Nach dem erfolgreichen Start vom 11. Juli konnte die ABORA III in der ersten Woche über 330 Seemeilen in Richtung Osten bei überwiegend südlichen Winden zurücklegen. Unser Ziel war, uns zuerst vom amerikanischen Schelf, das sehr stark den Gezeiteneinflüssen von Ebbe und Flut ausgesetzt ist, freizusegeln. Diese Strömungen behindern unser Vorankommen, denn ein Floß unterliegt viel stärker als ein modernes Hohlrumpfboot der Strömung.

Die Jahrzehnte langen Klimadaten weisen vor der Küste von Nordamerika im Sommer südwestliche bis nordwestliche Winde auf, die wir für unsere Seereise nutzen wollten, um auf den offenen Atlantik zu segeln. Von diesen Winden fehlte von Anfang an jede Spur. Doch durch die Fähigkeit der ABORA III, quer zum Wind segeln zu können, hatten wir bei den rechtkräftigen Südwinden mit bis zu 5 bft einen guten Fortschritt.

Nun scheint es, als ob sich die Elemente gegen uns verschworen haben. Seit sechs Tagen hängen wir vor der Goerge Bank fest. Die letzten Tage hatten wir zu unserem Pech nur noch östliche Winde, die wir quer zum Wind jeweils nach Süden und Norden absegeln konnten, um unsere günstige Position unmittelbar vor dem Schelf zu sichern. Leider bescheren uns die neuesten Wettervorhersagen vom Deutschen Wetterdienst immer noch keine Besserung: Bis zum 26.7. bleibt Flaute!

Die bereits gefahrenen Kurse bestätigen, dass die ABORA III voll manövrierfähig ist. Die drei gebrochenen Seitenschwerter hatten absolut keine negative Beeinträchtigung auf die gesegelten Kurse. Durch das beherzte Eingreifen von Michael Grünert und unseren neuen amerikanischen Partner Ken Hayes wurden acht Ersatzschwerter per Boot nachgeliefert, so dass wir auf volle Schwertstärke zurückgreifen können. Als prähistorisches Segelfloß können wir eben nicht wie moderne Segler einfach den Motor an unserer Jacht einschalten und Kurs in die gewünschte Richtung aufnehmen. Dieses Abwettern vor der Küste ist Teil des Experimentes ABORA III, um in Erfahrung zu bringen, wie frühgeschichtliche Seefahrer diese Bedingungen im offenen Meer gemeistert haben.

Die Stimmung an Bord ist ausgezeichnet. Wir nutzen die segelfreien Stunden für ausgiebiges Baden, Lesen und andere schönen Freizeitgestaltungen. Bautechnisch ist das Schiff auf vollem Stand. Lediglich das Alter unseres Floflkörpers bedingt eine zeitnahe Fortsetzung der Seereise, denn mit einem Alter von fast drei Jahren ist das Totoraschilf der ABORA III nicht im Stande bis zu 18 Monaten zu schwimmen. Doch im Moment ist keine Gefahr in Vollzug.

Jetzt braucht es nur noch guten Wind und dann segeln wir weiter in Richtung Azoren.

Presseinformation ABORA III (25. Juli 2007)

Weitere Informationen im Internet unter: www.abora3.de

Kontakt: Dominique Görlitz; 001 201 333 4321 oder dominique.goerlitz@t-online.de