Archäologie mit praktischem Nutzen für die Gegenwart

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    Thorwald C. Franke
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    Wasserbauer könnten den Jemen wieder zum Blühen bringen

    Wie einst bei der Königin von Saba: Hochschule Hamburg rekonstruiert im Modell historische Bewässerungsanlage

    Ein Damm sorgte vor Zeiten dafür, dass die Felder und Gärten im Land der Königin von Saba im heutigen Jemen grünten und blühten. Er staute die Fluten der Überschwemmungen, die zwei Mal jährlich das Wadi Adhana, östlich von Sana’a, überschwemmten, und leitete sie über Kanäle auf die benachbarten Oasen. Experten des Deutschen Archäologischen Instituts graben seit 25 Jahren im Jemen die Bauwerke des Bewässerungssystems aus. Hamburger Wissenschaftler aus dem Fachbereich Bauingenieurwesen der Hochschule für angewandte Wissenschaften haben im Wasserbaulabor des Hauses die Details der Anlage im Modell 1:50 nachgebaut und können damit den Archäologen ein Modell der alten Anlage in Funktion liefern.

    Gestern präsentierte Professor Michael Schütz in Anwesenheit des Botschafters der Republik Jemen, Yahya Ali Al-Abiad, und der Leiterin der DAI-Außenstelle in Sana’a, Iris Gerlach, das dritte Modell der Anlage, das Projekt "Al Mabna". Am Ende der Forschungsarbeiten steht eine detaillierte Computersimulation, die von der Hamburger Stadtentwässerung gesponsert wird.

    Die Jemeniten entwickelten seit über 4000 Jahren ein eigenständiges Bewässerungssystem. Damit wurden die Fluten bis Kniehöhe auf die Felder geleitet. Die Wassermenge reichte für die Ernte aus. Um 600 vor Christus bauten die Sabäer unweit ihrer Hauptstadt Marib (150 Kilometer vor Sana’a) am Wadi Adhara einen über 600 Meter langen Damm mit seitlichen Auslässen. Die Nord- und Südbauten haben die Hamburger bereits im Modell nachgestellt. Jetzt geht es um ein System weiterführender Kanäle, die die Fluten über ein zweites Wadi Richtung Marib umleiteten, erklärte Professor Schütz. Im Modell funktionierte das einwandfrei, als es gestern im Wasserbaulabor "Wasser marsch" hieß. Die Fluten ergossen sich in drei leicht abgestufte Kammern, aus denen sie im Original auf die Felder der Jemeniten fließen könnten. Seit vergangenem Jahr sind die Hamburger in die Forschungen der Archäologen eingebunden. Die Modelle geben den Ausgräbern neben den Informationen über das Funktionieren der Bewässerung wichtige Hinweise darüber, wo sie weitere Funde suchen können, bestätigte Iris Gerlach, die seit zehn Jahren im Jemen arbeitet. gs

    Artikel erschienen am 10. Juni 2004

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