Am 04.10.2008 fand das diesjährige One-Day-Meeting der Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und Seti im Nordrhein-Westfälischen Siegen in der Siegerlandhalle statt, auf dem wieder eine Reihe von Vorträgen zu Themen der Prä-Astronautik gehalten worden.

Im Zentrum der Veranstaltung stand das 40jährige Jubiläum des Erscheinens von ‚Erinnerungen an die Zukunft‘, dem Erstlingswerk von Erich von Däniken.

Den Auftakt gab am Freitag dann auch schon Erich von Däniken mit seinem neuen Vortrag „Götterdämmerung“. Gewohnt souverän referierte er vor den einigen Hundert Besuchern über altbekannte Indizien die die Annahme stützen sollen, dass Außerirdische stark in die Geschichte der Menschheit eingegriffen haben. Wieder einmal ein großes Thema war der Bericht des biblischen Propheten Hesekiel und die „Rekonstruktionen“ des Raumschiffs und der Wartungsstation durch Blumrich und Beier. Es lief auf die These hinaus, dass die Außerirdischen uns durch nachvollziehbare Angaben und mathematische Botschaften in alten Bauwerken einen Hinweis auf ihre ehemalige Anwesenheit geben wollten.

Umfangreich ging Däniken auch auf den Mayakalender und das kontroverse Jahre 2012 ein. Er betonte, dass er nie behauptet hat, dass es in diesem Jahr zu einem Weltuntergang kommen würde. Wohl aber, dass die Maya angeblich die Rückkehr der Götter erwartet hätten. Hier differenzierte der Schweizer Bestseller-Autor allerdings und wies auf mögliche Synchronisierungsprobleme mit unserem gregorianischen Kalender hin und damit einer Unsicherheit, bezüglich der Frage, ob wir wohl 2012 tatsächlich mit einer Rückkehr Außerirdischer rechnen können.

Alles in allem gab es für den Kenner der Szene also keine großen Neuigkeiten zu erfahren.
Auffallend war, dass Erich von Däniken recht verbissen wirkte und sich mit seinem sonst bekannten Humor stark zurück hielt.

Am Samstag habe ich leider aus verschiedenen Gründen nicht alle Vorträge mitbekommen, so dass ich mich hier nur auf diejenigen beziehen werde, bei denen ich auch zugegen war.

Am Vormittag referierte Angelika Jubelt über „Tunguska – 100 Jahre Rätselraten“ und stellte die These auf, dass es zwei Körper waren, die in der Taiga einschlugen. Neben einem Meteoriten sei womöglich noch ein außerirdisches Flugobjekt detoniert. Als Indizien hierfür wertete sie unter anderem die Zeugenaussagen über den Bahnverlauf des Flugobjekts, der auf zwei Körper schließen lassen würde, sowie eine angeblich atomare Verseuchung der Tunguska-Region.

Im Anschluss an diesen Vortrag gab es das Thema „Jakobs Himmelsleiter war ein Weltraumlift“ von Martin Heinrich zu hören. Der Autor von ‚Die Venus Katastrophe‘ vertrat hierin die These, dass Außerirdische zwischen 10000 und 12000 v. Chr. für mehrere Jahrhunderte auf der Erde verweilten und dabei mittels eines vermutlich in Nasca gelegenen Weltraumlifts arbeiteten. Zu dieser Zeit hätte Nasca wahrscheinlich am Äquator gelegen, eine Lage die sich durch einen geographischen Polsprung geändert habe.

Als Indizien für diese These wertete Heinrich Textstellen der Bibel und Apokryphen, in denen von Himmelsleitern die Rede ist, außerdem seien einige der Pistas der Nasca-Region vielleicht Darstellungen des Weltraumlifts.

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Abbildung Nr. 1: Modell von Johannes Horn, das zeigt wie seiner Meinung nach die Cart Ruts auf Malta entstanden sind, als Schleifspuren eines antiken Steinbruchs (Photo: Andre Kramer).

Nach der Mittagspause berichtete Gisela Ermel, die für Hans Peter Jaun eingesprungen war, über Darstellungen von Werjaguaren und dem Wettergott, auf den Tolteken und Maya auf denen ihrer These nach moderne Schläuche, Atemgeräte und ähnliches dargestellt worden sein sollen.

Dieter Bremer versuchte den Zuhören im Folgenden in seinem Vortrag „Das Buch Daniel unter Paläo-Seti-Gesichtspunkten“ die These näher zu bringen, die Beschreibungen von Verbrennungen in Öfen in der Bibel und anderen Schriften wären in Wirklichkeit Verklärte Berichte von Flügen in Raumschiffen.

Peter Kaschel nahm sich dem Thema „Mysterium ‚König Artus und der Heilige Gral'“ an. Allerdings fiel es mir sowie auch anderen Besuchern, mit denen ich später sprach, schwer, zu erkennen, worauf dieser Vortrag eigentlich hinaus lief. Kaschel gab einige durch Fotos seiner letzten Englandreise untermalte Informationen zum Artus- und Gralsmythos zum Besten, ohne jedoch eine direkte These oder einen Zusammenhang darzulegen. Lediglich implizit machte er einige versteckte Andeutungen, wenn er zum Beispiel von der „außerirdischen Begabung“ von Merlin sprach. Weiter fiel auf, dass er immer wieder Seitenhiebe auf die Wissenschaft abgab.

Ulrich Dopatka hatte dieses Jahr kein fachlichen Vortrag vorbereitet, sondern schilderte seine interessante Idee einer Umwandlung des „World Mystery Forums“ in das Projekt „Terra Discovery“. Hierbei soll es sich nicht nur um eine regelmäßige Veranstaltung zu faszinierenden wissenschaftlichen Themen (bei denen grenzwissenschaftliche Themen nicht mehr der Fokus sind) handeln, sondern um ein umfassenderen Projekt, bei dem es um Wissenschaft und Kultur gehen soll. Augenmerk soll hier auf der Interaktion mit dem Publikum liegen, die sich auf verschiedene Weise in das Projekt einbringen können. Unter http://www.worlddiscoveries.org entsteht zu diesem spannenden Projekt gerade eine Internetpräsentation.

Am späten Nachmittag gab es dann eine von Tatjana Ingold zusammengestellte und kommentierte Videopräsentation zum Thema „40 Jahre Erinnerungen an die Zukunft – 40 Jahre Mediengeschichte“, in der, teils amüsante Ausschnitte aus Dokumentationen und Talkshows mit und von Erich von Däniken gezeigt wurden.

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Abbildung Nr. 2: Tatjana Ingold präsentiert Ausschnitte aus 40 Jahren Mediengeschichte mit Erich von Däniken (Foto: André Kramer).

Nach einer letzten Pause kam es dann auch zum letzten Vortrag des Tages. Andreas von Rétyi stellte dem Publikum „Rätsel um Sirius C“ vor. Der bekannte Autor und Hobby-Astronom stellte die Ergebnis eigener Beobachtungen dar, die seiner Meinung nach auf die Existenz eines dritten, bislang noch unbekannten Begleiters des Sirius hinweisen könnten.

Bei diesem Vortrag zeigte sich allerdings auch das Problem der nur kurzen Zeit die den Referenten zur Verfügung steht. Es fiel von Rétyi sichtlich schwer, den Zuhörern in den nur 25 Minuten die astrophysikalischen Zusammenhänge genügen näher zu bringen, die zu seiner Einschätzung führten, was angesichts des interessanten Themas sehr schade war.

Zum Abschluss gab es dann noch zwei Überraschungen für Erich von Däniken. Eine langjährige AASlerin präsentierte eine Büste des Cheops mit dem Konterfei Erich von Dänikens als Erich den 1. und in einem skurril und befremdlich anmutenden Auftritt gab Peter Kaschel im Hippie-Outfit und mit der Gitarre in der Hand seine eigene Version von „Blown in the wind“ zum besten, bei dem er das Publikum bei dem AAS glorifizierenden und die Wissenschaft veräppelnden Refrain zum mitsingen aufforderte.

Die Qualität der Vorträge war insgesamt eher durchwachsen, was natürlich auch daran liegt, dass viele ungeübte Redner die Chance bekamen, ihre Thesen zu präsentieren.

Leider gab es inhaltlich nur wenige interessante und neue Erkenntnisse, dafür aber reichlich äußerst Spekulatives. Aber bei wirklich interessanten Themen wie etwa den von Andreas von Rétyi dargelegten Fakten und Vermutungen zu Sirius C, zeigte sich, das 25 Minuten einfach zu knapp angelegt sind, um hier ausführliche Zusammenhänge darzustellen.

Für die Zukunft kann man sich hier vielleicht wünschen, bei der Auswahl der Themen ein wenig mehr auf wirkliche Neuigkeiten oder neue Erkenntnisse zu achten und bei evtl. weniger Rednern, diesen dafür dann mehr Zeit einzuräumen.

Den wirklichen Reiz auf solchen Veranstaltungen machen aber die Gespräche zwischen und nach den Vorträgen aus. So hatte man auch dieses Jahr wieder Gelegenheit, bis spät in die Nacht in der Hotelbar alte Bekannte und Freunde zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und angeregte Gespräche und Diskussionen zu führen. Von dieser Gelegenheit wurde dann auch ausgiebig Gebrauch gemacht.

Alleine dafür lohnt es sich immer wieder ein A.A.S. One-Day-Meeting zu besuchen.