Beliebtes Thema – gerade auch in grenzwissenschaftlichen Veröffentlichungen ist die angebliche Bartlosigkeit bei den Ureinwohnern Amerikas und die Behauptung, dargestellte Bärte oder bartähnliche Verziehungen wären ein Indiz für Besucher aus anderen Teilen der Welt.

Das Indianer-Wiki gibt zu diesem Thema nur recht spärliche Infos

Mit Ausnahme vereinzelter Stämme der Nordwestküste, zupften die Indianer ihrer spärlichen Bartwuchs, zum Teil auch die Augenbrauen, mit einer knöchernen Pinzette aus. [1]

Alexander Mackenzie, der im ausgehenden 18. Jahrhundert für die Pelzindustrie mehrere Expeditionen durch Kanada unternahm bestätigt obige Aussage und beschreibt bei einem der Indianerstämme denen er unterwegs begegnete, diese würden sich ihre Bartwurzeln ausreißen. [2]

An anderer Stelle beschreibt er aber eine noch faszinierendere Beobachtung. Auf seiner ersten großen Expedition verweilte Mackenzie auch bei Angehörigen der „Hundsrippen-Indianer“ und schreibt zum Aussehen der Männer:

Manche tragen ihre Haare sehr lang, andere haben sie zu Zöpfen geflochten, schneiden sie aber so, dass ihre Ohren frei sind. Die Bärte einiger Alten haben eine beachtliche Länge, andere haben sich die Barthaare bis auf die Wurzeln ausgerupft. [3]

Es ist also nicht unbedingt nötig, europäische Besucher zu postulieren, um die Darstellung von langen Bärten auf Darstellungen der Indianer zu erklären. Der Bartwuchs ist zwar spärlich, doch die Betonung darauf, dass es lediglich älteren männlichen Angehörigen waren, die lange Bärte trugen, kann darauf schjließen lassen, dass diese eben ein Leben lang gewachsen sind und so zu ihrer „beachtlichen Länge“ kamen.

Fußnoten

[1] http://www.indianer-wiki.org/Bartwuchs
[2] Mackenzie 2004, S. 146
[3] Mackenzie 2004, S. 69

Literaturverzeichnis

Mackenzie, Alexander: Mit Gewehr und Kanu. In 80 Tagen zum Pazifik. Lenningen: Edition Erdmann 2004
http://www.indianer-wiki.org/Bartwuchs