Nach den langen Tagen der Flaute und drehenden Winde konnte die nach vorägyptischen Felsbildern gebaute ABORA III endlich wieder Segel setzen. Allein in der letzten Nacht legte das Expeditionsschiff 35 Seemeilen zurück. Die Winde bliesen überwiegend aus Süd und die ABORA III segelte quer zum Wind davon. Gegenwärtig hat das internationale Expeditionsteam um den Experimentalarchäologen Dominique Görlitz aus Chemnitz zum ersten Mal für einen Tag güstigen Wind aus südwestlicher Richtung. Diese nutzt das Team vorzeitlicher Seefahrer, um vor allem Richtung Osten vorwarts zu kommen.

Bereits Morgen soll der Wind wieder aus südöstlichen Richtungen wehen. Doch dies wird die Expedition nicht aufhalten. Leider hatten in den letzten Tagen negative Schlagzeilen die Runde gemacht, mit denen das ehrgeizige Projekt diffamiert wurde. Dabei hatten diese Meldungen überhaupt nichts mit der Realität zu tun. Das Schilfboot ABORA III schwimmt, ist technisch in dem gleichen Zustand, wie nach dem Ablegen von New York und die Besatzung fährt das Schiff mit sicherer Hand.

Täglich macht die Besatzung neue Beobachtungen und sammelt neue Erfahrungen im Umgang mit dem jungsteinzeitlichen Rahsegler, von dem die Experten glauben, dass diese Wasserfahrzeuge nicht für das Segeln auf dem offenen Meer geeignet waren.

Noch vor Ablegen in New York hatte Dominique Görlitz in Zusammenarbeit mit dem Stevens-Institut New Jersey Experimente mit einem maßstabsgetreuen Modell in einem der modernsten und längsten Strömungskanälen der Welt durchgeführt. Die Experten staunten nicht schlecht, welche hohe Manövrierfähigkeit das Schilfboot aufwies. Anschließend erzeugten sie die höchsten je in dieser Anlage hervorgerufenen Wellen, um die Stabilität und Sicherheit dieses Seefahrzeuges zu erforschen. Abermals meisterte das Schilfbootmodell seine Anforderungen mit Bravour und bestätigte die Theorien des deutschen Wissenschaftlers.

Allen Beteiligten ist klar, dass diese Seereise keine Urlaubsreise werden wird, sondern ein Experiment ist, das Neuland beschreitet. Aber mit diesen Ergebnissen vom Stevens-Institut sowie den positiven Erfahrungen von ABORA I & II in der Tasche stellt sich die ABORA III Crew der Herausforderung „Nordatlantik“, der noch nie in der Neuzeit mit einem vorgeschichtlichen Schiff überquert worden ist. Wenn alles gut geht, erreichen die ABORA-Segler in ein paar Tagen den Golfstrom, der ihre Reise zurück in die Alte Welt beschleunigen wird.

Presseinformation ABORA III (30. Juli 2007)

Weitere Informationen im Internet unter: www.abora3.de

Kontakt: Dominique Görlitz; 001 201 333 4321 oder dominique.goerlitz@t-online.de