auch bekannten Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn berechnen. [5] Von einer echten außerirdischen Beeinflussung oder gar Technologie in Fluggeräten könnte man da schon ein bisschen mehr erwarten. Dies gilt auch für den Fall, dass diese nur Hilfe bei dem Bau der Apparatur gegeben hätten.

Auch die mechanischen Fähigkeiten bei den Griechen sollten durchaus zur Konstruktion dieser Maschine gereicht haben. Schließlich konnte sich Heron von Alexandria um 100 n. Chr. neben vielen anderen mechanischen Entwicklungen sogar schon die Grundprinzipien der Dampfmaschine zu Eigen machen. [6]

Lediglich die Frage nach dem Konstrukteur des „Computers von Antikytheras“ ist bislang noch unbeantwortet. Vermutet wird zwar, dass sich die Schule von Posidonius auf Rhodos dafür verantwortlich zeigen könnte, die ähnlich wie Heron von Alexandria große Erfindungen hervorbrachte, Beweise hierfür gibt es allerdings nicht. [7]

Als Indiz der PaläoSeti-Forschung taugt diese Geschichte, so erstaunlich sie auch sein mag, allerdings nichts. Vielmehr stellt der „Computer“ von Antikythera ein faszinierendes Kapitel antiker Technik dar, von dem zum Zeitpunkt seiner Entdeckung noch niemand etwas ahnte.

Anmerkungen

[1] In der PaläoSETI tauchen hierzu auch andere Angaben auf. In Dopatka 2004, S. 63 und Wiesner 1997, S. 177 ist jeweils von über 40 Zahnrädern die Rede.

[2] Pietrzak 1980, S. 44

[3] von Däniken, 2001. S. 118-119

[4] Wiesner 1997, S. 177

[5] Biedermann, 1992. S. 115

[6] Schüring 2004, S. 60-61

[7] Pietrzak 1980, S. 44

Literaturverzeichnis

Biedermann, Dr. Hans (1992): Rätselhafte Vergangenheit. Augsburg

Däniken, Erich von (2001): Im Namen von Zeus. München

Dopatka, Ulrich (2004): Die große Erich von Däniken Enzyklopädie. Oberhofen am Thunersee

Pietrzak, Dr. Ing. Raman (1980): Die Maschine. Freiburg im Breisgau

Schüring, Joachim (2004): „Antike Wunder der Mechanik“, in: Abenteuer Archäologie 2/2004

Wiesner, Paul (1997): Anweisungen aus dem Kosmos. München 1997