Vor etwa drei Wochen erreichte die ABORA III Jersey City. Seit dem arbeitet das Team um den Chemnitzer Experimentalarchäologen Dominique Görlitz bis tief in die Nacht an ihrem Schiff. Ihr Ziel – die Fertigstellung bis Anfang Juni, um noch rechtzeitig den Stapellauf vorzunehmen.

Die Arbeiten am 12 m langen Schilfboot wurden erheblich durch Auslieferungsschwierigkeiten verzögert. Der Grund: Der amerikanische Zoll blockierte fast 2 Wochen das gesamte Equipment des Aborateams. Werkzeuge, dringend benötige Seile und anderes Material erreichten so viel zu spät das Bauteam, das nun versucht, verlorene Zeit wieder gut zu machen.

Das Ziel der internationalen Experimentalarchäologen besteht darin, ein nach jungsteinzeitlichen Felsbildern rekonstruiertes Schilfboot über den Nordatlantik zu segeln. Zu diesem Zweck hat der Expeditionsleiter über 16 Jahre lang, vorzeitliche Felsbilder gesammelt, ausgewertet und in etlichen Vorversuchen dokumentiert, dass diese fragilen Schilfsegler mehr als nur primitive Vorwindsegler sind. Görlitz entdeckte als erster auf Felsbildern, dass einfache Striche an Bug und Heck Seitenschwerter andeuten, die man zum Navigieren gegen den Wind benutzte. Auf seiner letzten ABORA II Expedition im Jahr 2002 konnte er bereits eindrucksvoll nachweisen, dass ein mit Seitenschwertern ausgestattetes Schilfboot bis 70° am Wind segeln kann.

Nun schafft sich die Crew in New York daran, den Bau der neuen ABORA III schnell und gründlich zu vollenden. Dafür setzen die vorzeitlichen Bootsbauer seit knapp vier Tagen aus hunderten von Einzelteilen die beiden Korbhütten, den Mast und die Ruder zusammen. Gleichzeitig müht sich das Team immer noch die Schäden, die durch den Transport entstanden, zu reparieren. Unterstützt werden sie dabei durch Fermin Limachi, der nicht nur das Boot am Titikakasee baute, sondern auch bereits 2002 mit ABORA II übers Mittelmeer schipperte.

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Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Bleibt zu hoffen, dass das deutsche Team dem wachsenden Interesse der amerikanischen Medien gewachsen ist und die Zeit findet, ihr Boot rechtzeitig fertig zu stellen. Wenn ihr Ansinnen gelingt, werden sie ihr Schilfboot im Zeitraum vom 5. bis 7. Juni zu Wasser lassen.

Presseinformation ABORA III (6. Mai 2007)

Weitere Informationen im Internet unter: www.abora3.de

Kontakt: Dominique Görlitz; 001 201 333 4321 oder dominique.goerlitz@t-online.de