Ein in der Literatur der alternativen Archäologie und PaläoSETI häufig diskutierter Fall, ist der um die Funde aus dem so genannten „Burrows‘ Cave“. Der Amerikaner Russel Burrows behauptete 1982 auf ein unterirdisches Tunnelsystem in Illinois gestoßen zu sein , in dem er Artefakte fand [1], die, sollten sie echt sein, nicht in das herkömmliche Geschichtsbild zu integrieren sein.

Die Fundstücke – Tafeln, Platten usw. aus Stein, Gold und anderen Materialien zeigen unter anderem rätselhafte Schriftzeichen und Motive die wie europäische Ritter wirken und gar ein „Jesus-Portrait“.

Die Frage, ob es sich bei den bizarren Funden um moderne Fälschungen handelt, wird seither kontrovers diskutiert.

Ein Nachprüfen der Behauptungen um das unterirdische – labyrinthartige Höhlensystem ist leider nicht möglich, da Burrows sich hartnäckig weigert, zu verraten, wo denn der Eingang in diese ominöse Unterwelt liegen soll.

Auch Erich von Däniken erwähnt die Funde, dies allerdings ohne eine kritische Diskussion [2].

Der Autor Luc Bürgin recherchierte umfassend in diesem Fall und glaubt herausgefunden zu haben, dass Russel Burrows große Mengen an Goldartefakten verkaufte, die später eingeschmolzen worden sind. Auch andere Artefakte verkaufte er, die heute in verschiedenen Privatsammlungen ihr Dasein fristen.

1998 hieß es von Seiten Burrows, das Grundstück auf dem der Eingang zum Höhlensystem liege würde heute von einem Anwalt verwaltet werde und diesem der Standort des Eingangs bekannt sei [3].

Diese Behauptung scheint eine Lüge gewesen zu sein, worauf Bürgins weitere Recherchen schließen lassen [4]. Doch trotz verschiedener Anstrengungen und Untersuchungen auf dem vermeintlichen Gelände konnte bislang kein Beweis für die Existenz des besagten Höhlensystems erbracht werden. Auch wenn Wayne May behauptet, die Höhle lokalisiert zu haben und nach Sondierungen die Aussagen Brurrows bestätigt sieht [5]

Zurück bleiben viele Widersprüche und der Verdacht auf große Geldtransfers durch Goldverkäufe.

Im Zuge der durch den Veranstalter Klaus Dona organisierten „Unsolved Mysteries Ausstellung“, die erstmals 2001 in Wien ihre Pforten öffnete (und später im Mystery Park in Interlaken und Berlin zu sehen war) konnten – neben vielen anderen, in der Welt der Grenzwissenschaft berühmt-berüchtigten Artefakten – auch Funde aus Burrows Cave einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Außerdem sollen Untersuchungen, die der Autor Hubert Zeitlmair, der selbst im Besitz einiger der Artefakte ist, in Auftrag gab, ein hohes Alter dieser ergeben haben.

Die Exponate wurden hierbei von Russel Burrows selbst, sowie Wayne May und Neil Steede für die Ausstellung zur Verfügung gestellt [6].

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Abbildung 1: Schrifttafel aus Burrows‘ Cave auf der Unsolved Mysteries Ausstellung 2005 in Berlin.

Bei der Ausstellung in Berlin, hatte ich die Möglichkeit, die besagten Fundstücke selbst in Augenschein zu nehmen und mit Erlaubnis durch Klaus Dona, einige der Burrows’Cave Artefakte zu fotografieren (leider sind die meisten Fotos nicht gelungen).

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Abbildung 2: Zeichnung der Platte, um die Schriftzeichen besser zu erkennen (Foto und Zeichnung: André Kramer)

Was gerade bei den im Seitenprofil gezeigten Abbildungen von Menschen – Indianer mit Irokesenhaarschnitt, ein „Römer“ usw., [7] war zum einen, dass sie stilistisch nicht einheitlich waren, und zum anderen, dass sie äußerst modern in ihrer Darstellung wirkten.

Die Symbole Platten mit Schriftzeichen wirkten wirr durcheinander gewirbelt. Ich kann mich da den Schlussfolgerungen von Dieter Vogel nur anschließen [8]:

„Für meine Begriffe ist aus den vorab genannten Gründen ein gesundes Maß von Misstrauen angebracht, denn wenn man wirklich aus diesen Artefakten Rückschlüsse auf eine kulturelle Transfusion ableiten will, so spricht vor allem das gefundene Schriftenkauderwelsch dagegen. (…) Für mich – was im übrigen auch auf den Großteil der Wissenschaft zutrifft – handelt es sich bei den Artefakten um Fälschungen, denn das Durcheinander der Alphabete lässt sich – für meine Begriffe – nicht plausibel erklären.“

Auch, wenn natürlich Fragezeichen bestehen bleiben.

Anmerkungen

[1] Vgl. Bürgin 2002, S. 25
[2] Vgl. Däniken 2007, S. 104
[3] Vgl. Bürgen 2002, S. 48 ff.
[4] Vgl. Bürgin 2003, S. 179 ff.
[5] Vgl. Dona u. Habeck 2004, S. 253 f.
[6] Vgl. a.a.O., S. 252
[7] Siehe auch Dona 2001, S. 161 ff.
[8] Vogel 1997

Literatur

Bürgin, Luc (2002): Geheimakte Archäologie. Unterdrückte Entdeckungen, verschollene Schätze, bizarre Funde. 8. Auflage. München: Bettendorf

Bürgin, Luc (2003): Rätsel der Archäologie. Unerwartete Entdeckungen. Unerforschte Monumente. München: Herbig

Däniken, Erich von (2007): Falsch informiert! Vom unmöglichsten Buch der Welt, Henochs Zaubergärten und einer verborgenen Bibliothek aus Metall. Rottenburg: Kopp-Verlag

Dona, Klaus (Hrsg.) (2001): Unsolved Mysteries. Die Welt des Unerklärlichen. Mauerbach, Wien: Druckerei Eugen Ketterl Ges. m. b. H.

Dona, Klaus; Habeck, Reinhard (2004): Im Labyrinth des Unerklärlichen. Rätselhafte Funde der Menschheitsgeschichte. Rottenburg: Kopp-Verlag

Vogel, Dieter (1997): Fragezeichen zu Burrows Cave. In: Efodon-Synesis Nr. 24/1997. Auch zu finden unter: http://www.efodon.de/html/archiv/vorgeschichte/vogl/burrow.htm – gesichtet am 30.09.2009