Mehrfachnutzung von Megalithen vom Neolithikum bis in die Moderne

Die Steinreihen von Carnac in der französischen Bretagne, Stonehenge in Südengland und die „Hünengräber“ Nordeuropas sind romantisierte Sinnbilder der europäischen Jungsteinzeit, die bis heute Menschen durch ihre geheimnisvolle Aura in ihren Bann zu ziehen vermögen.

Der Elefanten-Mound

Elefanten sind mit dem Ende der letzten Eiszeit auf dem amerikanischen Kontinent ausgestorben. Verschiedene Arten bevölkerten zuvor Nord- und Südamerika. Erst viele Jahrtausende später errichteten die indianischen Mound-Bauer im nordöstlichen Amerika ihre Bauwerke. Einige von ihnen erinnern an abgeflachte Pyramiden, in Wisconsin und Ohio treffen wir hingegen auf gewaltige, aus Erde errichtete Tiere.

Ganggrab an der Uni Kiel errichtet

Am 14.05.2015 veranstaltete die ur- und frühgeschichtliche Fakultät der Christian-Albrecht-Universität in Kiel ein besonderes Event. Nur mit steinzeitlichen Methoden wurde direkt bei dem Audimax öffentlich das Ganggrab Wangels LA 69, das im Oldenburger Umland ausgegraben wurde, rekonstruiert.

Hermann Wirth als Quelle von Jürgen Spanuths Atlantisthesen

In den 1950er Jahren stellte der Pastor Jürgen Spanuth die These auf, Platons Atlantisbericht handle von der Seevölkerinvasion Ägyptens, und diese Seevölker (in denen die konventionelle Archäologie Völker aus dem Inselraum nördlich von Ägypten sieht) seien frühe Germanen gewesen, die – als ihr Land an der norddeutschen Wattenküste in einer Sturmflut verschlungen worden war – in den Mittelmeerraum wanderten und dorthin die Kultur brachten. Kernstück von Spanuths These ist die Behauptung, die Reliefs über den Seevölkerkrieg an der Wand des Tempels von Medinet Habu sei so etwas wie das ägyptische Pendant zu Platos Atlantisbericht. Diese Vorstellung hat Spanuth praktisch 1:1 aus dem Buch eines wirren völkischen Vorläufers, des Germanenforschers Hermann Wirth entnommen.