Am 12. und 13. April 2008 fand im Air-Port-Hotel in Erfurt die Frühjahrstagung der Degufo (Deutschsprachige Gesellschaft für Ufo-Forschung) statt und wartete mit einem bunten Programm und einem besonderen Highlight auf.

Nachdem Ende des nicht-öffentlichen Teils der Veranstaltung kam es zu der Begrüßung der etwa 40 Gäste durch den 1. Vorsitzenden der Degufo Alexander Knörr und darauf hin begann Hartwig Hausdorf gegen 14:30 Uhr mit seinem Vortrag, der den Titel „Ufo-Eingriffe in den Kriegen der Menschheit“ trug. Hierbei spannte Hausdorf mittels vieler Beispiele einen Bogen von der Geschichte von Sodom und Gomorra, über die fliegenden Schilde die die Schlacht um Tyros unter Alexander den Großen mit beeinflusst haben sollen, bis hin zu modernen Ufosichtungen, etwa den so genannten Foofighters im 2. Weltkrieg oder Sichtungserlebnissen während des Vietnamkrieges.

Einige der Bezüge waren hierbei allerdings reichlich spekulativ und vielfach hätte man sich vielleicht eine kleinere Auswahl von Fällen mit deutlichen Bezügen zu ihrer qualitativen Bewertung gewünscht.

Um 15:45 Uhr kam es dann zum zweiten Vortrag des Tages mit dem Thema „Aggressionen gegen Ufos und deren unterschiedliche Reaktionen darauf“, den der Vorsitzende der Mufon-ces Illobrand von Ludwiger referierte.

Ludwiger begann mit der Frage, weshalb das Ufothema in den letzten Jahren, trotz, seiner Meinung nach immer besseren Beweisen für eine exotische Erklärung, in der Öffentlichkeit immer mehr an Ansehen und Interesse verloren hat und weshalb es nach wie vor keine Beschäftigung mit dem Thema von Seiten der Wissenschaft gibt.

Hierbei wies er dann auf diverse wissenschaftstheoretische Probleme hin, die sich bei der Erforschung des Ufothemas ergeben und dadurch schon eine natürliche Hemmschwelle gegen das Thema von Seiten der Wissenschaft her aufbauen. Außerdem würden die Wissenschaftsjournalisten, die sich an den Mainstream halten würden, dafür sorgen, dass Außenseiter und alternative Sichtweisen ausgegrenzt würden.

Das eigentliche Thema war aber ein Fallkatalog den Ludwiger erstellte und in dem verschiedene Fälle von Konfrontationen mit Ufos aufgeführt waren, so etwa Angriffe von Kampfjetzt auf Ufos und umgekehrt aber auch „Bodenkämpfe“ und Ufos die mit Strahlen auf Menschen schossen.

So interessant die vielen vorgestellten Fälle auch waren, so fehlte auch hier, wie schon im vorangegangenen Vortrag meiner Meinung nach die ausführliche qualitative Bewertung der Fälle und so hatte man es mehr mit einem Sammelsurium von mit Witz und sehr unterhaltsam vorgetragenen kuriosen Geschichten zutun, von denen man nicht genau wusste, was man von ihnen halten sollte.

Der letzte Vortrag des Tages kam von dem 2. Vorsitzenden der Degufo, den 26jährigen Björn Bossing, der in „Der Ausgangspunkt der modernen Ufo Forschung – Roswell!“ die wohl bekannteste Ufoabsturzgeschichte in ihrer Entwicklung und ihren unterschiedlichen Facetten schilderte und damit nach eigener Aussage vor allem Neueinsteigern in die Thematik einen Überblick über diesen Fall liefern wollte. Dies sollte ihm durchaus gelungen sein.

Darauf stellten sich alle Referenten noch einmal in einer Diskussionsrunde den interessierten Fragen der Zuhörer.

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Abb. 1: Die 3 Referenten des ersten Tages stellen sich den Fragen der Zuhörer. Von links nach rechts: Björn Bossing, Illobrand von Ludwiger, Hartwig Hausdorf

Da ich aus zeitlichen Gründen leider am Folgetag nicht anwesend sein konnte, konnte ich die interessanten Themen des Sonntags leider nicht verfolgen, etwa Patrick Hübner, den Initiator des Betroffenennetzwerks der Ufoentführten www.abductee.de, der ein Referat mit dem Thema „Das Entführungsphänomen im deutschsprachigen Raum“ vorbereitete oder auch das Thema „Mexiko – Auf den Spuren untergegangener Zivilisationen“ von Dr. Peter Hattwig.

Doch in Kürz werden die Vorträge als Streams auf der Seite der Exopolitik www.exopolitik.org zu sehen sein, die die gesamte Veranstaltung aufzeichneten.

Wie immer auf solchen Veranstaltungen, sind es aber die privaten Gespräche drum herum, die richtig interessant sind und so gab es in diesem Jahr in Erfurt ein besonderes Highlight, das aus absolut unverständlichen Gründen bei dem zentralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene CENAP schon im voraus für Entrüstung sorgte http://cenap.alien.de/cenapnews .

Die jungen Vertreter der unterschiedlichen Vereinigungen planten nämlich ein gemeinsames Treffen in Erfurt und einen Austausch mit der Option auf ein zukünftiges Zusammenarbeiten.

Und in der Tat, es kamen einige junge Aktive der Szene zusammen, die sich aus Mitgliedern von Degufo (Deutschsprachige Gesellschaft für Ufo-Forschung), Mufon-ces (Gesellschaft zur Untersuchung von anomalen atmosphärischen und Radar-Erscheinungen), GEP (Gesellschaft zur Erforschung des Ufophänomens), Exopolitik, AAS (Forschungsgesellschaft über Archäologie, Astronautik und SETI) und abductee.de zusammensetzten.

Dabei kam es trotz aller Unkenrufe von Seiten der CENAP zu einem angeregten und sehr positiven Meinungsaustausch der Beteiligten im Restaurant des Hotels. Wieder einmal zeigte sich hier, dass man trotz unterschiedlicher Ansichten zu gewissen Themen konstruktiv miteinander diskutieren kann. Hier könnte der Grundstein für ein zukünftiges enges und hoffentlich konstruktives Zusammenarbeiten der großen Vereinigungen gelegt worden. Eine Sache, die überaus positiv zu bewerten ist.

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Abb. 2: Die junge Generation der „Szene“ traf sich zum konstruktiven Dialog in Erfurt.