Was passiert, wenn sich ein studierter Linguist und ein Gymnasiallehrer für Astronomie, Physik, Mathematik und Informatik zusammensetzen und sich mit dem Buch ‚Der Tag an dem die Götter kamen‘ von Erich von Däniken auseinander setzen? Bis vor ein paar Tagen hatte ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Doch dann habe ich ‚Don Eric und die Maya‘ in den Händen gehalten.

Klappentext: Vor 20 Jahren veröffentlichte Erich von Däniken seinen internationalen Bestseller ‚Der Tag an dem die Götter kamen – 11. August 3114 v.Chr.‘. Im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit der Hochkultur der Maya lieferte er angebliche Beweise für den Kontakt der Maya mit außerirdischen Besuchern. Bezug nehmend auf Kritik an solcherart „Pseudowissenschaft“ (oder auch: ArchäLOLogie), veröffentlicht in der englischen Zeitschrift New Scientist, schrieb von Däniken:

„Der Verfasser fordert die Wissenschaftler auf, nicht länger zu schweigen und sich endlich mit diesem Herrn von Däniken in den Ring zu begeben. Ich freue mich auf dieses Match…“

Dieses Match haben Jens S. Rohark Bartusch und Mario Krygier nun angenommen. Und um die Eingangsfrage direkt zu beantworten: Heraus kommt ein äußerst humorvolles und dennoch fachkundiges Buch über die „Götter“ des schweizer Schriftstellers. Zusammen sind Jens (der Mayaexperte) und Mario (der Astronom) Erich von Däniken und seinem phantasievollem Sachbuch auf der Spur. Die Spur nehmen sie direkt in Mexiko auf, wo Jens seit vielen Jahren als Reiseleiter tätig ist.

Im direkten Dialog der Autoren erfährt der Leser Hintergrundinformationen zu dem was „Don Eric“ über die Mayas „so zusammenschreibt“. Dies reicht – so die Autoren – von offensichtlichem Quatsch bis hin zu clever durchgestylten Theorien, z.B. hinsichtlich der antiken Stadt Teotihuacan als in Stein verewigtes Modell unseres Planetensystems.

Beispiel:

bienengott

Jens: Hier ist noch etwas Schönes. An der Karibikküste findet man häufig die Figur eines herabstürzenden Gottes. Von der Haltung erinnert er an die Bienenform im Madrider Codex. Der Name eines Bienengottes „Ah Muzen Cab“ ist in kolonialzeitlichen Quellen überliefert, aber in den Codexen hat man keine Figur gefunden. Daher die verständliche Vermutung, es können sich beim herabstürzenden Gott von Tulum um einen Bienengott handeln. Was mir hier gefällt, ist Don Erics Beschreibung, ‚in seine Hände würden Steuerknüppel passen‘.

EvD: „in seine Hände würden Steuerknüppel passen“

Mario: „Ja, natürlich würden sie in seine Hände passen! Ebenso wie ein Gameboy, oder CD-Player oder Don Erics Buch ‚Der Tag an dem die Götter kamen‘ in seine Hände passen würden!“

Auf humorvolle Art und dennoch mit beeindruckendem Fachwissen führen die Autoren ihre Gegenargumente ins Feld. Neben der Kritik gibt es aber auch überraschende, neue Folgerungen, so z.B. über den Kalender der Maya. Mehr Einblick in ‚Don Eric und die Maya‘ gibt auch die Webseite zum Buch: http://www.faszination2012.de

‚Don Eric und die Maya – 23. Dezember 2012 – Werden die Götter wiederkommen?‘ empfielt sich als Lektüre für all jene, die lockere, dabei aber fachlich durchaus auch anspruchsvolle Literatur zur Diskussion über Rätsel einer alten Kultur mögen. Beim rund 250 Seiten starken Buch in Dialogform liegt zusätzlich eine CD bei. Hier findet der interessierte Leser ein komplexes Kalenderprogramm, Software zum Anzeigen von Finsternissen, hangezeichnete Codexreproduktionen und eine neue Popul Vuh-Übersetzung.

Solltet ihr das Buch verschenken wollen, packt unbedingt ’ne Flasche Tequila dazu. Wer das Buch schon kennt, weiß warum. Salut!