Jetzt ist das Schilfboot vollständig in Stand und Segel gesetzt. Der Expeditionsleiter Dominique Görlitz äußert sich befriedigt über das Ergebnis der Umbauarbeiten:

„Mit großer Freude beobachte ich beim Segeln, wie gut unser neues ägyptisches Steuerruder und die zusätzlich angebrachten Schwerter am neuen Heck funktionieren. Dass wir noch einmal volles Segeltuch setzen und gezielt Kurs aufnehmen dürfen, hätte ich vor einer Woche nicht geglaubt. Wir können sogar wieder unsere Schwerter am Bug nutzen, was uns bereits am Vortag bei NW-Wind erlaubte, in Richtung Nordosten zu segeln.

Natürlich sind die Umbauten nur Provisorien, die für Windstärken bis 4 konzipiert sind. Solange das Wetter jetzt stabil bleibt und das vom Deutschen Wetterdienst (DWD) angekündigte Azorenhoch zurückkehrt, sollten wir weiter die Experimentalfahrt fortsetzen. Der Schilfrumpf ist stabil und alle Expeditionsmitglieder sind guter Dinge. Keiner denkt ans Aufgeben, vor allem jetzt, nachdem wir wieder fast wie vor dem Vorfall Segeln können.

Die gute Stimmung unter der internationalen Crew ist weiterhin ungebrochen. Durch die guten Wetterbedingungen fanden wir wieder Erholung und Freizeit nach den arbeitsreichen letzten Tagen. Die ABORA III ist seit Tagen von riesigen Fischschwärmen umgeben. Es ist wie in einem Freiluftaquarium. Blue-Fische, unzählige Barsche und Papageienfisch haben sich um unser Schilffloß versammelt. Für sie sind wir wie ein schützendes Riff. Jeden Tag bestaunen wir das Naturschauspiel, wenn große Schwertfische, wie Torpedos, herangeeilt kommen, um sich ihre Nahrung zu jagen. Andrea Müller aus Chemnitz, eine unserer beiden Frauen an Bord, war gestern unter dem Rumpf tauchen, kam völlig begeistert wieder an die Oberfläche: ‚Unter unserem Boot sitzt ein riesiger Tunfisch, der mit seinen riesigen Augen nach mir geschaut hat. Der Fisch ist mindestens drei Meter groß‘.

Unsere beiden Frauen schlagen sich ganz tapfer unter der überwiegend aus Männern bestehenden Crew. Sie sind bei allen Segelmanövern und den Nachtschichten eingesetzt und stehen ihren Mann!

Vom Fischreichtum motiviert, gehen wir täglich Angeln. Unser erfolgreichster Angler, Markus Uhlig aus Chemnitz, hatte gestern endlich eine große Goldmakrele am Hacken. Dieser wundervoll goldglänzende Fisch zählt zu den begehrtesten Speisefischen im Atlantik und hat der Crew ein schmackhaftes Mahl beschwert.

So werden die Abendessen zum Höhepunkt eines jeden Tages. Wir plündern unsere besten Nahrungsmittelvorräte und Essen jeden Tag vom Feinsten, so dass eintöniges Essen absolut nicht auf dem Speiseplan steht.

Nach dem Abendessen treffen sich die ABORA-Segler zumeist zu einer Runde Kartenspielen, messen sich im Schach oder Reden bei Mondschein bis tief in die Nacht über Gott und die Welt. Die meisten Bücher sind mittlerweile auch gelesen, so dass nun immer mehr englischsprachige Titel die Runde machen.

Unsere internationalen Teilnehmer aus Norwegen und den USA fühlen sich unter der deutschstämmigen Hauptcrew ebenfalls wohl. Anfangs durch Sprachschwierigkeiten etwas gehandikapt führen beide mit ihren deutschen Kollegen das Schiff auf Kurs.

Nun sind alle Blicke auf das Wetter gebannt. Wieder liegen uns unterschiedliche Wettermeldungen vom DWD und der amerikanischen Cost Guard vor. Während der deutsche Wetterreport uns weitere Stabilisierung verspricht, warnt uns der Amerikaner erneuten vor einem großen Tiefdruckausläufer. Uns bleibt zu hoffe, dass wir endlich einmal Glück mit dem Wetter bekommen werden.“

Presseinformation ABORA III (2. September 2007)

Weitere Informationen im Internet unter: www.abora3.de

Kontakt:
Dominique Görlitz; 001 201 333 4321 oder dominique.goerlitz@t-online.de
Michael Gruenert; 00351 912 896 815 oder info@mg-consulting.ie